Quartier VI - Patrizia Immobilien AG (im Bau)

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    • @DarkVision
      Zuerst einmal vielen Dank für Deinen interessanten Fund!
      Stört es Dich denn aber überhaupt nicht, daß die Gebäude über der semperschen Ladenfront um 1 Geschoß höher werden sollen, bzw. eine zusätzliche Etage unter die alte Traufhöhe gequetscht werden soll? Meiner Meinung nach sollte in dem Fall dann aber keinesfalls die Fassadengestaltung des Originals übernommen werden. Wenn rekonstruieren, dann richtig!
    • Also mich persönlich würde das zusätzliche Geschoß nicht wirklich stören, zumal es mir auch erst jetzt auffiel. Wenn man bedenkt, dass uns das SPA davor noch bis vor ein paar Jahren einen maßstabslosen Klotz vor die Frauenkirche hinsetzen wollte, dann haut mich dieses zusätzliche Geschoß überhaupt nicht um. Warum auch nicht stilgerecht den Bau erweitern? Das hat man bei vielen historischen Gebäuden bereits gemacht (Hofburg Wien oder Palais Starhemberg et cetera). Architektur ist nun einmal keine Naturwissenschaft und erlaubt ist, was gefällt und leider allzuoft genau das Gegenteil.

      Wenn mich etwas vielleicht dort stört, dann dass das Haus neben dem Regimentshaus rechts "altmodern" auszusehen scheint und sich nicht wirklich an dem schlichten Putzbau des Vorgängers orientiert. Wie auch immer, spannend wird es beim Eckgebäude von Herrn Blobel. Soviel ich zuletzt gehört habe, dürfte dort etwas ziemlich Ausgefallenes kommen!
      "Man kann einen gesellschaftlichen Diskurs darüber haben, was Meinungsfreiheit darf. Oder man hat Meinungsfreiheit."
    • Allein diese Aussage macht einem schon Angst!!

      Exilwiener schrieb:

      Wenn mich etwas vielleicht dort stört, dann dass das Haus neben dem Regimentshaus rechts "altmodern" auszusehen scheint und sich nicht wirklich an dem schlichten Putzbau des Vorgängers orientiert. Wie auch immer, spannend wird es beim Eckgebäude von Herrn Blobel. Soviel ich zuletzt gehört habe, dürfte dort etwas ziemlich Ausgefallenes kommen!
    • Von "stören" möchte ich nicht sprechen, Arwed, bemerkt habe ich es aber. Den Präzendenzfall haben wir allerdings schon beim Haus "Zur Glocke" im Quartier II. Dort stört mich die Aufstockung im Gegensatz zu manch Anderen auch nicht weiter. Im Gegenteil, ich fand den "historisch korrekten" starken Sprung der Traufe störender.
      "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

      "Why not reinventing something from the past, something combining, nature and art." Lebanon Hanover - Fall Industrial Wall
    • Soweit sieht der Entwurf gut aus und irgendwie finde ich die historische Vorraussetzung und die "Neugestaltung" ganz stimmig - der Neubau neben dem Regimentshaus ist mir allerdings etwas zu schlicht und grau und das übliche Allerleifüllsel. Was mir besonders aber auffällt, ist der Dachreiter auf dem Regimentshaus. Ich hab bisher weder Visualisierungen, noch Fotos gesehen, die diesen zeigen. Ich find es ansprechend (Dachreiter sollten wieder Einzug in die Architektur finden - genau wie Dächer ;-), aber ist das richtig so? Ist das "original"? Die farbliche Gestaltung jedenfalls finde ich ansprechend.
      Und zu Blobels Plänen: ich hoffe er orientiert sich dann auch an dem zusätzlichen Geschoß und strebt eine Wiederherstellung des Bazar an. Ansonsten halte ich es wie janpmw: Mir macht die zitierte Aussage an sich schon angst. O.O
    • Erstaunlicherweise ist in der Visualisierung nicht die vom SPA vorgesehene "Begrünung" (welche die gesamte Vorderfront hätte verschwinden lassen) abgebildet, sondern die "gemäßigtere" Variante, welche die GHND vorgeschlagen hatte. Diese würde ich natürlich auch bevorzugen, aber warten wir's ab... :)

      Ob das Belvedere auf dem Dach des Regimentshauses wirklich jemals zur Ausführung kam, ist nicht belegt, in den historischen Entwurfszeichungen taucht es aber sehr wohl auf. Ich fände, es wäre eine schöne Bereicherung (ähnlich dem Romanushaus in Leipzig).
    • Zwar bin ich nicht der Meinung, dass auf die Fassadengestaltung des Originals verzichtet werden soll, aber ich kann "Arweds" Einwand nachvollziehen, dass die Aufstockung des Gebäudes nicht historisch korrekt ist, somit wirklich problematisch. Hier steht offenbar Rendite vor Authentizität.
      Was aber hat die Äußerung zu bedeuten, es komme etwas "ziemlich Ausgefallenes" als Eckgebäude. Heißt das, dass das "Au petit Bazar" nicht rekonstruiert wird? Das wäre sehr bedauerlich, da das Gebäude doch einen interessanten Akzent am Neumarkt setzen würde. Nun, wir werden wohl bald etwas zur aktuellen Situation der Planung hören, denke ich.
    • Die GHND hat auf ihrer Website eine Pressemitteilung im Zusammenhang mit der Visualisierung von "viarealis" eingestellt, mit der auf die zu sehende Aufstockung Bezug genommen wird. Wir werden wohl in den nächsten Tagen darüber noch häufiger sprechen.
      In diesem Zusammenhang gehen mir folgende Aspekte durch den Kopf:
      - Das Bild, das im Q VI so deutlich vor Augen steht, wurde durch die Symetrie der Gebäude erreicht und bestand auch überwiegend nach dem Neubau des "Bazar" weiter. Über jegliches Aussehen vom zu errichtenden Gebäude auf der Parzelle des "Bazar" zu spekulieren, ist allerdings noch etwas verfrüht.
      - Steht die Visualisierung und damit auch die Aufstockung im Zusammenhang mit noch nicht bekannten Plänen für den "Bazar", oder hat die Aufstockung hauptsächlich Renditegründe?
      - Besteht u.U. die Möglichkeit, daß mit der Aufstockung und damit mit dem veränderten Erscheinungsbild in diesem Bereich auch eine räumliche "Massenwirkung" geschaffen werden soll, die eine Retourkutsche für das Gewandhaus darstellen soll? Da ja auf dessen Fläche hohe Platanen gepflanzt werden, wird sowieso das Raumbild an diesem Ort im Gegensatz zum Zustand bis 1945 verändert und an diesem Ort eingeschränkt werden.

      Das ist vielleicht alles etwas zu früh und kann auch reine Spekulation sein, aber man kann es mal ansprechen.
      1816 - Rheinhessen - 2016
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      Sofern nicht anders vermerkt, liegen die Bildrechte meiner Beiträge bei mir.
    • Wir werden es früh genug erfahren...

      Je länger ich jedoch über die Gewandhausfläche nachdenke, desto eher lehne ich die Begrünung des Neumarktes an dieser oder andrer Stelle eher ab. Immerhin sind wir hier inmitten eines erzurbanen Platzes und außerdem möchte ich auch von Weitem die Elimeyer-Portal und die herrlichen Fassaden des Quartiers sehen. Wenn ich es grün haben möchte, dann gehe ich zu den Elbwiesen oder nach Loschwitz oder sonstwohin.

