Cherson und Umgebung

  • In diesem Thema geht es um die Stadt und das Verwaltungsgebiet (Oblast) Cherson. Es handelt sich um das Gebiet unmittelbar nördlich der Halbinsel Krim sowie rund um die Mündung des ukrainischen Hauptstromes Dnipro.


    Heute wurde in der Stadt Cherson die historisch und künstlerisch bedeutende Katharinenkathedrale durch russischen Beschuss beschädigt.


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    Cherson, Katharinenkathedrale, Luftaufnahme von Südosten (Foto: Oleksandr Malyon, 24. April 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Die Katharinenkathedrale (mit rotem Dach und niedriger frühklassizistischer Kuppel) ist der älteste steinerne Kirchenbau Chersons. Sie wurde in den Jahren 1781 bis 1786 auf dem Gelände der Festung errichtet. Der im Westen stehende Glockenturm (mit grünem Dach) entstand Anfang des 19. Jahrhunderts.


    Soweit ich bis jetzt ermitteln konnte, ist durch den Beschuss begrenzter Sachschaden entstanden.

  • Ja, die Denkmäler! Grigori Potjomkin, Fjodor Uschakow und Alexander Suworow haben die Russen tatsächlich mitgenommen. Das Denkmal für Wassili Margelow wohl auch. Es wurde erst im Jahr 2010 geschaffen und besteht nur aus einer künstlerisch unbedeutenden Büste auf einem Sockel. Wassili Margelow (1908-1990) hatte 1944 an den Kämpfen um Cherson teilgenommen. Seine eigentliche Bedeutung liegt aber in seinem Wirken nach dem Zweiten Weltkrieg. Margelow hat die Luftlandetruppen der Sowjetarmee aufgebaut. Ihm wurden deshalb in Russland und in der Ukraine eine Reihe meist kleinerer Denkmäler gewidmet. In der ukrainischen Wikipedia wird dazu kritisch angemerkt, dass Margelows Denkmäler im Lande trotz Dekomunisazija und Derussifikazija bislang noch nicht angetastet wurden.


    Leider haben die Russen bei ihrem Abzug aus Cherson auch grioße Teile der Sammlungen des Heimatmuseums und des Kunstmuseums mitgenommen. Es wird schwer werden, die Objekte wieder zurückzubekommen. Die Russen haben wohl auch weitere Kulturgüter und andere Objekte abtransportiert.


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    Cherson, wulyzja Suworowa, Denkmal für Alexander Suworow (Foto: Alf600, 16. Februar 2014, CC-BY-SA-4.0)


    Die Büste des russischen Feldherrn Alexander Suworow (1729-1800) wurde ursprünglich 1903 von Nikolaj Rukawischnikow geschaffen und im Dorf Suworowo im Gouvernement Pensa aufgestellt. Die Bolschewiki beseitigten das Denkmal im Jahre 1920. In Leningrad wurde 1950 eine Kopie von Rukawischnikows Büste geschaffen und vom Suworow-Museum an die Stadt Cherson übergeben. Suworow hatte einige Zeit in Cherson gelebt, in der nach ihm benannten Suworow-Straße (wulyzja Suworowa). Alexander Suworow wird heute in der Ukraine kritisch gesehen. In mehreren Städten wurden seine Denkmäler bereits demontiert. Mit dem Abtransport im Oktober 2022 sind die Russen vermutlich einer Demontage des Denkmals durch die Ukrainer zuvorgekommen.