Posts by Valjean

    hört doch endlich auf mit dem Quatsch Polen A und B.

    Mit Polen hatte das längst nichts mehr zu tun. Der Punkt ist die Unterstellung, dass ich bewusst eine Falschbehauptung platziert hätte, zudem noch weitere Beleidigungen, Unterstellungen und bis zuletzt ein Nachtreten, welches meiner Auffassung nach schon pathologische Züge aufweist. Das ist dann keine Frage politischer oder geschichtlicher Differenzen, sondern eine Frage des Anstandes und der Umgangsformen, letztlich der Aufrichtigkeit.

    Was für abstruse Gedanken in deinem Kopf herumspuken! Deine Geringschätzung Russlands stört mich sehr. Du scheinst es für eine Art Bananenrepublik zu halten.

    Eine abermalige Entgleisung deinerseits, anschließend mit einer weiteren Unterstellung.


    Du hast noch nicht mal den Mumm, dich für die vorangegangene Entgleisung zu entschuldigen:

    Die Einteilung "Polen A" und "Polen B" ist Nonsens, und ich vermute, dass es sich dabei um eine bewusste Falschbehauptung handelt

    (Nochmals der Link zum Wikipedia-Artikel über Polen A und B : hier)


    Ich kann nur mehr den Kopf schütteln, ob solch eines Ausmasses an Unsachlichkeit und Gehässigkeit.


    Nun, ich werde mich aus diesem Forum erst mal zurückziehen.

    Das ist einfach geraderaus gelogen. Sorry, deswegen extra einen Post zu machen, aber da dieser Anwurf mich als Erstes traf, muss ich das richtigstellen. Ich habe in keinster Weise auch nur andeutungsweise ,,in gleicher Stoßrichtung Zuschreibungen" vorgenommen!


    Zur Klarstellung: Ich bezog mich auf folgenden Kommentar, inklusive bildlicher Darstellung:

    Ihr erinnert mich manchmal an diese Jungs hier in den USA, nur dass wir hier gottseidank noch nicht zusätzlich auch noch diesen religiösen Eifer im Lande haben:


    Darauf folgte dann eine Antwort

    Wie auch? Ist doch der religiöse Eifer eindeutig auf eurer Seite zu verorten [...]


    Ich dachte Mandorin bezog sich auf diese Konversation.

    Valjeans "persönliche Entscheidung" ist ein ganz simpler Ausdruck von Polenfeindschaft. Was es mit "deutschem Patriotismus" zu tun haben soll, nicht in die ehemaligen Ostgebiete zu fahren, bleibt sein Geheimnis.

    Meine Beweggründe sind ähnlich gelagert wie jene Johannes R. Bechers und Becher war gleichwohl Sozialist und deutscher Patriot. Ein Kurt Schumacher hätte dies wohl ähnlich gehandhabt. Tatsächlich ist es meine persönliche und freie Entscheidung so zu verfahren.


    Diese Haltung ist unversöhnlich, feindselig und dumm. Bemerkenswert auch, dass er sich darüber freut, dass Königsberg heute russisch ist und nicht polnisch. Sowas lässt sich bei einem "deutschen Patrioten" nur mit Feindschaft gegen Polen erklären.

    Natürlich. Auf die Idee, dass eine russische Enklave evtl. in einer fernen Zukunft einfacher wieder deutsch wird werden können, als ein Teil des polnischen Staatsgebietes, darauf kommt Rastrelli erst gar nicht. Darüber hinaus bin ich tatsächlich der Auffassung, dass Polen mehr als genug deutsches Staatsgebiet - pardon "rückgewonnene Gebiete" - erhalten hat.


    Die Einteilung "Polen A" und "Polen B" ist Nonsens, und ich vermute, dass es sich dabei um eine bewusste Falschbehauptung handelt


    Auszug aus Wikipedia:

    Poland A and B (Polish: Polska A i B) refers to the historical, political and cultural distinction between the western and the eastern part of the country, with Poland "A", west of the Vistula, being much more developed and having faster growth than Poland "B", east of the river.

    (In diesem Wikipedia-Artikel ist übrigens auch eine Karte mit dem Schienennetz Polens im Jahr 1953 abgebildet: hier)


    Im Grunde genommen stellen deine Unterstellungen eine Entgleisung dar. Dies überrascht mich allerdings keineswegs, wirft es doch ein Schlaglicht auf die Diskussionskultur von bestimmter Seite.


    An der Diskussion hatte ich mich zuletzt gar nicht mehr beteiligt und habe dies auch nicht mehr vor. Aber deine Einlassung zielte doch sehr auf mich persönlich ab (ad hominem), daher meine Reaktion.

    Dein Einsatz für deine Heimatregion ist aller Ehren wert.


    Auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik gibt es folgende Städte (in etwa) vergleichbarer Größenordnung: Freiburg, Karlsruhe, Mannheim, Augsburg, Kassel, Braunschweig, Lübeck, Kiel, Bonn, Aachen, Münster. Die drei letztgenannten befinden sich zudem wie M'Gladbach in NRW sind aber ungleich berühmter, zumindest kann ich diese Städte gedanklich auf Anhieb mit bestimmten städtischen Bildern verbinden. Klar, Aachen und Münster haben eine bedeutende geschichtliche Tiefe, auch innerhalb Gesamtdeutschlands. Und schließlich gibt es auch noch die ein oder andere größere Stadt im Ruhrgebiet von der man ebenfalls wenig hört und von Kiel habe ich auf Anhieb auch kein städtebauliches Bild parat.


    In den neuen Ländern kommen Städte wie Rostock, Magdeburg, Halle, Chemnitz und Erfurt als Vergleichsgrößen hinzu.


    Doch selbst Chemnitz scheint mir persönlich städtebaulich deutlich präsenter als M'Gladbach. Gut, ich komme auch aus dem nördlichen Ostbayern und habe einst in Sachsen studiert


    Vielleicht ist es der Schatten, den das nahe gelegene Düsseldorf wirft und Gladbach abdunkelt?

    Denn sicher glaubst du nicht, dass Beleidigungen wie der gezogene Vergleich zu einem "religiösen Fundamentalisten", an den man erinnere, weil man die E-Mobilität nicht in dem Umfang kritisiere, wie du das gerne hättest ..

    Weshalb hast du dieses Statement nicht in dem dazugehörigen Strang gepostet?


    Dem von mir gezogenen Vergleich ging eine Zuschreibung gleicher Stoßrichtung voraus (halt auf die andere Seite bezogen). Das hast du wohl überlesen beim Überfliegen der betreffenden Konversation.


    Tatsächlich konstatiere ich, dass die Diskussionskultur auch im APH im Vergleich von vor 10 Jahren, also zu der Zeit als ich begann mich zu beteiligen, bis ich schließlich eine mehrjährige Pause einlegte, nachgelassen hat und konfrontativer geworden ist.


    Zuletzt wurde der Diskursteilnehmer "Pagentorn" regelrecht vertrieben (man könnte auch sagen rausgemobbt) und zwar von "eurer" Seite, wenn ich das so sagen darf.

    Ja das ist schon beindruckend, was seit 1990 bis heute an Sanierungen und auch Teilrekonstruktionen in Leipzig geleistet wurde. Den von dir verlinkten Strang sehe ich mir auch hin und wieder gerne an.

    Auf SSC besuche ich öfter folgenden Themenstrang: „European Classic Architecture and Landscapes" (hier)


    Ich habe früher regelmäßig im Unterforum Leipzig des DAF mitgelesen und auch kommentiert. Aber damit habe ich bereits vor einigen Jahren aufgehört. Das Forum, bzw. die Untersektion Leipzig, ist bis auf Ausnahmen sehr rekonstruktionskritisch bis rekonstruktionsfeindlich eingestellt (der Vollständigkeit halber: Teilrekonstruktionen und Wiederbestuckungen werden begrüßt) und es wird gerne von oben herab in Richtung Dresden kommentiert: ewiggestrig, Disneyland (Neumarkt), provinziell, rückwärtsgewandt. Während Leipzig die hippe, diverse, weltoffene, zukunftsorientierte, dynamische Großstadt ist, die sich zwar nach wie vor in Sachsen befindet aber außer der Geographie nichts mehr mit der sächsischen Provinz gemein hat. Das ist überspitzt formuliert, trifft aber mE den Kern (Beispiel: hier).


    Sehr unentspannt aber dieser Geist hat ja auch hier Einzug erhalten.

    Dieses multiethnische, pluralistische Polen passte überhaupt nicht in die neu sich entwickelnden Schemata von ethnisch, kulturell und sprachlich "reinen" Nationalstaaten, wie sie die Aufklärung gebar. Folgerichtig wurde dieses "altmodische" Polen von den aufklärerisch gesinnten Monarchen Preußens und Russlands vernichtet


    Nun, weder Preußen noch Russland waren zu Zeiten der polnischen Teilungen (1772 - 1795) weder ethnisch, noch sprachlich-kulturell reine Nationalstaaten. Die nationale Welle kam ohnehin erst nach der französischen Revolution und den Napoleonischen Kriegen über Europa.


    Die erste polnische Teilung (1772) wurde auf preußischer Seite noch von Friedrich dem Großen (1712 - 1786) durchgeführt. Dem frankophilen Philosophenkönig können gewiss keine national-deutschen Bestrebungen nachgesagt werden.


    1752/53 wurde die Kirche für die allmählich wachsende französisch-reformierte Gemeinde Potsdams errichtet.

    Der Französische Dom ist ein Kuppelturm, der zwischen 1780 und 1785 östlich an die Französische Friedrichstadtkirche angebaut wurde. Diese war 1701–1705 für reformierte Glaubensflüchtlinge aus Frankreich, die Hugenotten, errichtet worden.

    Die römisch-katholische St.-Hedwigs-Kathedrale ... wurde in den Jahren 1747–1887 nach Plänen von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff im Stil des Friderizianischen Rokoko als Teil des Forum Fridericianum erbaut.



    Ich konstatiere die Tendenz in der Geschichtsbetrachtung, dass von vielen - gerade von Linksliberalen und "anti-deutsch" eingestellten Linken - die Geschichte Polens sehr idealisierend aufgefasst und hingegen die Geschichte Preußens zum Teil in den aller-schwärzesten Farben und auch nach geradezu verdammt wird.


    Es ist mE tatsächlich angebracht die Geschichte Polens (und auch Preußens) differenziert zu betrachten und auch die Verfasstheit des polnischen Staatswesens in Betracht zu ziehen, bei der Einordnung der polnischen Teilungen.


    Wie war es beispielsweise möglich, dass sich 1697 der Kurfürst von Sachsen, August III. („Der Starke“) zum König von Polen wählen lassen konnte?

    Das „polnische Abenteuer“ ihres Landesherren kam die Sachsen teuer zu stehen. Aus der sächsischen Staatskasse flossen Unsummen an Bestechungsgeldern an den polnischen Adel und an kirchliche Würdenträger Polens (in der Regierungszeit Augusts etwa 39 Mio. Reichstaler)

    Das gesteigerte Bewusstsein des Adels für die massiven innen- und außenpolitischen Probleme Polens führte dann zur Zeit von August III. zu einer Fülle von Reformvorschlägen beider Parteien, die allesamt scheiterten

    Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde die Rzeczpospolita durch das Liberum Veto zunehmend handlungs- und reformunfähig, was den Nachbarn die Erste Teilung Polens ermöglichte.


    Damit ist von meiner Seite alles zu diesem Thema gesagt.

    Zudem, dass die "von der jungen Sowjetunion eroberte(n) und annektierte(n)" Gebiete bis 1793 zu Polen gehört hatten. Und dass die "junge Sowjetunion" nur drei Jahre jünger war als das wiedererstandene Polen.

    Ob die Sowjetunion nur drei Jahre älter war, spielt bei der Betrachtung überhaupt keine Rolle. Es ist nur insofern von Bedeutung, dass die Sowjetunion als Nachfolgestaat des Russischen Zarenreiches bereits durch die Folgen des 1.WK enorm geschwächt war. Zu diesen Folgen potenzierten sich noch die Auswüchse der Revolution und des Bürgerkrieges.


    Darüber hinaus war ein Großteil der Gebiete, die bis 1793 zu Polen (Polen-Litauen) gehörten, Eroberungen aus dem Polnisch-Russischen Krieg von 1609 - 1618.


    Der Punkt ist, dass Polen ebenfalls eine expansive Politik verfolgte als es die Mittel dazu hatte (im frühen 17. Jahrhundert oder eben nach dem 1. WK). Der polnische König griff nach der russischen Zarenkrone und es schwebte ihm vor aus Russland einen polnischen Vasallenstaat zu machen. Mit anderen Worten: Das Schicksal, welches Polen später insbesondere von russischer Seite erfuhr (Stichwort: "Kongress-Polen"), hatte es selbst (oder so ähnlich) für Russland vorgesehen.

    (...)

    Beitrag gekürzt. Mod.

    Mönchengladbach ist schon auch eine "komische" Stadt. Wenn der berühmte Fußballclub nicht wäre, würde man überregional von dieser Großstadt (immerhin 260.000 EW) überhaupt nichts wahrnehmen.

    Vielleicht kannst Du uns auch ein wenig zur Geschichte der Republik Polen erzählen, insbesondere zu welchem Land dessen Hauptstadt Warschau bis 1918 gehörte.

    Das sind doch Basics werter UrPotsdamer, die auch dir zur Genüge bekannt sein sollten. Ansonsten ist dies mittels simpler Google-Recherche schnell getan.


    Folgender historischer Sachverhalt dürfte hingegen den wenigsten Zeitgenossen bekannt sein:

    Der Polnisch-Russische Krieg 1609–1618 war ein Krieg zwischen dem Königreich Polen-Litauen und dem Zarentum Russland. Der Krieg begann mit einer Offensive Polens unter der Führung des polnischen Königs Sigismund III. Wasa mit dem Ziel, die Krone Russlands für sich zu sichern, und endete 1618 mit dem Vertrag von Deulino, in dem Polen-Litauen territoriale Zugeständnisse gemacht wurden, das damit seine größte territoriale Ausbreitung erreichte […]


    Der polnische König wollte selber über das Moskauer Reich herrschen, um eine gute Ausgangssituation für eine von ihm angestrebte erneute polnisch-schwedische Personalunion erhalten zu können. Ein, angesichts der russischen Notlage, möglicher historischer Kompromiss zwischen Russen und Polen scheiterte damit. Die Pläne zielten auf die Abhängigkeit Russlands von Polen. [...] Die vom König geforderte Zarenkrone war etwas ganz anderes als die Wahl seines Sohnes zum Zaren, ...

    (Beitrag gekürzt. Mod.)

    Nein, Rastrelli, für Königsbergs Stadtbild wäre eine Zugehörigkeit zu Polen nach 1945 besser gewesen, weil die Polen es rekonstruiert hätten, Ulbricht dagegen ganz sicher nicht. Und nur ums Stadtbild geht es hier doch eigentlich, um mal wieder aufs Thema zurück zu kommen.

    Aha. Dann wäre es wohl auch besser gewesen Frankfurt/Oder wäre an Polen gefallen? Oder man stelle sich vor, wie schön ein polnisches Chemnitz heute aussehen könnte? Zu schade, dass diese Städte bei Deutschland verblieben. Gut, Chemnitz ist zu weit von der Neiße entfernt aber Görlitz z.B. hätte auch vollumfänglich polnisch werden können... Manchmal frage ich mich echt ...


    Ob die Polen Königsberg restauriert hätten, ist doch stark zu bezweifeln. Zu krass die Verbindung zum verhassten Preußen und darüber hinaus hätte es die polnischen Mittel wohl überstiegen, neben Warschau, Danzig und Breslau eine weitere große Altstadt wieder aufzubauen. Wobei bei den letztgenannten auch nur Teilbereiche - und im Falle Breslaus auch gezielt "polonisierend" - wiederaufgebaut wurden. Schade, dass karasek nicht mehr schreibt, der konnte darüber viel interessantes berichten.


    Darüber hinaus wurde auch Elbing nicht wieder aufgebaut. Tatsächlich begrüße ich es, daß das nördliche Ostpreußen nicht auch polnisch wurde.

    Das klingt dann bei manchen hier fast so, als sei Polen richtig gut davongekommen im und nach dem Zweiten Weltkrieg.

    Tatsächlich ist Polen als Staat mE richtig gut davongekommen. Nicht ohne Grund wird von den Polen selbst das heutige Polen in Polen A (Westteil) und Polen B (Ostteil) unterteilt. Woran das wohl liegen mag?


    Der Teil Polens, welcher der Sowjetunion einverleibt wurde, war weit weniger zivilisatorisch entwickelt als es die deutschen Ostgebiete waren. Als Beispiele hierfür zu nennen wären Anzahl der Städte und städtische Siedlungen, Eisenbahnverbindungen, Häfen etc.


    Wobei Polen seinerseits diese Gebiete erst von der jungen Sowjetunion eroberte und annektierte.


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    Darüber hinaus stellten die Polen in diesem Ostteil lediglich eine große ethnische Minderheit dar, neben Weißrussen, Litauern, Ukrainern und Juden. Im Westteil des Polens der Zwischenkriegszeit lebten zudem noch viele Deutsche: im Raum Posen und in jenem Teil Westpreußens, der nach 1919 an Polen fiel.


    Ausschnitt aus „Verteilung der Sprachen in Mittel-, Ost- und Südeuropa um 1910“:


    putzger_s.99-ausschnitt2.jpg?w=937(Quelle: Putzger „Historischer Weltatlas“, Cornelsen 1990, S.99)

    putzger_s.99-3.jpg(Quelle: Putzger „Historischer Weltatlas“, Cornelsen 1990, S.99)



    Gegenüber diesen Minderheiten verfuhr der neue polnische Staat doch einigermaßen "unsensibel":

    "Das fremde Element wird sich umsehen müssen, ob es nicht anderswo besser aufgehoben ist."

    (Quelle: Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, „Deutsche Minderheiten in der Zwischenkriegszeit“, 2009, S.10, PDF)


    So kam es zwar im Februar 1921 zu einer antideutschen Demonstration in Bromberg, in deren Folge deutsche Geschäfte und die Redaktionsräume der lokalen deutschen Zeitung angegriffen wurden, und im Juni 1921 plünderte ein polnischer Mob in Ostrowo 50 deutsche Häuser und Geschäfte, ohne dass die örtliche Polizei eingriff.

    (Quelle: Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, „Deutsche Minderheiten in der Zwischenkriegszeit“, 2009, S.10, PDF)


    Dies sind nur zwei kleine Hinweise und wer mag, kann ja nach weiteren Hinweisen recherchieren. Es gilt mE aber unbedingt in die Gesamtbetrachtung zu berücksichtigen, dass das Polen der Zwischenkriegszeit (seit 1926 ohnehin eine Militärdiktatur) alles andere als ein einfach zu händelnder Nachbar war. Keiner Regierung der Weimarer Republik gelang es einen wirklichen Ausgleich mit Polen zu erzielen.


    Auch kursierte ab den 1920er Jahren unter polnischen Nationalisten die Idee der Rückgewinnung historisch polnischer Gebiete im Westen. (s. folgende Karte aus dem Jahr 1934: hier)


    Dies nur als kleiner historischer Exkurs, um ein paar Aspekte mit aufzuführen, die mitunter kaum berücksichtigt werden.


    Für mich bleibt es dabei: ich wünsche den Polen nichts schlechtes, als deutscher Patriot halte ich es gleichwohl mit Johannes R. Becher und vermeide es in die ehemaligen Ostgebiete zu reisen. Das ist eine persönliche Entscheidung.

    Ich meine damit nur, dass Ostpreußen jahrhundertelang ein Herzogtum des polnischen Königs war ...

    Vielen Dank für die Klarstellung, deren Argumentation und Kernaussage ich weitestgehend zustimmen kann. Allein die Passage am Ende, dass der Abbau des Nationalismus vorrangiges Ziel sei - (für wen eigentlich?) - kann ich nicht teilen. Und was soll an seine Stelle treten, noch mehr "Internationalismus"?


    Zumal schon der Begriff des Nationalismus im heutigen Gebrauch schwammig gehalten wird. Das Einstehen für die eigene Nation, Kultur, Sprache bedeutet mitnichten zwangsläufig ein Herabwürdigen anderer Nationen. Ich bin ein Patriot auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene und bin insofern auch ein Nationalist, in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes. Gleichwohl und vielleicht auch gerade deswegen kann ich die Beweggründe von Patrioten anderer Nationen nachvollziehen.


    Charles de Gaulle sprach 1960 von einem "Europa der Vaterländer" und diese Vaterländer waren gewachsene Nationalstaaten. Auch de Gaulle war ein Nationalist.


    Im Privaten komme ich - und das mag hier überraschen - mit vielen polnischen Patrioten in der Regel gut aus, natürlich nicht mit den Chauvinisten darunter. Die Polen werden ihren Patriotismus (der ja auch ein nationaler ist) nicht einfach ablegen und das ist auch gut und richtig so.


    Ohnehin wäre mE "Chauvinismus" die bessere Bezeichnung für übersteigerten und andere Nationen herabwürdigenden "Patriotismus".


    Aber das führt jetzt schon wieder zu weit off-topic.

    Was Christoph Hein über Ulbricht schreibt, ist Nonsens. Man sieht es schon an der Art der Darstellung und den simplen Faktenfehlern.

    Rastrelli wie er leibt und lebt in seiner charmant-bescheidenen Art.


    Die radikalen Maßnahmen der Siegermächte gegen die Deutschen hatten zum Ziel, eine stabile Nachkriegsordnung zu schaffen.

    Stalin wollte den 1939 (!) annektierten Ostteil Polens nicht mehr hergeben und die Westalliierten akzeptierten das. Folglich beschlossen die Alliierten Polen mit Gebieten im Westen zu kompensieren. Diese Gebiete mussten allerdings Deutschland erst herausgerissen und die deutschen Menschen vertrieben werden. Dass dies mit einer Schwächung Deutschlands einherging, war gewiss ein gewünschter Nebeneffekt und dieser anti-deutsche Geist tritt auch in dem berühmt-berüchtigten Zitat Lord Ismays über den Zweck der NATO hervor:


    By the end of his tenure however, Ismay had become the biggest advocate of the organisation he had famously said earlier on in his political career, was created to “keep the Soviet Union out, the Americans in, and the Germans down.”


    Aber nein, die Alliierten verfolgten allesamt hehre, beinahe altruistische Ziele und wenn Millionen Deutsche aus ihrer angestammte Heimat gewaltsam vertrieben werden mussten(!), dann geschah dies einzig, weil sie das noble Ziel einer "stabilen Nachkriegsordnung" anstrebten.


    Das mag glauben wer will, ich tue das nicht. Habe die Ehre.


    Vielen Dank für das Verlinken des ZEIT-Artikels. Nachfolgend ein kurzer und interessanter Auszug daraus, der auch die besagte Anekdote bez. des Kongresses in Breslau thematisiert. Woher Raddatz sich heraus nimmt auch derart abfällig über Becher zu schreiben (kläglicher Charakter, feiger Verräter etc.) erschließt sich mir nicht ganz. Andererseits war wohl schon alleine Bechers Heimatliebe und Patriotismus für viele Linke zu viel des Guten.

    Er war ein bedeutender Dichter und ein kläglicher Charakter; er war ein mutiger Himmelsstürmer und ein feiger Verräter; er war ein Formensprenger und ein in öden Oden versandender Klassizist; er war ein Liebender, ein Mörder, ein bisexueller Morphinist, ein entlaufener Bürger und ein kommunistischer Minister, der sich als Präsident des "Kulturbunds" noch 1948 weigerte, die Leitung der deutschen Delegation bei einem in Breslau tagenden "Kongreß zur Verteidigung der Kultur" zu übernehmen, weil er kein "polnisches Schlesien" besuchen mochte. Denn Heimat war für ihn eine so kostbare Kategorie, daß sich Erika Mann noch in ihrem Nachruf verwunderte:

    "Becher war deutscher Patriot in einem Grade und Ausmaß, die auch nur von ferne zu begreifen mir schwerfiel. Mit großer Deutlichkeit erinnere ich mich eines einschlägigen Gespräches im Juli 1945. Noch die schmutzigste deutsche Pfütze, erklärte er damals, sei ihm kostbar, – ja, er liebe sie zärtlicher als den blausten See, falls dieser sich ‚draußen‘ befände und seine kleinen Wellen nichts zu erzählen wüßten von deutscher Art und Geschichte."

    Es wäre insofern eine echte "Rückgewinnung" gewesen, mehr jedenfalls als z.B. bei Stettin, was nie so richtig polnisch gewesen war.


    Eine solch echte "Rückgewinnung" [sic!] etwa wie Danzig oder Breslau?


    Andererseits: Wieviele Deutsche besuchen denn pro Jahr die Marienburg? Die Meisten fahren dann doch lieber nach Mallorca oder Ägypten, wenn sie das Kleingeld haben.

    Ich mache weder das eine, noch das andere. Pauschaltourismus à la Mallorca, Rimini, Lanzarote etc. hat mich noch nie interessiert. Ebenso wenig "Chrismas Shopping" mit Musical-Besuch in New York oder Glückspiel in Las Vegas.


    Aber in die "rückgewonnenen Gebiete" Polens (welch ein Begriff!) setze ich keinen Fuß. Da halte ich es wie Johanns R. Becher, Verfasser der Hymne der DDR und erster Minister für Kultur der DDR.



    Schon bemerkenswert, dass Kommunisten damals mitunter deutlich patriotischer empfanden als "Konservative" heute.

    So freistehend war das Museum der Bildenden Künste nur eine kurze Zeit. Es war von Beginn an als Bestandteil des Hofbereichs eines neuen urbanen Blocks geplant. Die umgebenden Bauten die das Museum als Museumswinkel einschließen sind überwiegend sehr viel klassischer und schöner,


    Von den vier umgebenden Blockbebauungen ist das "Katharinum" (s. von LEonline verlinktes Bild: hier) , das mit Abstand gelungenste. Das bereits hier thematisierte Stadtgeschichtliche Museum stellt eine Bausünde dar und auch die anderen Blöcke fallen mE im Vergleich zum Katharinum deutlich ab: hier, hier, hier. Oder folgende "Ensemble-Wirkung" mit den Höfen am Brühl und dem Messe-Hochhaus: hier.


    Hier noch eine "markante Ansicht" durch zwei Blockbebauungen hindurch, mit dem Museum zur Rechten: hier . Wohlgemerkt, wir befinden uns im unmittelbaren Zentrum der Stadt.

    Auch das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig daneben ist eine urbane Meisterleistung.


    1024px-Leipzig_-_Reichsstra%C3%9Fe_%2B_B%C3%B6ttcherg%C3%A4%C3%9Fchen_-_3Stadtgeschichliches_Museum_01_ies.jpg?uselang=de


    Der im Jahr 2004 fertiggestellte Neubau des Stadtgeschichtlichen Museums kann in der Tat in Hinblick auf seine stadträumliche Wirkung nur als äußert schwach bezeichnet werden.


    Ich kann mich noch erinnern als seinerzeit die Verwendung von Rochlitzer Porphyr bei der Natursteinfassen-Verkleidung als regionale Reminiszenz gepriesen wurde. Es hilft nichts. Für mich ein klarer Fall von Bausünde.


    Wenn man bedenkt, dass obiges Bild in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes aufgenommen wurde, dann ist das schon traurig ob der verpassten Chance das Stadtbild aufzuwerten.