Denkmalschutz-Konflikte in Österreich

  • Ich kenne die Mannerfabrik sehr gut. Immerhin bin ich in einem Nachbarbezirk von Hernals aufgewachsen und auch in der Nähe in die Schule gegangen. Man konnte (heute sicher auch noch) den Geruch von Kakao riechen, wenn im Sommer die Klassenfenster offen standen...


    Das Gebäude ist wirklich sehr schön und besitzt eine imposante Gründerzeitfassade. So, wie man es von alten Fabriken aus der Jahrhundertwende eben gewohnt ist. Überhaupt besteht die Umgebungsbebauung aus einem geschlossenen Gründerzeitviertel.


    Zwei Beispiele (ein negatives sowie ein positives), wie der österreichische Denkmalschutz mit der Wiener Bausubstanz umgeht:


    Ein absolutes Negativbeispiel ist die Rekonstruktion des im II. Weltkrieg zerstörten Palais auf der Albertina (Palais Albert von Sachsen-Teschen):


    http://www.professional-pr.inf…ine/PK1204/Albertina2.jpg


    http://www.hoffmann.caltech.ed…0Museum%20Wien%202005.jpg


    Man beachte bitte diese präpoteneten Bullaugen (aus Beton gegossen) im Sockelbereich des Rokokopalais. Vom Sprungbrett will ich erst gar nicht reden!


    Aber es gibt auch Positives zu berichten, wie beispielsweise die Generalsanierung des Palais Coburg, welches sich in Privatbesitz befindet und - nun wieder - ein rekonstruiertes Innenleben besitzt!:


    http://lindlbauer.at/coburg05.jpg


    http://www.hoteljournal.ch/art…ages/artikel4/coburg2.jpg


    Das Palais Coburg ist wirklich prächtig geworden. Ich kenne es von vor der Generalsanierung und eben nach selbiger.


    http://www.dsclub.at/_pix/treffen/coburg.jpg

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • :wueten: Wie kann man nur solch einen Blödsinn in diese wunderbare
    Umgebung bauen ?! Entschuldigung, aber dieses Dach muss ein Vollidiot
    dort hineingepflanzt haben. :übelkeit:

  • Stimmt! Dieser Vollidiot hat einen Namen - Hans Hollein. Dieser Greisenarchitekt setzt auf alle seine Gebaude eine solche Schanze, damit jedermann gleich erkennen kann, wer fuer diese Bausuenden verantwortlich ist. Der einzige, der ihm Auftraege erteilt ist die Oeffentliche Hand - Tiefroter Sumpf in Wien.


    Aber nur eine Frage der Zeit, bis dieser Dreck wieder verschwindet!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ich habe einen Zeitungsartikel mit vielen Bildern über den katastrophalen Denkmalschutz in Österreich sowie die demnächst geplanten Abrisse in Wien...wenn mir jemand verraten könnte, wie ich hie eine pdf. Datei hochladen kann, dann dürft ihr euch mit mir gemeinsam über "das Land mit dem meisten Abrissen historischer Bausubstanz in der EU" ärgern. Während Parais und Prag ihre Altstädte gut vor Abrissen schützen, sind "usnere" Politiker allzu geren Steigbügelhalter für den Verlust unseres Stadtbildes.


    Nebenbei: In der Wiener (noch UNESCO geschützten) Altstadt mit "momentan" 607 Altbauten innerhalb 3 Jahren 9 Altbauten abgerissen. Demnächst erfolgt der Abriss eines weiteren imposanten Altbaus am Bauernmarkt.... ach ja und es sind nicht nur Gründerzeitbauten, die da für ihmmer abhanden kommen.


    Nun bitte der Artikel (ich habe es abfotografiert und daher als jpg. eingestellt):









    Quelle: Zeitschrift NEWS


    Moderationshinweis (-Tobias-): Ich habe die drei Beiträge vom Strang "Wien - Stadtentwicklung und Baugeschehen" hier hin verschoben, da das behandelte Thema eher von österreich-übergreifender als wien-spezifischer Natur ist.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

    Edited once, last by Exilwiener ().

