Potsdam und seine historische Mitte

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    • @UrPotsdamer

      du kannst dir deinen Sarkasmus ruhig sparen. Wenn man eine neue Bundesstraße, egal wo in der Stadt baut, wird es immer negative Aspekte geben. Eine Lösung, die alle zufrieden stellt und null Nachteile hat, die kann es in einem besiedelten Gebiet gar nicht geben.
      Die Bäume könnte man dann problemlos an die Breite Straße versetzen und dort sogar noch weitere Bäume pflanzen. Und ja, die Bewohner in der Kiezstraße würden belastet, das ist nicht schön, dafür würden alle Anwohner der Breiten Straße (allein die ganzen Studenten in ihrem Wohnheim) entlastet. Aber es ist wie überall in Deutschland, alle wollen Neue Energien, aber die Leitungen und die Windräder bitte beim Nachbarn, nicht bei mir. Die Gesellschaft ist teils so zynisch und voller Doppelmoral geworden, dass es einen manchmal echt anekelt.
      Deutschland war mal das Land der Dichter und Denker, wir sind mal Risiken eingegangen, haben revolutionäre Technologien entwickelt. Ein neues System wie die Eisenbahn könnte man in Deutschland heute doch gar nicht mehr bauen, denn die ganzen Ökologen, die ständig den öffentlichen Nahverkehr in den Himmel heben, wären doch die ersten, die neue Bahntrassen verhindern würden.
      Aber was soll man sich aufregen, man lässt eben alles, wie es ist, nur dreht sich die Welt um uns weiter. Und während wir für 10 Mio die nächste Krötenbrücke über die ach so böse Autobahn mit dem ach so bösen Diesel bauen, ist man in China schon mit künstlicher Intelligenz am Werke. Nur das will in Europa keiner wahrhaben, weil .. ja, wir müssen ja unsere Kastanien schützen und es könnte vorm Haus ja etwas zu laut sein :gehtsnoch:
      APH - am Puls der Zeit

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    • Nein, Apollo, das ist falsch. Auch nicht jede Kritik an deinen Ideen, die in Potsdam ja nun seit 15 Jahren diskutiert werden (auch deine Ideen sind schon vor 10 Jahren vorgebracht worden) hat gleich mit der Diesel-Krise oder der KP Chinas zu tun. Wenn Du etwas politisch verändern willst musst Du schon geduldiger werden und im übrigen nicht zu jedem Thema gleich den ersten Mist raushauen, der Dir einfällt.

      Deshalb systematisch:

      1. Ein Tunnel wurde mehrfach verworfen. Dieser müsste durch den sumpfigen Boden gebaut werden und über einen Kilometer lang sein. Das kann keine Stadt Potsdam bezahlen. Auch das Land will das nicht aufbringen. Zudem ist das Problem bei Straßentunnels stets der Tunnelmund, der in der Regel antiurban ist. Das will auch niemand.

      2. Der beschriebene Weg durch den Lustgarten (Stummel-ISES genannt, wenn nur am Lustgartenwall entlang) löst das Problem nicht, sondern verlagert nur den Verkehr um 50-100 Meter. Der Lustgarten bleibt genauso unattraktiv, trotzdem müsste eine neue KfZ-Brücke gebaut werden. Zudem fallen die Parkplätze für die Weiße Flotte und das Barberini weg. Das macht keinen Sinn.

      3. Die ISES (Innerstädtische Entlastungs-Straße) führt im Plan über das Areal des Bauministeriums. Die wollen kein Stück abgeben. Die ISES würde die Stadtkanaltrasse kreuzen und einen Wiederaufbau dort verunmöglichen. Und durch die Kietzstraße wird der Durchgangsverkehr sicher nicht geführt: da steht alles - auch der Mittelstreifen und die Bäume - unter Denkmalschutz. Also auch keine Option.

      Zusammengefaßt kommt man immer zum gleichen Ergebnis: 55.000 Autos am Tag passen nicht durch eine 1000 Jahre alte Altstadt. Deshalb muss mindestens die Hälfte woanders langfahren oder ihr Auto stehen lassen.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Ich wüsste ja doch gern mal, wo in Deinen Augen, lieber @Apollo, der Vorteil liegt, wenn man eine historisch beinahe völlig intakte Bausituation wie in der Kiezstraße mutwillig zerstört, um eine verlorene Bausituation wie in der Breiten Straße zu rekonstruieren. Das wäre denkmalpflegerischer Kannibalismus.
      Und es hat nichts mit NIMBY (Not in my back yard) zu tun - denn unterm Strich wird ja dadurch nichts besser. Es würden genauso viele Menschen wie vorher an einer Autobahn leben, es würde genauso viel Feinstaubbelastung geben - aber eine historische Straße wäre zerstört.
    • Wie "Konstantin" schon geschrieben hat, kommt eine Straßenumlegung oder Untertunnelung derzeit nicht in Frage. Schon früher hat er einmal geschrieben, dass der Lustgarten keine Aufenthaltsqualität wegen der vielen Autos in unmittelbarer Nähe habe. Dennoch könnte man meiner Meinung nach die Aufenthaltsqualität verbessern, indem man die jetzigen Wiesen einfach wieder dichter bepflanzt und somit optisch stärker von der Hauptstraße abgrenzt. Auch hinsichtlich Lärm und Feinstaub wäre das eine Aufwertung. Es gibt ja viele Grünanlagen, die sich in der Nähe von Hauptstraßen befinden, durch geschickte Bepflanzung aber durchaus dazu genutzt werden, mal ein Päuschen auf der Parkbank einzulegen. Andernfalls wäre z.B. die Grünanlage am Frankfurter City-Ring eine ungenutzte Fläche, was aber nicht der Fall ist. Also, es bedarf in Potsdam umfassender gartenpflegerischer Maßnahmen, um die Situation real (und ohne Luftschlösser) in eine positive Richtung zu verändern.

      Ich verlinke mal Bilder der heutigen Situation und der ehemaligen Bepflanzung. Als Orientierungspunkt diene das Neptunbassin:

      Heute: goo.gl/images/sDwDSB

      1713, barocke Gestaltung: goo.gl/images/ERqq7W

      Englische Gestaltung: goo.gl/images/kNg7Bn

      Zumindest gab es ja Pläne zur Umgestaltung und Aufwertung. Vielleicht lohnt es sich für die Aktiven vor Ort, sich daran in Zukunft zu beteiligen und das Machbare zur Verbesserung herauszuholen.

      buergerbeteiligung.potsdam.de/…-lustgarten-abgeschlossen
    • Heimdall wrote:

      Wie "Konstantin" schon geschrieben hat, kommt eine Straßenumlegung oder Untertunnelung derzeit nicht in Frage. Schon früher hat er einmal geschrieben, dass der Lustgarten keine Aufenthaltsqualität wegen der vielen Autos in unmittelbarer Nähe habe. Dennoch könnte man meiner Meinung nach die Aufenthaltsqualität verbessern, indem man die jetzigen Wiesen einfach wieder dichter bepflanzt und somit optisch stärker von der Hauptstraße abgrenzt. Auch hinsichtlich Lärm und Feinstaub wäre das eine Aufwertung. Es gibt ja viele Grünanlagen, die sich in der Nähe von Hauptstraßen befinden, durch geschickte Bepflanzung aber durchaus dazu genutzt werden, mal ein Päuschen auf der Parkbank einzulegen.

      Genau das ist aber gestalterisch nicht gewollt sondern das Gegenteil: es soll der Zusammenhang zwischen Schloß, Leibreitstatt verstärkt werden, nicht das Trennende (was die Konsequenz einet solche Bepflanzung wäre). Und bei 55.000 Autos/Tag und dem dortigen Schallpegel mache ich auch mit "geschickter Bepflanzung" dort kein Päuschen, zumal mir am Barberini und am Hafen (Abschirmung durch das Mercure) und auf der Freundschaftsinsel viel schönere Plätze im direkten Umfeld zur Verfügung stehen.

      Hinzu kommt, daß die Stadt die Betonwüste in der Verlängerung der Priesterstraße (heute: Henning-von-Tresckow-Straße) noch fortwährend für jedes Proletenbesäufnis der Stadt nutzen will (Sommer-, Herbst- und Frühlingsfeste), darüber hinaus "Holländische Stoffmärkte" mit Chinawaren stattfinden und ansonsten dort kiffende Skater abhängen. Ein "moderner Volkspark" (Jann Jakobs) eben, kein königlicher Lustgarten.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Der einzige Ansatz ist eben Verkehrsreduzierung und Umgestaltung. Die Mautidee finde ich gut. Es gibt ja schon die Pförtnerampeln an der Stadtgrenze, die einfach nach einer bestimmten Zahl von Auto auf rot gehen. Deshalb gibt es natürlich einen Mordskrach mit den Nachbargemeinden, die jetzt den Stau bei sich haben.

      M.E. birgt der notwendige Neubau der Langen Brücke (nach bisheriger Planung 2022/3) die Chance, die Zahl der Kfz-Spuren auf insgesamt 2 zu verringern. Sanka/Feuerwehr fährt über die Bus/fahrrad/Strababrücke).

      Dann müsste man die namenlose Straße zur den Lustgarten mit zwei Spuren verringern und an den Grenzen zum Lustgarten klare optische Barrieren errichten (Havelkolonnade, Lustgartenzaun), die für den Kfz-fahrer deutlcih machen, daß das Auto hier nur zu Gast ist. Dafür müsste der Mastenwald raus (momentan sieht es von der Fahnentreppe aus wie an einem Grenzübergang), Betonplatten raus, zweispurige Straße nur mit Bordsteinbeleuchtung, der Rest begrünt.

      Diesen Schritt aber traut sich die Stadt nicht, weil sie den Volkszorn fürchtet.



      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Potsdamer Neuste Nachrichten (PNN) berichtet in der Ausgabe vom 08.02.2019, der Gewinner eines Kunstwettbewerbs steht fest und gestaltet die Fassade eines der Neubauten am Alten Markt. Der Baustart ist zum Jahresende geplant.

      pnn.de/potsdam/ehemaliges-fh-g…erb-gekuert/23967552.html

      Wenn man dieses Kunstwerk in weiß gestalten und anbringen würde, könnte man sich mit anfreunden aber in diesen starken schwarzen Farbton.
    • Wer ist jetzt "man"? Du meist dich, oder?

      Das Motiv mit der Flagge der Friedensbewegung im Topp ist provinziell-naiver Unsinn, der mit dem Ort, dem Haus und dem Motiv des Vorgängerschmucks (Stadtbrand) nichts zu tun hat. In Eisenhüttenstadt oder Pforzheim - okay. Aber in einer deutschen Landeshauptstadt...

      Mit der Farbe des Blechs hat das wirklich gar nichts zu tun. Zudem wird es ja nur von der Seite zu sehen sein, so daß eine Ausführung in 2D völlig daneben ist.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Für mich hängt die Akzeptanz dieses Scherenschnittes davon ab, wie einig sich die Mitglieder der Genossenschaft sind.

      Falls die Genossenschaft Karl Marx ein direkter Rechtsnachfolger irgendeiner Kolchose ist oder eines "VEB Sozialistischer Plattenbau Karl Marx" oder so, und falls die Mitglieder tatsächlich mehrheitlich dieser gescheiterten Ideologie anhangen, fällt dieses Kunstwerk m. E. unter die demokratische Freiheit. Schließlich ist nichts objektiv Anstößiges zu sehen, und ein Recht auf originale Reko hat ja auch niemand.

