Posts by Restitutor Orbis

Im neuen Jahr bittet der Vorstand euch, frühzeitig nach neuen Bauprojektplänen in eurer Stadt Ausschau zu halten. Wo lässt sich durch traditionelle Architektur oder Rekonstruktionen euer Stadtbild verbessern? Teilt uns eure Ideen mit! Je eher wir mit Ideen an die Öffentlichkeit gehen, umso höher sind unsere Chancen, dass die Ideen von den Verantwortlichen ernstgenommen werden!

    2009 hatte ich angekündigt, mir den Zuckerhut mal aus der Nähe anzusehen. Vier Jahre später habe ich es dann auch tatsächlich geschafft!


    So, und nun zu meinen Eindrücken:


    - Prinzipiell ist mein Eindruck positiv, allerdings mit den nachfolgend erwähnten Abstrichen.
    - Auf den ersten Blick wirkt der Zuckerhut noch etwas "künstlich". Das Wort "künstlich" ist dabei sicherlich nicht ideal (jedes Gebäude ist künstlich, denn Häuser wachsen nicht in der Natur), aber ich denke, ihr versteht mich: ein bisschen sehr neu, sehr sauber, sehr nüchtern. Während die Rekos auf dem Marktplatz wie echte Häuser wirken, hat man hier manchmal noch eher den Eindruck, ein 1:1-Modell eines richtigen Gebäudes vor sich zu haben (wobei mir schon klar ist, dass das kein wissenschaftliches Unterscheidungsmerkmal ist). Aber vielleicht muss man dem Zuckerhut nur etwas Zeit geben, um Patina anzusetzen.
    - Die Verglasung im Erdgeschoss stört wiederum überraschend wenig. Sie mag Reko-Freunden sicherlich nicht ideal erscheinen, aber sie dominiert auch nicht den Anblick, den der Zuckerhut bietet.
    - Das Innere: Es gibt ja keine rekonstruierten Innenräume - soweit ich weiß, wusste man auch gar nicht, wie die aussahen. Statt dessen befindet sich im Innern diese große Treppe (oder böser gesagt: Das Innere ist ein einziges Treppenhaus). Diese Tatsache verstärkt den Eindruck, ein Modell statt eines lebendigen Hauses vor sich zu haben.


    So, warum komme ich trotzdem zu einem positiven Fazit?


    Man könnte sagen, dass selbst eine eher modellhafte Nachbildung (anstelle einer Reko mit Atmosphäre) den Standort trotzdem aufwertet und Lust auf mehr macht. Der Zuckerhut ist so, wie er ist, sicher nicht die perfekte Reko, aber er schafft es dennoch zu faszinieren. Unterm Strich also eindeutig ein Gewinn für Hildesheim.

    Also, wie gesagt, ich wohne da ja nur zu Miete. Weitere größere Eingriffe in die Wohnung wären also Sache des Vermieters, nicht meine...


    Zimmerpflanzen haben wir nur in einem einzigen Raum (der Küche). Und wenn wir auf der Arbeit sind, läuft da nur die Katze rum (die duscht vermutlich nicht).


    Also, mein (realistischer) Blick ist: Wir werden da nicht für alle Ewigkeit wohnen (und war schon vor der Schimmelsache klar, dass wir in ein paar Jahren ein eigenes Haus haben wollen). Vermutlich werden wir so lange mit der Angelegenheit leben müssen und sie nur abmildern können.


    Aber wenn wir in ein paar Jahren ausziehen, renoviert der Vermieter wohl wieder die Wohnung. Es wäre dann die Frage, was man ihm sagen könnte, was er dabei anders machen kann.

    Danke für die Antworten.


    Wir lüften allerdings schon wirklich wie die Blöden. Das ist kaum noch steigerbar, zumal ich es jetzt bereits als Minderung der Lebensqualität empfinde.


    2-3mal am Tag wische ich auch das Wasser von den Fensterscheiben und den Fensterbänken. Sogar wenn ich mal schon mittags heimkommen kann, ist das Wasser, das ich morgens entfernt habe, bereits wieder da.

    Ich habe jetzt mal zu dem Thema eine Frage in eigener Sache. Ich bitte besonders Sachverständige (Bauingenieure, Fachwerkexperten) um Mithilfe.


    Ich wohne zur Miete im Erdgeschoss eines Fachwerkhauses aus dem Jahre 1895. Die Vermieter-Familie wohnt im Geschoss darüber.


