Potsdams historische Mitte - Allgemeines und Stadtpolitik

  • Der Vergleich ist so unnütz wie ein Kropf- der Osten hatte günstigere Bedingungen wie relativ umfangreiche Freiflächen im Zentrum bzw riesige öffentliche Solitäre, die eben leichter zu beseitigen sind. Das ist in FFM auch gelungen mit dem techn. Rathaus. Dort, wo Wohngebäude nachgerückt sind, tut man sich ungleich schwerer, siehe Staudenhof.

    Tatsächlich ist die FHS neben der "Theaterruine" und dem Haus des Reisens mW bislang der einzige DDR-Bau, den es in Potsdam zu beseitigen gelang. Und angesichts der hier besonders inferioren Qualität (anders als der Berliner PdR und der DDner KP - man kann sogar sagen, dass die DDR an anderen prominenten Stellen nie so schlecht gebaut hat wie in Potsdam) ist das eigentlich nicht besonders viel.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Es sind doch wesentlich mehr Gebäude, die abgerissen wurden, wobei ich hier nur die in der Innenstadt erwähne:


    - Haus der Wasserwirtschaft, wo heute das Acht-Ecken Haus und der Einsiedler wieder aufgebaut werden. Hier rechts im Bild zu sehen.

    - Das Schuhkaufhaus am Platz der Einheit, wo jetzt die Wilhelmgalerie steht

    - Die Busüberdachung am Bassinplatz

    - Teile des Rechenzentrums, wie die Kantine und die Rechnerhalle, wo jetzt der Garnisonkirchenturm und die Plantage neu errichtet werden


    Darauf werden jetzt noch die Reste des Rechenzentrums und der Staudenhof folgen. Viele Freiflächen waren das in Potsdam nicht, tatsächlich war das meiste zu DDR Zeiten schon bebaut gewesen. Hier kann man sich ein Bild davon machen.

  • Und all diesen Gebäuden und Konstruktionen weinen die Linken und diese "Mitteneudenker" nun Krokodilstränen nach.Sie wollen den Städtebaulichen Status Quo aus DDR Zeiten auf Dauer für Potsdams Mitte beibehalten.Verschließen sich demonstrativ jeglichen städtbaulichen Veränderungen in der Stadt die nicht ihren eigenen Vorstellungen entsprechen.Und solche Leute nennen sich "Mitte neu Denken".:kopfschuetteln:

  • Aber nie im Leben hätte sich jemand am Palast der Republik vergriffen!

  • ...in Braunschweig das Schloss, in Hannover-Herrenhausen das Schloss, in Wesel die RathausfassUund


    Das Braunschweiger Schloss finde ich optisch sehr schön (haben die da jetzt wirklich ein Shopping Centre draus gemacht?), OK, zwei Schlösser und eine Fassade. Finde ich gut, haut mich jetzt aber, ehrlich gesagt, nicht um. Das ist überhaupt nicht zu vergleichen mit den Rekos im Osten, Hier hat der Osten einfach mehr Glück (gönne ich ihm auch von ganzem Herzen), das muss man so sehen, wie es ist. Im Osten wurde definitiv sehr viel mehr rekonstruiert.


    Du darfst nicht vergessen, die West-BRD ist ja mehr als drei mal so gross wie das heutige Ostdeutschland, von der Bevölkerungszahl. Wäre die Reko-Tätigkeit tatsächlich in etwa gleich Ost-West, dann müsste der Westen drei mal so viel rekonstruiert haben wie Neumarkt, Potsam und Berlin zusammen. Das ist wohl kaum der Fall.


    Alleine was in Dresden passiert, ist ja mit dem Westen überhaupt nicht vergleichbar. Eine fast komplette Altstadt Reko. Davon kann Frankfurt nur träumen.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Das Braunschweiger Schloss finde ich optisch sehr schön (haben die da jetzt wirklich ein Shopping Centre draus gemacht?),

    Petersburg, ja am hinteren Teil des Schlosses (Ehem. Schlossgarten) wurde ein Shopping Center angebaut .Ist ein Kompromiss.Ohne Shopping Center wäre keine Schlossreko möglich gewesen.Ich finde,ist alles schon ganz OK.War schon vor Ort.

  • "Petersburg", von welchem Zeitraum sprichst Du? Der Osten hatte ja auch einiges aufzuholen an Stadtreparatur. Viele Rekonstruktionen/Wiederaufbaumaßnahmen fanden im Westen bereits lange vor der Wiedervereinigung statt, als in der DDR diesbezüglich noch fast nichts passierte.

    Nur mal auf die Schnelle seien in Frankfurt der Römerberg, das Büsingpalais in Offenbach, die Kölner Kirchen, die Münchner Residenz, das neue Schloss in Stuttgart, der Marktplatz in Hildesheim.. genannt. Außerdem war der Westen in der Regel stärker vom Bombenkrieg betroffen als die Städte der ehemaligen DDR.

  • Danke für die Info. Ich finde das auch OK, da ich wusste da es sonst nicht gegangen wäre. Lieber ein Schloss mit Shopping-Center, als KEIN Schloss. Seh ich genau so.


    Das Gute ist ja, dass die Nutzung sich ändern kann.......in 10 - 20 Jahren kommt vielleicht wieder etwas anderes hinein.


    Ich muss mir das mal ansehen, ich hatte das vor ganz vielen Jahren mitbekommen dass das Braunschweiger Schloss rekonstruiert werden soll, sah auch einige Fotos, verlor es aber dann angesichts meiner Dresden-Obsession und anderer Dinge aus den Augen. Sieht bestimmt gut aus.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Heimdal: ich meine den Zeitraum ab 1989.


    Der Römerberg ist ein sehr, sehr kleiner Platz - den kann man mit Sicherheit nicht als Beispiel für Frankfurts (nicht sehr stark vorhandene) Reko-Freundlichkeit anführen. Hier haben wir als Kinder gespielt und ich hatte mich gewundert, wie ein Fachwerkhaus (Haus Wertheim, das einzige damals) in die Innenstadt kam........ damals war ich 12 und lernte nur Jahre später, dass die ganze Altstadt so war, und dass man eher umgekehrt fragen müsste, warum ist die weg? Ich fühlte mich betrogen.

    (tu ich heute noch)


    Nochmal: Westdeutschland ist drei mal grösser als Ostdeutschland, du musst das bitte Proportional sehen. Es müssten also im Westen mindestens 3 dem Humboldtforum ebenbürtige Schlossanlagen geben die in den letzten Jahrzehnten errichtet wurden, und mindestens 3 Reko-projekte so gross wie die Dresdner Altstadt. Dies ist aber nicht der Fall. Die Kirchen in Köln sind sicher gut, aber eben so wie in Ffm ziemlich traurig zu sehen, wie die Dinger völlig zusammenhangslos zwischen 60er Jahre Kästen stehen. Ähnlich wie das Goethehaus in Ffm, wo weit und breit keine andere Reko steht, dafür 60er Jahre Schrott und Parkhäuser. Entsetzlich! Die Kölner Innenstadt ist nun leider wirklich kein gutes Beispiel für Rekonstruktion.


    Also hier kann man jetzt lang diskutieren. Einzelne Palais wie Turn & Taxis in Frankfurt sind ganz nett, aber eben nicht zu vergleichen mit Humboldforum oder Dresdner Altstadt. Das T & T steht übrigens eingequetscht zwischen einem gigantomanischen Wolkenkratzer im Norden und Galeria Kaufhof im Süden.......tja, das ist leider Frankfurt. Im Westen gibt es leider viel solcher Städte.


    Genau, der Osten hatte hier einen Vorteil weil er so marode war. Das widerspricht ja nicht dem, was ich sagte sondern erklärt es sogar. Ähnlich wie mit den Autobahnen, die waren vor 1989 so schlimm dass man Angst hatte über die Transitstrecke zu fahren. Heute ist das Autobahnnetz dort hochmodern, dafür bröckelt es im Westen. Der Nachteil von einst kann zum Vorteil von heute werden.


    "So wie es ist - bleibt es nicht" (BRECHT)

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  • danke für das Schloss, schau ich mir gleich mal an.


    (ich müsste eigentlich arbeiten aber hänge hier wieder im Forum fest lol)

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Nicht zu vergessen Halberstadt mit der Wiederbebauung des Holzmarktes , und der Rekonstruktion der Ratslaube mit Originalteilen.

    Leider wurde in Halberstadt nur die Ratslaube wieder hergestellt, der Holzmarkt selbst wurde mit banal-postmodernem Schnickschnack neu bebaut. In anderen Teilen der Altstadt, auf der anderen Seite des heute die Stadt zerschneidenden Hohen Weges, wurde aber Großartiges in Sachen Rettung alter Bausubstanz geleistet.

  • Sorry, ist kurz off-topic: Aber das Braunschweiger Schloss ist genial! Habe mir das mal angesehen.


    Ich wusste zwar davon, vor vielen Jahren gab es ja die Diskussion Reko ja/nein, und es gab natürlich grosses Geschrei wegen der Shopping-Nutzung. Disneyland, et cetera. Verlor es dann aber wieder aus den Augen. Sehe jetzt das Ergebnis zum ersten Male. Sehr eindrucksvoll und gelungen.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Petersburg und auch andere Foristen,wenn Sie mal BS besuchen dann unbedingt auch die Aussichtsplattform auf dem Schloss unterhalb der Brunonia die BS Quadriga.Tolle Aussicht!📷Aber wir sollten jetzt langsam wieder nach Potsdam zurückkehren.:wink:

  • Danke für den Tipp! :smile: Jawohl, zurück zum Thema.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Leider wurde in Halberstadt nur die Ratslaube wieder hergestellt, der Holzmarkt selbst wurde mit banal-postmodernem Schnickschnack neu bebaut. In anderen Teilen der Altstadt, auf der anderen Seite des heute die Stadt zerschneidenden Hohen Weges, wurde aber Großartiges in Sachen Rettung alter Bausubstanz geleistet.

    Nur eine Frage noch: ist die rekonstruierte Altstadtstraße zwischenzeitlich belebt mit Geschäften, Kneipen und Publikum? Ich fand dort damals nur gähnende Leere vor.

  • Geht es hier nicht um Potsdam???

    Vielleicht sollte ein Strang geschaffen werden in dem sich die Foristen einfach nur darüber austauschen können welche Eindrücken sie gerade bei einem Stadtbesuch gehabt haben oder nachfragen können, was in einer Stadt gerade los ist. Das muss ja nicht im einem Strang über eine bestimmte Stadt sein, zumal die Unterhaltung ( wie eine im wirklichen Leben) ja recht schnell ausufern kann.