Das Dresdner Schloss

  • Hab ich gestern auch gelesen. Ich dachte jedoch, dieses Vorhaben steht schon seit den 80ern fest, warum wird diese Entscheidung jetzt mit Pauken und Trompeten gefeiert?

  • Quote from "Kindvon2dresdnern"

    Hab ich gestern auch gelesen. Ich dachte jedoch, dieses Vorhaben steht schon seit den 80ern fest, warum wird diese Entscheidung jetzt mit Pauken und Trompeten gefeiert?


    Natürlich steht seit den 80ern fest, dass an der NW-Fassade im Großen Schlosshof die Schöne Pforte aufgestellt wird. Gefeiert wird etwas anderes, nämlich die wieder gewonnene Schönheit des Portals. Und das ist der eigentliche Hintersinn des Artikel – Es geht nämlich um die Frage, ob bzw. in welchem Umfang hier eine Replik zur Aufstellung kommt. Genau diese Frage beschäftigt die zuständigen Restauratoren und Denkmalpfleger seit 2004, seitdem nämlich die ersten Reinigungsresultate die ganze Schönheit wieder zu Tage brachten. Man muss dazu wissen, dass das Portal irgendwann im 19. Jahrhundert einen Farbanstrich erhielt. Der war zwar gut gemeint (war als Schutzüberzug gedacht), führte aber letztlich zum Verkleistern der feinen Sandsteinreliefs. Über die fachlichen Voruntersuchungen zur Auswahl eines geeigneten Reinigungsverfahrens berichtete ein Beitrag von mdr-figaro (Radio-Kultursender) vom 1. November 2005. Nachfolgend ein Auszug:


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    Es habe Jahre gedauert, bis ein geeignetes Verfahren gefunden wurde, sagt Restaurator Arnd Kiesewetter vom Landesamt für Denkmalpflege:
    "Nach vielen Versuchen mit Abbeizern und allem Möglichen, die wir dann aufgegeben haben, wurde letztendlich entschieden: Wir machen einen Versuch mit Laser. In den 90er Jahren hat es ein deutschlandweites Forschungsprojekt gegeben zu den Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Laser zur Reinigung von Naturstein.“
    Das wertvolle Portal der Schlosskapelle wurde als sächsisches Pilotprojekt ausgewählt. Größtes Problem ist eine Ölfarbschicht, die das feine Relief völlig verkleistert hat. Bei Untersuchungen zeigte sich, dass der Stein unter der Farbe stark angegriffen ist. Deshalb ist eine Reinigung mit chemischen oder mechanischen Mitteln nicht möglich.
    Kiesewetter: "Dann sind erste Versuche gemacht worden, wie man den Laser steuern kann, wie man die Energie fahren muss, dass es tatsächlich gelingt, die Farbe wegzunehmen, ohne den Stein anzugreifen."
    Und das Verfahren funktionierte.


    Das Ergebnis ließ dann offenbar die Kinnladen runterklappen:



    Und so ist es nur folgerichtig, dass die Denkmalpfleger seitdem vehement darum kämpfen, dass das Portal insgesamt nicht wieder Wind und Wetter ausgesetzt wird. Kiesewetter, leitender Mitarbeiter im Landesamt für Denkmalpflege, bereits im Sommer 2005:


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    Quelle: Wochenkurier, Beitrag vom 04.07.2006


    …..Einige Teile werden allerdings nur abgegossen und die Originale im Innenraum gezeigt. Kiesewetter begründet: „Am neuen (alten) Standort muss das Kunstwerk auch vor allen Umwelteinflüssen bestehen. Deshalb würde ich das Schöne Tor am liebsten ganz und gar ins Museum stecken“


    Tja, und warum macht man es dann nicht??? Weil das erheblich mehr Geld kostet. Der andere Partner in dieser langen Diskussion hinter den Kulissen ist nämlich das Finanzministerium. Für die Schöne Pforte ist im Haushaltsplan 2007/2008 (ist ein so genannter Doppelhaushalt) folgender Kostenbetrag eingestellt:


    EW-Bau vom 26.08.2005: 992.000 €
    (EW-Bau = Entwurfsplanung Bau)


    Noch mal der DNN-Artikel:


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    Über die perfekte Lösung einer künftigen Verwendung sind die Diskussionen noch nicht beendet. Das Finanzministerium will ein zu großen Teilen aus Originalstücken bestehendes Tor vor die Schlosskapelle stellen und gefährdete Teile, wie die feinen Reliefs und die Figuren durch Abgüsse und Kopien ersetzen.


    Wenn man jetzt aber quasi ein vollständiges „zweites“ Portal herstellen will, geht das nicht mit ein paar Euro ab. Das ist Bildhauerarbeit vom Feinsten.
    Dass jetzt als neuer Termin für die Aufstellung sogar 2009 genannt wird, deutet freilich auf eine „Maximallösung“ hin. Erst im neuen Haushaltsplan (der nach dem aktuellen, also dem bestätigten von 2007/2008 kommt) wäre wohl eine deutliche Erhöhung der geplanten Kosten überhaupt möglich.

  • Ich will doch noch einmal auf diesen Passus hier von Monachus eingehen, hat mich wirklich „beschäftigt“ –*Wand versetzt*, was für ein „ketzerischer“ Gedanke: :zwinkern:


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    Im Eckparadesaal NW-Ecke (so um 07:20): Ist da tatsächlich die alte Mauer zum Propositionssaal abgebrochen und die Betonwand etwas weiter im Osten?


    Kleiner Tippfehler, Monachus meinte sicher die Nordostecke (statt NW). Wie schon im letzten Beitrag gesagt, wurde die Trennmauer zwischen Eckparadesaal und Propositionssaal vollständig abgebrochen. Die im Video von dresdenbild zu sehende Betonwand ist aber nur ein Teil der konstruktiven Ersatzlösung für die alte Mauer. Analog wie im Westflügel wurden als neue tragende Elemente Betonstützen eingebaut. Bei genau 7:01 erscheint eine dieser Stützen im Bild. Und an der Stelle sieht man auch, dass die schmale Kopffront besagter Stütze etwa in einer Flucht mit der westlichen Kante des Ausbruchsstreifens der alten Wand liegt. Die östliche Kante der „alten Mauer“ wiederum ist meiner Meinung nach durch die Betonwand „verdeckt“. Ich habe mal versucht, das in folgender Skizze verständlich zu machen:



    Wie man im Video sieht (etwa 7:03 bis 7:13), schließt die „neue“ Betonmauer nicht direkt an
    den Bruchstreifen an – dies in der Skizze mit blauem Pfeil gekennzeichnet. Hier erkennt man eigenartig aufgebrachten Beton (gleichfalls ziemlich „ausgefranst“). Das ist mit großer Wahrscheinlichkeit bei der konstruktiven Anbindung der neuen Betonwand an die alte Nordmauer entstanden. Dazu ein Passus aus der Anfang 1989 erschienenen Baubroschüre [L 1]:


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    Die Verbindung der neuen Bauwerksteile mit der vorhandenen Bausubstanz setzt gezielte Maßnahmen zur Aufnahme der neuen Lasteintragungen sowie zum unterschiedlichen konstruktiven Verhalten der alten und neuen Bauteile voraus.


    Soll heißen: diese neue Betonmauer musste ja stabil mit der alten Nordmauer verbunden werden, also im Sinne einer konstruktiv festen Kopplung.
    Die fertige Trennzone zwischen Propositionssaal und Eckparadesaal muss man sich letztlich so vorstellen:
    Hauptelemente der tragenden Konstruktion sind die Betonstützen (analog der Variante im Westflügel). Die beidseitige Verkleidung erfolgt durch Wände relativ geringer Dicke – dazwischen verbleibt ein Hohlraum. Dazu noch mal die Quelle [L 1], dort allerdings in konkretem Bezug auf die Mittelwand im Westflügel:


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    Die ca. 1,2 m dicke Mittelwand wurde heraus gebrochen und in einzelne neu gebaute Stützen aufgelöst, um dadurch Bauraum zwischen den Stützen für technische Installationen bei Sicherung der originalen Raumabmessungen zu schaffen.


    Etwas stellte sich – wie auch im Video zu sehen – bei der Trennwand Eckparadesaal/Propositionssaal anders dar. Im Westflügel hatte man zunächst nur die Stützen eingebracht. Bei unserer Trennwand ist bereits in einer zeitigen Bauphase auf einer Seite die „verkleidende“ Betonmauer eingebracht worden. Die war ganz einfach notwendig, weil hier – im westlichen Nordflügel – bauzeitlich aufgrund der diversen Mauerabbüche keinerlei Quer-Aussteifung mehr wirkte. Im Westflügel dagegen waren ja die alten Querwände erhalten geblieben. Das verursachte auch die großen Stützgerüste, die mehrere Jahre an der Nordmauer standen (das verlinkte erste Foto zeigt es am besten):


    http://fotothek.slub-dresden.d…df_0400001/df_0402526.jpg




    Eines der aktuellen Fotos von Jörg (April 2007) belegt, dass die Mauerkante – zumindest im Eckpardesaal „richtig“ positioniert worden ist. Man vergleiche mit dem nachstehenden Grundrissbild:





    Zum Abschluss noch ein paar Fotos zum Schlosskapellenportal. Die Farbfotos stammen aus [L 2]. Zur Erinnerung aber zunächst ein Gesamtbild:



    Bildquelle: http://www.bildindex.de">http://www.bildindex.de


    Die folgenden 2 Fotos zeigen lasergereinigte Teile des Portals:




    Die DNN berichtete, dass die Eichenholztür nach ihrer endgültigen Restaurierung kopiert werden soll. Das letzte Foto zeigt ihr Mittelfeld (gestaltetes Motiv: Christus und die Ehebrecherin):


  • Ist die Laserreinigung wirklich so neu, wie man uns da glauben machen will? Meines Wissens wird das Verfahren schon seit einigen Jahren vor allem von Domhütten zur Reinigung von verwitterter Außenplastik aus Sandstein eingesetzt...

  • BautzenFan
    Was denkst Du denn persönlich? Sollte die Pforte eher als Kopie aufgestellt werden oder im Original mit einem etwaigen Glasvorbau?


    Und dann habe ich noch eine Bitte an die Expertin: nun hast Du schon jeden Winkel des Schlosses erklärt, nur eine Sache fehlte bisher: Die Geschicht der Übergänge! Gerade die Existenz dieser sind bei einem deutschem Stadtschloss ein Unikum.
    Bei dem einen zur Hofkirche sagte meine Großmutter einst: "dort konnte der König direkt aus dem Schlafzimmer zum Gottesdienst gehen" das hat mich als Kind immer fasziniert. Soweit ich weiß ist er in den 90ern komplett erneuert und von den Kriegsschäden befreit worden. Ist die Kupferabdeckung komplett erneuert worden?
    Bei dem Übergang zum Taschenbergpalais fiel mir nur auf deinen Bildern der fotothek auf, dass er sich vor dem Umbau über 2 Etagen erstreckte.


    Ich freu mich jetzt schon wie ein Schneekönig auf Deine "Dissertation" darüber!
    :buchlesen::daumenoben:


    LG

  • Also ich möchte hier nicht die geschätzte Meinung unserer Schloßexpertin vorwegnehmen, aber mir ist bei dem Gedanken an einen Schutzbau für die Schöne Pforte das nahe Freiberg und sein Dom eingefallen. Dort ist die Goldene Pforte um 1900? mit einem großen Schutzbau in Art einer romanisierenden-jugendstiligen Vorhalle geschützt worden. Freilich ein architektonisch großer Eingriff in das Gesamtensemble Dom, doch eine schöne materialstimmige Weiterführung des ohnehin aus verschiedenen Jahrhunderten überkommenen Domgebildes. Habe mal Bilder rausgesucht, die davon einen Eindruck vermitteln. Die Innenbilder zeigen leider wenig von der Vorhalle.


    http://www.bildindex.de/bilder/MI10693g04b.jpg
    http://www.bildindex.de/bilder/MI10693g06b.jpg
    http://www.bildindex.de/bilder/MI10693e10b.jpg
    http://www.bildindex.de/bilder/MI10693f03b.jpg



    Für das Dresdner Schloß könnte ich mir einen filigranen Glasvorbau vorstellen, der allerdings von einem "Architekten des 19.Jahrhunderts" entworfen werden sollte, mit feinen gußeisernen Säulen und filigraner Glasflächenaufteilung, anknüpfend an die historistischen Erweiterungen des Schlosses. Bloß keinen Fremdkörper ala Kulka. :augenrollen:


    Wäre auch eine Option für den kleinen Schloßhof gewesen, ein filigranes Glasdach ala Gewächshaus 1900 in Höhe des ersten Mauerdrittels, eben dort wo Gesimse eine Dachführung erlauben würden, vielleicht sogar mit Abstand zu den Mauern, oder noch besser ein unterirdischer Eingangsbereich wie im Louvre. Aber bloß nicht dieses aufgeblassene Ballonzelt über den Schloßdächern(da es eh eine statische Tüftelei zu sein scheint, das hinzubekommen, hätte man sich gleich eine bodenständigere Lösung einfallen lassen sollen.). :schockiert:


    Ansonsten fände ich eine Aufstellung der architektonischen tragenden Elemente der Pforte im Original am alten Standort mit Kopien der Reliefs sinnvoll. Die originalen Reliefs könnten dann in einer stimmmigen Präsentation in der Schloßkapelle einen Platz finden.

  • Kindvon2dresdnern
    Deinem Wunsch betreffs der Schloss-Übergänge werde ich gerne nachkommen, aber da musst du dich noch etwas gedulden. Du hast ja eine „Dissertation“ bestellt, und die schreibt sich nun mal nicht in 5 Minuten. :zwinkern:


    @ Kindvon2dresdnern, SchortschiBähr
    Ich bin für die Aufstellung einer vollständigen Replik, und zwar aus mehreren Gründen. Die kunsthistorische Exklusivität dieses Werkes wurde ja schon benannt. Bereits im 19. Jahrhundert, zu einer Zeit also, als Deutschland mit originalen Renaissance-Bauwerken noch üppig gesegnet war, stufte es der namhafte Kunsthistoriker Wilhelm Lübke (1826 – 1893) als „die weitaus edelste Portalcomposition der deutschen Renaissance“ ein („Die Geschichte der deutschen Renaissance“, 1872). So etwas muss einfach an einen geschützten Ort – und zwar, wie schon gesagt – „im Ganzen“. Und unter einem *geschützten Ort* stelle ich mir nun allerdings wirklich nicht eine „Umhüllung“ am originären Platz vor. Das Beispiel des Goldenen Tores ist mir sehr gut bekannt (ich habe mal in Freiberg gewohnt), aber die Situation ist mit der in Dresden nicht vergleichbar. Die Schöne Pforte in Dresden war – in wesentlich fundamentalerem Sinne - Teil eines architektonischen Ensembles, wie dieser Passus aus einem Aufsatz von Steffen Delang [L 1] klarmacht:


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    Den baukünstlerischen Höhepunkt … bildete die innere Schaufront an der Nordseite des Hofes, die sich dem vom Süden durch das Tor Eintretenden zuerst darbot. Begrenzt wurde sie seitlich durch die beiden Treppentürme, die gegenüber ihrem südlichen Pendant eine weitaus aufwändigere Gestalt aufwiesen….
    Das zentrale Element der Schaufassade stellte die große Loggia dar, der so genannte „Altan“, eine aufwändige Tribünenarchitektur, die durch den Hausmannsturm gleichsam eine Bekrönung erfuhr….
    Als asymmetrischer Akzent in diesem festlichen Ensemble wirkte das „Schöne Tor“ der Schlosskapelle im westlichen Nordflügel….Mit seiner monumentalen und doch wohlproportionierten Gestalt, dem erlesenen plastischen Dekor der Glieder und des Türblattes und der figürlichen Plastik gehörte es zu den künstlerisch wertvollsten Bauteilen am Dresdner Schloss.


    Die Eintrittssituation ist ja heute ähnlich wie damals bei den Gegebenheiten des Renaissanceschlosses. Heute existiert zwar in Gestalt des „Grünen Tores“ ein weiterer Hauptzugang in den Großen Schlosshof, damals – im 16. Jahrhundert noch nicht, aber die meisten Besucher werden wohl nach wie vor den gleichen Weg hereinkommen, nämlich von Süden her durch das heutige Starcke-Portal (vom überdachten Foyer im Kleinen Schlosshof). Und jetzt stellt euch mal an besagter grandioser Schaufront, die man da als erstes erblicken wird, eine nette kleine Glaskiste vor. Selbst eine historisierend gestaltete „Einhausung“ würde mich hier stören. Das ist ja gerade das Einzigartige am Großen Schlosshof, dass man konsequent die architektonische Konzeption der Renaissanceausführung wieder bringt – natürlich mit der (kleinen) Einschränkung, dass die Sgraffito-Malerei in ihrer bildlichen Detailgestaltung „nachempfunden“ werden musste.


    Als Aufstellungsort schwebt mir freilich nicht die Schlosskapelle vor, obwohl das natürlich eine sehr nahe liegende Variante ist. Gemäß aktueller Konzeption soll die Kapelle frei zugänglich sein, und man will dort Plastiken ausstellen. Der Gedanke gefällt mir deshalb nicht, weil dieses dann wohl irgendwann „Gewohnheitsrecht“ erhält – so ein großes Portal stellt man nicht ohne Not um. Ich habe immer noch die Hoffnung (wenn auch realistischerweise für eine ziemlich ferne Zukunft), dass man irgendwann doch noch das Projekt *Historische Schützkapelle“ in Angriff nehmen wird.


    In den verschiedenen Verlautbarungen der zuständigen Denkmalpfleger (Dr. Dülberg, Dr. Kiesewetter, Zitatwiedergaben in den Zeitungen ohne Namensnennung) ist mir ein Passus aufgefallen, der Rückschlüsse über die im Hintergrund ablaufende Diskussion zulässt (im Sinne der zu vermutenden „Gegenargumente“). Wenn so etwas „gebetsmühlenartig“ immer wieder gebracht wird, hat das schon meistens seinen Grund. Beispiele:



    Auch die Bauplastik am nahe befindlichen Nordwest-Treppenturm ist ja fast vollständig nachgeschaffen worden. Hier ein sehr schönes Foto von Hyade:




    Zum Abschluss noch ein ganz anderes Thema. In Bezug auf das Grüne Gewölbe gibt es eine sehr gute Nachricht zu vermelden. Die Lokalvertreter hier im Forum haben es sicher gelesen, für alle anderen möchte ich das hiermit nachreichen. Dazu muss ich aber kurz noch mal auf das Rekonstruktionsziel eingehen, das man sich für das „Historische Grüne Gewölbe“ gestellt hatte. Auf den Punkt brachte es dieser Auszug aus einem Radiobeitrag, in dem Dirk Syndram zum Thema interviewt wurde (irgendwann vor Eröffnung):


    Quote

    Quelle: Deutschlandradio Kultur - Länderreport


    Dirk Syndram:
    "Was wir hier einrichten - das Grüne Gewölbe - ist nicht das Grüne Gewölbe, das 1942 verlagert wurde, beziehungsweise 1938 also in seiner alten Funktion geschlossen wurde, sondern das ist das Grüne Gewölbe weitestgehend von 1733, also aus dem Todesjahr Augusts des Starken."
    Eingerichtet werden die acht wieder hergerichteten, historischen Säle nun nach Inventarlisten aus genau dieser Zeit.


    Dieses Ziel wurde recht konsequent umgesetzt, was zur Folge hatte, dass diverse Konsolen vor allem im Silberzimmer (auch als Silbervergoldetes Zimmer bezeichnet) und im Weißsilberzimmer leer blieben. Dort informieren kleine Schilder über das Schicksal der nicht mehr vorhandenen Kunstobjekte.
    Am 6. Dezember 2007 vermeldete nun die Sächsische Zeitung:


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    Sieben wertvolle Silberpokale für Historisches Grünes Gewölbe


    Das 2006 wiedereröffnete Historische Grüne Gewölbe in Dresden hat erstmals einige Stücke als Ersatz für im 18. Jahrhundert eingeschmolzene Pretiosen erhalten. Der Freundeskreis des Museums (Anm.: Freunde des Grünen Gewölbes e.V.) übergab am Donnerstag sieben Buckelpokale aus dem 17. Jahrhundert als Dauerleihgabe. „Es ist das erste Mal, dass wir wirklich etwas bekommen“, sagte Direktor Dirk Syndram. Die auf dem Kunstmarkt in London erworbenen Traubenpokale aus vergoldetem Silber, auch „knorrige Pokale“ genannt, seien von sehr guter handwerklicher Qualität und hervorragend erhalten.
    Die Kunstwerke aus dem Weißsilberzimmer sowie zwei Drittel der Stücke aus dem Silbervergoldeten Zimmer waren 1772 eingeschmolzen worden. „Man wollte damals kein Silber mehr und war zudem knapp bei Kasse“, erzählte Syndram. Einst habe es 23 „knorrige Pokale“ gegeben. „Jetzt fehlen noch 16.“ Die Kunstsammlungen hofften, dass nun nach und nach der einstige Gesamteindruck der beiden Räume komplettiert werden könne.


    Ergänzend ein Auszug aus einer Pressemitteilung der SKD:


    Quote

    Textquelle (über dem Text eine Detailansicht eines der Pokale):
    http://www.skd-dresden.de/de/presse/pressearchiv.html?id=315


    Wie aus dem Inventar des Silbervergoldeten Zimmers von 1733 hervorgeht, waren zahlreiche Buckel-pokale – auch Traubenpokale oder „knorrige Pokale“ genannt – auf den Konsolen angeordnet. Deren Beliebtheit geht insbesondere auf ihre Eigenart zurück, mit Hilfe der Buckel das Kerzenlicht zu reflektieren und damit prunkvollen Glanz zu erzeugen. Insgesamt 23 Exponate fielen der Einschmelzung im Jahre 1772 zum Opfer, die das prächtige Erscheinungsbild dieses Raumes deutlich beeinträchtigte.
    Vier Pokale sind Schenkungen an den Verein (Anm.: von einem Dresdner Bürger, wow), drei Pokale wurden angekauft.


    Und hier noch ein Bild:
    http://www.sz-online.de/bilder…/gr_1682950_465482853.jpg



    Literatur:


    [L 1] – Das Dresdner Schloss – Monument sächsischer Geschichte und Kultur, 1989

  • Ich möchte heute wunschgemäß auf die Thematik *Brückenübergänge am Schloss* eingehen. Beginnen wir mit Teil 1, der Brückenverbindung in die Hofkirche.


    Die Herstellung eines Brückenübergangs vom Schloss zur Kathedrale erfolgte im Zusammenhang mit einer großen innenarchitektonischen Baumaßnahme im Schloss ab 1761. Zu jener Zeit (Siebenjähriger Krieg) war Sachsen verheerenden Verwüstungen durch die preußischen Truppen ausgesetzt. Im September 1760 hatte Friedrich II. das von ihm belagerte Dresden 2 Tage lang mit Kanonen beschießen lassen und dabei etwa ein Drittel der Stadt zerstört. Auch das Schloss hatte wohl einigen Schaden genommen, die historischen Quellen sprechen von „etlichen Durchschüssen“. Der König (als sächsischer Kurfürst: Friedrich August II., als polnischer König: August III. – ist manchmal etwas verwirrend) hatte sich schon vorher aus Sicherheitsgründen mit seinem Minister Brühl nach Warschau begeben. Nach dem sich das Kriegsglück für die Preußen zu wenden schien, ging nun von Warschau aus an den Oberlandbaumeister Schwarze die Order über diverse Umbaumaßnahmen am Schloss. Dazu Syndram/Ufer:


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    Textquelle: [L 2]
    In Dresden bereitete man sich zu dieser Zeit auf die Rückkehr des Königs vor. Dazu errichtete der führende Oberlandbaumeister Schwarze seit 1761 eine neue Folge von Paraderäumen. Sie lagen im ersten Geschoss des Ostflügels und bezogen den Georgenbau und Teile des Nordflügels ein. Nach ihrer Fertigstellung hatten sie zu den bedeutendsten deutschen Innenarchitekturen des Rokoko gezählt. Die großzügige und ausgesprochen funktionelle Folge königlich ausgestatteter Paradezimmer begann an der englischen Treppe mit einem Gardesaal und führte bis zum Audienzzimmer am Ende des östlichen Nordflügels. Das Audienzzimmer Augusts III. wurde durch eine hölzerne Brücke unmittelbar mit den königlichen Oratorien der Hofkirche verbunden.


    Zu diesem Textpassus sind einige Anmerkungen erforderlich.
    Die Formulierung: *unmittelbare Verbindung des Audienzzimmers mit den Oratorien* ist vielleicht missverständlich. Die Brücke kann entsprechend den Grundrissen und der Angabe *Lage des Raumes am östlichen Ende des Nordflügels* nicht direkt in das Audienzzimmer gemündet haben. Der Zutritt erfolgte m. E. von einem kleineren Raum westlich des Audienzzimmers.
    Mit den Oratorien (Betstuben) sind die Logen der königlichen Familie gemeint, die beiderseits des Hauptaltars der Kathedrale angeordnet waren. Fertigstellung der Kathedrale war übrigens 1754.


    Es handelte sich – ganz im Gegensatz zu der prächtigen innenarchitektonischen Schöpfung – um eine wirklich sehr schlichte Brücke, die dessen ungeachtet bis zum großen Schlossumbau Ende des 19. Jahrhunderts bestehen blieb. Das folgende Foto von bildindex zeigt sie:



    Bildquelle: bildindex der Kunst und Architektur


    Vergrößerte Ansicht:
    http://www.bildindex.de/bilder/MI09543c02a.jpg


    Zu der Ende des 19. Jahrhunderts realisierten Neuausführung schreibt Heinrich Magirius:


    Quote

    Textquelle: [L 1]:
    Ein besonderes Kunststück historischer Einfühlung gelang Gustav Frölich mit dem Übergang vom Nordflügel des Schlosses zur Hofkirche 1896 (Anm.: andere gleichfalls seriöse Quellen benennen allerdings 1897). Indem er hier die Eisenkonstruktion mit getriebenen Kupfer verkleidete, war eine formale Angleichung an die dominant empfundene Architektur der Hofkirche möglich. Kurt Roch schuf dafür ein Gipsmodell, nach dem der Dresdner Klempnermeister Beeg den Übergang ausführte.


    Hier ein Vorkriegsfoto (Bildquelle: DDR-Fotomappen, aus denen jüngst sehr viele Aufnahmen vorgestellt worden sind):



    Und so zeigte sich die Brücke nach der Bombennacht bis zum Herbst 1991, als sie abgenommen und zunächst eingelagert wurde:



    Die Beschädigungen beschreibt der mit der Reko-Maßnahme beauftragte Architekt, Dombaumeister Günter Donath aus Wilsdruff, wie folgt:


    Quote

    Textquelle [L 3]:
    Die zwischen Kupferblech und dem genieteten Stahltragwerk befindliche Lattenkonstruktion verbrannte völlig, das Tragwerk und die Hülle glühten aus. Alle Stahlträger wurden durch die extreme Hitze und mechanische Einwirkungen durch abstürzende Teile der benachbarten Fassaden verformt.


    Anzumerken wäre, dass zwar – wie von Donath dargelegt - die Tragkonstruktion irreparablen Schaden genommen hatte und definitiv nicht wieder verwendbar war, dass aber glücklicherweise die kunstvolle Kupferverkleidung im Vergleich dazu wesentlich geringere Beschädigungen aufwies.


    Zum Beginn der Wiederaufbauarbeiten hier zunächst ein Auszug aus einer Pressemitteilung des Sächsischen Finanzministeriums:



    Nachfolgend 2 Fotos zum voran stehenden Text. Das erste Bild soll an den mehrjährig vorhandenen (Herbst 1991 bis 2000), aber wohl von den meisten schon vergessenen Zustand erinnern, wie das ganze ohne Brücke aussah (Aufnahmedatum Oktober 1991):



    Das nächste (sehr interessante) Foto stammt von der HP der ausführenden Firma Bennert GmbH, dies übrigens eine vorrangig mit Sanierungsarbeiten an Denkmalen beschäftigte, mittlerweile sehr renommierte Firma aus Thüringen (1990 gegründet). Es zeigt die Montage der beiden hölzernen Tragwerkswände:


    http://www.bennert.de/justoran…4161916_2_11407945863.jpg


    Zur Erklärung der Aktion, die im obigen verlinkten Foto aufgenommen wurde:


    Quote

    Textquelle: [L 3]
    Den Zuschlag für die Leistungen des konstruktiven Ingenieurbaus (Beton- und Stahlbetonarbeiten zur Herstellung der Auflager, Vernadelungs- und Verpreßarbeiten des historischen Mauerwerks, Zimmererarbeiten des hölzernen Raumtragwerkes) erhielt die Firma Bennert GmbH aus Hopfgarten bei Weimar, während die Ausführung der kunsthandwerklich-künstlerischen Kupferarbeiten an eine Regensburger Firma vergeben wurde. Am 22. Februar 2000, also 55 Jahre nach der Zerstörung, begann der Wiederaufbau der Brücke. Bereits am 27. April wurden in einer spektakulären Aktion die beiden auf dem Abbundplatz der Fa. Bennert vorgefertigten raumhohen und ca. 57 Tonnen schweren Fachwerkwände mit 16,96 und 14,86 m Stützweite von einem Kran in ihre Auflager eingesetzt.


    Die Gründe, warum die Tragkonstruktion in einer anderen Ausführung als im Original hergestellt wurde, erklärt der für die Gesamtmaßnahme federführende Architekt Günter Donath wie folgt (auch für mich als diesbezüglichen Laien sehr plausibel):


    Quote

    Textquelle: [L 3]
    Eine denkmalpflegerische Verpflichtung, bei einer Rekonstruktion die ursprünglich genietete Eisenkonstruktion nachzubauen, bestand nicht. Auch baustatische Gründe (Durchbiegung, thermische Dehnung, Brandverhalten) und bauphysikalische Gründe (Schäden durch elektrolytische Korrosion) sprachen dagegen. Der neue Entwurf des Architekten in Zusammenarbeit mit dem Staatshochbauamt Dresden I (Anm.: heute SIB) sah nun eine vorgespannte hölzerne Sprengwerkskonstruktion vor, die sich zum einen an historischen überdachten Fachwerkbrücken aus Holz, zum anderen an den modernsten Konstruktionsprinzipien der Leimholzbauweise orientierte. Zudem lassen sich die Kupferteile an relativ einfach anzupassenden formgebenden Unterkonstruktionen aus Holz bauphysikalisch einwandfrei befestigen. Es war ja davon auszugehen, dass die – die bauliche Hülle bildenden – deformierten Kupferteile zunächst fernab des Einbauortes in der Werkstatt restauriert werden, eine idealisierte Formgebung erfahren und erst dann vor Ort angepasst werden können.


    Zum Zustand der originalen Kupferverkleidung noch mal Günter Donath:


    Quote

    Textquelle: [L 3]
    Eine Arbeitsgemeinschaft der Dresdner Kunstschlossereien war beauftragt worden, die Ornamenttafeln und Bauzier denkmalgerecht und zerstörungsfrei zu bergen und einzulagern. Durch das Architekturbüro Donath, Wilsdruff, wurden die Arbeiten begleitet und dokumentiert sowie ein verformungs- getreues Aufmaß angefertigt. Der Zerstörungsgrad der Dachtafeln war so groß, dass man sich für eine Bergung unter dem Aspekt der Wiederaufarbeitung nicht entschließen konnte.
    …(Bereits früher - ) geborgene Zierteile befanden sich in Ausstellungen.


    Gleiches Thema in einer Pressemitteilung des sächsischen Finanzministeriums:


    Quote

    Textquelle: [L 4]
    Für die Erzielung eines homogenen Gesamteindrucks des Brückenbauwerkes wurden die alten und neu angefertigten Kupferverkleidungsteile insgesamt mit einem Spezialwachs behandelt und teilweise vorpatiniert. Nahezu alle ausgebauten Kupferblechteile der alten Brücke konnten im Zuge der Restaurierung für den Wiederaufbau wieder hergerichtet und eingebaut werden.


    In summarischer Wertung der beiden letzten Textzitate ist zu schlussfolgern, dass mit Ausnahme der kupfernen Dachplatten wohl die weitaus meisten Teile der originalen Kupferverkleidung nach fachmännischer Aufbereitung und Restaurierung wieder verwendet werden konnten.


    Dazu folgendes Detailfoto:
    http://www.dresden-und-sachsen…/schloss_bruehofkidet.jpg


    Die vergoldeten Initialen A.R. in dem mittig angeordneten Bekrönungselement lese man übrigens als Albertus Rex (hat nix mit Augustus Rex zu tun), der Bau der Brücke erfolgte ja unter dem bis 1902 regierenden König Albert.


    Zur Fertigstellung der Gesamtmaßnahme noch ein Auszug aus der bereits genannten Pressemitteilung:


    Quote

    Textquelle: [L 4]
    Die Bauarbeiten zum Wiederaufbau der Brücke zwischen dem Dresdner Schloss und der Kathedrale wurden am 3. November 2000 abgeschlossen. Am 30. Oktober 2000 brachten Mitarbeiter der Fa. Haber und Brandner (Anm.: Restaurierungsfirma aus Regensburg) als letzte wesentliche Leistung 4 Engelsfiguren als Untersichtabschluss auf Schloss- und Kathedralenseite an (Anm.: diese Engelsfiguren sind an den 4 Eckpunkten der beiden Auflager angeordnet, d. h. an der Unterseite der Brücke).
    …Am Wiederaufbau des Überganges waren 13 Baufirmen aus Sachsen, Thüringen und Bayern beteiligt. Der Freistaat Sachsen wurde durch das Staatliche Vermögens- und Hochbauamt Dresden vertreten. Verantwortlicher Architekt war das Büro Donath aus Wilsdruff bei Dresden.
    Die Gesamtbaukosten betragen 1,9 Mio. DM.


    Das letzte, wirklich wunderschöne Foto solltet ihr euch nicht entgehen lassen, kann ich leider nur verlinken:
    http://www.dresden-und-sachsen.de/dd2/xpics_dd/hofki_br.jpg



    Textquellen:


    [L 1] – Das Dresdner Schloss – Monument sächsischer Geschichte und Kultur, 1989


    [L 2] – Dirk Syndram, Peter Ufer: Die Rückkehr des Dresdner Schlosses, Sept. 2006


    [L 3] – Homepage der Firma Bennert GmbH
    Die Bennert Gruppe


    [L 4] – Pressemitteilung des SMF vom 8. November 2000

  • :bussigelb:
    Danke für Deine Mühe!
    Etwas Generelles fällt mir dazu auf: Hochachtung vor Gustav Frölich, der eine Gestaltung gefunden hat, welche absolut stimmig ist, so als wär es schon seit 1760 angedacht gewesen. Man stelle sich mal vor was die Heren Baumeister heutzutage fabriziert hätten...
    und zum Wiederaufbau: Gott sei Dank ist der Kelch des Berliner Neuen-Museums-Schicksals an Dresden größtenteils vorübergegangen, sonst wäre jede Beule im Kupfer als Geschichtszeugnis konserviert worden.


    Freu mich schon auf Teil II



    PS: Schade das die letzten beiden Bilderlinks nicht funktionieren

  • Überschrift für die folgenden Meldungen:


    :banane: :banane: :banane: :banane: :banane: :banane: :banane:


    (Der ersten Passagen sind noch relativ unspektakulär, aber dann kommt' s!!!)


    Pressemitteilung des SMF von heute:



    Weiter im Text, mit der Teilüberschrift:
    Schwerpunkte 2008-Bautätigkeit


    Quote

    Das „Schöne Tor“ an der ehemaligen Schlosskapelle
    Das „Schöne Tor“ wurde um 1555 als Portal für die Schlosskapelle geschaffen. Es gilt als eines der schönsten und bedeutendsten Portale der deutschen Renaissance. Das Portal besteht aus Cottaer Sandstein und einer Tür aus Eichenholz mit aufwändig bildhauerisch gestalteten Figuren. Bis 2004 stand es an der Westseite des Johanneums. 2003 beschloss der Freistaat Sachsen in Übereinstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege das „Schöne Tor“ zu restaurieren und an seinen ursprünglichen Standort zu versetzen. Das Tor wurde in verschiedenen Werkstätten restauriert, gefährdete Originalteile durch Kopien bzw. Abgüsse ersetzt. Für die Restaurierung sind Kosten in Höhe von 992.000 Euro eingeplant. Die Versetzung ist für 2008 vorgesehen.


