Potsdam und seine historische Mitte

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    • Zum Staudenhof hatte ich hier bislang lediglich mitgeteilt, wer ihn wann gebaut hat. Reine Fakten, keine Propaganda. Was es darüber hinaus zu diesem Gebäude zu sagen gibt, haben andere hier bereits mehrfach mitgeteilt. Das muss ich nicht nochmal wiederholen.

      Konstantindegeer wrote:

      Rastrelli, das Schöne an Lokaldiskussionen ist ja, daß man die Fakten schnell überprüfen kann. Die Rolle des NS-OB Friedrichs ist häufig beschrieben worden und nicht einmal kommunistische Geschichtsschreiber testieren ihm in puncto Stadtgestaltung nachhaltig Schlechtes. Die These Friedrichs arbeitete "intensiv auf die Zerstörung [...] der Potsdamer Altstadt hin" ist abseitig.
      Diese These habe ich nicht aufgestellt. Ich sprach von "Nazidiktatur" und "Regime" und meinte damit die große Politik, die damals bekanntlich von einem gewissen Adolf H. bestimmt wurde. Und bei "Zerstörung" dachte ich natürlich nicht an irgendein städtebauliches Kleinklein, sondern an den Zweiten Weltkrieg. Die Fakten hierzu sollten hinlänglich bekannt sein: Wer ihn ab wann vorbereitet hat, wer ihn wann begonnen und mit welchen Mitteln geführt hat.

      Ich finde es erstaunlich, dass manche hier konkrete Leistungen einzelner Personen während der NS-Zeit differenziert zu würdigen verstehen (was ich prinzipiell richtig finde), aber sobald die Sprache auf die DDR kommt, völlig verkrampfen.
    • Unsinn, da verkrampft niemand - nur gehören die Sprengung von Stadtschloß, Palast Valmarana, kurz das Abräumen fast des gesamten Alten Marktes, die Neu-Anlage einer 6 bis 8-spurigen Hauptverbindungsstraße durch die Altstadt und damit die Zerstörung des Gründungsraumes Potsdams nicht zu den Glanzlichtern des DDR-Städtebaus.

      Natürlich muß man auch die DDR-Geschichte differenziert betrachten, allerdings fällt das angesichts der großen Abräumaktion schwer.

      Da hilft es nur wenig festzustellen daß Details bspw. des alten IfL/FH-Gebäudes schöner waren als die meiste zeitgenössische Architektur zusammen.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Da kann ich Konstantindegeer nur zustimmen.

      Wer sich rücksichtslos gegenüber anderen verhält, der darf sich nicht wundern, dass man sich eines Tages auch rücksichtslos gegenüber ihm verhält. So geschehen mit dem sozialistischen Stadtzentrum Potsdams... Das Umschreiben der eigenen Geschichte hat noch nie funktioniert... irgendwann holt sie einem wieder ein...
    • ^ Das ist ein sehr wichtiger und richtiger Ausspruch campus soli. Könnte ich fett eingerahmt an jedes ostdeutsche Rathaus hängen, insbesondere in meiner Heimatstadt Neubrandenburg!


      Ebenfalls dazu passend, das Zitat in Konstantins Signatur darüber:

      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“
      George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Rastrelli, ich sagte ja schon einmal, daß das Schöne an lokalen Diskussionen ist, daß man es überprüfen kann. Du reproduzierst hier entweder vorsätzlich oder fahrlässig-naiv SED-Propagande der feinsten Sorte. Aus Potsdam kannst du nicht kommen - so platt würedn das nichtmal Sozialisten behaupten weil sie wissen, daß es unwahr ist.

      Der SED-Magistrat hat eben nicht nur "Kriegsruinen abgeräumt", sondern in der Mitte viele wiederaufbaufähige, teilweise sogar noch genutzte und noch völlig intakte Gebäude gesprengt um ein "sozialistisches Zentrum" mit Aufmarschstrecke nach Vorgaben aus Berlin zu errichten. Das geht aus den Akten des Politbüros einwandfrei hervor.

      Die Liste der nutzbaren und reparierbaren Gebäude haben die DDR-Denkmalpfleger selbst verfasst (siehe Dokument unten) und die Stadtverwaltung hat sich mit Rückendeckung aus Berlin aus rein politischen Gründen darüber hinweg gesetzt. Die FDJ zog im Wahn los und sägte die Bittschriftenlinde um.

      Das war kein Aufräumen der Kriegsruinen sondern eine systematische Aktion gegen die barocke Stadt und den "Geist von Potsdam" - fast 20 Kilometer barocke Fassaden wurden abgebrochen, beileibe nicht nur zerstörte. Was ist denn mit dem Stadtschloß? Mit der Fassade des Palastes Valmarana? Mit dem Palast Burlington? Mit den Bauten an der Breiten Straße, wo heute das Studentenwohnheim steht? Mit den Bauten auf dem heutigen Areal der IHK? Das stand doch überwiegend noch und wurde genutzt. Nein, es handelte sich hier um klare, vorsätzliche Kulturbarberei.

      Die Einschätzung des Instituts der Denkmalpflege der DDR aus den 1950er Jahren (der politischen Rechtsaussen-Lastigkeit wohl unverdächtig). Zur Lesbarkeit sei ggf. das Verzeichnis des Koll. Arlt empfohlen, das die politischen Straßennamen entsiegelt. Hier das Dokument:









      Quelle: Bundesarchiv, SED-Akten, Politbürositzungen
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Rastrelli wrote:

      ... Ich sprach von "Nazidiktatur" und "Regime" und meinte damit die große Politik, die damals bekanntlich von einem gewissen Adolf H. bestimmt wurde. Und bei "Zerstörung" dachte ich natürlich nicht an irgendein städtebauliches Kleinklein, sondern an den Zweiten Weltkrieg.

      ...
      Ich meinerseits empfinde es immer wieder erstaunlich, wie die unbeabsichtigten Folgen oder die billigend in Kauf genommene Zerstörung im Krieg höher gewichtet wird, als die vorsätzliche, völlig beabsichtigte Zerstörung zu DDR-Zeiten. Meiner Meinung nach sind das zwei unterschiedliche Qualitäten.

      Oder will jetzt Rastelli auch noch behaupten, dass die Nazis die Zerstörung Polsdams willentlich betrieben, obwohl sie doch, nach linker Ideologie, sich als die Erben Preussens ausgaben...

      Um noch mal ein anderes Bild zu gebrauchen: im deutschen Strafgesetzbuch ist die billigende Inkaufnahme mit Todesfolge Totschlag. Jedoch der Tod mit Vorsatz Mord.

      Und dann noch andererseits selbst wissentlich oder unwissentlich weiterhin DDR-Propaganda bezüglich angeblich abgeräumter Kriegsruinen weiter verbreiten.

      Luftpost
      Wenn Bilder nur in absoluter Verfügungsgewalt des Forums geduldet werden, gibt's halt keine Bilder mehr. Natürlich auch keine alten Bilder ...

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    • ...und wieder einmal fühle ich mich genötigt, den DDR-Denkmalschützern der 50er Jahre Respekt zu zollen (Danke für das Dokument, Konstantin!)

      Was da insbesondere in Berlin und Potsdam oft geleistet und gewagt wurde, um gegen den Willen und die Macht der neuen Herren wertvolle Architektur zu retten, finde ich beeindruckend. Es hätte mehr Erfolg verdient gehabt!
      _______________________________________
      Gutmensch = Gut gedacht, nicht nachgedacht, schlecht gemacht
    • @Spreetunnel Danke für das Update um das ich gebeten hatte bevor das hier mit dem Herrn Rastrelli etwas eskaliert ist. :kopfschuetteln:

      Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben aber die Brauerstraße 1 kann ganz gut passen, wenn man bei der Fassade nicht auf den letzten Metern noch ganz gravierende Fehler im Bezug auf Plastizität und Materialität macht. Brauerstraße 2 hat mir in der Visualisierung schon ganz gut gefallen. Hoffentlich wird die leicht klassizistische Fassade von Stella auch so umgesetzt. Ab Brauerstraße 3 kann man das vergessen.

      Im Allgemeinen bin ich aber etwas erstaunt wie langsam es da vorran geht. Das der Innenausbau lange dauert ist ja klar. Aber ich hätte erwartet, dass man mit den Fassaden schon weiter wäre.
    • Knobelsdorfff92 wrote:

      die Brauerstraße 1 kann ganz gut passen, wenn man bei der Fassade nicht auf den letzten Metern noch ganz gravierende Fehler im Bezug auf Plastizität und Materialität macht
      Absolut! Viel, viel besser als gedacht. Ich fände es sehr schön, wenn kein Alpinaweiß als Anstrich kommt, sondern ein warmer Farbton, passend zum Barberini. Vielleicht mal eine erdige, helle Kaffeefarbe (fast Ocker), die sich aber dennoch vom Nachbarn abhebt.
    • erbse wrote:

      Ich fände es sehr schön, wenn kein Alpinaweiß als Anstrich kommt
      Also in den Blöcken III, IV und (evtl.) V ist komplett Weiß nicht vorgesehen. Ich denke mal, dass diese Regelung auch bei der Brauerstraße 1 Anwendung finden wird, da die Fassade den Alten Markt ja noch optisch tangiert. In der Regel sollen die Fassaden der neuen Mitte in Pastell-Tönen gehalten sein. Ich gehe also von einem Anstrich in Anthrazit, Beige oder Ocker aus. Aber ich will mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Der Mann der alle Reglements kennt ist @Konstantindegeer . ;)
    • Für die Farbgestaltung ist reiner.roczen@rathaus.potsdam.de zuständig. Herr Roczen bestimmt innerhalb des Denkmalbereichs historischer Stadtkern alle Farbtöne für die Fassaden. Diesen auszuweisen war die letzte Großtat des leider vor einem Jahr pensionierten Denkmalpflegers Andreas Kalesse (bis heute ist sein Posten nicht besetzt und die Stadt hatte seiner Bitet auf Verlänegrung der Amtszeit nicht entsprochen).

      Bitte Herrn Roczen auch nochmal schreiben, daß keine grellweißtöne à la Bauhaus gewüsncht sind. Der Mann steht sehr auf Pastelltöne... Hier der Kontakt.

      Farbtöne...
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Mann Konstantin, soll nun die Emailadresse von dem werten Herrn zugespammt werden? Vom Datenschutz und informationeller Selbstbestimmung will ich gar nicht erst reden. RAUS DAMIT!

      Ich nenn hier auch nicht Deinen Klarnamen! MANN!
      Luftpost
      Wenn Bilder nur in absoluter Verfügungsgewalt des Forums geduldet werden, gibt's halt keine Bilder mehr. Natürlich auch keine alten Bilder ...
    • @Luftpost der Zusatz "@Rathaus.Potsdam.de" deutet für mich darauf hin, dass das eine öffentliche Dienstadresse des Mannes ist, die mit Sicherheit auch irgendwo im Internet öffentlich zugänglich ist. Selbst wenn @Konstantindegeer die Adresse hier raus nähme kann man Ihm den hinweis nicht verwehren sich an den Herrn Roczen zu wenden und die Adresse selbst zu recherchieren. Wer beim Rathaus arbeitet muss sich auch Anfragen von Bürgern gefallen lassen und sich darauf einstellen.
    • Was ist denn mit Dir los, Luftpost? Die Emailadresse ist die offizielle Adresse eines Mitarbeiters der kommunalen Denkmalpflege, der in unserem Auftrag tätig und mit unserem Geld bezehlt wird. Die Adresse findet sich auf den Seiten der Stadt.

      Es ist doch das normalste der Welt daß sich Bürger mit ihrem Anliegen den die zuständigen Bearbeiter der Stadt wenden. Was für ein Datenschutz soll den da gelten - es nicht ja nicht wie beim AStA der HUB, wo die Referenten nicht genannt werden dürfen, weil sie fortgesetzt Straftaten begehen.

      Im übrigen, Luftpost, hast Du nichtmal meinen Kontaktlink angeklickt, wo die Stadt die zuständigen in der Denkmalpflege vorbildlich benennt und ebenfalls zum Bürgerkontakt auffordert.

      Also: es ist von allen Seiten (bis auf Luftpost) der Kontakt der Bürger und der Mitarbeiter des Rathauses gewünscht. Woher soll Herr Roczen denn unsere Ansichten kennen, wenn wir ihm nicht schreiben. Alle Erfolge von Mitteschön gehen auf direkte, gezielte und personenbezogene Überzeugungsarbeit (ich sage immer "Zwangsberatung", aber das ist natürlich zynisch) zurück.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Konstantindegeer wrote:

      Alle Erfolge von Mitteschön gehen auf direkte, gezielte und personenbezogene Überzeugungsarbeit (..) zurück.
      Sage ich immer wieder! Es geht nur im direkten und respektvollen Austausch. Miteinander. Glauben mir immernoch nicht alle, doch eines Tages... :)