    Meine Frau und ich haben ein Problem mit Schimmel in der Wohnung, besonders im Bereich der Fenster. Wir bekamen den Tipp, dass wir zu wenig gelüftet haben. Da war auch etwas dran, denn seit wir mehr lüften, ist das Problem kleiner geworden.


    Jetzt in diesem sehr kalten Winter tritt das Problem wieder stärker auf - zwar nicht in dem Maße, wie es vorher bei dem schlechten "Lüftungsverhalten" auftrat, aber trotzdem in einem sehr ärgerlichen Maße. Aber sehr viel mehr lüften, als wir das jetzt tun, kann man eigentlich nicht mehr. Es gibt zwar im Internet einige Leute, die meinen, man sollte dann einfach über den Tag verteilt 2-4 mal alle Fenster aufreißen, aber 1. ist das im Winter sehr unangenehm und 2. wer kann das schon über den Tag verteilt machen, wenn beide Bewohner der Wohung einer Arbeit nachgehen (ich kann nicht in der Mittagspause nach Hause fahren). Ich denke, wenn tatsächlich so ein intensives Lüftungsverhalten notwendig wäre, um den Schimmel ganz zu verhindern, dann kann eigentlich mit dem Haus etwas nicht stimmen.


    Ich meine mich zu erinnern, dass der Vermieter gesagt hat, dass neue Fenster eingesetzt wurden, bevor wir eingezogen sind. Ganz sicher bin ich aber nicht, ich muss das erst noch verifizieren. Hier sind jetzt meine Fragen:


    - Kann es sein, dass die zu gut isolierten Fenster das Problem darstellen ("Fachwerkhäuser müssen atmen"-Argument?)


    - In der Wohnung des Vermieters oben drüber tritt das Problem offensichtlich nicht auf. Kann das darin liegen, dass diese Wohnung eben direkt unterm Dach ist? Oder daran, dass er oben einen offenen Kamin hat, der auch genutzt wird (und unsere Wohnung im Erdgeschoss hat das nicht)?


    - Kann es sein, dass "mehr lüften" zwar durchaus hilft, letztlich aber ein Herumdoktern an den Symptomen darstellt und nicht an der Krankheit?


    Mittlerweile tritt der Schimmel in leichter Form auch in Zimmerecken auf, vorausgesetzt die Ecke ist an einer Außenwand...


    Ich bitte um Rat...

    Im RBB ging es eben gerade in der Sendung "Klipp und Klar" auch kurz um das Stadtschloss (das eigentliche Thema der Sendung ist Friedrich der Große).


    Bascha Mika (taz) polemisierte mit Standardargumenten gegen das Schloss, Jörg Schönbohm argumentierte für das Schloss und auch für die Garnisonkirche.


    Originell (hüstel) der Einwurf des Journalisten Nikolaus Bernau: Friedrich der Große hätte den Palast der Republik stehen lassen...


    Vielleicht wird es ja wiederholt irgendwo, falls jemand Interesse hat...

    Ich erwähnte ja den dortigen Kommentarbereich...


    Das sagt der Leser:



    Quote

    Sie haben vollkommen Recht, auch das Wiedererstehen des Dresdner Neumarktes samt Frauenkirche hat nur zur Vermehrung von Klamottenketten und Parfümerien samt Goldvermehrung für Investoren geführt.


    Quote

    Das Städtebauproblem, das Berlin hat, ist der Nostalgismus. Es ist gleichzeitig auch das Architekturproblem der Stadt, denn Architektur wurde dem nostalgistischen Städtebau geopfert. [...] Berlin muss aufhören, seine Zukunft der Disneyfikation zu opfern. Kitsch ist das Letzte, was wir brauchen. Der hier vorgestellte Vorschlag ist leider nichts anderes - ein weiterer Vorschlag eines Delittanten.


    Quote

    Abgesehen davon, dass die künstliche Rückkehr zum Ante-WWII Zustand zum Scheitern verurteilt ist, wer gibt den Stadtplanern eigentlich das Recht das städtebauliche Erbe der DDR - und die Gegenstücke im Westen - einfach so wegzuwischen? Gerade das macht ja Berlin so interessant.


    Quote

    Grundsätzlich aber in die Zukunft schauen und nicht einen Retropark bauen. Leider ist die Berliner Architektenschaft in der Diskussion hierum seltsam leise. Das Feld wird fast ausschließlich reaktionären Kräften überlassen. Ich bitte um mehr Engagement.

    Falk Jaeger im Tagesspiegel:


    Ideen für den Rathausplatz: Gebt dem Berliner Zentrum ein Gesicht - Berlin - Tagesspiegel


    Ideen für den Rathausplatz: Wie urbanes Leben räumlich organisiert wird wurde verlernt - Berlin - Tagesspiegel


    Ideen für den Rathausplatz: Traditioneller Städtebau und moderne Architektur sind keine Feind - Berlin - Tagesspiegel


    Auszüge:


    Quote

    Es gilt, den Blick zu schärfen für die enormen Qualitäten dieser Stadt und diese zu bewahren, zu fördern und weiterzuentwickeln. Wer in Charlottenburg Hochhäuser fordert, der hat genau diesen Blick verloren. „Blinder Fortschrittsglaube“, der in den sechziger Jahren geprägte Begriff, ist hier angebracht. Man könnte es mit einem extremen Beispiel illustrieren: Warum ist es abwegig, in Venedig Hochhäuser zu bauen? Der Grund ist jedermann einsichtig.
    [...]
    Bei alldem geht es also nicht darum, auf Cöllner Boden wieder eine verloren gegangene Altstadt eins zu eins zu rekonstruieren. Es geht auch nicht um das historische Straßenraster, das auf diesem Gelände so gründlich getilgt wurde wie kaum sonst in der Kernstadt. Wo, wenn nicht auf diesem freien Feld in der Stadtmitte wäre es möglich das Experiment einer „neuen Altstadt“ zu wagen?


    Nutzt den dortigen Kommentarbereich, Freunde!

    Am vergangenen Wochenende im MRF-Blog und bei CDU-Politik.de veröffentlicht:






    Zum Weiterlesen findet man den Rest des Artikels hier:


    DIE MENSCHENRECHTSFUNDAMENTALISTEN - Deutsche Architekten: Bauen für die chinesische Diktatur und für die eigene Bedürfnisbefriedigung

    Siehe hier (Die Achse des Guten: Die Plastiktüte als Wohnform):

    Quote

    Wer durch das ländliche Deutschland fährt, fühlt sich nicht unbedingt am Puls der Zeit. Doch der Zeitgeist wird er erst richtig manifest, wenn er in der Eifel, dem Bergischen Land oder der Rhön angekommen ist. Die Dörfer in diesen Regionen geben Aufschluss über die architektonischen Irrungen, von denen unser Land heimgesucht wurde. [...]
    Problematischer sind die zeitgeistigen Bausünden. Mit Grausen erinnern wir uns an die Glasbausteine, die einst zur Sanierung von Fachwerkhäusern herangezogen wurden, auf das mehr Licht ins Innere gelange. Beinahe genauso flächendeckend verlief später die Verkleidung der Wetterseiten durch widerstandsfähige Eternit-Platten, die, da asbesthaltig, inzwischen als Sondermüll entsorgt werden müssen. Hat die Menschheit aus diesen Irrwegen etwas gelernt? Aber nicht doch: Inzwischen sind Deutsche Häuslebesitzer geradezu von einem Dämmrausch erfasst, keine noch so schöne Fassade ist vor der Verpackung in einen monströsen Schaumstoffmantel sicher. Fenster sehen nach der Operation Dämm-Storm aus wie Schießscharten. Wenn Häuser weglaufen könnten, wären sie längst alle im Ausland. [...]

    Ich habe erst vor kurzem vom Tod von Heidrun Christensen erfahren.


    Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll und möchte auch keine Floskeln wiedergeben. Ich denke, es ist auch so klar, dass mir das sehr nahegeht.


    Frau Christensen hat sich als Vorsitzende von "Pro Altstadt" so sehr engagiert. Und so habe ich sie im Moment auch vor Augen.

    Artikel aus der FNP... hier ein paar Auszüge:



    Vollständig hier:
    http://www.fnp.de/fnp/welt/kultur/original-oder-faelschung_rmn01.c.8064224.de.html\r
    http://www.fnp.de/fnp/welt/kultur/origi ... 24.de.html

    Mein Senf, nachdem ich diese Diskussion eine Weile mitverfolgt habe...


    - Diese Stadt war vor der Zerstörung etwas Einzigartiges, was sie nie mehr sein wird. Allerdings könnten Rekonstruktionen zumindest in bestimmten Teilen der Altstadt zu einer Annäherung an diesen Zustand führen.
    - Zweifellos sind in der Vergangenheit, was das Bauen innerhalb der Nürnberger Altstadt betrifft, viele, viele Fehler gemacht worden.
    - Man sollte dennoch das heutige Nürnberg nicht unterschätzen. Ich habe Bekannte aus England und Frankreich - gebildete, historisch interessierte Menschen, die bereits viele Altstädte in ihrem Heimatland und in Deutschland gesehen haben. Auf sie alle hat Nürnberg ausnahmslos einen positiven Eindruck gemacht. Fazit: Wer das "alte Nürnberg" nicht von Fotos kennt, erlebt mit dem heutigen Nürnberg durchaus eine attraktive und interessante Stadt.
    - Gleichwohl: Die Reko-Feindlichkeit der Lokalpolitiker und auch der Führung der Altstadtfreunde (die Basis des Vereins sieht es wohl eher anders?) ist genau das, was man vermeiden möchte: peinlich und provinziell. Hier muss alles getan werden, um ein Umdenken zu erreichen.
    - Von einem generellen Altstadtfreunde-Bashing halte ich nichts. Da sind viele Menschen drin, die in den vergangenen Jahrzehnten sehr viel geleistet haben für die Altstadt. Dass viele Chancen auf Rekonstruktionen tatentlos vertan wurden, steht wieder auf einem anderen Blatt.


    Ich oute mich an dieser Stelle als Nürnberg-Fan. Es ist natürlich keine "Hau-mich-wech-Stadt" wie Bamberg. Aber ich persönlich kann das heutige Nürnberg durchaus als gewinnende Stadt erleben. Dass diese Stadt aber gleichzeitig *meilenweit* weg ist von dem, was sie vor dem Krieg war, stellt hierzu keinen Widerspruch dar.


    Also: Für mich persönlich ist diese Stadt bei weitem nicht so schlecht, wie sie hier von einigen dargestellt wird. Es ließe sich aber auch noch, *realistisch* gesehen, viel verbessern.

    Und natürlich freut man sich auch beim "Kinder-Stürmer aus Kreuzberg" - in einem Artikel mit dem schönen Titel "Schlossfassade, Spenden, Ehrlichkeit".


    Auszug:


    Quote

    [...]
    Das Stadtschloss wird nur dann eine barocke Außenhülle erhalten, wenn genug Spenden fließen. Ansonsten wird der Entwurf des Architekten Franco Stella auch von außen so daherkommen, wie er im Inneren geplant ist: als moderner Zweckbau.


    Dass der Bund als Bauherr auf die vom Bundestag beschlossene Barockfassade notfalls verzichten will, ist ein gutes Zeichen - nicht nur für Feinde historisierenden Dekors. Bauminister Peter Ramsauer (CSU), der unlängst erklärte, auch auf eine Schlosskuppel verzichten zu können, scheint Pragmatismus näher zu liegen als Ideologie. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Wolfgang Tiefensee (SPD) scheint es Ramsauers Hauptanliegen zu sein, dass das Humboldt-Forum bis 2017 tatsächlich fertig wird - ob mit oder ohne schinkelsche Sandsteinornamente. [...]


    Höchste Zeit für Ehrlichkeit, wie sie auch Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD) fordert. Eine nackte, aber finanzierbare Beton- oder Ziegelfassade ohne historischen Schnickschnack wäre nicht der schlechteste Anfang.


    Quelle: http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&dig=2010%2F03%2F29%2Fa0024&cHash=5513fd5131\r
    http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/arti ... 5513fd5131

    Studenten beschädigen das Casino des IG-Farbenhauses:


    Quote

    Die Frankfurter Universität wirft den Besetzern des Casinos auf dem Westend-Campus vor, in dem historischen Gebäude erhebliche Schäden angerichtet zu haben. Seit Montag halten sich dort Studenten auf, um gegen die Folgen der Bologna-Reform und die „Kommerzialisierung“ von Bildung zu protestieren. Nach Angaben eines Universitätssprechers haben Unbekannte vermutlich in der Nacht zum Dienstag unter anderem die wertvollen Holzvertäfelungen im Festsaal mit Parolen besprüht sowie Geschirr und Nahrungsmittel aus der Cafeteria entwendet. Der Schaden sei größer als nach der Besetzung des House of Finance im November 2008 und belaufe sich wahrscheinlich auf einen „hohen fünfstelligen Betrag“; die Universität werde Strafanzeige erstatten.


    Quelle: http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2882ED5B3C15AC43E2/Doc~E3A116DAA275E491CAB05A7EED796B188~ATpl~Ecommon~Scontent.html\r
    http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2 ... ntent.html