  • Ich habe den besagten Artikel soeben im Beitrag oberhalb eingefügt. Traurig, aber wahr,was bei uns abgeht. Während Leipzig von Jahr zu Jahr schöner wird, wird bei uns genau das Gegenteil erreicht...

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Exilwiener,


    Österreich bestätigt - ich verfolge es ab und zu auf 3Sat - immer wieder, dass es unter den EU Mitgliedern mehr oder weniger als Balkanstaat wahrgenommen wird. Dabei galt Österreich noch vor 10 Jahren als "das bessere Deutschland" - heute vermutlich mehr "eine etwas bessere DDR" ;-). Wie es auch sei, aber wenn man in dem verlinkten Artikel lesen muss, dass ein Bundeskanzler sich aktiv (!!!) für den Abriss einiger Altbauten im Zentrum einer Altstadt einsetzt und dann nach seiner Dienstzeit als Bundeskanzler (der offensichtlich bereits schon während seiner Amtszeit nicht mehr die Interessen seiner Bürger wahrnahm - Amtsmissbrauch?) zum Bauherrn für den er als Bundeskanzler intervenierte als Konsulent anheuerte, dann wird einem kotzübel! Aber auch der jetzige Bundeskanzler Faymann ist bekanntlich auch aus keinem besseren Holz geschnitzt...Inseratenskandal usw. . Armes Österreich, aber wenn die Österreicher diese verkommene (momentan sozialdemokratische - was auch immer das heißen soll - Mannschaft immer wieder wählt, dann scheinen sie an dieser Balkanoperette vielleicht auch Gefallen gefunden zu haben oder sind - auch das ist möglich - tatsächlich zu dumm um diese, ihre Tragödie zu überreissen.

  • Quote

    ... die Praxis des Denkmalschutzes heute in Österreich: Zu wenig Geld sei für den Schutz erhaltenswerter Objekte vorhanden, zu viel werde daher abgerissen. Auch werde bei Zubauten auf historische Gegebenheiten kaum Rücksicht genommen, beklagt Martin F. Und die Politik mische sich oft in Vorhaben ein...

    Quote

    Geht es nach den vorliegenden Entwürfen, soll 2021 ein Kubus aus Glas und Stahl das Pausenfoyer des Konzerthauses mit dem Studientrakt verbinden. "Das Siegerprojekt überzeugt mit einem Konzept, das den Raum zwischen den Bestandsgebäuden für Licht und Durchblicke öffnet und die historischen Fassaden atmosphärisch in das neue Ambiente einbezieht", freut sich Juryvorsitzende Marie Therese Harnoncourt-Fuchs. Ein Zwischentrakt aus der Entstehungszeit des Gebäudes, der auch unter Denkmalschutz steht, soll dafür weichen.


    Quelle: https://derstandard.at/2000095…nTR4r10ziRrUi0HBKU-9j6tIo

  • Quote from standard

    [...]
    Denkmalschützer Martin F. kritisiert zudem eine Zweiklassengesellschaft: Während sich kleinere Eigentümer mit dem Denkmalschutz herumschlagen müssten – etwa wenn sie ein Fenster originalgetreu nachbilden müssen -, könnten einflussreiche Eigentümer, die einen guten Draht zur Politik und zum Denkmalschutz haben, es sich "richten"
    [...]

    hüben wie drüben nix neues unter der Sonne...

  • Jap, und das ist auch demokratieschädigend und geeignet, genannte "kleinere Eigentümer" politisch zu extremisieren. Und in den Medien wundert man sich dann wieso europaweit bestimmte Töne hoffähig werden.

  • :lachentuerkis::lachentuerkis::lachentuerkis:


    Das hat mit Sicherheit nichts mit dem Denkmalschutz und dem geforderten Einbau von Holzfenstern beim Eigenheim zu tun...


    :lachentuerkis: