Das Dresdner Schloss

  • Hallo,


    Ich lese hier öfters auch als "Nichtdresdner" mit, weil mich eben diese Kunststadt intressiert. Ich bin positiv überrascht, wie gut sich das Umfeld um die Frauenkirche entwickelt.
    Vom Residenzschloss ließt man hier so gut wie gar nichts, und es gibt auch keine Bilder von der Bausstelle des Ostflügels.
    Vielleicht könnte mal jemand Bilder (vielleicht vom Hausmannsturm) von der Bausstelle des Ostflügels am Residenzschloss machen?
    Damit man mal sehen kann das es da auch weitergeht.
    Wie weit sind die Ausbesserungsarbeiten am Rathausturm fortgeschritten?


    Ich freue mich schon auf "2006". Dann will ich Dresden unbedingt mal besichtigen um alle diese Schönheiten mal "natura" zu sehen.


    Gruss, Robert

  • "Vielleicht könnte mal jemand Bilder (vielleicht vom Hausmannsturm) von der Bausstelle des Ostflügels am Residenzschloss machen?"


    das würde mich allerdings auch sehr freuen... ist ja auch gleich um die ecke... ;)

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Quote from "Antiquitus"

    "Vielleicht könnte mal jemand Bilder (vielleicht vom Hausmannsturm) von der Bausstelle des Ostflügels am Residenzschloss machen?"


    das würde mich allerdings auch sehr freuen... ist ja auch gleich um die ecke... ;)


    Hättet ihr das gestern etwas eher gesagt, dann hätte ich noch ein paar Bilder vom Ostflügel machen können. Aber beim Vorbeigehen sind mir keine wesentlichen Unterschiede zum Zustand vor dem Beginn der Baumaßnahmen aufgefallen. Vor einigen Wochen hatte ich mal Bilder vom Ostflügel gemacht -> müssten im "Baugeschehen Dresden" Thread sein.


    Auf den Hausmannsturm wollte ich schon lange mal wieder hoch, nur haben die nur bis 18:00 geöffnet. Vielleicht versuche ich es mal am Wochenende. Oder vielleicht hat jemand anderes aus dem Forum aktuelle Bilder vom Turm?



    Der Rathausturm ist bis auf halber Höhe eingezäunt. Man wird hier hoffentlich bis zum Stadtjubiliäum nächstes Jahr fertig werden. Ob bis dahin der Rathausmann wieder auf seinem Platz trohnt, steht zur Zeit noch in den Sternen, da die Restaurierung nicht ausgeschrieben werden kann, weil die Stadt noch keinen genehmigten Haushalt hat! :kopfwand:

  • Im historischen Grünen Gewölbe ist am 18.6. Tag der Offenen Tür,
    da kann man sich vom Stand der Restaurationen ein Bild machen.

  • Super!!! Nur leider ist es mir nicht moeglich nach Dresden zu fahren. Kann nicht ein Dresdner aus diesem Forum dort hingehen und fuer uns alle ein paar Fotos machen? Harmonica??? Bitte!!!! *ganz lieb guck* :ueberkopfstreichen:

  • Glaubst Du doch selbst nicht, daß Du dort fotografieren darfst in der Churfürstlichen geheimen Verwahrung.


    Falls doch - mich würden besonders die Sicherheitseinrichtungen interessieren.
    Habe nämlich ein Auge auf das Goldene Prunkservice geworfen.


    ;):lachen:

  • Miwori


    Ich befürchte auch, dass man dort nicht fotografieren darf. ABER unterschätz Harmonica nicht!! Er schafft das!!! Ich vertraue ihm total!!! :daumenoben:

  • Oh Gott, ihr verleitet mich zu strafbaren Handlungen! :schreckgrau: Wir werden aber sicher am Montag Bilder des Grünen Gewölbe in der Zeitung finden, also keine Panik. :prosit:



    @ Topic: Soll der Altan auch wiederaufgebaut werden?? Eigentlich unverzichtbar, aber bisher ist immer nur vom Ostflügel als letzte Lücke im Wiederaufbau des Schlosses die Rede und kein Wort vom Altan:


  • Doch der Atlan wird auch rekonstruiert! Allerdings kommt das erst zum Schluss. Es sind bisher nur Geldmittel für den Wiederaufbau des Ostflügels bewilligt.

  • Bezugnehmend auf die Ausführungen im Thread Dresdner Bausituation


    Quote


    Original von jojojetz


    Außerdem weiß ich nichts von modernen Elementen im Außenbau, von der Überdachung abgesehen. Das Schloss wurde zwar als Märchenschloss bezeichnet, aber doch nur, weil es verschiedene traditionelle!!!Stilrichtungen vereint, Neobarock der vorletzten Jahrhundertwende aussen und Renaissance innen. Der große Schloßhof bekommt Sgraffiti, der kleine nicht. Ich hoffe doch sehr, dass diese Planung noch fix ist. Alles andere wäre ein Skandal!


    Es soll auch keine modernen Elemente am Außenbau des Schlosses geben.
    Allerdings wird nicht der Originalzustand wieder hergestellt, der vor dem Krieg bestanden hat. Am Schloss wurde ja ständig herumgebaut, die letzte große Veränderung war von 1890 bis 1902 anlässlich der 800-Jahrfeier der Wettiner. Die Sgraffitimalerei, wie sie jetzt wieder zu sehen ist, war zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr vorhanden. Deswegen war es auch nicht ganz unumstritten, sie wieder zu integrieren.
    Außerdem wurde, wie schon erwähnt die schöne Pforte 1738 mit Schließung der Schloßkapelle ausgebaut und erst in die Sophienkirche integriert, und dann auf dem Jüdenhof aufgestellt. Jetzt wird sie wieder Bestandteil des großen Schlosshofes sein, da auch die Schlokapelle wiederentsteht.
    Deshalb ein Mix aus Stilen. Das hat nichts mit modernistischen Elementen zu tun.

  • Quote


    Original von Nünchert
    Wie findet Ihr übrigens die Pläne zum Riesensaal?


    Mir wäre ein komplett rekonstruierter Riesensaal sicher lieber gewesen, aber wie geschrieben wurde bleibt die Option einer Reko für die Zukunft offen. Von daher ein Kompromiss mit dem man denke ich leben kann. Ich bin mir auch sicher, dass er in einigen Jahrzehnten wieder rekonstruiert sein wird. Lag die Entscheidung der Nicht-Reko eigentlich am Geld, an der politik oder an Kulka?

  • ich habe persönlich auch kein problem damit, den saal erst einmal mehr oder weniger roh zu lassen und dann irgendwann zu rekonstruieren. das wurde schon oft so gemacht und schadet nicht.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Das wäre im übrigen auch eine Option für den Weißen Saal des Berliner Schlosses - erst mal nur ganz grob, in den alten Ausmaßen, und dann irgendwann wieder richtig historisch ausstatten.


    Ich hoffe, man läßt auch bei weiteren Räumen des Dresdner Schlosses die Möglichkeit offen, diese später noch zu rekonstruieren, denn Besucher eines Schlosses wollen eben nicht nur vom Turm runtergucken und Museumsexponate bestaunen, sondern sie wollen eben auch richtige Schloßräume sehen, wie in Sanssouci, Charlottenburg etc.


    Soweit ich mich erinnere, gelangte man auf den Hausmannsturm bisher auch nur über eine häßliche Alu-Treppe. Kommt da irgendwann auch wieder eine schöne steinerne Wendeltreppe hin?

  • Quote

    Lag die Entscheidung der Nicht-Reko eigentlich am Geld, an der politik oder an Kulka?


    Ich schätze mal, da wurde aus der Not eine Tugend gemacht: modernistisch mit pseudokünstlerischem Anspruch und dabei noch Geld sparen- da sagt kein Politiker nein. Ich hoffe nur aus dieser Zwischenlösung wird keine Dauereinrichtung!

  • Quote from "Harmonica"

    Mir wäre ein komplett rekonstruierter Riesensaal sicher lieber gewesen, aber wie geschrieben wurde bleibt die Option einer Reko für die Zukunft offen. Von daher ein Kompromiss mit dem man denke ich leben kann. Ich bin mir auch sicher, dass er in einigen Jahrzehnten wieder rekonstruiert sein wird. Lag die Entscheidung der Nicht-Reko eigentlich am Geld, an der politik oder an Kulka?


    So sah der Riesensaal einmal aus:

    Und hier noch Informationen zum Riesensaal:
    Der Riesensaal lag im zweiten Stock des Ostflügels des Schlosses. Angelegt von Caspar Voigt von Wierandt, um 1550, seit 1627 von Wilhelm Dilich neu ausgestattet. Trug seinen Namen von den in die Fensterleibungen als Fresko gemalten Riesen, wohl von Kilian Fabritius. An den Wänden 17 Ansichten sächsischer Städte von K. Fabritius nach Unterlagen W. Dilichs, seit 1638 von Ch. Schiebling, frühestes Beispiel sächsischer Landschafts- und Vedutenmalerrei, die Holzdecke in flachem Bogen 1627 gewölbt und mit den Tierkreiszeichen geschmückt, 1650 vollendet, Hauptwerk des Manierismus. Beim Brand von 1701 mit dem anschließenden Georgenbau zerstört.



    Und so wird der Große Schlosshof mit Atlan wieder aussehen:

  • Schön, dass das Portal vom Großen zum Kleinen Schloßhof endlich rekonstruiert wurde. Aber leider fehlen immer noch die beiden Sandsteinfiguren auf den Postamenten über den Säulen.


    Hier das Portal im aktuellen Zustand(im roten Kreis):


    Und hier der Zustand des Portals vor seiner Zerstörung mit beiden zur Zeit noch fehlenden Sandsteinfiguren:

    Rundbogenportal zwischen Doppelpilastern, schwerer Schlußstein mit Kartusche und Kurschwertern. Vorgestellt auf gemeinsamem Sockel zwei Säulenpaare toskanischer Ordnung mit Architrav und Triglyphenfries, die offenen Austritte tragen, die mittleren Metopen mit Rosettenschmuck. Auf Postamenten über den Säulen vollplastische Sandsteinfiguren des Herkules und der Minerva zwischen schmiedeeisernem Gitter, dahinter Gruppe von drei Fenstern, das mittelste mit reichem dekorativem Schmuck und von Segmentgiebel mit einem Junokopf bekrönt. Bau von J.G.Stracke, 1682, figurale Arbeiten von Conrad Max Süssner.


    Das Pendant bzw. Portal vom Kleinen zum Großen Schloßhof sah und sieht mittlerweile wieder so aus: