Sonstige Frankfurter Meldungen

  • Archäologischer Fund im Untergrund:


    Wo die Stadt Frankfurt einst ihre Feinde abwehrte


    Bild



    Unglaublich, wie gut erhalten dieses Gewölbe ist! Den fettgedruckten Teil möge man besonders in Dresden zur Kenntnis nehmen...

  • Der Domturm ist nun zum ersten Mal seit vielen Jahren (die kurze Pause während der WM 2006 ausgenommen) wieder ohne Gerüstplane zu sehen. Dieser Anblick bot sich mir letzten Donnerstag:



    (Klicken zum Vergrößern)


    Hoffen wir, dass sich dieser Anblick bald nicht mehr bietet, und der Turm wieder vom Römerberg aus bis fast halber Höhe mit hohen, rekonstruierten Bürgerhäusern am Alten Markt zugestellt ist! Der Große und Kleine Engel (im Vordergrund) zeigt knapp 30 Jahre nach seiner Rekonstruktion bereits die ersten Setzungen, meiner Beobachtung nach wie sein Vorgänger sogar Richtung Alter Markt hin. Übrigens: wer auch Fotografieren möchte, sollte sich beeilen, denn demnächst wird das Schiff eingerüstet, das ist als nächstes dran...

  • In Frankfurt-Niederrad, ansonsten eher, vor allem durch die Auswüchse der "Bürostadt Niederrad" bekannt als einer der hässlichsten Stadtteile, hat sich abseits des Bettenhochbaus der hier befindlichen Universitätsklinik bisher erstaunlich unbeschadet zumindest zu den Straßen hin ein Architekturensemble erhalten, das sicher noch auf die Stiftungszeit im Jahre 1914 bzw. die frühen 1920er Jahre zurückgeht:


    http://www.bing.com/maps/default.aspx?v=2&FORM=LMLTCP&cp=sbgfc0hqnv23&style=b&lvl=2&tilt=-90&dir=0&alt=-1000&phx=0&phy=0&phscl=1&scene=29591307&encType=1\r
    http://www.bing.com/maps/default.aspx?v ... &encType=1


    Nun wird das Gelände nach einem Architektenwettbewerb mit einem Audimax sowie einem Lehr- und Prüfungszentrum "bereichert", das mal wieder ganz auf Höhe der heutigen baden-württembergischen Städtebau(verschandelungs-)kunst steht.


    Bilder konnte ich keine auftreiben, daher verweise ich ausnahmsweise mal aufs DAF:


    http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=239544&postcount=682\r
    www.deutsches-architektur-forum. ... tcount=682


    Sicher nichts, worüber man sich wirklich aufregen sollte, aber ich finde es dennoch erstaunlich, in was für noch gelinde ausgedrückt menschenfeindliche Ungetüme man heutzutage als Student gesteckt werden soll.

  • Naja, die dort lernenden Mediziner wird man auch trotz Sichtbetons während des Studiums nicht davon abhalten, später dann bevorzugt in Westend-Villengebieten zu wohnen. :lachen:

  • Wenn ich das richtig sehe, steht der Hörsaalbau vor dem Bettenhaus, an der Seite zum Main hin. Dort ist nun wirklich nichts mehr an Ensemblewirkung kaputt zu machen :lachen:


    Mich wundert aber die unglaubliche Ignoranz der Architekten, die offensichtlich noch nicht realisiert haben, wie Sichtbetonfassaden nach 30 Jahren aussehen. Oder ist der authentische Atlantikwall-Look in der heute etwas ästhetischer orientierten Zeit wieder nötig geworden, um die ausreichende Menge Kontrast zu erzeugen? Oder gar ein neohistoristischer Rückgriff auf deutsche Bildungsbauten der letzten 40 Jahre? Paradoxerweise wird grade das Bettenhaus modernisiert, um dessen Waschbetonfassade loszuwerden...

    Was sagt sie uns für Unsinn vor?
    Es wird mir gleich der Kopf zerbrechen.
    Mich dünkt, ich hör’ ein ganzes Chor
    Von hundert tausend Narren sprechen.

    Goethe, Faust I

  • Quote from "PJG"

    Mich wundert aber die unglaubliche Ignoranz der Architekten...


    Mich nicht mehr.

  • Solange sich moderne Architektur an den Randgebieten der Städte austoben kann bin ich relativ schmerzfrei. Jeder braucht so seine Biotope, auch die Liebhaber von Minimal-Architektur wie man moderne Architektur auch nennen könnte.
    Ich muß sogar gestehen, dass wenn moderne Architektur als Ensemble zu bestaunen ist wie zum Beispiel die Bürostadt oder der Campus Riedstadt sehe ich mir das ganz gerne an. Zwar verzaubert moderne Architektur nicht, im Gegensatz zur Gründerzeit-, oder Jugendstil-Architektur, aber die kubische Monumentalität erzeugt ebenfalls eine Wirkung auf das Gemüt.


    Es wäre zwar schön, wenn man solch günstig gelegene Grundstücke ansprechend bebauen würde. Das Mainufer bietet sich gerade dazu an, mit schöner Architektur ausgestattet zu werden, aber gegen Ignoranz kämpfen selbst die Götter vergebens.... :augenrollen: Aber, wie schon gesagt sollen auch die welche einen abseitigen Geschmack haben ihr Refugium haben und an der Stelle stört es die Mehrheit der Menschen weniger als zum Beispiel am Museumsufer oder in der Altstadt.

    Denn ich, bin ein Mensch und habe als solcher in jedem Menschen, der vor mir war, gelebt und werde in einem jeden, der nach mir kommt, leben...
    (Mika Waltari /Sinuhe der Ägypter)

  • Nein, sehe ich anders. Refugien haben die lange Jahrzehnte genug gehabt. Keine Landschaftsverschandelung mehr, keinen Quadratmeter mehr würde ich freiwillig herausgeben. Jeder Fleck Erde ist wertvoll, und da ist mir eher egal, ob das alles am Mainufer oder am Riedberg oder in Niederrad stattfindet.

  • Ganz recht, Heimdall - zumal sich die Cliquen vorliegend hier und auch sonst dabei öffentliche Gelder und dazu noch häufig gegen den Mehrheitswillen der steuerzahlenden Menschen zuschanzen.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Quote from "Stephan"

    Derzeit wird das Museum für angewandte Kunst, eines von nur drei erhaltenen klassizistischen Bauwerken, restauriert. Dazu ein Artikel aus der F.A.Z.:



    http://www.faz.net/s/RubFBF93A39DCA8403FB78B7625AD0646C5/Doc~E090FF70DB72D4E359393389591400862~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell\r
    http://www.faz.net/s/RubFBF93A39DCA8403 ... ss_aktuell


    In der Villa Metzler ist wieder Leben eingekehrt. Die aufwendig renovierten Räumlichkeiten können für Veranstaltungen gemietet werden und stehen Besuchern bei Veranstaltungen offen - absolut sehenswert was dort für epochale Innenräume rekonstruiert wurden. Damit findet nach Jahrzehnten das Kapitel "Villa Metzler" doch noch ein Happy End. Die klassizistische Villa sollte 1960 abgerissen werden und konnte nur durch eine Bürgerinitiative gerettet werden. Danach war die Villa über Jahrzehnte in einem verwahrlosten Zustand und konnte nur durch Initiative z.B. des Kunstgewerbevereins rekonstruiert werden.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Villa_Metzler\r
    de.wikipedia.org/wiki/Villa_Metzler
    http://www.kgv-frankfurt.de/portal/alias__kgv/lang__de-DE/tabid__5307/default.aspx\r
    http://www.kgv-frankfurt.de/portal/alia ... fault.aspx

    MODERNExit

  • Studenten beschädigen das Casino des IG-Farbenhauses:


    Quote

    Die Frankfurter Universität wirft den Besetzern des Casinos auf dem Westend-Campus vor, in dem historischen Gebäude erhebliche Schäden angerichtet zu haben. Seit Montag halten sich dort Studenten auf, um gegen die Folgen der Bologna-Reform und die „Kommerzialisierung“ von Bildung zu protestieren. Nach Angaben eines Universitätssprechers haben Unbekannte vermutlich in der Nacht zum Dienstag unter anderem die wertvollen Holzvertäfelungen im Festsaal mit Parolen besprüht sowie Geschirr und Nahrungsmittel aus der Cafeteria entwendet. Der Schaden sei größer als nach der Besetzung des House of Finance im November 2008 und belaufe sich wahrscheinlich auf einen „hohen fünfstelligen Betrag“; die Universität werde Strafanzeige erstatten.


    Quelle: http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2882ED5B3C15AC43E2/Doc~E3A116DAA275E491CAB05A7EED796B188~ATpl~Ecommon~Scontent.html\r
    http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2 ... ntent.html

  • Die Sache ist inzwischen schon gelaufen, der Sachschaden beläuft sich laut Gutachter auf rund 200.000 Euro plus 50.000 Euro Schaden und Verdienstausfall für das die Mensa betreibende Studentenwerk. Ebendieses will den AStA auf Schadenersatz verklagen, hoffentlich mit Erfolg. Ich bin selbst Student in Frankfurt, und was sich dieses Gremium bisher erlaubt hat, spottet jeder Beschreibung.

    Was sagt sie uns für Unsinn vor?
    Es wird mir gleich der Kopf zerbrechen.
    Mich dünkt, ich hör’ ein ganzes Chor
    Von hundert tausend Narren sprechen.

    Goethe, Faust I

  • Hier ist die Liste: http://www.muk.uni-frankfurt.de/news/hp/269/index.html


    Die Distanzierung ist allerdings nur gegenüber der entstandenen Vandalismusschäden erfolgt, was ich in dieser Form teile. Protest gegen die missratenen Reformen der letzten Jahre ist gut und wichtig, aber nicht auf diese Art. In Marburg beispielsweise wurde ein besetztes Gebäude freiwillig geräumt, nachdem die Unileitung mit Räumung gedroht hatte. Man hat sogar vorher noch aufgeräumt und saubergemacht...

    Was sagt sie uns für Unsinn vor?
    Es wird mir gleich der Kopf zerbrechen.
    Mich dünkt, ich hör’ ein ganzes Chor
    Von hundert tausend Narren sprechen.

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  • Das Beschmieren der Wände hat doch nicht ersthaft etwas mit dem Protest gegen das Bachelor-Studium zu tun. Man muß doch sehen, daß das garantiert Leute aus dem Bereich der extremen Linken sind, faktisch "Autonome", die sich seit Jahrzehnten stets an alle möglichen Proteste hängen, um diese dann zu radikalisieren oder in ihrem Windschatten Chaos und Unfrieden zu stiften. Oder faktisch nur die eigene Asozialität auszuleben.
    Das selbe trifft auf diejenigen zu, die unlängst in Frankfurt Brandanschläge auf zwei Bankfilialen verübten und dies dann als "Bewegung Morgenlicht" damit begründeten, daß es ein Protest gegen die Pleite der Lehman-Zertifikate sei. Da lachen ja die Hühner. Diese Typen haben noch nie ein Zertifikat in der Hand gehabt, geschweige verloren.
    Oder diejenigen, die soeben in Hamburg eine Polizeiwache angriffen und dies als Solidarität mit Randalierern in Athen verkaufen wollen. Als hätte Hamburg etwas mit Athen zu tun, außer dem Ouzo im Supermarktregal.
    Nein, "Autonome" machen sich einen Spaß daraus, sich an Protest anzuhängen, sich als Träger desselben auszugeben und dann immer wieder ihr asoziales Süppchen zu kochen. Und sie amüsieren sich über die Naivlinge, die ihnen auch nur ein Wort glauben.
    Bleibt zu hoffen, daß der Staat, auch angesichts der derzeitigen Welle an Auto-Brandstiftungen in Berlin und Hamburg, mal etwas aktiver wird und einige der Frankfurter Strolche zur Verantwortung zieht.

  • Naja, die Autonomen sind eigentlich arme Würstchen, die wohl im inneren wissen, dass sie es in unserer Gesellschaft zu nichts bringen werden. Sie sehen sich aber nicht selbst in der Verantwortung, bzw sehen ihr scheitern nicht als eigene Schuld /Unfähigkeit /Faulheit, sondern als Heimtücke der Gesellschaft. Bei einer Protestbewegung jedoch meinen sie willkommen zu sein und gebraucht zu werden und Macht auszuüben. Solche Typen hat es schon immer gegeben und in einer Diktatur sind das oft die welche als Schlägertrupps gegen Demonstranten, Floterknechte gegen Disidenten und Gefängniswärter eingesetzt werden.
    Deshalb habe ich auch überhaupt kein Verständnis wieso man die Typen mit Samthandschuhen anfasst. Gerade bei Demos wären denen doch einfach beizukommen.

    Denn ich, bin ein Mensch und habe als solcher in jedem Menschen, der vor mir war, gelebt und werde in einem jeden, der nach mir kommt, leben...
    (Mika Waltari /Sinuhe der Ägypter)

  • "So war das alte Frankfurt" - Bilder einer verschwundenen Stadt


    Habe es zufällig in der Fernsehzeitung entdeckt:
    Heute abend sendet der Hessische Rundfunk von 22.45 Uhr bis 23.30 Uhr eine Dokumentation über das alte Frankfurt. Es sind sicherlich reichlich schöne Aufnahmen von historischen Gebäuden dabei.


    Viel Spaß! :)

  • Wer denkt im Jahre 2010 ist in Frankfurt/M. Vernunft eingekehrt, der sollte sich den jüngsten Bericht des Denkmalamtes anschauen. Aus der Bilanz des letzten Jahres: In der Eckenheimer Landstraße 60 wurden, bis auf einem Raum, historische wertvolle Räume der Neorenaissance zerstört. Die Häuser in der Schellingstraße 12 und in der Mauritiusstraße 20-28 wurden "saniert" und dabei der Hausschmuck der Fassade abgeschlagen. Das sind Fälle die das Denkmalamt dokumentiert hat. Vieles weitere wurde abseits der Öffentlichkeit zerstört. Und das nicht im Abrisswahn der sechziger und siebziger Jahre, sondern 2010...

    MODERNExit

  • Ja, vor allem die "Energiesanierungen" (ein ekelhafter Euphemismus à la Euthanasie) schlagen unglaublich viel kaputt. Alleine hier in Höchst kann ich über ein Dutzend Beispiele nennen, wo im letzten Jahr massenhaft Innenausstattungen, Türen, Fenster und Balkons herausgerissen und auf den Müll geschmissen worden sind (größtenteils gründerzeitlich, viel aber auch aus den 1920er und 1930er Jahren). Die Häuser sind danach nicht wiederzuerkennen und meist auch noch in grellen Farben angestrichen. Und das ist wie gesagt nur ein Frankfurter Stadtteil, den ich halbwegs überschauen kann, es gibt noch knapp drei dutzend andere. Wenn ich wüsste, wie man billig eine Lagerhalle mieten kann, würde ich das Zeug (v.a. Balkonbrüstungen und Türen) wenigstens vom Sperrmüll retten, wozu sich öfter die Gelegenheit ergibt, aber das scheitert schon an der Logistik. Es bleibt nicht viel mehr, als das ganze fotografisch festzuhalten und den Kopf zu schütteln.