Potsdams historische Mitte - Allgemeines und Stadtpolitik

  • @Heimdall


    In diesem Punkt hast Du nicht ganz unrecht, aber das komplette Abraeumen der Dresdner Altstadt mitsamt Auslöschung des Grundrisses ist mir in dieser Form aus dem Westen nicht bekannt. In Dresden wollten die Sozialisten, dass am besten nichts mehr an die einstige königliche Residenz und vornehme Kulturstadt erinnert. Es ist ihnen beinahe gelungen. Im Westen hat man zumindest im Zentrum noch die alten Strassenverlaeufe grossteils erhalten, sodass zB in N auch noch einiges in Zukunft einmal wiedergutzumachen moeglich ist. Die Geschichte wollte man nicht so konsequent ausradieren. Da waren die Sozialisten sich besonders perfide Barbaren.

    Einspruch.


    In meiner Heimatstadt Frankfurt am Main wurde nach dem Krieg das gesamte Altstadt-Gassengefüge nebst baulichen Resten der zuvor rund 2000 Fachwerkhäuser einfach gnadenlos abgeräumt und ausgelöscht. Daraufhin wurde alles autogerecht und "modern" bebaut.


    So etwas ging also auch in der BRD und ganz ohne "Sozialisten"!

  • Das Exekutieren von Altstädten zugunsten der autogerechten Stadt ist wahrlich nichts spezifisch Östliches. Frankfurt/Main, Hannover, Hamburg - im Namen des vermeindlichen "Fortschritts" ist viel kaputt gegangen. Stets im Namen der Gerechtigkeit.


    Über die FH werden wir uns, Meister Lampe, nach dem 2. März 2017 unterhalten, wenn das Verwaltungsgericht über die Klage der Neudenker auf Zulassung des Bürgerbegehrens geurteilt hat. Deine Hoffnung, dass die nächste Debatte uns erst zum Jahresende ereilt scheint mir aus der Luft gegriffen.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht


  • Über die FH werden wir uns, Meister Lampe, nach dem 2. März 2017 unterhalten, wenn das Verwaltungsgericht über die Klage der Neudenker auf Zulassung des Bürgerbegehrens geurteilt hat. Deine Hoffnung, dass die nächste Debatte uns erst zum Jahresende ereilt scheint mir aus der Luft gegriffen.

    In wieweit sind denn schon Vorbereitungen für den Abriss der FH (ab Okt. 2017) eingeleitet worden? Werden nicht längst schon die Grundstücke des FH-Geländes vermarktet?
    Lässt sich der Abriss der FH überhaupt noch stoppen, selbst wenn das Gericht zugunsten der "Neudenker" entscheiden würde? huh:)

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Potsdamer Neuste Nachrichten (PNN) berichtet in Ihrer heutigen Ausgabe. Wenn das Verwaltungsgericht die Entscheidung des Stadtparlaments zum Bürgerbegehren anzweifelt, könnte der Bürgerentscheid doch noch kommen. Für uns im Forum eigentlich keine wirkliche Neuigkeit aber noch einmal eine nette Zusammenfassung der Tatsachen.


    http://www.pnn.de/potsdam/1145071/

  • Neu war an diesem Artikel in der PNN:


    - dass das Verwaltungsgericht die Klage angenommen hat (so eindeutig, wie von der Stadtverwaltung dargestellt, scheint die Sache nicht zu sein) und
    - dass am 2. März 2017 darüber erstmalig verhandelt wird.


    Die Fachhochschule zieht nach eigenen Angaben Ende September 2017 aus dem Areal aus, da der Neubau am FH-Campus an der der Kiepenheuerallee erst Ende September fertiggestellt sein soll. Bauherr ist dort das Land Brandenburg, weshalb die Stadt Potsdam keinen Einfluß auf den Umzug und die Fertigstellung hat.


    Was die Vermarktung der Grundstücke betrifft müssten sich erstmal die Stadtverordneten dazu durchringen, einen Beschluß zu fassen. Dies steht am 25. Januar 2017 in der SVV mal wieder zur Debatte. Es sollen ja Bieter, die Wohnungen unterhalb des Mietpreises des Mietspiegels anbieten bei der Vergabe bevorzugt werden, um dem Abbruch der FH einen sozialen Anstrich zu geben.


    Am 9.1.17 versucht die SVV zudem in einer Sondersitzung nach wieder einen Beigeordneten für Bauen zu wählen. Bevor die Vorgaben der SVV nicht beschlossen sind nimmt der beauftragte Sanierungsträger, der teilweise personenidentisch mit der Leitung der kommunalen Immobileinholding Pro Potsdam ist, nurmehr Interessenbekundungen an und heftet diese ab. Bis zum 2.3.17 passiert also nichts, was nicht rückgängig zu machen ist.


    Sollten sich die Stadtverordneten am 25.1. einigen (die Rathauskoalition hat sich aufgelöst und die Rumpfkoalition von SPD und CDU keine eigene Mehrheit mehr) und das Gericht dem OB Recht geben wird wohl zu Ostern ausgeschrieben (erfahrungsgemäß dauert aber alles länger). Der Abriß der FH ist momentan für Oktober geplant. Sollten sich die SVV nicht einigen, passiert eh' nix.


    Sollte das Gericht aber den Neudenkern Recht geben (die haben einen verdammt guten Anwalt) wird im Sommer über die Frage abgestimmt ob die Stadt die FH oder Teile dieser verkauft. Da gibt es richtig Wahlkampf und ein Hauen und Stechen. Die Stadt darf dann natürlich nichts mehr unternehmen, was einer Annahme des Bürgerbegehrens entgegen steht.

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    Richard David Precht

  • Ich hätte mir für Potsdam 2017 gewünscht,das es diese Neudenker(eher Querdenker)nicht mehr gäbe.Aber Wünsche gehen nicht immer in Erfüllung.Auch Zukünftig muss Potsdam mit solchen streitlüsternen :aufdenkopf: Mitbürgern leben und umgehen.Leider!


    ,,Die meisten Menschen neigen von Natur zu absprechenden und entschiedenen Behauptungen,sie sehen die Gegenstände nur von einer Seite,denken nicht an die Gegengründe und erfassen so die ihnen zusagenden Grundsätze mit Heftigkeit und ohne Nachsicht für die,welche anderer Ansicht sind." David Hume

  • Lang haben wir darauf gewartet und heute ist es soweit: Hasso Plattner wird Ehrenbürger der Stadt Potsdam.


    "Hasso Plattner, Mitbegründer des Softwarekonzerns SAP, mehrfacher Milliardär und Mäzen, erhält ab 13 Uhr die Ehrenbürgerwürde der Stadt Potsdam."


    Potsdamer Neuste Nachrichten (PNN) hat sich aber nicht nur in diesem einen Bericht mit Hasso Plattner und dem Museum Barberini beschäftigt, sondern ist heute bei der Eröffnung des Museums LIVE dabei! Also einfach mal die heutige Online Ausgabe durchblättern.

  • Komische Ansichten. Das kann doch zu Fritzens Zeiten niemand gewollt haben. Wer klar denken kann, muss einfach feststellen: Nee, so geht's nicht. Und so haben sicher auch die gewählten Damen und Herren Stadtverordneten gedacht, als sie meinten: Der FH-Bau gehört hier nicht hin! Die Mädels und Jungs von der FH bekommen deshalb einen wunderschönen Neubau geschenkt und die Potsdamer ein neues Wohngebiet.



    Mehr Kommentar brauchts hier nicht. Die Bilder sprechen für sich...

    Fotos: Autor, 20.01.2017

  • Komische Ansichten. Das kann doch zu Fritzens Zeiten niemand gewollt haben.

    Bestimmt nicht, das Entscheidende ist jedoch, dass dieses FH Gebäude auch zu unseren heutigen Zeiten potthässlich und stillos ist.


    Wenn die Ansicht wenigstens komisch wäre, der Anblick des Fremdkörpers, der das Ensemble verunstaltet, macht eher traurig.

  • Abgesehen von dem hoffentlich bald abgerissen Schandfleck FH, merkt man, dass erst der Figuirenschmuck des Stadtschlosses dieses als Gesamtkunstwerk vollends erst wahrnehmen wird können.


    Der Alte Markt - nach Abriss der FH sowie der Staudenplatte sowie Rückkehr der Stadtschlossfiguren - wird einmal zu einem der schönsten Plätze Europas gehören, worauf die Potsdamer und mit ihnen vor allem die Mäzene a la Plattner, Jauch & Co durchaus stolz sein können!


    Kann man schon eine Prognose abgegeben, ab wann der AM als Gesamtkunstwerk wahrgenommen werden kann?

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Vor einiger Zeit hatte ich den "Staudenhof" schon einmal vorgestellt.


    Inzwischen wurden hier auch Migranten untergebracht. Dazu hatte die Stadt Wohnungen (Zwei bis vier Zimmer) angemietet.


    Da in den Medien fast immer nur die schönen Seiten gezeigt werden, möchte ich hier mal die Kehrseite der Medaille darstellen. Natürlich sind die Ansichten nicht sortiert, das Gebäude wurde auch bisher nicht saniert. Das ist nun mal deutlich sichtbar.


    Vergessen wir an dieser Stelle aber auch nicht: Wenn der Bau saniert ist, sind mit Sicherheit die Mieten nicht mehr die selben. Ob dann noch alle bisherigen Mieter hier wohnen wollen? Vielleicht ziehen dann alle die besserverdienenden heutigen Kritiker hier ein. Die können sich´s leisten...


    x
    Fotos: Autor, 20.01.2017

    ____________________
    Meine Video-Sammlung: https://www.youtube.com/user/MrPotsdamfan/videos

    Edited 2 times, last by potsdam-fan: Auf Grund einzelner Beschwerden wurden die hier als Dokumentation und zur Veranschaulichung eingestellten Bilder von mir ersatzlos gelöscht. Danke für die nette Diskussion... ().

  • Schon ein arger Kontrast! Hochkultur und quasi Slums ein paar Meter voneinander entfernt. Da treffen Welten aufeinander.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Na Slum ist anders, aber von Wohnblocks in der Art gibt es Tausende, auch wenn der Name "Staudenhof" eine Einzigartigkeit suggeriert.
    Von daher gibt es keinen Grund ihn für die Ewigkeit zu konservieren und die Wiedergewinnung der Altstadt zu blockieren.

  • @potsdam-fan
    Danke für die Bilder des Staudenhofs.
    Die Nahaufnahmen von einzelnen Balkons finde ich offen gesagt aber nicht gut, weil es zu sehr in die Privatsphäre der Bewohner geht. I.Ü. sind sie auch nicht nötig, der Gesamteindruck ändert sich dadurch nicht.
    Also ich wollte nicht, dass ein Unbekannter gezoomte Bilder von meiner Terasse oder einem Fenster knippst - und dann noch in das Web einstellt - und ich denke vielen geht es genauso.

  • Was für ein wohlklingender Name,,Staudenhof".Aber nur der Name.Das Gebäude ist schon sehr ernüchternd.
    Von den Altmietern der ersten Stunde (1971/72)wird es noch vielleicht eine Handvoll dort geben,der überwiegende Rest sind Sozialhilfeempfänger und Migranten die in den letzten Jahren dort einquartiert wurden.Der Durchschnittspotsdamer wird in diesem Block sicherlich nicht mehr wohnen.Das dieser schlechte soziale und architektonische Zustand direckt an einem Wahrzeichen Potsdams(Nikolaikirche)nicht ewig Bestand hat ,liegt auf der Hand.
    Ewigen Bestand hat er nur für diese sogenannten,,Neudenker" die letztendlich alles aus DDR Zeiten städtebaulich beim Alten belassen wollen.Nur eben Aufgehübscht.

  • Tja, das zeigt doch nur dass die "Neudenker" in Wirklichkeit ziemlich reaktionäre "Altdenker" sind, die offensichtliche städtebauliche Fehlentwicklungen und Scheußlichkeiten auf Ewig konservieren wollen, ohne Sinn und Verstand. Aber linke Ideologie und Preußenhass blockieren eben offenbar das rationale Denken bei diesen Typen.
    Es bleibt zu hoffen dass das Verwaltungsgericht im März den Spuk der Altdenker endgültig beendet, alles andere wäre eine Katastrophe und ein massiver Faustschlag insbesondere in das Gesicht von Plattner und natürlich auch allen anderen, die sich seit Jahren um eine Revitalisierung dieses Quartiers aus der sozialistischen Tristesse bemühen. :augenrollengruen:

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  • Vielleicht sollte man den "Potsdamer Mitte neu denken" Anhängern die FH, das Rechenzentrum, den Staudenhof und als Bonus das Interhotel einfach schenken. Sie müssen es nur recht zeitnah zurückbauen einpacken und mitnehmen. Dann können sie sich ein "Neu-Potsdam" vor den Toren der Stadt ganz nach ihrem Geschmack errichten. Mit einer "neuen Mitte" und genug Platz für ihre irrealen Ideen. Ein geeignetes Plätzchen im märkischen Sand wird sich doch finden lassen. Schliesslich soll hier jeder nach seiner Facon......
    Nee, mal im Ernst - man sollte diesen Neudenkern nicht zuviel Beachtung schenken und ihnen die Grundlage für Diskussionen nehmen indem man sie mit Fakten konfrontiert.

  • @ newly: ich finde die Bilder des "Staudenhof" nicht schlecht, denn nur so erkennt man den starken Kontrast von Staudenhof und Fachhochschule gegenüber dem Landttags(stadt)schloss und dem Museum Barberini.


    Übrigens sind Fotos von Bauwerken und Außenansichten von fremden Anwesen und deren Verwertung grundsätzlich erlaubt - allerdings nur von einer öffentlichen Straße aus, inklusive Fahrbahn und Gehweg, nicht aber von einem Privatgrundstück. Und so kann ich bei "potsdam-fan" kein Vergehen erkennen obwohl ich dich, wenn du Bewohner wärst, auch verstehen könnte.

  • ich finde die Bilder des "Staudenhof" nicht schlecht, denn nur so erkennt man den starken Kontrast von Staudenhof und Fachhochschule gegenüber dem Landttags(stadt)schloss und dem Museum Barberini.

    Das nützt nur leider nicht viel, jeder der nicht - wie die selbsternannten "Neudenker" - vollkommen ideologisch verblendet oder total vollgekifft ist kann das erkennen. Trotzdem hat es diese kleine laut krakeelende Anarchotruppe geschafft, die Zukunft des Alten Marktes von einer Verwaltungsrichterstimme abhängig zu machen. :kopfschuetteln:

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  • @ newly: ich finde die Bilder des "Staudenhof" nicht schlecht, denn nur so erkennt man den starken Kontrast von Staudenhof und Fachhochschule gegenüber dem Landttags(stadt)schloss und dem Museum Barberini.


    Übrigens sind Fotos von Bauwerken und Außenansichten von fremden Anwesen und deren Verwertung grundsätzlich erlaubt - allerdings nur von einer öffentlichen Straße aus, inklusive Fahrbahn und Gehweg, nicht aber von einem Privatgrundstück. Und so kann ich bei "potsdam-fan" kein Vergehen erkennen obwohl ich dich, wenn du Bewohner wärst, auch verstehen könnte.

    Es geht ja (wie geschrieben) nicht um die Bilder vom Gebäudekomplex des Staudenhofes als solchen, sondern um die herangezoomten Nahaufnahmen einzelner Balkone.


    Dabei ist es sicherlich nicht so, dass man "nur so ...den starken Kontrast von Staudenhof und Fachhochschule gegenüber Landttags(stadt)schloss und dem Museum Barberini"...erkennt
    zumal kein Passant - ohne Zoomfunktion einer Kamera, eines Fernglases o.ä. - sie so jemals wahrnehmen kann.
    (umgekehrt würde dies ja bedeuten, dass es eigentlich gar kein Problem gibt, da die "starken Kontraste" ohne technische Hilfsmittel nicht wahrnehmbar sind).


    Es sollte sich vielleicht jeder einmal selbst fragen, ob man es will, dass vom eigenen Balkon oder der eigenen Terasse von Fremden Nahaufnahmen angefertigt werden, und persönliche Gegenstände wie aufgehängte Wäsche so herangezoomt werden, dass sie im Focus stehen und dann im Web landen.
    Die Praktizierung der "Goldenen Regel" ("Was man nicht will, dass man dir tu...") würde schon reichen - und sollte natürlich auch für die Bewohner solcher Sozialwohnungen in einem ungeliebten Gebäude gelten.