      Immerhin kann jemand, der so ein Kunstwerk im öffentlichen Raum befürwortet, nicht im gleichen Atemzug verlangen, dass beispielsweise der Kuppel des Berliner Schlosses ihr Kreuz vorenthalten wird.

      Sollten allerdings die Mitglieder dieser Genossenschaft in diese Entscheidung NICHT maßgeblich miteinbezogen worden sein, dürfen sie sich durch diese grün-linke Propaganda-Kunst zurecht missbraucht fühlen.
      _______________________________________
      Gutmensch = Gut gedacht, nicht nachgedacht, schlecht gemacht
    • Die Wohnungsbaugenossenschaft "Karl Marx" kann man googlen. Hier findest Du die Geschichte der Genossenschaft.

      Der Kunstwettbewerb ist von Vorstand ausgelobt und mit insgesamt € 5.000 Euro Preisgeld bedacht worden. Entschieden hat eine Jury unter dem Vorsitz der Künstlerin Anette Paul, die schon den Schriftzug "Ceci pas un chateau" am Stadtschloß realisieren durfte.


      Eine Abstimmung unter Genossenschaftsmitgliedern ist und war nie geplant.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Konstantindegeer wrote:

      Eine Abstimmung unter Genossenschaftsmitgliedern ist und war nie geplant.
      Auf der Webseite der Genossenschaft steht:
      Unsere Genossenschaft wird vom demokratischen Prinzip getragen. Jeder kann Mitglied werden und kann mitbestimmen.
      Sehr basisdemokratisch ist dieses Verständnis von Mitbestimmung somit also nicht gerade. Rein repräsentative Demokratie also. :zwinkern:

      Konstantindegeer wrote:

      Entschieden hat eine Jury unter dem Vorsitz der Künstlerin Anette Paul, die schon den Schriftzug "Ceci pas un chateau" am Stadtschloß realisieren durfte.
      Dann wundert mich gar nichts.
    • So weit so gut. Es besteht aber wohl die Gefahr dass man sich bei dem neu zu bebauenden Quartier nicht an den historischen Traufhöhen orientiert und womöglich damit die Maßstäblichkeit durcheinander bringt:

      PNN wrote:

      ... Als Alternative hat die Pro Potsdam zwei Neubauvarianten untersucht. Bei der ersten, etwa 31 Millionen Euro teuren Lösung würde der Staudenhof-Block abgerissen und durch ein Neubaukarree ersetzt, dass sich streng an den historischen Traufhöhen orientiert. In diesem Fall dürfte man nur maximal dreigeschossig bauen, was ebenfalls unwirtschaftlich wäre, erklärte Nicke.
      Favorisiert wird von der Pro Potsdam daher die zweite untersuchte Variante, die mit 39,5 Millionen Euro auch die teuerste ist. Dafür könne man aber sowohl Fördermittel für den Abriss des Staudenhofs als auch für den Neubau von sozialem Wohnraum akquirieren, sagte Nicke. Die Variante sehe eine überwiegend viergeschossige Bebauung, an der Straße Am Alten Markt sogar fünfgeschossige Bebauung vor.
      Das klingt nicht sonderlich gut. :augenrollengruen:
    • Na, der historische Alte Markt 13/14 war auch viergeschossig. Das muss nicht zwangsweise ein Problem sein. Im Block V gibt es nur eine Leitfassade: den Palast Capra.

      Alter Markt 13/14 (Hellmund-Piernsches Haus)



      Palast Capra (Palladio):

      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Die Luftaufnahme ca 1990/91von Konstantin zeigt ganz deutlich,wie stark der Alte Markt und seine nähere Umgebung in den 1960/70er Jahren städtebaulich bewusst radikal überformt (zerstört)wurde.Die Nikolakirche und Rathaus wirken da jetzt wie Fremdkörper in der eigentlich historischen Mitte.
      Und diesen städtebaulichen Misstand wollen jetzt tatsächlich bestimmte Kräfte der Stadt natürlich mit viel Getöse,dauerhaft erhalten.
      UNGLAUBLICH!!!