Potsdam und seine historische Mitte

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    • Das Vorbauen von Fassaden an sich bedeutet noch längst keine neuen Räume - diese ergeben sich erst, wenn auch die alten Fassaden abgebrochen werden. Und da darf man dann schon fragen, ob es nicht wirtschaftlicher wäre, das gesamte Gebäude abzubrechen und - dann mit neuer Fassade - neuzubauen. Im derzeitigen politischen Klima erfolgt aber sofort ein vielstimmiger Aufschrei, wenn vorhandene DDR-"Alt"bausubstanz abgebrochen wird (siehe Staudenhof). Ein bloßes Vorblenden unter Beibehaltung der vorhandenen DDR-Fassade würde aber die o.g. Belichtungsprobleme mit sich bringen. Es gibt also keine einfache Lösung.
      Dennoch bin ich natürlich für eine Wiederherstellung der alten Straßenflucht... Aber das ist momentan vielleicht nicht das vordringlichste Problem. Wesentlich drängender empfinde ich die Situation hinter dem Alten Rathaus. Der Winkel zwischen Brauerstraße und ehem. Scharrenstraße ist momentan völlig ungestalt und macht den von mir oben beschriebenen Effekt in der Brauerstraße zum Teil zunichte - zur Havel hin wieder eine Straßenfront, auf der anderen Seite eine groteske Mischung aus Parkplatz und Hinterhof. Kern des Problems ist der Theatersaal, der - soweit mir bekannt - ohnehin kaum mehr genutzt wird, aber das Grundstück ziemlich belegt. Würde dieser abgebrochen, könnte man eine Neugestaltung der Situation dort angehen...
    • Der ehemalige Theatersaal im Alten Rathaus
      ist grundlegender Teil des Konzeptes des Potsdam Museums. Schließlich heißt das "Potsdam Museum- Forum für Kunst und Geschichte". Selbiger Saal wird als Forum regelmäßig genutzt. Im übrigen befinden sich darüber und darunter Ausstellungsräume. Schließlich wurde das gesamte Gebäude, inkl. Saal, gerade saniert. Und der Förderverein wünscht weitere Ausstellungsräume. Ein Abbruch ist illusorisch.

      Dennoch ist die Platzkante des Blücherplatzes städtebaulich völlig desolat und ungelöst. Ein Platzkanten-schließender Anbau am Museum, in der Kubatur der damaligen Gebäude an diesen Positionen der Scharrenstraße und Brauerstraße, würde das Problem lösen und wären der Ausstellungszugewinn des Musems. Wiederherstellungen dieser Fassaden müssen vehement eingefordert werden...

      Luftpost
      Brandenburgische Bauordnung
      § 8
      Gestaltung
      (1) Bauliche Anlagen sind nach den anerkannten Regeln der Baukunst durchzubilden und so zu gestalten, dass sie nach Form, Maßstab, Verhältnis der Baumassen und Bauteile zueinander, Werkstoff und Farbe nicht verunstaltet wirken.
      (2) Bauliche Anlagen sind mit ihrer Umgebung derart in Einklang zu bringen, dass sie das Straßen-, Orts- oder Landschaftsbild nicht verunstalten oder deren beabsichtigte Gestaltung nicht stören.
    • Wenn ich den alten Plan richtig lese, gab es zur hinter dem Alten Rathaus verlaufenden Waagegasse ohnehin keine Fassade - man könnte nach Norden (zur Scharrenstraße hin) einen neuen Anbau mit alter Fassade errichten, der zusätzliche Ausstellungsfläche und einen modernen Vortragssaal enthält, und dafür dann den jetzigen Anbau abbrechen. Dies würde wiederum Platz für eine Rekonstruktion (oder auch moderne Gestaltung) der alten Straßenflucht bieten. Der entstehende Hof könnte - wie schon seine Vorgänger - zur Waagegasse hin offen bleiben und z.B. zur Ausstellung von Großobjekten genutzt werden - oder auch ganz banal zur Anlieferung für Museum und Restaurant, Mülltonnen, Dienstparkplätze etc.
      Kniffliger wird dann die Bebauung des Dreiecks zwischen Waagegasse, Scharrenstraße und Brauerstraße - zumal das Gegenüber nach Norden fehlt. Hier ist der Königsweg vielleicht, die Fläche zunächst freizulassen (ggf. markiert mit Zaun oder niedriger Mauer), bis die Umgebungssituation geklärt ist. Für die Brauerstraße ist das etwas unbefriedigend...
    • Ich finde das diese Uhrzeit schon sehr wichtig ist, denn lange wurde um die Fachhochschule gestritten und es war zwischendurch für keinen klar ob das Gebäude nicht doch stehen bleibt. Aber heute, heute um 15.40 Uhr ist Schluss und der Rückbau des Gebäudes ist beendet.