      Dennoch war es ein taktisch wohlüberlegter Zug der GHND besser diese Fläche zu begrünen und so zu visualisieren als es dem SPA zu überlassen, um dort ein Gruselhaus errichten zu lassen.
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    • Nachdem ich jetzt die Pressemitteilung der GHND zur Planung der USD gelesen habe, bin ich etwas ratlos in Bezug auf deren Inhalt. Den Teil mit dem Verstoss gegen die Prinzipien bei der Rekonstruktion der Gebäude am Neumarkt kann ich nachvollziehen und er findet meine volle Unterstützung (mit einem historisch getreuen Wiederaufbau hat das absolut nichts zu tun). Was meint die GHND aber in Bezug auf das Verschaffen von Wettbewerbsvorteilen durch die USD? Die Planung hält sich meines Wissens exakt an die Vorgaben des B- Planes (siehe hier: ratsinfo.dresden.de/vo0050.php?__kvonr=6021&voselect=174). Die Gebäude an der Neumarktseite dürfen demnach 5-6 Geschosse besitzen und müssen 17-18 m (Eckhaus) bzw. 15-16 m (Zwischentrakt) hoch sein. Geht man von der rekonstruierten Fassade des Regimentshauses aus, scheinen diese Höhen eingehalten worden zu sein. Ich wüsste also nicht, was man rechtlich gegen die Planung machen könnte.
      Glücklich bin ich aber trotzdem auf keinen Fall mit der Planung. Die Geschosshöhen erreichen mit ca. 3,2 m im Zwischentrakt noch nicht ganz Sozialbaustandard, mit den ca. 4 m des Originals kann das aber keinesfalls mithalten. Die Fenster werden proportional von einem schlanken hochstehenden Rechteck zu einem gedrückten Format mutieren. Das wird den Fassaden gar nicht gut tun.
      Ein Hoch, auf das grenzenlose Renditedenken der Immobilienbranche!
    • Ehrlich gesagt bin ich von den Planungen der USD erschüttert!
      Beim Eckhaus Neumarkt 14 handelt es sich immerhin um eine Leitfassade, deren willkürliche - nicht Aufstockung - sondern Streckung, Neuinterpretation oder wie man es nun nennen möchte, einem Sündenfall gleichkommen würde. Welcher Investor durfte denn bisher seine Leitbauten und Fassaden in der Art verändern, dass er noch ein zusätzliches Geschoss förmlich in den Entwurf hinein quetschen konnte. Das ist ein Novum und stellt insofern definitiv einen Wettbewerbsvorteil dar.
      Meiner Ansicht nach gehen durch die Planungen nicht nur die Proportionen der Neumarkt-Westseite in die Binsen, sondern es werden auch die feinen Bezüge zwischen den einzelnen Gebäuden zerstört. Man denke etwa an das Traufgesims des Regimentshauses, das im Gurtband der "14" eine schlüssige, die Einzelbauten zu einem Ensemble verschmelzende Fortführung erfuhr. Hier wären noch viele Details zu nennen, die mich in meiner ablehnenden Haltung noch bestärken würden.
      Ähnlich geht es mir übrigens auch mit dem "Bazar", dessen Rekonstruktion ich für einen Fehler halte. Wie kann man für diesen sicher nicht ungefälligen Historismusbau, die palaishafte Ensemblewirkung des Quartiers VI opfern? Im Falle des Hotel de Saxe hat man die Fehler der Vergangenheit korrigiert und stattdessen ein Idealbild des barocken Neumarktes präferiert, wie es auch diesem Standort allein angemessen wäre.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Lieber Bilderbuch,
      ich teile Deine Erschütterung ja. Allerdings muss ich Dir leider darin widersprechen, dass das Eckgebäude eine Leitfassade ist. Das ist sie laut B- Plan (siehe Link) leider nicht. Sie sollte ganz sicher als Leitfassade behandelt werden, aber das interessiert die USD bestimmt überhaupt nicht.
    • bilderbuch schrieb:

      Ähnlich geht es mir übrigens auch mit dem "Bazar", dessen Rekonstruktion ich für einen Fehler halte. Wie kann man für diesen sicher nicht ungefälligen Historismusbau, die palaishafte Ensemblewirkung des Quartiers VI opfern?
      Die Dokumentation des Vorgängerbaus ist einfach zu schlecht, im Gegensatz zum "Au petit Bazar". Das ist der Grund.
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    • Dass die Nr 14 keine Leitfassade ist, erscheint grotesk.Da hätte man gleich das Neue Gewandhaus errichten können. Diese primitive 08-15 Fassade wird argen Schaden für die Gesamtwirkung mit sich bringen. Ganz allgemein gesagt ist diese Neumarktseite nicht das Großartigste, das der Dresdner Barock hervorgebracht hat. Ihre Wirkung beruhte auch einer schlichten Noblesse, und wenn diese durch eine dermaßen grobschlächte wie lähmende 50er-Jahre-Fassade gestört wird, ist sie im Eimer. Sogar der provokante Modernismus des NGwH würde der städtebaulichen Bedeutung dieser Stelle mehr entsprechen.

      So pflichte ich Bilderbuch bei,
      ... dass diese Neuinterpretation oder wie man es nun nennen möchte, einem Sündenfall gleichkommen würde

      Die Aufstockung alleine würde mich hingegen nicht so stören. Bilderbuchs Argumenten würde ich einige entgegensetzen:
      1) Der Platz ist zu riesig für kleine Häuser, und auf dieser Seite fehlt ohnehin jegliche Dominante. Deshalb befriedigen mich die alten Ansichten dieser Seite nicht besonders.
      2) die Proportionen dieses dreiteiligen Komplexes blieben in sich schön gewahrt, wie auch ie Aufstockung stilvoll erscheint.
      3) Da offensichtlich die Begrünung des Vorraumes unvermeidlich ist, täte es gut, wenn den Häusern mehr zu ihrem Recht verholfen wird.
      4) Derartige Aufstockungen sind als jahrhundertelang geübte Praxis legitim. Nur bei architektonischen Spitzenleistungen, welche hier nicht vorliegen, haben sie natürlich zu unterbleiben.
      5) Das Manko der unterschiedlichen Traufhöhe mit dem Regimentshaus würde durch das Belvedere behoben, dh in sein Gegenteil, also zu einem Vorzug verwandelt werden. Dadurch entstünde nämlich eine gewisse malerische Ungeordnetheit, die angesichts der Monotonie der Neumarktstirnseite sehr positiv-belebend wirken würde.
      Ähnlich geht es mir übrigens auch mit dem "Bazar", dessen Rekonstruktion ich für einen Fehler halte. Wie kann man für diesen sicher nicht ungefälligen Historismusbau, die palaishafte Ensemblewirkung des Quartiers VI opfern? Im Falle des Hotel de Saxe hat man die Fehler der Vergangenheit korrigiert und stattdessen ein Idealbild des barocken Neumarktes präferiert, wie es auch diesem Standort allein angemessen wäre


      Diesen Ausführungen Bilderbuchs stimme ich - natürlich - zu (den anderen grundsätzlich auch, aber hier ließen sich teilweise auch Gegenargumente finden).
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Baulichen Aufstockungen ist grundsätzlich eigentlich nicht zu widersprechen, sofern sie die Gesamtproportionen berücksichtigend stimmig augeführt werden. Wenn hier aus historischer Sicht Aufstockungen als legitim betrachtet werden, weil gelungene Beispiele angeführt werden können, dann waren es bauliche Ergänzungen bereits bestehender Bauten.

      Hier im Projekt des USD ist es allerdings ein völliger Neubau. Ihr vermutet tatsächlich Streckungen oder Stauchungen der ursprünglichen Geschosse!? Damit das Gebäude insgesamt nicht zu hoch wird!? Wenn das so wäre, wäre das für mich ein no go!!! Wenn schon aufstocken, dann so, als ob der historisch belegte Bau schon existieren würde und man ihm in harmonischer Weise z.B. ein Halbgeschoß aufsetzt! So was kann doch in sich stimmig gemacht werden. Erst neulich ist mir an der Freiburger Uni die Aufstockung des Dachgeschosses aus den Dreißiger Jahren aufgefallen:



      Die USD scheint ihrem Motto immer weniger gerecht zu werden. Eigentlich waren die doch für gute Rekonstruktionen bekannt. Aber seitdem das Eckhaus der Rampischen mit Styroporfassaden ausgeführt worden sind (auch wenn`s noch so schön aussieht) sind die für mich unten durch! Und die Plastikfassaden drohen dann auch hier!?

      Dazu das Gerangel um den Zuschlag und Verdrängen von anderen Investoren, die bereits investiert hatten und jetzt die Vermutung eines erzwungenen Wettbewerbsvorteils gibt dem Geschäftsgebaren dieses Investors ein gewisses Geschmäckle... :daumenunten: nono:) disgust:)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von SchortschiBähr ()

    • Ihr vermutet tatsächlich Streckungen oder Stauchungen der
      ursprünglichen Geschosse!? Damit das Gebäude insgesamt nicht zu hoch
      wird!?
      Genau so isses!
      Die USD scheint ihrem Motto immer weniger gerecht zu werden. Eigentlich waren die doch für gute Rekonstruktionen bekannt.
      Wie kommst du denn da drauf? Das ist eine reine Internet-Legende....Wenn du auf das Kurländer Palais anspielst, so geht dessen Qualität auf die sündhaft teuren, perfekten Vorplanungen von Fritz Reimann und das Engagement eines einzelnen Mitarbeiters aus der Denkmalpflege zurück....
      Hannover ist eine mittelmäßige Stadt, aber dort sind viele, die sich große Mühe geben, etwas Besonderes daraus zu machen.
      Dresden ist eine besondere Stadt, aber hier sind leider viele, die alles versuchen, etwas Mittelmäßiges daraus zu machen (M. Roth)