• HelgeK
    Man muss ja auch nicht denken dass jede Deutsche kriegzerstorte Stadt so schon war wie Gorlitz oder Bautzen heute ist. Die Untermarkt hat schon was einzigartiges uber sich. Nicht jede Kriegszerstorte Deutsche Stadt war ein Wunder (auch wenn es so vorkommt wenn man die heutige Situation ansiehst).

  • http://www.ebay.de/itm/102760-AK-…cvip=true&rt=nc

    Temporär noch die Chance, diese schöne und offensichtlich höchst wertvolle alte AK zu bestaunen. Ich nehme an, dass die Fleischerstraße wie in G. üblich ihr historisches Antlitz bewahrt hat?

    Naja, im Hintergrund schon. Aber die vorderen vier Häuser links (bis zum Giebelhaus) sind leider kriegszerstört (bis heute unbebaute Brache) und rechts steht jetzt ein Gründerzeithaus. Also auch in Görlitz hat die Zeit das Antlitz verändert.

  • Elsner83: Nu is ja och bald Weihnachten, norr? Ich gebe zu, ich bin schon ä bissl hibbelig, was sich 2015 in Görlitz getan hat sanierungsmäßig. Vielleicht ginge sich ein weihnachtlicher Spaziergang aus mit bebildertem Weihnachtsgeschenk für's APH? :biggrin:

    stickpoke:) :foto: :harfe:

    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

  • Werde ich hier grad mit einem Stock gepiekst? :wink:

    Na mal schauen. Ich bin zu Weihnachten vier Tage in Görlitz. Mal sehen was ich dann schaffe, bei dem zeitigen Sonnenuntergang und weihnachtlichen Verpflichtungen. Aber eigentlich habe ich noch Fotos vom September (Tag des offenen Denkmals), aber es wird z.Z. nicht sehr viel saniert in der Stadt, eher neu gebaut, auch in Baulücken in der Altstadt, inkl. einem Wiederaufbau. Vielleicht schaffe ich es noch vor Weihnachten, Bilder davo zu zeigen.

    Ansonsten hier noch der heutigen Anblick der Fleischerstraße: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/comm…leischerstr.JPG

    Der Aufnahmestandort ist etwas weiter vorn als auf der Postkarte, aber man sieht noch angeschnitten links die Baulücke und rechts den Rücksprung der Gründerzeilter (hier ein Foto der angesprochenen Häuser: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:G%C3…%9Fe_3,_001.jpg).

  • Das (i.e. Elsners Ausführungen) würde allerdings den exorbitant hohen Versteigerungspreis erklären. Innerstädtische Gassen, die sich nicht oder kaum verändert haben, kriegt man ungleich billiger. Wahrscheinlich wird eien Ansicht dieser ziemlich schlichten Häuser entsprechend selten sein.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • So, nun gibt es doch schon ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk einen Tag vorher. Hier nun ein Update von Görlitz bis letzten September. Wie gesagt, ich werde versuchen mich auf den neuesten Stand über die Feiertage zu bringen.

    In der Apothekergasse in der Altstadt wurde ein Haus wirklich vorbildlich vom ehemaligen Zgorcelecer Stadtarchitekten saniert, der das Haus nun auch bewohnt. Das Haus war sogar in Tarantinos Inglourious Basterds zu sehen (viele Gebäude werden nun saniert und Orte für historische Filme zu finden wird immer schwieriger. Hier der Teil der vollständig in Görlitz gedreht wurde Video).

    Hier ein Screenshot davon:


    In der Bogstraße wurde nun auch das letzte unsanierte Haus der Straße fertiggestellt.


    Auch in der Breite Straße gibt es eine Sanierung (leider ist dies noch längst nicht das letzte unsanierte Haus in der Straße).


    In der Blumenstraße wurde eine Villa saniert (hatte ich hier bereits vorgestellt). Nun wurde auch die Treppe von 1936 und die Außenanlage fertig gestellt.


    Ebenfalls in der Blumenstraße wurde ein Wintergarten nun massiv ausgebaut und das sogar in historisierender Form.


    In der Rauschwalder Straße gab es auch eine Sanierung.


    In der Emmerichstraße wurde eine Investruine nun endlich fertig gestellt. Leider ist bei dieser für Görlitz seltenen Styropor Sanierung auch der letzte Rest an Stuck verschwunden.


    In Gegensatz dazu ist die 1920er Jahre Bebauung am Hirschwinkel, die seit Jahren von der Wohnungsbaugesellschaft auch mittels Styropor saniert wird (die anderen Häuser der Straße habe ich schon vorgestellt). Dort wurde trotz Dämmung der Stuck und selbst das Hirsch-Bild (daher der Name Hirschwinkel) wiederhergestellt. Dass das Bild wieder da ist, war allerdings auch knapp, weil auch da ein Balkon hinkommen sollte.


    Die Teilrekonstruktion der Jakobuskirche wurde nun auch fertig gestellt (hatte ich auch schon mehrmals gezeigt). Hier nochmal der Turm, weil es so schön ist.


    Auch das Haus Ecke Untermarkt/Weberstraße hatte ich auch schon gezeigt. Nun ist aber auch das Erdgeschoß fertig und ein Hotel eingezogen. Man beachte die Fenster im Obergeschoß die rekonstruiert wurden.


    Nun zu einer Teilrekonstruktion: Am Nikolaigraben (Grenze der Altstadt) wird ein Haus wiederaufgebaut, welches in den 90ern bei einer Sicherung seiner obere Hälfte verloren hat. Ich dachte schon, der Rest wird irgendwann auch abgerissen. Nun wird das Haus (das durchaus noch auf zwei Etagen vollständig ist, also nicht nur aus Fassade besteht, siehe Foto der Rückseite) mit seinem Nachbarn saniert.


    Und noch einer der seltenen Neubauten in Görlitz (übrigens wurde in der Altstadt seit 1989 weder ein Haus abgerissen noch neugebaut, ungewöhnlich wenn man an die Altstädte der Umgebung denkt, wie Bautzen oder Zittau). Hier handelt es sich um eine Lücke am Steinweg in der Nikolaivorstadt, die seit den 1980ern besteht und mit Garagen gefüllt war. Nun entsteht ein angepasster Neubau mit Garage im Erdgeschoß und gemeinsamen Aufzug. Zwar recht modern, aber immerhin wird der Charakter der Straße (Giebelhäuser) aufgegriffen, welcher bei der ursprünglichen Bebauung nicht bestand. Für Görlitz bin ich über jeden Lückenschluss froh, weil (wie oben erwähnt) z.B. in der Altstadt alle zu DDR-Zeiten entstandenen Lücken seit mindestens 26 Jahren bestehen und sich daran in naher Zukunft auch nichts ändern wird.


    (historische Aufnahme, Quelle: Sächsische Zeitung)


    So, ich hoffe das war eine schöne vorzeitige Bescherung. Frohe Weihnachten! :smile:

  • Ja, is denn heut scho´ Weihnachten?
    Haus um Haus entschlüpft das alte und neue Görlitz aus seinem Kokon, und heraus kommt ein Schmetterling, der so schön ist, daß man einfach sprachlos ist.
    Stellvertretend dafür sei das Haus in der Apothekergasse genannt, das vor fünf Jahren noch ein wenig anders ausgesehen hat. Ja, ist es denn zu fassen?
    Herzlichen Dank für die Bilder. :blumen: Mir ist es im Moment (morgens um 10) gerade nach einem Glas Sekt.

  • Die Stadt gefällt mir sehr gut, unglaubliche Dichte an gepflegten Bauten von der Endphase der Spätgotik bis zur Geburtsphase des Jugendstils. Ich kenn sie schon sehr lange, weit bevor sie durch die Hollywood-Filme die dort gedreht werden in die breite Öffentlichkeit kam. Das liegt daran, daß der Geburtsort meines Vaters (wo er noch seine Kinderjahre verbrachte) etwa 20 km östlich von Görlitz liegt. Deswegen beschätigte ich mich reghaft mit der östlichen Oberlausitz und deren Umfeld.
    Am beeindrucktesten sind für mich das gesamte Untermarkt-Ensemble, die Peter-u. Paulskirche und der Schönhof.

  • Nun kann ich inzwischen das dritte Video über Restaurierungen bzw. Rekonstruktionen von Görlitzer Gebäuden anbieten.

    "Görlitz 2015 - gestern und heute - Restaurierungen und Rekonstruktionen, Teil 3"

    Wer Interesse an meinen anderen Videos hat, kann mal hier nachsehen:

    https://www.youtube.com/user/MrPotsdamfan/videos

  • Immer wieder ansehenswert

    External Content www.youtube.com
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  • Teil 3.2: Ursus' Wunsch - südliche Altstadt (Krischelstraße & Weberstraße)

    Und weiter gehts...


    Die Krischelstraße ist nach einem Brand im 18.Jahrhundert überweigend klassizistisch geprägt. Hier zum Beispiel die Fassade Krischelstraße 2.

    Krischelstraße 3 und 4. Rechts Haus Nr.5 Krischelstraße Ecke Weberstraße.

    Hier komplett...

    und gegenüber Krischelstraße 7

    Krischelstraße 9

    10, 11 und 12

    13 und 14

    Blick in Richtung Fischmarkt. Hinten die Grundschule Innenstadt (Fischmarktschule)

    Nun zur Weberstraße. Haus Weberstraße 11, Ecke Jacob-Böhme-Straße. Außen fertig, innen wird noch gewerkelt.

    Weberstraße 10

    Weberstraße 9

    Blick auf Höhe Krischelstraße Richtung Untermarkt.

    Weberstraße 15

    Weberstraße 16 und 17

    Ein Blick zurück Richtung Elisabethplatz

    Nochmal das Haus Handwerk Ecke Weberstraße von der Weberstraße aus

    Richtung Untermarkt. Das Barockhaus (Neißestraße 30) und Weberstraße 2

    Und nochmal direkt mit Blick auf den Braunen Hirsch am Untermarkt.

    Das wärs. Ich hoffe, dass das genug Bildmaterial ist. :)

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

    Edited 4 times, last by Fusajiro (March 16, 2019 at 3:46 PM).

  • Quote from Fusajiro

    Handwerk 22, das wohl auffälligste Haus der Straße. Im 1.OG über den mittleren 2 Fenster sind zwei Wappen zu sehen Bei dem linken wird es sich um das Stadtwappen von Bautzen handeln, das rechte scheint das Wappen des Deutschen Bundes zu sein. Detail hier.

    Da wir uns in Görlitz befinden, dürfte hier eher das identische Wappen der Oberlausitz gemeint sein. In Anbetracht des Baujahres handelt es sich wohl auch eher um das Reichswappen, seinerzeit auch doppelköpfig geführt. Die Wappen könnten aber auch später angebracht worden sein, das weiß ich nicht.

  • Da wir uns in Görlitz befinden, dürfte hier eher das identische Wappen der Oberlausitz gemeint sein. In Anbetracht des Baujahres handelt es sich wohl auch eher um das Reichswappen, seinerzeit auch doppelköpfig geführt. Die Wappen könnten aber auch später angebracht worden sein, das weiß ich nicht.

    Die Oberlausitz hat ein Wappen!? Das wusste ich noch garnicht. :schockiert: Dann wird es wohl eher das der Oberlausitz sein (macht auch eher Sinn). Beim rechten Wappen dachte ich an den Deutscher Bund oder ebend an das des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation.

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

  • Superbilder, schaut echt gut aus! Hier ist wirklich der "Flair des Ostens" noch zu spüren. Abgesehen davon, dass es im Osten kaum noch solche Städte gibt!

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • stell dir vor: ja. Sogar in Görlitz, und zwar mehrfach.
    Allerdings ist das nicht ganz das, was ich meinte. Nicht nur, davon ganz abgesehen, dass das Land, aus dem ich komme, weit östlicher liegt. Ganz zu schweigen von gewissen Galerien, die ich schon erstellt habe. Allein aus diesem Gesichtspunkt ist zu konstatieren, dass schon etwas klügere Fragen gestellt worden sind.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • ´Ne kurze Frage: Was ist das "Flair des Ostens", bezogen auf Görlitz?
    Übrigens kann ich mit dem zweiten Teil Deiner Aussage gar nichts anfangen. Warst Du mal im Osten (Deutschlands)?

    Da Görlitz teilweise sehr stark an den verloren gegangenen Städten des alten Schlesiens erinnert?