München - Allgemeines

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    Sieben Bauten in denkmalgeschützter Umgebung bekommen den „Preis für Stadtbildpflege“...


    ...Es ist gar nicht so leicht, zwischen verspielten Münchner Altbauten neue Gebäude so zu bauen, dass alle damit glücklich sind – der Bauherr, der Architekt, der Stadtrat und: die Münchner selbst.

    Weil es aber jedes Jahr zig solcher Herausforderungen gibt, vergibt die Stadt den „Preis für Stadtbildpflege“. Und zeichnet damit aus, wenn ein denkmalgeschützter Bau ansehnlich saniert oder „weitergebaut“ worden oder ein Neubau innerhalb eines alten Ensembles gut geglückt ist...

    Quelle: http://m.abendzeitung-muenchen.de/gallery.preis-…4f756890ba.html


    Weitere Quellen:

    https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtv…bildpflege.html

    https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtv…flege/2016.html

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    Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung erstellt alle zwei Jahre eine Bevölkerungsprognose. Diese dient als Planungsgrundlage für die Stadt München, etwa für Wohnungsbau und große Infrastrukturprojekte.

    Stadt wächst: Rund 1,8 Millionen Einwohner bis 2040 erwartet
    München bleibt als Wohnort beliebt und wird weiter wachsen - das hat die neuste Bevölkerungsprognose der Stadt ergeben. Die Zahlen w ...
    www.donaukurier.de
  • Ich glaube, wir sollten uns in dem Zusammenhang die Frage nach unserer eigenen Lebensart stellen. Ich glaube nämlich, das was der Autor am Beispiel München vermisst hatten wir auch einmal, bevor es durch andere (hauptsächlich materielle) Werte ersetzt wurde.

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Wikos Danke für den Artikel, der mich in manchem bestätigt und in manchem verärgert hat. Er beschreibt ein paar Wahrheiten, unbestritten. Unser Thema „Architektur“ wird ja auch angerissen und da stimme ich zu. München ruht sich in dieser Hinsicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit aus. Und pflegt (wie fast alle deutschen Städte) diesen unermesslichen Schatz nicht besonders gut. Nach dem Bau des sensationellen Olympiaparks und der Allianz Arena kam architektonisch kaum noch Nennenswertes. Auch das Nachtleben könnte spektakulärer sein und die Gastronomie am Abend noch etwas länger geöffnet sein. Beim ÖPNV hat man bis in die 90er Jahre viel investiert und ist dann -allem Bevölkerungszuwachs zum Trotz- in fast völlige Untätigkeit verfallen. Für die Größe der Stadt sind die öffentlichen Verkehrsmittel dennoch beeindruckend.

    Dennoch hat die Stadt Atmosphäre, hat eine bewegte Geschichte, hat die Wirtschaftsleistung des Landes Marokko, ist innovativ, hat eine Fußballweltmeisterschaft und Olympische Spiele ausgetragen, hat Nobelpreisträger hervorgebracht, hat unglaubliche Innovationen geschaffen, hat im Sommer in Parks und Biergärten und in unzähligen Straßencafés südländisches Flair, besitzt zwei der besten Universitäten der Welt, war Wohnort von Malern, Schriftstellern, hat eines der renommiertesten Opernhäuser der Welt und namhafte Orchester. München hat einen Weltfußballverein, hat einen der größten Flughäfen Europas, bietet das mit Abstand größte Volksfest der Welt und ist ein Tourismusmagnet. Einige der Museen und Gemäldesammlungen haben Weltrang.

    Das war meine Liebeserklärung an diese Stadt.

    P.S. Den Titel „nördlichste Stadt Italiens“ mag ich übrigens nicht, denn er suggeriert, dass München Attribute des Südens benötigt und nicht aus seiner eigenen Art heraus attraktiv wäre.

    P.P.S. Bei aller Liebe zu München gäbe es allerdings einige Dinge zu verbessern. Das Baureferat (um den Kreis zur Architektur zu schließen) ist dabei einer der ganz großen Schwachstellen in dieser Stadt. Es macht seine Arbeit nicht gut. Weder wird bezahlbarer, noch ansprechender Wohnraum geschaffen.

  • Aus der "bayerischen Provinz" betrachtet, die gefühlt gleich vor den Toren der Stadt beginnt, sind es auf den ersten Blick Luxusprobleme.

    Andernorts würde man sich über die "handvoll", ich behaupte das Angebot ist weitaus größer und besser, guter Läden, Ausgehmöglichkeiten, Kulturangebote (vom ÖPNV erst recht abgesehen) freuen, auch wenn in München genauso spätestens um 20 Uhr der letzte Supermarkt schließt.

    Aber zugegeben, genau das kritisiert der Autor, dass man zu sehr "auf Regensburg" schaut, statt über den bayerischen Tellerrand hinaus.

    Der Autor pickt sich aber erstens zielsicher Vorteile anderer Städte heraus, zweitens ist es wenig zielführend München mit echten Metropolen wie London, Paris oder gar New York zu vergleichen,

    München muss man sich natürlich leisten können, die Vergleichsstädte aber erst recht, dagegen ist selbst München zumeist "günstig", auch wenn es sich hier ohne Erbe oder Lottogewinn auch als Gutverdienerpaar schwierig gestaltet bspw. Wohneigentum zu erwerben.

    München hat trotz mancher Defizite, welche Stadt hat ebensolche nicht, seinen ureigenen Charme in weiten Teilen bewahren können und sollte sich einfach treu bleiben und mehr auf seine Stärken (auch in der Architektur) besinnen.

    "Seine Welt zeige der Künstler - die niemals war noch jemals sein wird“

    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)

  • Danke für diesen Artikel, ich kannte ihn nicht. Ich schließe mich größtenteils Michaels Beurteilung an. Ein paar Gedanken:
    Der Autor wirft sehr vieles zusammen und mixt es zu einer Polemik (als solche ist es ja auch bezeichnet). Aber er pickt sich gerade immer die Vergleichsstadt heraus, die für sein Beispiel taugt, was natürlich unfair ist, weil man für einen fairen Vergleich die Städte insgesamt vergleichen müsste. Ich glaube z.B. nicht, dass Mailand oder Lissabon München insgesamt überlegen sind. Lissabon kann z.B. nicht annähernd mit Münchens Hochkultur mithalten, mit Münchens sieben professionellen Orchestern, zwei Opern, mehreren Theatern, Museen und Schlössern von Weltrang; Mailand kann hierbei zwar teilweise mithalten, hat aber von den meisten Dingen weniger (es war ja auch keine Residenzstadt, der Vergleich mit Turin wäre für München naheliegender). Ein Beispiel für die klassische Konzertszene: der Geiger Itzhak Perlman kam vor ca. 10 Jahren nach 20 Jahren Abwesenheit wieder nach Mitteleuropa und trat in München auf, aber nicht in Wien oder Mailand und auch nirgendwo sonst in der Nähe. Auch in der Popkulturszene ist in München durchschnittlich mehr geboten als in vielen anderen Städten, die meisten Künstler kommen nach München, weil hier viel Geld zu verdienen ist (Adele war sogar europaweit exklusiv hier im letzten Sommer).
    Das direkte Zentrum von Mailand ist zwar durchschnittlich schöner als das von München, es wurde ja auch bei weitem nicht so stark bombardiert; aber geh mal in die Vorstädte, dann kommt Dir das kalte Grausen... nicht nur häßlich und ungepflegt, sondern auch noch bemerkenswert kriminell. In London oder Paris brauchst Du Dich ebenfalls in gewissen Stadtteilen nicht blicken lassen, wenn Dir Deine Sicherheit lieb ist. München dagegen ist (noch) erstaunlich sicher.
    Trotz massivster Kriegszerstörung hat München im Zentrum wieder so viel aufgebaut, dass es wieder eine gewisse Atmosphäre hat und man dort durchaus flanieren kann, wenn man möchte; es gibt eine Vielzahl an attraktiven Plätzen, die bei schönem Wetter stark frequentiert sind, sicherlich insgesamt nicht weniger als in Mailand (das ich übrigens seit vielen Jahren recht gut kenne). Man kann z.B. wunderbar in der Maximilianstraße, am Max-Josephs-Platz, am Odeonsplatz, Hofgarten, Brienner Straße, Karolinenplatz, Königsplatz, Ludwigstraße, Universitätsforum, Leopoldstraße etc. flanieren und im Sommer sind da auch überall nicht wenige Leute. Dass das Flanieren und überhaupt abends draußen sein in Mittelmeerländern nochmal ein anderes Flair hat, ist klar, das ist kulturell bedingt; aber auch in München kommt im Sommer mancherorts das viel beschworene "südliche Flair" auf, dazu braucht man sich bloß in den Hofgarten oder auf den Königsplatz zu begeben und den Tangotänzern zuzuschauen. Dann kommt noch ein großer Pluspunkt hinzu: die Integration der Isar in die Stadt und der Englische Garten drumherum: das hat einen dermaßenen Freizeitwert, dass man es kaum ausdrücken kann. Man kann im Sommer in der Isar oder im Eisbach baden gehen und kommt sich vor wie im Urlaub. Stell Dir das mal in Mailand vor... völlig unmöglich. Auch Wien hat zur Donau keine solche direkte Beziehung wie München zur Isar: hier ist das "Millionendorf" unmittelbar, und zwar auf eine positive Art, spürbar. An der Isar unter dem Maximilianeum den ganzen Nachmittag in der Sonne liegen und dann zur Muffathalle oder zum Hofbräukeller in den Biergarten? Mitten in der Stadt? Herrlich und unnachahmlich!
    Natürlich hat München auch deutliche Probleme, vor allem, dass es oft sehr spießig und langweilig wirkt, da hat der Autor schon recht. Das liegt zuerst einmal an dem in weiten Teilen schlechten Wiederaufbau nach dem Krieg, vor allem in den historischen Vorstädten; dann natürlich an der früh schließenden Gastronomie, vor allem seit der Pandemie, aber auch schon vorher; das war immer schon ein Problem in München, nicht zuletzt auch aufgrund der Lärmempfindlichkeit vieler Anwohner, die es nicht ertragen, wenn ein Schanigarten zu lange aufhat und die Leute zu laut feiern. Bis vor 10 Jahren, als ich noch viel abends ausging (inzwischen habe ich Familie...), hatte ich aber nie ein Problem, ein Restaurant oder eine Bar zu finden und ich bin nicht immer in die gleichen Lokale gegangen. Heute, d.h. nach der Pandemie, ist das aber sicherlich anders, vor allem montags kann es schwierig sein, offene Lokale zu finden. Aber insgesamt kann man sicher sagen, dass das Angebot an Gastronomie und Bars, vor allem zu fortgeschrittener Stunde, in vielen anderen Städten besser ist als in München.
    Die Ladenschlussgesetze sind in Bayern auch besonders streng und die Geschäfte haben maximal bis 20 Uhr offen (seit der Pandemie oft nur noch bis 19 Uhr...), aufmachen tun die meisten auch nicht vor 10. Das sind aber auch Wohlstandsprobleme, weil kaum mehr jemand zu gewissen Uhrzeiten arbeiten möchte... Vieles ist überreguliert, aber wenn ich mir eine Stadt wie Mailand in all ihrem Chaos anschaue, dann ist mir die Ordnung von München vielleicht sogar lieber.
    Generell kann man sagen, dass das Angebot der Stadt nicht mitgewachsen ist mit dem immensen Bevölkerungszuwachs in den letzten Jahrzehnten, wodurch sich diese unschönen, ausufernden Vorstädte ergeben, die absolut trostlos sind. München hätte bei ca. einer Million stehenbleiben sollen, dann wäre die natürliche gemächliche Lebensart Münchens aufrechtzuerhalten gewesen. Auch hat sich durch diese massive Überfremdung Münchens die Bevölkerung grundlegend gewandelt - es gibt ja kaum mehr echte Münchner in der Stadt, die Kultur hat sich größtenteils auf ein deutsches Durchschnittsniveau begeben und hat kaum mehr etwas genuin Münchnerisches, das ist natürlich ein gigantischer Kulturverlust. Dazu kommt diese BWL-Mentalität vieler Zuagroaster... aber das ist das Schicksal einer wirtschaftlich attraktiven Stadt und das ist in Mailand auch nicht viel anders.

    Ich würde aber z.B. sagen, dass Wien insgesamt besser und natürlich schöner ist, unter den meisten Aspekten. Das ist aber auch eine der wenigen Städte, wo ich das so deutlich sagen würde. Städte wie Rom (das übrigens massive Probleme hat, von denen die meisten gar keine Vorstellung haben) oder Paris sind sowieso nicht mit München vergleichbar, da sie einen ganz anderen historischen Hintergrund haben und auch nicht zerstört wurden. Aber ich habe einige Römer und Pariser kennengelernt, die sich sehr über das Leben in ihren theoretisch so tollen und schönen Städten beklagten und die von der ganzen Schönheit nichts haben, weil sie sich das Zentrum nicht leisten können und in irgendeinem häßlichen Vorstadtbezirk wohnen, wo die Verkehrssituation miserabel ist, sie jeden Tag Stunden im Verkehr zubringen und das Alltagsleben genauso fad ist wie anderswo. Das ist der Normalfall und nicht, dass jemand an der Piazza Navona wohnt und jeden Abend von Bar zu Bar flaniert.
    Trotzdem muss man die Kritikpunkte des Autors ernstnehmen und versuchen, einige Dinge zu verbessern, vor allem die oft äußerst dürftige Architektur!

    "Napoleon ist tot - aber Beethoven lebt."

    Bruno Walter

  • München wird weiter wachsen, laut Prognosen auf bis zu 1,83 Mio. Einwohner im Jahr 2045, das wären über 220000 Einwohner mehr als 2024.

    Das birgt einige Herausforderungen für die Stadt und ihr Umland, dessen Zuzug hier noch nicht berücksichtigt wurde.

    "Seine Welt zeige der Künstler - die niemals war noch jemals sein wird“

    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)

  • Mir unverständlich, wie man da leben kann. Aber jeder hat eben eigene, sehr individuelle Lebensentwürfe. ☺️ Mir ist Berlin da doch lieber, aber besuchen tu ich’s ja doch ganz gerne. Für ein zwei Tage.


    Ernsthafte Frage bzw. Anmerkung: Meiner Erfahrung nach führt hoher Bevölkerungsdruck im 21. Jhdt. nicht zu qualitätvollerer Architektur respektive ansprechenderem Städtebau, sondern eher zum Gegenteil. Wie sieht das denn in München aus? Ich höre und lese immer nur von Abrissen und scheußlichen Neubauten im Altstadtbereich.

  • Ich habe selbst ein paar Jahre in München gelebt – keine Frage, es ist eine wunderschöne Stadt mit viel Charme, beeindruckender Architektur und hoher Lebensqualität. Aber schon damals hatte ich das Gefühl: Es ist einfach zu voll. Vor allem die Innenstadt ist räumlich sehr begrenzt, und für die enorme Menschenmenge oft schlicht überfordert. Vielleicht liegt das auch an meiner Herkunft – ich komme vom Oberrhein/Schwarzwald und bin mehr Weite und Ruhe gewohnt – aber objektiv gesehen platzt das Zentrum in Spitzenzeiten fast aus allen Nähten.

    Wenn man jetzt über die Prognose von 1,83 Millionen Einwohnern bis 2045 liest, fragt man sich wirklich, wie das städtebaulich noch aufgefangen werden soll. Die Infrastruktur ist jetzt schon massiv belastet: Der Mittlere Ring – regelmäßig dicht. Der öffentliche Nahverkehr – überfüllt. Selbst der neue U-Bahn-Ring um die Altstadt (falls er wie geplant kommt?) wird daran nicht grundlegend etwas ändern, solange das Wachstum so weitergeht.

    Und auch außerhalb merkt man die Folgen: Der Voralpenraum ist bereits die Spielwiese für Münchner Wochenendausflügler – mit Staus, überfüllten Wanderparkplätzen und hohem Druck auf Natur und Ortschaften. Wachstum an sich ist nicht schlecht, aber es braucht viel mehr Weitblick und vor allem klare Grenzen. Sonst leidet am Ende genau das, was München eigentlich ausmacht.

    Das alles erinnert mich an dieses neue Wohngebiet „Dietenbach“ nahe Freiburg, mit bis zu 6500 Wohnungen für 15.000!! Menschen. Ja schön und gut. Aber die werden alle zusätzlich über die kleine Innenstadt von Freiburg herfallen, auf der wichtigen Autobahn A5 zusätzlichen Stau verursachen und den ÖPNV nutzen, der eh schon überlastet ist. Das ist alles nicht mehr zu fassen. Wer plant das?

  • Zur Idealgröße der Stadt hat Leonhard schon wahre Worte gesagt.

    München hätte bei ca. einer Million stehenbleiben sollen, dann wäre die natürliche gemächliche Lebensart Münchens aufrechtzuerhalten gewesen.

    Die zusätzlichen Wohnungen zu bauen ist nur eine Seite der Medaille, von der Architektur solcher neuen Stadtteile ganz zu schweigen.

    Das organische Wachsen einer Stadt, ihrer Infrastruktur ("Stauhauptstadt"), Angebote und Dienstleistungen jeglicher Art, ÖPNV etc. stößt jedoch schnell an seine Grenzen.

    "Seine Welt zeige der Künstler - die niemals war noch jemals sein wird“

    - Hermann Bahr (Inschrift des Ateliergebäudes der Darmstädter Künstlerkolonie)

  • Dann sollte sich München eben von der monozentrischen Stadt verabschieden und polyzentrisch planen. Hierfür bedürfte es dann allerdings - Achtung, heutzutage für 99% aller Stadtplaner unlösbar - die Schaffung attraktiver Zentren mit Versorgungs- und vor allem Aufenthaltsqualität. 😱 Oder man expandiert bis Dachau und nutzt dieses als weiteres Zentrum.

  • Dann sollte sich München eben von der monozentrischen Stadt verabschieden und polyzentrisch planen.

    Finde ich jetzt an Berlin nicht sonderlich erstrebenswert. Will man sowas glaubhaft machen muss man wohl einen ähnlichen Weg gehen und dutzende Bezirksfürsten hochwachsen lassen, die dann einhellig stets gegeneinander arbeiten. Umgekehrt: Versucht man Polyzentrismus zentristisch zu planen kann das nur schief gehen.

  • Hab heute einen spontanen Kurz-Stopp in München eingelegt und muss sagen, dass ich - mein bisheriges eigentlich schon ziemlich gutes Bild von der Stadt - sogar noch verbessern konnte. Schon beim letzten Besuch fand ich, dass alles in echt so viel harmonischer und beeindruckender aussieht als auf Bildern.

    Es gibt zwar auch in der Altstadt einige Schandflecken, aber das Alte ist so zahlreich und oft geschlossen vorhanden, dass auch die Bausünden meiner Meinung nach das Bild nicht in den Dreck ziehen können - was natürlich trotzdem nicht heißt, dass man keine Rekos und bessere Neubauten anstreben sollte. Im Gegenteil: man sieht ja, dass dort in der unmittelbaren Nachkriegszeit mit die besten Neubauten in ganz Deutschland entstanden sind. Die haben meiner Meinung nach schon eine ganz eigene Qualität.

    Außerhalb und teilweise auch in den Randbezirken der Altstadt ist die Notwendigkeit etwas zu tun ja teils schon echt sehr groß. Um den Hauptbahnhof herum siehts echt schrecklich aus. NRW 2.0, inklusive Shisha Bar Marathon und heruntergekommener Flachdachkistenwald.

    Die Tage steuere ich dann noch meine Bilder in der Galerie hinzu. Unterm Strich ist mein Fazit einmal mehr, dass München, vorwiegend durch seine Altstadt unangefochten unsere schönste Metropole ist. Ich wünschte Stuttgart wäre nur halb so gut erhalten...

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    Ich finde das sagt so viel aus. Hier eine Sondersendung mit live Interview mit dem Oberbürgermeister, wenn eine Freizeitattraktion ausfällt in der Stadt. Die Aufmerksamkeit und das Interesse der Menschen ist also offenbar sehr hoch. Wenn irgendwas anderes in der Stadt kaputt gemacht wird, das viel mehr als hier im Beispiel der Eisbachwelle konstruiert auch außerhalb der Stadt und noch mehr innerhalb der Stadt Wirkung zeigt, das interessiert kaum. Sehr traurig, dieser Gesellschaftsfokus auf Freizeitwert und viel zu wenig für andere Werte. Passt auch sehr gut zur Debatte des Max-Joseph-Platzes, mit seiner neuen Liegewiese.

  • Unterm Strich ist mein Fazit einmal mehr, dass München, vorwiegend durch seine Altstadt unangefochten unsere schönste Metropole ist.

    Ich finde schon, dass sich Hamburg da durchaus messen kann. Vor allem, weil es auch weit über das Zentrum hinaus enorm viel wertige Bausubstanz und echten Großstadtcharakter hat. München wirkt doch schnell ziemlich provinziell und die Neubauten sind oft unter aller Kanone. Und man müsste eben ein Freund dieser hoheitlich-monarchischen Gesten in München sein, die so aus anderen Städten zusammenkopiert sind. Sehr reizvoll finde ich dort vor allem die Isarauen und die Alpennähe, das geht den anderen Metropolen definitiv ab. Die Altstadt hat in Teilen echt Potenzial, enttäuscht dann bei genauerem Blick aber doch immer wieder heftig.

  • erbse Da finde ich, dass du München schon sehr schlecht darstellst. Ich gehe mit bei dem Punkt, dass die Neubauten oft unter aller Sau sind. Die Nachkriegsbebauung aus den 50ern, die in der Altstadt nach wie vor die Mehrheit der Nachkriegsbebauung stellen sollte, ist wohl so ziemlich das Einzige, was man in Deutschlands Nachkriegsarchitektur wirklich als "historisierend" bezeichnen kann.

    Die Mehrheit der Gebäude im Zentrum ist historisch, entweder erhalten oder wieder aufgebaut. Die schrecklichen Neubauten nehmen - so schrecklich sie auch oft sind - einen Bruchteil der Fläche in der Altstadt ein. Um den Bahnhof herum sieht das teilweise anders aus, aber außerhalb davon kommen dann auch wieder viele oft weitestgehend erhaltene Viertel (wie die Oststadt). Es gibt viele erhaltene Bürgerhäuser und Palais im Stadtzentrum, die noch aus dem Barock stammen. Also dass die Altstadt heftig enttäuscht, ist wirklich Quatsch. Ich glaube das erleben viele hier in diesem Forum als zu extrem, weil sie meinen, dass jeder einzelne hässliche Neubau das Gesicht der Stadt komplett ruiniert. Nur weil es einige definitiv hässliche Streifen gibt, enttäuscht aber noch lange nicht das ganze Kollektiv.

    Hamburg kenne ich mehr von Google Maps und einer Durchfahrt einmal, von daher kann ich das nicht 100 % sicher bewerten, mein Eindruck ist aber, dass München viel mehr geschlossen erhaltene Bebauung besitzt. In Hamburg kommt auch ältere Bebauung dazu, die nicht besonders schön ist, wie etwa die Speicherstadt. Eine wirkliche Altstadt existiert im Zentrum von Hamburg meines Wissens nach nicht, allein schon wegen dem großen Brand, dem ja damals 75 % der Altstadt schon zum Opfer gefallen ist.

    Enttäuschend sind Städte wie Stuttgart, wo man keinen einzigen historischen Straßenzug im Stadtzentrum mehr sieht. Oder Nürnberg, wo kaum ein historisch geschlossener Straßenzug mehr existiert. Oder Frankfurt, wo der Dom in einem Meer von Wohnblocks umgeben ist. Aber nicht München, wo man in weiten Teilen ohne größere Störungen durch schöne Straßenzüge laufen kann.

  • erbse: "München wirkt doch schnell ziemlich provinziell" Ich habe längere Zeit in Hamburg und in München gelebt - z.Zt. lebe ich in Stuttgart. Keine dieser Großstädte würde ich so flapsig als "provinziell" bezeichnen. Dazu ist das kulturelle Angebot aller drei Städte viel zu reichhaltig. Freilich: man muss es auch nutzen.