      PS: die meisten der Forumsteilnehmer sind auf der einen oder anderen Art in den verschiedensten Formen berufstätig. Es darf doch wohl aber erlaubt sein, sich auf Termine zu freuen, vor allem wenn diese mitgeteilt werden. Ich habe mich auch gefreut als die Kellertorwache fertig gestellt wurde oder das Stadtschloss.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Meister Lampe ()

    • Meister Lampe schrieb:

      Ich finde das diese Uhrzeit schon sehr wichtig ist, denn lange wurde um die Fachhochschule gestritten und es war zwischendurch für keinen klar ob das Gebäude nicht doch stehen bleibt.
      Bitte? Der Beschluß zum Abbruch ist mit den Stimmen von Linkspartei, SPD, CDU, FDP, Grünen und Bürgerbündnis (95 % der SVV) gefällt worden und in 2017 und 2018 bestätigt worden. Man muss schon in einer sehr eigenen Welt oder wirklich weit weg leben um zu zu behaupten es sei "zwischendurch für keinen klar [gewesen], ob das Gebäude nicht doch stehen bleibt".

      Ob die letzte oberirdische Mauer nun eine halbe Stunde früher oder später fällt ist völlig irrelevant, reine Sensationslust oder Wichtigtuerei. Viel wichtiger wäre eine Debatte über das was kommen wird. Hier lesen wir hofefntlich auch von Meister Lampe viele streitbare Posts!
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • @ Konstantindegeer: ich vergleiche den Abbruch der Fachhochschule, mit dem möglichen Bau eines Denkmals in der Mitte Berlins.

      Zu dem Bau dieses Denkmals am Schlossplatz in der Mitte Berlins gibt es einen Bundestagsbeschluss von 2007 und 2009. Trotzdem ist dieses Denkmal bis zum heutigen Zeitpunkt nicht errichtet worden. Ganz im Gegenteil! Im Jahr 2017 wäre das Projekt fast begraben worden. Das Projekt wurde nur wieder auf die Tagesordnung gesetzt weil es einige starke Fürsprecher hatte. Das bedeutet, auch Besvhlüsse kann man nachträglich kippen.

      So lapidar zu sagen, es gibt einen Beschluss und der wird umgesetzt, das ist zu einfach. Gerne können wir auch noch über den Leitbau von Ungers Alter Post sprechen, das würde aber zu weit führen.
    • Das vom Bundestag beschlossene Denkmal für die friedliche Revolution - wie man auch immer dazu stehen mag - hat mit dem Abbruch des Potsdamer Lehrerbildunginstitutes rein gar nichts zu tun, nicht in Form, Größe, Bedeutung oder Funktion. Wenn du beides vergleichst müssten Dir die gravierenden Unterschiede beider Fälle offenbar werden.

      Das Grundstück der Alten Post von Unger lag und liegt außerhalb des Sanierungsgebietes "Potsdamer Mitte" und außerhalb des Bezugsrahmens des "integrierten Leitbautenkonzept" der Landeshauptstadt Potsdam. Die Alte Post war zu keinem Zeitpunkt ein Leitbau, auch keine Leitfassade. Insofern macht es mich völlig ratlos, was das mit dem Abbruch der ehem. FH zu tun haben soll.

      Mir ist klar, dass die Potsdamer Vorgänge für Außenstehende ggf. nicht ganz transparent sind. Gerade deshalb sollte man sich mit Postings zu dem Themenkreis zurückhalten - ich grätsch' auch nicht regelmäßig mit Halbwahrheiten und Fehlinformationen z.B. in das Frankfurt-Forum. Der Nächste greift den Unsinn wieder auf (z.B. dass die Alte Post ein Leitbau gewesen sein soll) und dann braucht es wieder ewig um diese Dinge aus der Welt zu schaffen.

      Deshalb, bitte, 1) SuFu im Forum nutzen, 2) potsdamermitte.de besuchen, 3) Sachverhalt mit Google o.Ä. prüfen. Und bitte nicht auf die juvenilen studentischen Mitabeiter der Lokalpresse verlassen, die zusätzlich allerlei Unsinn schreiben.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Natürlich gebe ich dir Recht, das das Denkmal für Einheit und Freiheit nichts mit dem Potsdamer Lehrstuhl oder der ehemaligen Fachhochschule zu tun hat. Ich wollte da auch nur zeigen bzw. sagen das es Beschlüsse gibt, die evtl. auch schon vor Jahrzehnten beschlossen worden sind aber dann doch nicht umgesetzt worden sind.

      Ich habe auch schon mehrmals deutlich gemacht, das sicher als Aussenstehender manchmal schwierig ist Zusammenhänge zu verstehen aber dann gibt es meistens Forumsteilnehmer die die entsprechende Aussage korrigieren oder richtig stellen.

      Mir zu unterstellen, dass ich regelmäßig Halbwahrheiten und Fehlinformationen ins Forum stellen würde bzw. in diese Richtung Aussagen treffe entspricht nicht der Wahrheit. Ich lasse mich gerne verbessern aber solche Behauptungen aufzustellen finde ich nicht gut.

      Im Übrigen ging es hier mal um ein Uhrzeit. Dieses Thema so auf eine Bühne zu heben und dann auch noch zu behaupten ob wir nichts anderes zu tun hätten. Es ist wohl jeden selbst überlassen, wie er mit seiner freien Zeit umgeht, da brauche ich keine Ratschläge.
    • Gebäude der Fachhochschule

      Die möglicherweise letzten Fotos vom Abriss. Aufgenommen vom Haupteingang des ex-Interhotels vorbei am Stadtschloß über den Steubenplatz. Hinten die Bibliothek. Dazwischen: Keine FH mehr.



      16. Etage Hotel.



      Fotos: Autor, 17.08.2018
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      Meine Video-Sammlung: https://www.youtube.com/user/MrPotsdamfan/videos
    • Könnt Ihr Euch noch an den Dresdner Neumarkt nach der 89er Revolution erinnern?! Da sah der Neumarkt auch noch ganz verwaist und von alle guten Geistern verlassen aus und heute - nach dem gelungenen Wiederaufbau - ist er wieder DAS Zentrum der Stadt!

      Potsdam wird durch die beinahe komplette Wiederherstellung des Alten Marktes bald auch wieder ein richtiges Stadtzentrum zurück bekommen (und im Gegensatz zu DD, hat Potsdam auch eine urbane Innenstadt daran anschließend ;-))! Ich denke, dass P damit vermutlich eine der ganz wenigen, ehemals zerstörten Städte in Deutschland ist, die zu einem sehr großen Teil seinen Stadtkörper und seine Seele zurückbekommen durfte!

      Mitte...ähm...herzlichstes Dankeschön!!!
      "Man kann einen gesellschaftlichen Diskurs darüber haben, was Meinungsfreiheit darf. Oder man hat Meinungsfreiheit."
    • Die Stadtpolitik wird das Thema vor der Kommunalwahl nicht anfassen. Obwohl ja schon alles da ist, man muss nur die Zahlen aktualisieren.

      Wenn der Abriß des Staudenhofes wirklich 3,5 Millionen Euro kostet, wie der Sanierungsträger sagt, erkauft man sich die 3.200 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche mit ca. € 1.000/qm. Das passt schon.


      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft