Das Dresdner Schloss

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    • Noch eine Erläuterung zu meiner Wortwahl oben:

      Wir konnten ermitteln, dass es sich um abgelehnte Plakatentwürfe einer Kommunikationsagentur handelt. Da sie abgelehnt wurden, zählen sie nicht. Ich hatte recht, es handelte sich nicht um kommunikative Äußerungen der SKD. Die Entwürfe wurden aus dem ursprünglichen Kontext herausgelöst und es wurde der Eindruck erweckt, dass es sich um Material der SKD handelte. Dadurch wurden BautzenFan und einige andere hier im Forum getäuscht. Durch die missbräuchliche Verwendung wurden die Plakatentwürfe zu Fälschungen. Zum Vergleich: Die Kopie eines Kunstwerkes ist eine Kopie, solange sie als solche gekennzeichnet wird. Wird der Eindruck erweckt, es handele sich um das Original, so wird die Kopie zur Fälschung. Behauptet der Kopist, er sei der geistige Urheber des Werkes, so wird aus der Kopie ein Plagiat.

      Unter der Marke SKD dürfen nur die SKD selbst kommunizieren. Es geht darum, die Integrität der Kommunikation sicherzustellen. Jeder soll sich darauf verlassen können, dass da, wo SKD draufsteht, auch SKD drin ist. Mag sein, dass mich einige von euch jetzt uncool finden, aber es gibt eben auch rechtliche Zusammenhänge, die wir berücksichtigen müssen. Urheberrechtsfragen sind uncool, aber letztlich haben wir nichts davon, uns täuschen zu lassen. Die abgelehnten Plakatentwürfe sind für das, was uns hier interessiert, völlig wertlos. Nur durch die fälschliche Zuschreibung von Echtheit erhielten sie einen gewissen Wert.

      Kurz noch dazu:

      Rastrelli wrote:

      Die Sonnenmaske kenne ich nicht. Sie kann nicht das Hauptmotiv einer Werbeaktion der SKD sein.
      Niemand kann alle Objekte eines großen Museums kennen, aber für eine breitenwirksame Kommunikation werden nur bestimmte Hauptwerke und Bildmotive ausgewählt. Wer sich für eine Sammlung interessiert, kann sich schon einen hinreichenden Überblick dazu erarbeiten. Für die Kommunikation zu kulturhistorischen Ausstellungen verwendet man gern Abbildungen bekannter Persönlichkeiten. Es liegt eigentlich nahe, eine Abbildung Augusts des Starken zu nutzen. Er kommt medial gut rüber. Als Hintergrundfarbe für Plakate und Flyer eignet sich in diesem Falle Schwarz überhaupt nicht. Ich vermute, dass man das Korallenrot der SKD in den tatsächlich genutzten Infomaterialien wesentlich präsenter machen wird. Das erzeugt Aufmerksamkeit, wirkt frisch und rückt die Marke SKD in den Vordergrund. Lassen wir uns überraschen!

      Zum Eröffnungstermin der Paraderäume wissen wir jetzt nicht mehr als vorher. Wir wissen auch nicht, ob das Porzellanzimmer gleichzeitig mit der Paradesuite eröffnet wird. Und wir wissen gleichfalls nicht, wie die Infomaterialien zu diesem Anlass aussehen werden. Wir wissen jetzt nur, wie ein schlechtes Plakat aussehen kann. Ich bin sicher, dass die SKD, sobald sie Klarheit über das Eröffnungsprogramm haben werden, nicht einen Tag länger als nötig zögern werden, dies der Öffentlichkeit mitzuteilen.
    • Vielleicht sollte man um alsbald möglichst viel zu wissen, Bautzen-fan mehr zu Wort kommen lassen.
      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

    • Sonnenmaske mit den Gesichtszügen Augusts des Starken (1709), Besitz: SKD, Rüstkammer, nähere Angaben
      (Foto: SKD, gemeinfrei)

      Diese Sonnenmaske trug August der Starke auf einem Fest anlässlich eines Besuchs des dänischen Königs Friedrich IV. in Dresden im Juni 1709. Es handelt sich um eine vergoldete Kupfertreibarbeit aus der Werkstatt von Johann Melchior Dinglinger. Die Maske war ursprünglich hinterfüttert und somit wohl recht angenehm zu tragen. August schlüpfte hier in die Rolle des Apoll und trat so in die Fußstapfen des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Er war aber ein höchst wandlungsfähiger Herrscher. Drei Tage zuvor gab er bei einem Fest der vier Erdteile den "Chef der Afrikaner". Die prestigeträchtige Rolle des "Chefs der Europäer" war seinem dänischen Gast vorbehalten. Auch von diesem Fest blieben Zeugnisse erhalten. Vermutlich werden sie erst später im Ausstellungsbereich "Hofjagd, Feste, Maskeraden" zu sehen sein. Er wird im Nordflügel eingerichtet und den Paraderäumen, die in diesem Herbst eröffnen sollen, vorgelagert sein.

      In den Paraderäumen werden wir der Person Augusts sehr nahe kommen. Ausgestellt werden unter anderem seine Lebendmaske von 1704 und die Kleider, die er bei seiner Krönung 1697 sowie bei der Hochzeit seines Sohnes 1719 trug.

      The post was edited 1 time, last by Rastrelli ().

    • Gut. nachdem alles einigermaßen geglättet ist, sollten wir wieder Bautzen-Fan in aller Form das Wort erteilen. Ich hab ihre Beiträge immer geschätzt, zwar nur still, was hätte ich auch beitragen können, aber sie würden mir schon sehr fehlen. vielleicht daher an dieser Stelle vielen Dank an sie.
      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.
    • Ich weiß, dass die Verlinkung zu anderen Foren nicht unbedingt erwünscht ist, und will das auch gerne berücksichtigen, allein, dass man solche Kompetenz früher hier finden konnte, erscheint mir schon erwähnenswert.


      Dresden: Kulturhistorisches Zentrum - Residenzkomplex - Seite 22 - Deutsches Architektur-Forum

      Hat diese Entwicklung sein müssen?
      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.
    • In einem anderen Strang (*Rekonstruktion von Fassadenbemalungen*) wurde peripher auch die Sgraffito-Gestaltung am Dresdner Residenzschloss behandelt:

      Rastrelli wrote:

      Die Rekonstruktion im Großen Schlosshof stützt sich auf historische Kupferstiche, Studien zum Bildprogramm, einzelne Sgraffitoreste und Zeichnungen der Freskanten.

      In Bezug darauf schrieb zeitlos:

      zeitlos wrote:

      Im Fall des Dresdner Residenzschlosses erwähnst Du die einzelnen Sgraffitofragmente (Substanz), auf die sich die Rekonstruktion dort beziehen kann und nicht ausschließlich auf Stiche, Studien oder Zeichnungen.

      Lassen wir zu diesem Thema einen der aktuell agierenden Sgraffito-Künstler, nämlich Matthias Zahn, zu Wort kommen:

      Matthias Zahn wrote:

      Von der einst die Fassaden wie ein Teppich überziehenden Sgraffitodekoration sind nur noch wenige Reste, meist auf sekundär verbauten Sandsteinquadern, vorhanden. 1993 wurde ein etwas größeres zusammenhängendes Stück Sgraffitoputz am ehemaligen Badhaus entdeckt. All diese Befunde ergeben zwar ein ungefähres Bild über die angewendete Technologie, Materialzusammensetzung und die Handhabung der Kratzwerkzeuge, lassen aber kaum auf die künstlerische Gestaltungsweise und deren Qualität schließen. […]
      Zu den wichtigsten Quellen der Fassadenmalerei gehören die Fotos von dem verlorengegangenen hölzernen Schlossmodell aus der Zeit vor 1590 [Anm.: die Datierung „VOR 1590“ resultiert wohl daraus, dass besagtes Modell noch nicht den Kleinen Schlosshof beinhaltet] sowie die bildlichen Wiedergaben aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die Darstellungen der Sgraffitodekoration in beiden Quellen stimmen weitgehend überein.

      Quelle: "Die Rekonstruktion der Renaissancesgraffiti im Großen Schlosshof, veröffentlicht in: Das Dresdner Schloß - Geschichte und Wiederaufbau; Dresdner Hefte Nr. 38

      Dieses Badehaus, ein zweigeschossiger Baukörper mit Söllern als oberem Abschluss, entstand in der Regierungszeit von Christian I. als westliche Begrenzung des damals neu gebauten Kleinen Schlosshofs (zeitgleich mit dem Torhaus an der Schlossstraße – dieses die östliche Begrenzung des Kleinen Schlosshofs). Dabei gelangten Sgraffito-Dekorationen an der ehemaligen Südfassade des Moritz-Schlosses in das Gebäudeinnere und überdauerten so die Zeiten (versteckt unter Putz) Aus dem ursprünglichen Baukörper des Badehauses entwickelte sich durch mehrfache bauliche Erweiterungen und Umbauten der heutige Südwestflügel (genauer gesagt dessen nördlicher Teil).


      Hier 2 Fotos von dem größeren zusammenhängenden Stück Sgraffitoputz am ehemaligen Badhaus:





      Morgen beginnt ja die sicher hochinteressante Tagung zum Residenzschloss (incl.Baustellenrundgang). Leider konnte ich mich terminlich nicht freirudern. Ich weiß aber von einem aph-Mitglied, dass derjenige dort zugegen sein wird (falls ich die Nachricht richtig verstanden habe). Mein Wunsch für die spezifische Inaugenscheinnahme beim Baustellenrundgang wäre die Gestaltung des kleinen runden Turmzimmers an der Nordwestecke des Eckparadesaales. Zu diesem Raum schreibt Gurlitt(Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen):

      Cornelius Gurlitt wrote:

      Der Nordwestthurm beherbergte im zweiten Obergeschoss ein Stuckgewölbe, welches 1890 [Anm.: eine Maßnahme des großen Schlossumbaus von 1889 – 1901] in den neuen Südwestthurm versetzt wurde. Vier Paare von Putten tragen das Gesims des Mittelfeldes. In den Ecken Kartuschen. Das Ganze eine derbe Arbeit, deren an vlämische Vorbildermahnende Formgebung etwa auf die Zeit um 1660 weist.
      Zur Erklärung: VOR dem großen Schlossumbau gab es am Westflügel (Straßenseite) nur an dessen Nordecke einen Turm (dieser entstanden unter Kurfürst Moritz). Hier ein Bild:
      deutschefotothek.de/documents/…015/df_pos-2012-c_0000033

      Nach dem Umbau sah der Westflügel dann so aus (mit "neuem" Südwest-Eckturm):
      deutschefotothek.de/documents/…7/df_bs_0000884_postkarte

      Die Stuckdecke hatte man gemäß Gurlitt vom „alten“ Nordwestturm in den neuen Südwestturm umgesetzt. Das Turmzimmer an der NW-Ecke des Eckparadesaales erhielt um 1890 eine neue, zeitgenössische Gestaltung, von der sich in situ Reste erhalten haben. Wie wird hier die jetzige Endgestaltung aussehen?
    • Ich möchte zu BautzenFans Ausführungen noch Folgendes ergänzen:

      Was sie "Südwestflügel" nennt, ist auch unter der Bezeichnung "Bärengartenflügel" bekannt. Anders als bei Schloss Hartenfels zu Torgau, wo die einzelnen Flügel mit Buchstaben bezeichnet werden, gibt es für das Dresdner Schloss wohl keine amtliche Sprachregelung zur Bezeichnung der verschiedenen Gebäudeteile. Der Name "Bärengartenflügel" wird vom Landesamt für Denkmalpflege und von den SKD verwendet und erscheint mir prägnanter. Apollo hatte seinerzeit die Sgrafittofragmente im Bärengartenflügel in seiner Galerie zum Dresdner Residenzkomplex erfasst. Er hat wirklich Spürsinn, denn den meisten Schlossbesuchern werden diese versteckten Schmankerl im Foyerbereich vermutlich entgehen.

      Zum Schlossmodell aus der Zeit um oder kurz vor 1590: Es wurde 1989 rekonstruiert. Wir werden dieses Schlossmodell, das die Vierflügelanlage von Kurfürst Moritz zeigt, wahrscheinlich in der Ausstellung zur Schlossgeschichte besichtigen können, die im Erdgeschoss des Ostflügels eingerichtet wird.

      Zu BautzenFans letztem Punkt: Gestaltung der Decken in den Eckkabinetten. Hier ist vielleicht nicht jedem Leser das Knifflige der Problematik klar. Eigentlich wollen die Denkmalpfleger beim Wiederaufbau des Schlosses, Fragmente in situ belassen. Demnach wäre die vorgefundene Decke zu sichern und zu restaurieren. Auch in den beiden darunter liegenden Geschossen der Nordwestecke wurden die Decken 1945 nicht zerstört. Diese beiden Eckkabinette gehören zum Grünen Gewölbe. Andererseits soll der Eckparadesaal im Zustand des 18. Jahrhunderts rekonstruiert werden. Ich vermute daher, dass die ältere Deckengestaltung des Eckkabinetts rekonstruiert wird, gegebenenfalls unter Rückführung von Fragmenten aus dem südwestlichen Eckturm, sofern welche erhalten sind. Die Deckenfragmente aus der Zeit um 1890 könnte man an die Südwestecke versetzen. Dort sind die Bilderkabinette (hinter dem Audienzgemach) benachbart, die ja nicht bis ins Detail rekonstruiert werden sollen. Bei der Paradesuite will man ja auf die sonst bei Denkmalpflegern beliebten historischen Brüche und die Sichtbarmachung verschiedener Zeitschichten verzichten.

      Ich hoffe, dass ich mit diesen Äußerungen nicht anecke. Ich finde, dass in diesem Strang verschiedene Teilnehmer nach ihren Fähigkeiten, Kenntnissen und Interessensschwerpunkten ihren Beitrag leisten können und sich dabei zum Wohle des schönen Themas "Dresdner Schloss" ergänzen können.
    • Zwei sehr informative und beeindruckende Tage beim Schloss-Kolloquium sind vorbei.
      Stoff für eine Menge Beiträge, die ich hier nach zeitlicher Möglichkeit einstellen werde...

      Zunächst möchte ich BautzenFan einfach für ihren - auch diesmal - richtigen Riecher beglückwünschen und meiner Hochachtung für ihr Engagement hier Ausdruck verleihen. Ohne ihren Fleiß gäbe es in diesem Forum ja i.d.R. deutlich weniger Neues und (noch) häufiger unhaltbare Vermutungen und Behauptungen...
      Schön, dass Sie uns erhalten bleibt und über die unerfreulichen Reaktionen auf den - offensichtlich gut funktionierenden - Buschfunk nun doch hinweg sieht.

      Herr Dr. Syndram hat in einem - sonst nur altbekanntes wiederkäuenden - Beitrag zur musealen Nutzung des Schlosses den 28.09.2019 als Eröffnungs-Termin der Parade-Apartments bestätigt.

      (Die Jahreszahl schreib ich mal mit hin, denn angesichts des Baufortschrittes in den Räumlichkeiten ist das schier unglaublich.)
    • Themenschwerpunkt 1 - PARADE-APARTEMENT
      1.1 Audienz-Zimmer

      ---------------

      Im Audienz-Gemach ist man am Weitesten im Baufortschritt.
















      Sehr beeindruckt hat mich die Ausmalung der Decke.
      Von den roten Vorzeichnungen aus der Anfangszeit - die manch einer der "Fachleute" hier schon voreilig zu einer misslungenen Endfassung erklärte - ist natürlich nichts mehr zu sehen.
      Vielmehr hat man die originale Farbigkeit (ohne Firnisse und Schmutz aus 250 Jahren) als Grundlage der Reko festgelegt.
      Vergleiche an gereinigten Originalen wurden selbstredend gemacht.

      Die Ausmalung wurde vor kurzem unterbrochen, damit andere Gewerke zum Zuge kommen.
      Nach Aussagen aus dem 13-köpfigen Maler-Team ist man zu ca. 80% fertig und wird mit kleineren Gerüsten nach und nach in Einzelbereichen der Decke mehr Tiefenwirkung und Feinheiten ausarbeiten.
      Immer dann, wenn Lücken im Bauablauf oder mögliche räumliche Separierung von anderen Gewerken dies zulassen.

      Derzeit werden die Schreiner-Arbeiten ausgeführt.

      Danach kommen die Tapezierer zum Zug.
      Die historischen Wandbespannungen mit allen Tressen, Borten, Quasten usw. liegen nach jahrelanger Restaurierung und Teil-Reko einbaubereit in den Lagern und werden zeitnah auf die jetzt anzubringenden neuen "Unterspann-Stoffe" montiert.

      textilrestaurierung.at/body_DresdenD.htm

      Bei den hölzernen Lambries dieses Raums arbeitet man - auf Hochtouren, aber mit der nötigen Sorgfalt - an der Vergoldung und Bemalung. Einem Restaurator konnte ich dabei kurz über die Schulter schauen, darf diese Bilder hier aber nicht veröffentlichen.
      Im Bild der Probeachse - wieder mal von BautzenFan - ist gut zu erkennen, worum es dabei geht.

      Das Dresdner Schloss

      Nach Aussage dieses Gewerkes wird man mit den Arbeiten bis 28.09. nicht fertig; es werden also auch später nach und nach fehlende Wandverkleidungen eingebaut werden.
      Qualität geht somit vor Zeitdruck. Sehr zu begrüßen.

      Parkett liegt und ist geschützt.

      Die Herstellung der Wand und Deckenleuchten läuft nach Plan.
      Jedoch dürfte - nach Einschätzung der Bauleitung (Stand Januar) - eine Feuervergoldung bis zum Eröffnungstermin nicht für alle Einzelteile machbar sein, da für alle Arbeitsschritte vom Guss über das Ziselieren bis zur Feuervergoldung zu wenig Zeit bleibt.
      Man wird somit vermutlich teilweise zunächst nur in Messing hängen und dann nach und nach vergolden.

      ------
      Das Deckengemälde wurde ursprünglich 1717 in Dresden gemalt. Leinwand. Flach an der Decke.
      Decken-Kehlen geputzt.
      Der Übergang zwischen Kehle und Decken-Leinwand ist vor Ort an einer Überlappung zu erkennen.

      Aus einigen Farbdias und zahlreichen Scharzweiß-Aufnahmen der originalen Deckenmalerei vor der Zerstörung konnte das gesamte Deckengemälde photogrammetrisch millimetergenau entzerrt werden. Diese Grundlage war entscheidend für die Rekonstruktion.
      Da die exakte Geometrie der Kehlen und ihrer Bemalung so jedoch nicht zu ermitteln war, wurden die Ecken von Audienz- und Schlafzimmer in je einem Raummodell entwickelt.



      The post was edited 8 times, last by eryngium ().

    • Nach so viel Opulenz ein wenig Beruhigung für´s Auge:

      Themenschwerpunkt 1 - PARADE-APARTEMENT
      1.2 Bilderkabinette und Turmzimmer (Eckkabinett)

      Das Große und das Kleine Bilderkabinett mit dem Turmkabinett werden nicht rekonstruiert.
      Waren wir hier ursprünglich noch von einer Präsentation von kleinformatigen Beständen der Gemäldegalerie ausgegangen, so wird - nach Aussage der Bauleitung, Herr Syndram äußerte sich hierzu nicht - in diesen drei Räumen nun tatsächlich die Krönung August des Starken im Mittelpunkt der Präsentation stehen.
      Erwarten wir also hier zukünftig die Krönungsfigurine.

      Aus diesem letzten Raum in der Abfolge der Paradeapartements wird man zukünftig durch diese Tür schreiten...



      und im Rundgang die Türckische Kammer betreten um von 5 Pferden mit Zaumzeugen aus Augusts Zeit - (zum Teil ?) auch zur Krönung in Krakau dabei - empfangen zu werden...

      text-der-stadt.de/Tuerckische_Cammer.html



      Großes Bilderkabinett Blick Richtung Kleines BK

      ---------------------------





      Blick vom Kleinen BK ins Turmzimmer und Decke dieses Raumes.
      Zu den Resten der originalen Renaissance-Decke wird BautzenFan hoffentlich nochmals etwas schreiben.


      ----------------------------
      Insgesamt war es für mich beeindruckend, wie groß die Räume doch sind.
      Bei Baustellenrundgängen Im Rohbau wirkte alles nicht so großdimensioniert auf mich. Da aber nun an den Bauteilen menschlicher Maßstab ablesbar wird, "wachsen" die Räume scheinbar...

      The post was edited 1 time, last by eryngium ().

    • Sehr beeindruckend, die farbfrische Decke! Der Trompe-l'oeile scheint mir sehr gelungen. Besonders die falsche Goldornamentik wirkt echt und springt so richtig hervor.

      eryngium wrote:


      Von den roten Vorzeichnungen aus der Anfangszeit - die manch einer der "Fachleute" hier schon voreilig zu einer misslungenen Endfassung erklärte - ist natürlich nichts mehr zu sehen.
      Unnötiges Gestichel muss in diesem Strang leider wieder sein.
      Erst mal hat keiner je behauptet Vorzeichnungen wären die Endfassung, zweitens wurde über das andere Deckengemälde, dass des Paradeschlafzimmers diskutiert, nicht dieses, drittens steht dir überhaupt nicht zu zu beurteilen wer hier "Fachleute" sind oder nicht.

      Aber vielen Dank für die Bilder und Berichterstattung.
    • Treverer wrote:

      - Erst mal hat keiner je behauptet Vorzeichnungen wären die Endfassung,
      - zweitens wurde über das andere Deckengemälde, dass des Paradeschlafzimmers diskutiert, nicht dieses,
      - drittens steht dir überhaupt nicht zu zu beurteilen wer hier "Fachleute" sind oder nicht.


      Lieber Treverer,

      weil Sie es ansprechen:

      zu Erstens:
      Beitrag 1730 in diesem Strang vom 29.01.2019

      East_Clintwood wrote:

      Als selbständiger Kunstmaler muss ich hier leider anmerken, dass die Rekonstruktion des Deckengemäldes schlichtweg lausig ist, sowohl farblich als auch handwerklich (NULL Plastizität, keine starken Kontraste, die das Gemälde letztlich ausmachen- das Ganze wirkt eher wie „Malen nach Zahlen“)- wenn man das Original damit vergleicht, sind es zwei verschiedene Bilder.

      Ich sehe hier das Problem darin, dass die Flächen nicht geschichtet werden (wie beim Original), sondern man sie letztlich „ausmalt“. Und dabei sehr ängstlich zu Werke geht, man traut sich nicht, dunkle Farben (wie beim Original) einzusetzen, sondern bleibt bei einer sehr geglätteten ‚Vorzeichnung‘. Wohl weil man Angst davor hat, Kontraste zu setzen (die natürlich auch nach hinten losgehen können, aber anders gehts nicht).

      Der Maler suchte sein Bild während des Entstehungsprozesses, die Rekonstrukteure finden ein fertiges Bild. Ob sich das wirklich rekonstruieren lässt, weiß ich nicht bzw wage es zu bezweifeln. Aber man sollte es zumindest versuchen und weniger zaghaft an die Sache gehen.

      Das muss man jedenfalls dringendst überarbeiten.

      Kann natürlich sein, dass NUR Dank dieser hilfreichen Kritik vom Jahresanfang Gott sei Dank doch noch was draus geworden ist...




      zu Drittens:

      ich kann Mitdiskutanten hier leider nicht anhand von Studienabschlüssen als Fach- oder Nicht-Fachleute bewerten, da mir Studienzeugnisse der Foristen nicht vorliegen.
      Ich vermag nur anhand der Beiträge der werten Mitdiskutanten hier eine fachliche Qualifikation abzuschätzen.
      Natülich ist jeder hier Fachmann für irgend etwas.
      Evelin Hamann wollte ein Jodeldiplom. Ich bin nur Landschaftsarchitekt.
      Einschätzen kann ich aber, dass Sie mit Ihrer Einschätzung

      Treverer wrote:

      Ich war dabei zu überlegen, ob ich anmerken sollte, dass die Köpfe sehr schön (zumindest auf der Visualisierung) geworden sind, nachdem es ja letztens so einen Unfrieden darum gab. Hier zeigt sich das hohe künstlerische Niveau des Historismus (dies sind ganz klar Lüster des Historismus und nicht des Barock, sie müssen wohl im 19. Jahrhundert ersetzt worden sein?): edle, ebenmäßige Gesichter, inspiriert von klassischer Skulptur. Ich hoffe, die tatsächliche Umsetzung wird dem gerecht.

      Stilformen von 1717 "ganz klar" ins Ende des 19. Jahrhundert zu setzen - deutlich daneben lagen.
      Nach wie vor werbe ich dafür, dass in diesem Strang Tatsachen verbreitet werden und Vermutungen als solche verbal gekennzeichnet sind, statt falsche Vermutungen mit Worten wie "ganz klar" zu Wahrheiten erheben zu wollen.

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    • Themenschwerpunkt 1 - PARADE-APARTEMENT
      1.3 Parade-Schlafzimmer


























      Im Parade-Schlafzimmer war es bei der Besichtigung sehr dunkel. Habe leider nur ein unscharfes Gesamtbild geschossen. Das stelle ich hier nicht ein.



      Folgender Bautenstand:

      Lambries sind zum Teil eingebaut und werden in situ teilvergoldet.

      Die Reko des Deckengemäldes wurde wiederum vor kurzem unterbrochen, damit andere Gewerke zum Zuge kommen. Wohl ebenfalls zu ca. 80% fertig, wird mit kleineren Gerüsten nach und nach in Einzelbereichen nachgearbeitet, immer dann, wenn Lücken im Bauablauf oder mögliche räumliche Separierung von anderen Gewerken dies zulassen.

      Derzeit werden die Tapezier-Arbeiten (anbringen der "Unterspannbahnen" mit Nägeln und Ösen an die Holzleisten) ausgeführt.
      Auch wird zeitnah das Bett geliefert (aus Österreich, wenn ich es mir richtig gemerkt habe).
      Wenn diese Vorarbeiten erledigt sind, werden die rekonstruierten Wandbespannungen mit allen Tressen, Borten, Quasten usw. an Wand und Bett montiert.

      Parkett wird als nächstes eingebaut.

      Leuchten wie im Audienz-Zimmer.


      ------
      Das Deckengemälde wurde ursprünglich 1715 in Paris gemalt (auch Sylvestre) und nach Dresden geliefert. Die ursprünglichen Maße des 1715 gelieferten Original-Bildes werden von den Kunsthistorikern aufgrund des Bildaufbaus breiter vermutet. Eine ursprünglich geplanter Einbau in einem der 4 Eckpavillons des Zwingers wird vermutet. Dann abweichend von diesem Plan Einbau im Schloss.
      Leinwand. Flach an der Decke. Decken-Kehlen geputzt. Der Übergang zwischen Kehle und Decken-Leinwand ist auch auf den Bildern an einer Überlappung sehr deutlich zu erkennen.

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    • Themenschwerpunkt 1 - PARADE-APARTEMENT
      1.4 Erstes und Zweites Vorzimmer


      Im Ersten VZ sind die Schreinerarbeiten als Vorbereitung der Wandbespannung in vollem Gange.

      Die Raumfassung der Reko erfolgt im Zustand von 1719, ohne jeden Decken-Stuck.
      Der Stuck an der Kehle ist weiß gefasst.

      Originale Reste des Kehl-Frieses wurden in den 1960-er Jahren vom Landesamt für Denkmalpflege geborgen und nun wieder eingebaut. Diese Original-Befunde weisen die Fassung / Vergoldung des 19.Jhds auf und bleiben dauerhaft als originale Fragmente erkennbar, ohne Oberflächenangleichung.








      --------------------------------------------

      Im Zweiten VZ ähnliches Bild, Originalbefunde jedoch in deutlich geringerem Umfang.






      Der Chef-Restaurator Hr. Walter hat wohl aus einer großen Zahl von Bruchstücken sehr ähnlicher Kamine (wohl ehedem bunt gemischt gelagert im Ostflügel) durch Vergleich mit Vorkriegsfotos den hier originalen Kamin zusammensetzen können.
      Anhand des Marmorierungsmusters wurde nach Art eines Fingerabdrucks der korrekte Marmor-Kamin gefunden, ergänzt und eingebaut.



      Die ehedem "private" kleine Renaissance-Wendeltreppe (Mitte des 16. Jhd.) als vertikale Verbindung von Geheimer Verwahrung (heute Grünes Gewölbe - Juwelenzimmer) über Apartments des Kurfürsten und der Kurfürstin bis unters Dach) bleibt erhalten und verschwindet wieder hinter der Wandverkleidung.

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    • eryngium wrote:

      Zwei sehr informative und beeindruckende Tage beim Schloss-Kolloquium sind vorbei.
      Stoff für eine Menge Beiträge, die ich hier nach zeitlicher Möglichkeit einstellen werde...

      Zunächst möchte ich BautzenFan einfach für ihren - auch diesmal - richtigen Riecher beglückwünschen und meiner Hochachtung für ihr Engagement hier Ausdruck verleihen. Ohne ihren Fleiß gäbe es in diesem Forum ja i.d.R. deutlich weniger Neues und (noch) häufiger unhaltbare Vermutungen und Behauptungen...
      Schön, dass Sie uns erhalten bleibt und über die unerfreulichen Reaktionen auf den - offensichtlich gut funktionierenden - Buschfunk nun doch hinweg sieht.
      Lieber eryngium,
      gerade deine tollen Bilder und Infos vom Kolloquium zeigen doch, dass es gut ist, dass BautzenFan das Dresdner Schloss nicht alleine machen muss. Denn dann hätten wir dieses Material ja nicht. Es ist doch gut, wenn sich hier auch noch andere einbringen. Sticheleien, nur weil es verschiedene Meinungen gibt, sind nicht hilfreich. In diesem Punkt schließe ich mich Treverer und Onkel Henry an. Ich hatte Quellenkritik betrieben. Abgelehnte Plakatentwürfe sagen nichts über den Eröffnungstermin aus. Ich hatte auch konkrete Nachweise gebracht. Wenn der 28. September bestätigt wird, widerspricht dies nicht meiner Argumentation.

      Wenn Syndram nun den 28. September nennt, dann kann man dies hier so melden. Allerdings widerspricht dem doch das Folgende:

      eryngium wrote:

      Nach Aussage dieses Gewerkes wird man mit den Arbeiten bis 28.09. nicht fertig; es werden also auch später nach und nach fehlende Wandverkleidungen eingebaut werden.
      Qualität geht somit vor Zeitdruck. Sehr zu begrüßen.

      Parkett liegt und ist geschützt.

      Die Herstellung der Wand und Deckenleuchten läuft nach Plan.
      Jedoch dürfte - nach Einschätzung der Bauleitung (Stand Januar) - eine Feuervergoldung bis zum Eröffnungstermin nicht für alle Einzelteile machbar sein, da für alle Arbeitsschritte vom Guss über das Ziselieren bis zur Feuervergoldung zu wenig Zeit bleibt.
      Man wird somit vermutlich teilweise zunächst nur in Messing hängen und dann nach und nach vergolden.
      Das spricht doch eindeutig für eine Verschiebung des Eröffnungstermins. Prunkräume eröffnet man nicht halbfertig. Welchen Sinn sollte das haben? Unter diesen Umständen sollte man verschieben. Noch haben wir keine Pressemitteilung der SKD. Eine Terminbestätigung durch Frau Ackermann ja wohl auch nicht. Die Kontakte zur Staatskanzlei laufen über die Generaldirektion. Ich denke, dass man bei der Abstimmung der Eröffnungsveranstaltungen den Termin doch noch verschieben wird. Ministerpräsident Kretschmer und Kulturstaatsministerin Grütters wollen sich in Sachsens Glanz sonnen. Sie wollen die grandiosen Leistungen der Kunsthandwerker, Restauratoren und Künstler loben. Die Medien wollen beeindruckende Bilder verbreiten. Das geht nur, wenn alles fertig ist. Ein Museum eröffnet keine Ausstellung, die noch im Aufbau befindlich ist.
    • Zwei Details:

      eryngium wrote:

      Aus diesem letzten Raum in der Abfolge der Paradeapartements wird man zukünftig durch diese Tür schreiten...
      und im Rundgang die Türckische Kammer betreten um von 5 Pferden mit Zaumzeugen aus Augusts Zeit - (zum Teil ?) auch zur Krönung in Krakau dabei - empfangen zu werden...
      "Zaumzeug" ist zu eng gefasst. Der Fachbegriff ist "Reitzeug". Die Reitzeuge der fünf Araber sowie die anderen Stücke im Auftaktraum der Türckischen Cammer stehen in keinem Bezug zur Königskrönung Augusts des Starken. Sie wurden erst gut 15 Jahre nach der Krönung von einem Gesandten Augusts in Konstantinopel erworben. Es wird jetzt aber deutlich, dass die museale Inszenierung dieses Raumes sorgfältig auf die Einbeziehung in den Rundgang der Festetage abgestimmt ist.

      eryngium wrote:

      Originale Reste des Kehl-Frieses wurden in den 1960-er Jahren vom Landesamt für Denkmalpflege geborgen und nun wieder eingebaut.
      Die Institution hieß damals: "Institut für Denkmalpflege, Arbeitsstelle Dresden".

      Ich freue mich schon auf viele weitere Bilder und Infos von deinem Schlossbesuch.
    • Vielen herzlichen Dank an eryngium für die Hammerfotos und die hochinteressante Berichterstattung. Nachfolgend (allerdings etappenweise) einige Anmerkungen.Beginnen wir mit dem 1. Vorzimmer.
      Das folgende Foto von eryngiem zeigt die Nordwand des 1. Vorzimmers, hinter dem Durchgang liegt der Eckparadesaal.


      eryngium wrote:

      Die Raumfassung der Reko erfolgt im Zustand von 1719, ohne jeden Decken-Stuck.
      Der Stuck an der Kehle ist weiß gefasst.
      Originale Reste des Kehl-Frieses wurden in den 1960-er Jahren vom Landesamt für Denkmalpflege geborgen und nun wieder eingebaut. Diese Original-Befunde weisen die Fassung / Vergoldung des 19.Jhds auf und bleiben dauerhaft als originale Fragmente erkennbar, ohne Oberflächenangleichung.

      Die Vergoldung der Stuckzonen im 1. Vorzimmer erfolgte im Rahmen des großen Schlossumbaus Ende des 19. Jahrhunderts. Hierzu folgende Information aus einem Artikel der Sächsischen Zeitung vom 22. Januar 2007 (mit *Walther* ist Hans-Christoph Walther gemeint, der Chefrestaurator im Projekt):

      Sächsische Zeitung wrote:

      Mancher Befundder Experten wird auch den Finanzminister freuen. Walther und seine Kollegen haben nachgewiesen, dass einige Stuckdecken zwar vor Kriegsende 1945 vergoldet waren, nicht aber im 18. Jahrhundert. Wiederhergestellt werden soll jetzt der frühere Zustand, sagt der Restaurator. „Das spart Gold und Geld.“

      Detailansichten des Stucks im Hauptgesims:


      Foto von eryngium (Bildausschnitt)


      Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


      Das 1. Vorzimmer wird ja mit den gewebten blumenumrankten Säulen (Wandteppiche) ein ganz besonderes Schmankerl erhalten. Diese Ausstattungselemente waren schon lange vor 1945 verlustig gegangen. Jetzt werden diese Webtextilien mit großem Fachkönnen nachgeschaffen, und zwar von der Königlichen Gobelinmanufaktur in Madrid (Real Fábrica de Tapices). Auf der HP dieser Firma wurde im September 2018 folgender Bericht veröffentlicht (Übersetzung durch google-translater):

      Real Fábrica de Tapices wrote:

      Die Herstellung der Wandteppiche ist Teil des Programms zur Rekonstruktion der Apparaträume des Residenzschlosses von Dresden. Das Gebäude befindet sich im Zentrum der Stadt und wurde zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert erbaut. Während des 2. Weltkrieges wurde der Palast mit Ausnahme der Außenmauern fast vollständig zerstört. Seit den neunziger Jahren wurde der Palast zu einem Museumskomplex umgebaut.
      Von den 32 Wandteppichen, die die Kommission nach monatelangen Forschungen und Farbtests an die königliche Fabrik vergab, wurde ein erstes Paar Säulentorsa an die sächsische Regierung geliefert. Jede Säule wird in sehr feiner Qualität mit Seiden-, Gold- und Silberfäden hergestellt. Die Fertigstellung durch zwei Meister dauerte 14 Monate. Der Rest der Aufgabe wird voraussichtlich bis 2022 abgeschlossen sein.
      Die königliche Fabrik bietet die Möglichkeit, die Webarbeiten der Dresdner Schlossteppiche anhand von geführten Besichtigungen live zu erleben [Anm.: kleiner Tipp für Madrid-Besucher].

      Quelle (Originaltext):
      realfabricadetapices.com/conti…es-del-palacio-de-dresde/

      Ich hatte bislang vermutet, dass es sich bei der Jahreszahl 2022 um einen kleinen Fehler handelt – dieser Termin erschien mir doch recht spät (in Bezug darauf, dass die Paraderäume ja im September 2019 eröffnet werden sollen). Nun hatte aber eryngium – in Bezug auf die künstlerische Bemalung der hölzernen Lambris im Audienzgemach – Folgendes formuliert:

      eryngium wrote:

      Nach Aussage dieses Gewerkes wird man mit den Arbeiten bis 28.09. nicht fertig; es werden also auch später nach und nach fehlende Wandverkleidungen eingebaut werden.
      Qualität geht somit vor Zeitdruck. Sehr zu begrüßen.
      Ich will hier wirklich keine Gerüchte in die Welt setzen, aber möglicherweise wird auch das 1. Vorzimmer nicht schon im September 2019 vollständig fertig sein. Falls das tatsächlich so ist, muss man berücksichtigen, dass es sich um künstlerisch/kunsthandwerklich sehr anspruchsvolle Aufgaben handelt. Und man muss sich vor allem den enormen Zeitaufwand vor Augen führen: An einem Paar Säulentorsa arbeiteten 2 Meister vierzehn Monate.

      Noch 2 Bilder dazu:

      Zuerst die Visualisierung des 1. Vorzimmers (mit Blickrichtung auf die Nordwand):Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen

      Westlicher Teilder Nordwand:

      Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


      eryngium wrote:

      Die ehedem "private" kleine Renaissance-Wendeltreppe (Mitte des 16. Jhd.) als vertikale Verbindung von Geheimer Verwahrung (heute Grünes Gewölbe -Juwelenzimmer) über Apartments des Kurfürsten und der Kurfürstin bis unters Dach) bleibt erhalten und verschwindet wieder hinter der Wandverkleidung.



      Die Formulierung „bis unters Dach“ wäre zu präzisieren durch: *bis in das 3. OG* (das 3. OG gehört zum Dachbereich) - dort befanden sich die Räumlichkeiten der so genannten Kunstkammer, dies letztlich der Ursprung der Dresdner Kunstsammlungen. Das folgende Foto zeigt den betreffenden Eingang in die ehemalige Wendeltreppe (der eigentliche, lange vor 1945 abgerissene Treppenschacht befand sich in der Ecke des diagonal gegenüber liegenden Raumes, heute die südliche der beiden Retiraden):
      deutschefotothek.de/documents/…/df_bika132_0000405_motiv

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    • Rastrelli wrote:

      eryngium wrote:

      Nach Aussage dieses Gewerkes wird man mit den Arbeiten bis 28.09. nicht fertig; es werden also auch später nach und nach fehlende Wandverkleidungen eingebaut werden.
      Qualität geht somit vor Zeitdruck. Sehr zu begrüßen.

      Parkett liegt und ist geschützt.

      Die Herstellung der Wand und Deckenleuchten läuft nach Plan.
      Jedoch dürfte - nach Einschätzung der Bauleitung (Stand Januar) - eine Feuervergoldung bis zum Eröffnungstermin nicht für alle Einzelteile machbar sein, da für alle Arbeitsschritte vom Guss über das Ziselieren bis zur Feuervergoldung zu wenig Zeit bleibt.
      Man wird somit vermutlich teilweise zunächst nur in Messing hängen und dann nach und nach vergolden.
      Das spricht doch eindeutig für eine Verschiebung des Eröffnungstermins. Prunkräume eröffnet man nicht halbfertig. Welchen Sinn sollte das haben? Unter diesen Umständen sollte man verschieben. Noch haben wir keine Pressemitteilung der SKD. Eine Terminbestätigung durch Frau Ackermann ja wohl auch nicht. Die Kontakte zur Staatskanzlei laufen über die Generaldirektion. Ich denke, dass man bei der Abstimmung der Eröffnungsveranstaltungen den Termin doch noch verschieben wird. Ministerpräsident Kretschmer und Kulturstaatsministerin Grütters wollen sich in Sachsens Glanz sonnen. Sie wollen die grandiosen Leistungen der Kunsthandwerker, Restauratoren und Künstler loben. Die Medien wollen beeindruckende Bilder verbreiten. Das geht nur, wenn alles fertig ist. Ein Museum eröffnet keine Ausstellung, die noch im Aufbau befindlich ist.

      Bleibt natürlich die Frage, ob man sich in Sachsen an einen einmal genannten Termin (September 2019) hält oder es verschiebt, wie öfter in Berlin üblich...
      Ich tendiere zu der Annahme, dass der 28.09. gehalten wird. Wissen werden wir es erst, wenn der ORIGINALE Flyer der SKD auftaucht.

      Für den 28.09.2019 spricht aus meiner Sicht folgendes:

      1.
      Lambries
      Da hatte ich mich missverständlich ausgedrückt.
      Die vorher nicht fertigen Lambries sollen nach der Eröffnung eingebaut werden. Der Restaurator sprach von "begehbarer" (Teil-) Baustelle. (Ein Zustand, den ich persönlich spannender finde, als komplett fertig.)

      2.
      Es wurde ein Wandleuchter mehr gefertigt. Als Muster fürs Archiv.
      Nun werden wohl die z.T. noch unvergoldeten Blaker zum 28.09. mit eingebaut, damit alle dran sind und der Raum komplettiert ist.
      Der überzählige Leuchter geht dann zum Vergolden und wird danach gegen einen aus Messing getauscht. Nach und nach wird so die Vergoldung komplettiert. Info Stand Januar.

      3.
      Der von Dir unterstellte Ansatz "beeindruckende Bilder … gehen nur, wenn alles fertig ist" ist aus meiner Sicht nicht korrekt und wird so von der SKD und dem SIB auch nicht praktiziert. Ganz im Gegenteil.
      (Zwar ist die PR zum Baufortschritt im Schloss komplett Bürger-Unfreundlich, weil man ja kaum etwas erfährt. Aber das steht auf einem anderen Blatt.)
      Als Beweis dieser meiner These sei hier nur der hier im Forum episch diskutierte Spinx-Kopf von einem Kamin-Pilaster im Rotseidenen Zimmer genannt. Der Kamin ist ein Bozetto aus Gips oder Ton. Er wird irgendwann in den nächsten 6 Jahren in Marmor (wie Original) gearbeitet, wenn die heutigen Planungen umgesetzt werden und Geld da ist.
      Der ganze Raum "rotseidenes Zimmer" ist nämlich gar nicht fertig, wurde aber schon mal für das Museum freigegeben. Der Ansatz "fertig" wenn eröffnet, stimmt für das Residenzschloss nicht und wird so nicht praktiziert.
      Wird von mir zu gegebener Zeit nochmals gesondert dargestellt.

      4.
      Vermeers brieflesendes Mädchen wurde für Sommer 2019 als fertig restauriertes Meisterwerk durch SKD angekündigt. Nun ist es nicht fertig geworden, weil man viel mehr Arbeit mit dem Bild hatte, als gedacht.
      Die SKD hat das Bild trotzdem halbfertig dem Publikum kurzzeitig präsentiert und dann wieder in der Werkstatt "versenkt". Termin eingehalten.

      5.
      Ein Glück für Dresden ist, dass die Eröffnung des Berliner Humboldt-Forums verschoben wurde.
      Neben diesem nahezu gleichzeitig geplanten kulturpolitischen Groß-Event wäre die Eröffnung von Parade-Appartements und Gemäldegalerie in Sachsen mutmaßlich in den gesamtdeutschen Medien nur zweitklassisch beachtet worden.
      Sachsen wird die Chance auf gute gesamtdeutsche PR nun doch hoffentlich nutzen; als Novität für konservativ-kultur-Interessierte in einem gewissen zeitlichen Abstand zum Berliner Mega-Event im Gespräch zu sein, bis dieses dann die komplette Aufmerksamkeit des Bildungsbürgertums an sich zieht.


      6.
      Die Landtagswahl in Sachsen findet am 01.09.2019 statt.
      Ich hätte als Landesregierung alles daran gesetzt, die Eröffnung der Parade-Appartements auf das letzte August-WE zu legen, um die zu diesem Zeitpunkt nötigen schönen Bilder für CDU und SPD zu haben.

      Leider hat die PR der Parteien - für mich komplett unverständlich - diese Chance einer wahlrelevanten Erfolgsgeschichte komplett vertan. Warum man das Potential des Themas "Identität Sachsens stärken durch Reko des Schlosses als Nukleus des Freistaates" komplett ungenutzt lässt, ist für mich schleierhaft.

      Am 28.09. werden wir in Sachsen evtl. über die AFD diskutieren müssen und schöne Bilder sind für einen Herrn Kretschmar vielleicht nicht mehr relevant.
      Das Argument von "schöne Bilder und Fertig" zieht aus meiner Sicht im September 2019 nicht.


      7.
      Und nicht zuletzt: Das gesamte Stadtmarketing Dresdens bezieht sich dieses Jahr auf die Fürstenhochzeit vor 300 Jahren. Wäre doch blöd, wenn der zweite Haupt-Schauplatz der Veranstaltung verspätet fertig würde...

      The post was edited 9 times, last by eryngium ().