    Die Überdachung des Kleinen Schlosshofes
    Der Kleine Schlosshof wird den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zukünftig als Foyer dienen. Dazu wird der offene Raum nach einem Vorschlag des Architekten Professor Peter Kulka durch ein filigranes Membrandach wetterfest gemacht. Die Dachkonstruktion besteht aus rautenförmigen Feldern, welche mit transparenten Kissen bespannt sind. Die Bauarbeiten haben im Oktober 2007 begonnen. Die Montage der Kuppel erfolgt im Frühjahr 2008, die Fertigstellung des Foyers bis Ende des Jahres. Der Freistaat Sachsen investiert insgesamt 4,5 Millionen Euro.


    Ausbau Zwischenflügel Nord für die Rüstkammer
    Der Zwischenflügel Nord wird in moderner Form für die Rüstkammer ausgebaut. Die „Fürstengalerie“ ist dabei im ersten, die „Türckische Cammer“ im zweiten Obergeschoss untergebracht. In der Fürstengalerie werden später einmal die Bildnisse der Kurfürsten und Büsten der sächsischen Könige präsentiert. Die Türkenkammer gehört zur Orientabteilung der Rüstkammer und wird nach einem Konzept von Prof. Peter Kulka gestaltet. Dabei muss besonders den lichtempfindlichen Objekten durch die Lichtplanung und eine gedeckte Raumgestaltung Rechnung getragen werden. Die Bauarbeiten (Bauvorbereitung, Abbruch, Rohbau) beginnen im I. Quartal 2008. Der Freistaat investiert 7,6 Millionen Euro.


    Und jetzt wird es richtig gut, weiter im Text mit der Teilüberschrift:
    Schwerpunkte 2008-Planung


  • Wooowwww!!!
    Das klingt ja alles ziemlich gut. Endlich mal echt kulturbewahrende freudeauslösende Nachrichten. Das gibt ja einen der schönsten Schloßinnenhöfe Deutschlands, schöner als vor dem Krieg. :huepfen:


    Was mich jetzt interessiert: wie sehen die Elemente der transparenten Kuppel über dem kleinen Schloßhof aus? Ob der architektonische Gesamteindruck nicht so sehr gestört wird!?

  • Quote from "SchortschiBähr"

    Was mich jetzt interessiert: wie sehen die Elemente der transparenten Kuppel über dem kleinen Schloßhof aus? Ob der architektonische Gesamteindruck nicht so sehr gestört wird!?


    Wir werden uns noch etwas gedulden müssen. Immerhin sitzt das Dach über den Giebeln, so dass man mit der Lösung sicherlich gut leben kann.


    Die Gründlichkeit der Schlossreko stellt sicher eine der größten Wiederaufbauleistungen seit Kriegsende dar und findet hoffentlich Nachfolge in anderen Städten. Es stellt eben keine Selbstverständlichkeit dar, dass wichtige Repräsentationsräume wiederhergestellt werden. Hoffentlich macht man es im Berliner Stadtschloss genauso.

  • Quote from "Vitruv"

    Die Gründlichkeit der Schlossreko stellt sicher eine der größten Wiederaufbauleistungen seit Kriegsende dar und findet hoffentlich Nachfolge in anderen Städten. Es stellt eben keine Selbstverständlichkeit dar, dass wichtige Repräsentationsräume wiederhergestellt werden.


    Irgendwie müßen die vielen Hotelbetten ja mit Touristen gefüllt werden.
    Weltformat sollte das Schloß als Museumskomplex von internationalem Rang da schon haben.

  • Wollte ich auch gerade verlinken, aber Henry war flinker.
    UNBEDINGT ANSEHEN!
    Es gibt so vieles auszuwerten, komme aber erst heute abend dazu. Passt mal auf die erste Einstellung auf – Es wird ja immer besser: Die Giebel tragen ihre Skulpturen, und man sieht den Wandbrunnen, den wir kürzlich thematisiert hatten und und und…

  • Das ist echt klasse! Ich stolperte schon in dem (vermeintlich unspektakulär klingenden) ersten Abschnitt über den Satz mit den Kosten für die Planungen im Großen Schlosshof.
    Aber was mich auch noch total frohlocken lässt, ist die Tatsache dass der Kleine Ballsaal nun doch seine historische Ausgestaltung erhält! Ich erinnere mich, wie wir von der Kostenaufstellung bis hin zum Architekten das schlimmste befürchtet haben.

  • Wie schön, BautzenFan, dass du bei deiner Analyse vom 15.9.2007 voll daneben lagst:


    Quote from "BautzenFan"

    Mein Fazit insgesamt: Der Kleine Ballsaal ist bei der anstehenden Maßnahme sicher noch nicht dabei, dafür ist die Summe trotzdem wohl zu gering. Außerdem hätte man das wohl explizit im Ausschreibungstext genannt.


    :zwinkern: