Quartier VI - Patrizia Immobilien AG (im Bau)

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    • erbse schrieb:

      Ja, solche Bezeichnungen finde ich auch peinlich und unangemessen. Kann wirklich gern drauf verzichtet werden.
      Konstruktive Kritik ist eben etwas anderes.
      Entschuldige mal - konstruktive Kritik zu diesem Thema gab es hier seitenweise, und konstruktive Kritik wurde auch mehrfach an den "Freund der Dresdner Altstadt" herangetragen, der sie arrogant und selbstherrlich zurückwies. Also tu doch bitte nicht so, als hätte hier einfach jemand "Blobelbude" gerufen, weil ihm die Haarfarbe des Bauherrn nicht passt.
      :augenrollengruen:
    • Also eure Diskussion erinnert mich gerade an die gestrige Ausgabe von Maybritt Illner, wo es darum ging was man in Deutschland überhaupt noch sagen darf. Beispiel Negerkuss oder Zigeunerschnitzel.
      Ich habe schnell weggeschaltet, weil mich diese politische Überkorrektheit, gelinde gesagt, extrem ankotzt.
      Meine Güte - Blobelbude kann man jetzt natürlich als respektlos empfinden (in Hinblick auf den kürzlich verstorbenen Mäzen, dessen Leistungen für Dresden überhaupt nicht zur Debatte stehen), aber vielleicht ist es auch einfach nicht halb so böse gemeint, wie mancher es hier auffasst.

      Die Türen des Regimentshauses finde ich übrigens, im Vergleich zu ihren originalen Vorgängern, sehr enttäuschend.
      Allen einen schönen Tag!
      "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"
    • UrPotsdamer schrieb:

      Weil wir hier so viel konstruktive Kritik geübt haben, dürfen wir als Bonus alle mal "Blobel-Bude" sagen oder was?
      Nein, das darf auch jeder andere sagen. Die Meinungsfreiheit gilt seit 1990 auch in Dresden und sogar in Potsdam, falls Dir das entgangen sein sollte. Und ein solcher, vielleicht etwas schnodderiger, aber keineswegs beleidigender Ausdruck für ein umstrittenes Bauprojekt ist selbstverständlich von der Meinungsfreiheit gedeckt und gehört zu den Begriffen, die Du nicht mögen oder verwenden, wohl aber hinnehmen musst.

      Meine Güte - Blobelbude kann man jetzt natürlich als respektlos empfinden (in Hinblick auf den kürzlich verstorbenen Mäzen
      Auch nicht wirklich, weil der Ausdruck bereits lange vor seinem Tod aufkam.
    • Ich finde es einfach unsachlich und unhöflich. Da ich unterstelle, dass die hier Diskutierenden gerne ernstgenommen werden wollen, die Verwendung solcher Begriffe aber genau das verhindert, mag ich solche Worte nicht. Ich verbiete niemand den Mund; jeder macht sich lächerlich so gut er kann. Aber wenn die Sache dadurch Schaden nimmt, wehre ich mich dagegen.
      Und was deinen Kommentar zur Meinungsfreiheit angeht - ernsthaft? 28 Jahre nach dem Mauerfall bringst du dieses Totschlagargument? Das ist einfach nur noch peinlich.
      Meinungsfreiheit ist übrigens keine Entschuldigung für Unhöflichkeit, falls DIR das entgangen sein sollte.
    • Armin schrieb:

      aber vielleicht ist es auch einfach nicht halb so böse gemeint, wie mancher es hier auffasst.
      Doch isses. Ich find's unnötig, unangemessen, und unserem Anliegen abträglich. Sowas macht keinen guten Eindruck, ob nach außen oder innen.

      Das hat weniger mit politischer Korrektheit als mit gegenseitigem Respekt zu tun. Abschätzige/abwertende Bezeichnungen dieser Art sind dazu geboren, Zwietracht, Abscheu, Neid und/oder Schlimmeres zu schüren. Worte sind nicht einfach nur Worte, der Sender sollte sich immer dessen bewusst sein, dass ein Wort auch eine bestimmte Wirkung beim Empfänger hat. Zumal in Schriftform und vor allem, wenn es ohne (erklärenden) Kontext verwendet wird.

      Wenn wir abwertend gegenüber modernistischen Bauten sprechen, hat das hier einen ganz anderen Kontext, der sich aus dem Anliegen des Forums erschließt. "Blobelbude" tut das nur bedingt bis gar nicht. Es schwächt somit ohne weiteren Kontext unser Anliegen, so empfinde ich das jedenfalls. Grundsätzlich empfehle ich eine neutralere Sprache gegenüber historisierenden Bauten, jedenfalls solange man hier nicht als U-Boot oder Saboteur unterwegs ist. Wenn schon (durchaus berechtigte) Kritik, dann sachlich und erklärend.

      UrPotsdamer schrieb:

      Meinungsfreiheit ist übrigens keine Entschuldigung für Unhöflichkeit, falls DIR das entgangen sein sollte.
      Genau das! Viele verwechseln Meinungsfreiheit mit schlechtem Stil.
      Jeder kann mE alles sagen (im Rahmen der Menschenrechte) - es kommt auf die Art und Weise an. Zudem muss der Sender der Botschaft damit rechnen, Widerspruch zu erhalten - wenn er damit nicht umgehen kann und Widerspruch/Streitkultur für eine Einschränkung der Meinungsfreiheit hält, sollte er nochmal ganz scharf überlegen, wie genau er es mit der Meinungsfreiheit wirklich hält.
    • erbse schrieb:

      Es schwächt somit ohne weiteren Kontext unser Anliegen,
      Zur Erinnerung: Was unser Anliegen schwächt, ist das, was Blobel da am Neumarkt bauen lässt, nämlich dieses nach persönlichem Geschmack komplett ohne Sachkenntnis zurechtgepimpte Bauwerk, welches den historischen Vorgängerbau verfälscht und karikiert - und Bauherr und Architekt rühmen sich auch noch, mehr von Proportionen zu verstehen als der Baumeister des historischen Originals und es besser zu machen. Solche Neubauten von d beratungsresistenten Menschen sind geeignet, Rekonstruktionen allgemein in Verruf zu bringen, sie sind Wasser auf die Mühlen der Reko-Gegner und der Modernisten. Schon vergessen? So etwas wird inzwischen offenbar von Leuten wie Dir weggelächelt, und nun wird so ein Machwerk auch noch verbissen gegen jegliche sprachliche Verballhornung verteidigt? Gut, wenn Dir das gefällt, bitte - über Geschmack lässt sich nicht streiten, aber damit hast Du Dich aus dem Kreis der ernsthaften Rekonstruktionsbefürworter verabschiedet - willkommen bei den Freunden der beliebig historisierenden Architektur.


      Abschätzige/abwertende Bezeichnungen dieser Art sind dazu geboren, Zwietracht, Abscheu, Neid und/oder Schlimmeres zu schüren
      Jetzt wird es wirklich lächerlich: Ist hier irgendein rassistischer Begriff gefallen? Wir reden immer noch von dem Wort "Bude", oder? Ich war es übrigens nicht, der den Begriff "Blobelbude" erfunden hat, aber ich finde es abwegig, ja wirklich lachhaft, diesen Begriff mit den oben zitierten in Verbindung zu bringen.
    • Es wäre schön, wenn mir die Worte nicht im Munde umgedreht werden.

      Es ging nicht um meine Zustimmung/Ablehnung zu diesem Bauwerk, sondern um die Verwendung eines solchen Begriffes. Wir wehren uns sonst reflexhaft gegen Begriffe wie Disney, Freizeitpark, Kitsch, Zuckerbäckerarchitektur, Hochzeitstorte, Hessenland und Co., wenn es um Rekos und neuklassische Neubauten geht.

      Ja, man kann den Bau von Blobel ablehnen, dafür gibt's gute Gründe. Aber bitte mit sachlicheren Begriffen als "Blobelbude". Egal, wie stark die Ablehnung sein mag. Und ja, ich bin auch der Meinung, dass dieser Bau den Begriff der Rekonstruktion nicht trifft bzw. verwässert. Am Ende ist's ein historisierender Neubau mit Anleihen am Original, ähnlich der Neuen Unger-Post in Potsdam. Bei letzterem Beispiel kann ich mich allerdings nicht an ähnliche Verballhornungen erinnern, auch wenn die Aufregung teils groß war.

      Also bitte nicht immer alles in einen Topf werfen, dass ich den Begriff ablehne, heißt nicht, dass ich das alles so gouttiere.
    • Hm... also da gibts schon noch wichtige und signifikante Unterschiede.
      Der Unger-Bau ist in seiner Verfremdung klar als ein (m. E. sehr gut gemachter), die Historisie paraphrasierender Neubau vom Ende des 20. Jhs. zu erkennen, bei Blobel eben nicht. Der ist eben kein klarer Bau des Historismus des 19. Jhs. und auch keine Reko, sondern halt irgendetwas. Und nur ein sehr geübter Fachmann ahnt, was er da vor sich hat.

      Dem Begriff einer wissenschaftlichen Rekonstruktion (sei es auch nur der äußeren Fassaden), selbst bei manchen kleinen Änderungen, die es auch am Neumarkt wie überall in DD (Frauenkirche, Semperoper - sehr viel dort sogar!) immer wieder gegeben hat, hat dieses Haus einen Bärendienst getan und all diejenigen, die über viele Jahre hinweg historische Dokumente - Pläne, Fotos, Fragmente - gesammelt und mit unendlich vielen wissenschaftlichen Vorträgen zum Thema Reko am Neumarkt ihre Karriere geopfert haben, hat der Bau - zumal völ-lig ohne Not! - vor den Kopf gestoßen.

      Also so sehe ich das....
      Hannover ist eine mittelmäßige Stadt, aber dort sind viele, die sich große Mühe geben, etwas Besonderes daraus zu machen.
      Dresden ist eine besondere Stadt, aber hier sind leider viele, die alles versuchen, etwas Mittelmäßiges daraus zu machen (M. Roth)
    • Wenn Du in diesem Forum schon länger mitgelesen hättest, wäre das für Dich nichts neues; genau diese Kritik haben wir in dem betreffenden Strang schon vor einiger Zeit ausgiebig diskutiert. Oktavian hat das Ganze jetzt extra für Dich nochmal in in einem Satz zusammengefasst, nachdem er und andere das Thema immer wieder ausführlich erörtert und erläutert hatten, bis es nach Blobels Tod plötzlich kaum noch jemanden interessierte. Statt Dir diese Diskussion erst einmal durchzulesen, hängst Du Dich hier an dem einen Begriff auf, den irgendwann irgendjemand mal reingeworfen hat und den dann andere eben übernommen haben und der so dermaßen unwichtig ist im Vergleich zu dem eigentlichen Thema, zu dem Du Dich gar nicht erst geäußert hast. Das finde ich schon etwas kleinkariert. Bist Du hier, um über Architektur, über Rekonstruktionen zu reden oder hast Du Dich angemeldet, um andere zu belehren, wie sie sich auszudrücken haben?
    • Ich habe nie behauptet, dass hier NIEMALS höflich und sachlich kritisiert wurde. Ich habe kritisiert, dass DIESES EINE MAL ein völlig unangemessener Begriff verwendet wurde. Hierfür ist es gar nicht notwendig, die ganze Diskussion durchzulesen, da ich mich nicht auf die ganze Diskussion bezog, sondern auf die EINE Erwähnung des EINEN Wortes.

      Es schmeichelt mir natürlich, wenn du glaubst, dass Oktavian die Diskussion für MICH zusammengefasst habe - es entspricht nur keineswegs den Tatsachen, wie selbst ein kursives Lesen seines Beitrags enthüllt hätte. Oktavian hat nämlich auf Erbse reagiert, der den von Blobel finanzierten Bau mit dem Potsdamer Ersatzbau der Ungerschen Alten Post gleichgesetzt hatte. Diesen Vergleich hat Oktavian zurückgewiesen - deutlich in der Kritik, aber respektvoll im Ton, so dass niemand brüskiert wird. Diese höfliche Form der Kritik wiederum habe ich gelobt. Worauf du wiederum reagiert hast, bleibt mir ein Rätsel; inhaltlich geht dein Beitrag sowohl an meinem als auch an Oktavians (und Erbses) vorbei.

      Wie du sicher weißt, ist es auch Nichtangemeldeten möglich, mitzulesen. Genau das habe ich seit vielen Jahren getan; erst vor wenigen Monaten entschloss ich mich, tatsächlich auch mal mitzudiskutieren. Ich beginne, diesen Entschluss zu bereuen... Aus meinem späten Anmeldedatum zu schließen, dass ich vorher hier keine Zeile gelesen hätte, ist gewagt.

      Wenn du deinen kleinen Privatkrieg gegen mich weiterführen willst, dann bitte ich dich, stringenter zu argumentieren und genauer zu lesen. Florettfechten macht nur Spaß, wenn beide sich an die Regeln halten. Du bist ein zu leichtes Ziel; gib dir ein bißchen mehr Mühe!

      Schloßgespenst schrieb:

      ...oder hast Du Dich angemeldet, um andere zu belehren, wie sie sich auszudrücken haben?
      Keine Sorge, DEN Job mach ich dir nicht streitig!
    • 1. Kritik darf durchaus scharf sein, sogar polemisch. Die Franzosen nennen das, was ich das unerträglich gehorsame brav-sein der Deutschen beim Diskutieren nenne, eine "débat sterile". Man muss ja nicht so weit gehen wie unser (Krieg als "Option" bezeichnender) Außenminister, der Parteikollegen als "Idiot" beschimpft (und gleichzeitig über "Hass" im Internet jammert), denn das ist tatsächlich beleidigend. Kritik sollte nicht beleidigen, aber sie darf scharf sein und auch spöttisch. Spott war immer die Waffe der Unterdrückten gegen die Herrschenden.

      Wer Stadtplanung betreibt - häufig inkompetente Politiker und geschmacksverirrte Investoren, gerade in Dresden sieht man das sehr gut - übt gewaltige Macht aus. Dem Bürger bleibt nur die Ohnmacht und die Tränen ob der verlorenen Schönheit der Stadt. Wer angesichts der politisch gewollten Verhunzung des bis 1945 einmaligen Dresdens zu scharfer Kritik greift, hat mein vollstes Verständnis.


      2. "Blobelbude" ist definitiv keine Beleidigung. Blobel ist ein Familiename, "Bude" ein legèrer Begriff für ein Haus bzw. eine Hütte. Ich kann weder im ersten noch im zweiten Teil des Begriffs irgendetwas Negatives erkennen. Es gibt einen Unterschied zwischen "salopper Ausdrucksweise" und "Beleidigung".

      "Blobels schlichte Behausung". Sorry, darüber kann ich mich nur wenig echauffieren.
      Wie würden Sie ein schönes Haus definieren? - Kollhoff : Ein schönes Haus ist ein schönes Haus. Es nimmt im Äußeren nicht nur Rücksicht auf die Umgebung, sondern ist dem Gemeinwesen verpflichtet, indem es dank seiner Konventionalität zur räumlichen und atmosphärischen Eigenart des Quartiers beiträgt.

      LobbyControl. Initiative für Transparenz und Demokratie

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    • Hier hätte jetzt auch keine allzu große Sache draus gemacht werden müssen. Einige finden "Blobelbude" eben unangemessen, andere nicht - so what. Das Leben geht weiter und es ist müßig, sich über solche Kleinigkeiten ewig zu fetzen (wenn auch sehr, sehr, ... deutsch).

      Viel mehr interessiert mich, wie der Bau nachher wirkt, wenn er dann enthüllt ist. Und wie es am Regimentshaus vorangeht!
    • Jetzt geht das hier auch schon los. Diese Diskussionen sind so ermüdend. Gibts denn keinen anderen Weg als jedes Wort im deutschen Sprachgebrauch auf die Goldwaage zu legen?

      Vielleicht bietet sich ja auch nur dieser Begriff an, weil beide Worte (Name Bauherr und Synonym für Haus) mit B anfangen. Und das Hirn auf solche Alliterationen sehr gut abfährt!

      Andernorts versucht man jede Rekonstruktion per se als faschistisch darzustellen und wir reissen uns die Köpfe aus, weil jemand "Bude" gesagt hat. Prioritäteb wären da sicher mal angebracht.

      Und nun zurück zum Bauwerk. Was macht eigentlich die Pflanzung davor? Sollt die nicht schon durch sein?
    • Hallo!

      Ich moechte noch einmal daran erinnern, dass der Herr Blobel hier "nur"
      einen neuen Fuellbau laut den Plannungen der Stadt Dresden bauen sollte.
      Dieser wurde halt neo-Historisch, damit sich halt mal alle Lager daran gewoehnen.
      Er wollte einen Praesidenzfall schaffen, auf den man sich spaeter berufen kann.
      Momentan drehen wir uns im Kreis. Modernisten wollen nicht und Traditionalisten wollen auch nicht so bauen.
      Dieser Mann hat darum einen Skandal bewusst herbeigefuehrt. So sehe ich das. So wie der Bau des Adlon in Berlin der neunziger. Von Ausserhalb das Starre brechen. Man merkt Ihm sein Leben in den USA an.
      Das er auf Unserer Seite stand, keine Frage - Er hat ja ohne Styrophor gebaut, als Beispiel.
    • Dieses Haus wird vermutlich sogar der beste Füllbau von allen in Dresden werden. Danke Bohnenstange für das Wiederzurechtrücken, denn das ist vermutlich uns allen entfallen, dass hier keine Reko geplant noch gewünscht war.

      Ich finde es viel schlimmer, dass die „echten“ Rekonstruktionen daneben leider nur bessere Betonplattenbauten sind. Das tut mir zumindest etwas weh, auch wenn dafür das Gesamtergebnis trotzem wunderschön werden wird.

      Wenn man bedenkt, dass uns heute dort das „Neue Gewandhaus a la Kulturbalast“ entgegengrinsen würde, wie es zumindest von der Stadt geplant war, dann ist das jetzige Ergebnis einfach nur noch traumhaft!
      "Man kann einen gesellschaftlichen Diskurs darüber haben, was Meinungsfreiheit darf. Oder man hat Meinungsfreiheit!"