Das Dresdner Schloss

  • Ich denke, die ungünstige Beleuchtung im Hof und am Starcke-Portal erscheint nur auf dem Foto so.


    Gesehen habe ich bei meinem letzten Besuch im Schlosshof übrigens auch kleine Strahler, die an einigen der historischen Leuchten oben dezent angebracht sind, und die wohl später noch der zusätzlichen Anstrahlung der Fassaden dienen.

  • Ohne jetzt schon dagewesen zu sein, und zu sehen, wie es genau wirkt, bin ich auch eher für eine symmetrische Anordnung der Leuchten, also ein Paar in jeder Hofecke, als diese überall da aufzustellen, wo sie Tore symmetrisch und akurat beleuchten. Das könnte ein unschönes Durcheinander mit unschönen Abständen ergeben, denn der Hof ist nun mal eher asymmetrisch aufgebaut, vor allem was Tore und andere Ein/Ausgänge betrifft.

  • Zur Frage nach den Verlegeplänen. Was ich hier schon mal gepostet hatte, waren diverse Abbildungen des Modells für den Großen Schlosshof. Angefertigt wurde dieses Modell als Arbeits- und Entscheidungsgrundlage für die Weiterfführung der Sgraffiti-Malereien. Im Vergleich mit dem einzigen mir zugänglichen technischen Lageplan des Hofs (das besagte Hofdrittel namens Baufeld 1) war meiner Meinung nach festzustellen, dass die im Modell ersichtliche Verlegegeometrie der Sandsteinplatten ziemlich genau so kommt (also dem technischen Plan entspricht).

    Zwei Details sollen das belegen. Zunächst aber eine Gesamtaufnahme des Modells.



    Im nächsten Bild sehen wir die Südwestecke des Hofs (die habe ich ausgewählt, weil sie fotografisch am besten getroffen war). Hier wird Folgendes deutlich:


    In den Randbereichen entlang der Fassaden liegen die – länglichen – Platten jeweils senkrecht zur Fassade. Die Verlegerichtung der Platten im Bereich des mittigen Hauptfeldes (das von den Randbereichen eingerahmt wird) verläuft in Ost-Westrichtung – also genau so wie die Platten in den Randbereichen entlang der Ost- und Westfassade. Zur optischen Abgrenzung wurde hier daher ein Nord-Süd-ausgerichteter Streifen aus 3 Plattenlagen verlegt (siehe die rote Markierung). Entlang der Nord- und Südfassade war dieser Dreier-Streifen nicht notwendig, die Platten des Hauptfeldes treffen senkrecht auf die Platten in den Randbereichen (siehe die hellgrüne Markierung).



    Ein weiteres Indiz ist die geometrische Gestaltung in den Eckbereichen.


    Vielleicht könnte mal jemand Fotos des Hofbelags „von oben“ machen“, dann erschließt sich das realisierte Verlegemuster besser.




    Ein weiteres Indiz ist die geometrische Gestaltung in den Eckbereichen.


    Vielleicht könnte mal jemand Fotos des Hofbelags „von oben“ machen“, dann erschließt sich das realisierte Verlegemuster besser.



    Vielen Dank eryngium für die Darlegungen zur vermutlichen Verlegehistorie, finde ich sehr logisch. Hier noch ein Foto, dass den erwähnten "Fahrstreifen" zeigt, der die beiden Tore verband:

    https://fotothek.slub-dresden.…_hauptkatalog_0352931.jpg

  • Wurde das Konzept mit den vier Durchgängen schon fertig umgesetzt? Sind also der Wirtschaftshof-Durchgang und der Durchgang durch den Bärengartenflügel schon nutzbar?

  • Nachfolgend noch ein Vergleichsbild. Ich wollte ja belegen, dass die tatsächlich realisierte Verlegegeometrie dem Modell entspricht. Hier ist nun der Beleg für den erwähnten "Dreier-Streifen" (entlang der Ost- und Westfassade):


    Quelle des Planes: SIB, Ausschreibungsunterlagen (rote Pfeile von mir)

  • Wurde das Konzept mit den vier Durchgängen schon fertig umgesetzt? Sind also der Wirtschaftshof-Durchgang und der Durchgang durch den Bärengartenflügel schon nutzbar?

    Ja, schon lange. Ein vielfrequentiertes Gebäude wie das Dresdner Schloss braucht ja mehrere Ein- und Ausgänge.


    Taschenberg 2 ist die Adresse des Schlosses. Hier befindet sich gleich links im Durchgang der Personaleingang. Der Durchgang durch den Wirtschaftshof zum Kleinen Schlosshof ist für Besucher zu den Öffnungszeiten der Museen frei zugänglich.


    Dresden, Residenzschloss, Eingang Taschenberg 2 mit Durchblick durch den Wirtschaftshof bis zum Kleinen Schlosshof

    (Foto: SchiDD, 18. Juni 2017, CC-BY-SA-4.0)


    Der Eingang Sophienstraße wurde von Horst Witter beim Wiederaufbau neu geschaffen (wie auch das Treppenhaus im benachbarten Bärengartenflügel). Hinter dem Eingang ist ein kleines Café, das bei schönem Wetter auch einen Freisitz im Bärengarten unterhält. Der Eingang Sophienstraße liegt besonders günstig zum Zwinger, wo sich weitere Museen der SKD befinden, sowie zur wichtigen Straßenbahnhaltestelle Postplatz.


    Residenzschloss, Eingang Sophienstraße (Foto: Slick, 22. Mai 2012, CC0)


    Der Eingang in der Schloßstraße wird sicherlich von den Touristen am meisten genutzt. Er führt zum Kleinen Schlosshof, der als Foyer dient. In den Gebäudeteilen drumherum ist die touristische Serviceinfrastruktur untergebracht (Information, Ticketverkauf, Museumsbuchhandlung, Garderoben, WC im Keller). Die Ausstellungsbereiche werden von zwei Treppenhäusern erschlossen, der prächtigen historischen Englischen Treppe und dem modernen Treppenhaus im Bärengartenflügel, Letzteres ist der einzige Zugang zum Kupferstich-Kabinett. Das Portal in der Schloßstraße liegt besonders günstig zum Neumarkt und zum Albertinum mit der Galerie Neue Meister.


    Residenzschloss, Eingang Schloßstraße, Löwenportal (Foto: Ricardalovesmonuments, 21. September 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Das Grüne Tor kann von der Chiaverigasse aus besichtigt werden. Es ist aber für Besucher nicht passierbar, sondern dient ausschließlich als Baustellenzufahrt. Sicherlich noch einige Jahre. Das Grüne Tor liegt im Abseits und wird durch die Hofkirche verdeckt.


    Residenzschloss, Grünes Tor, Chiaverigasse (Foto: SchiDD, 16. September 2014, CC-BY-SA-3.0)

  • 53010-dscf7165hfgesamt-jpg


    53014-dscf7178kkl-jpg

    Kommt es nur mir so vor oder sind die Kandelaber an der Südseite des Schlosshofs nicht gleichmäßig angeordnet? Die zwei mittleren Kandelaber stehen zu weit in der Südwestecke?


    Quellen:

    Quelle 1

    Quelle 2

  • Zur Anmerkung von Max M.

    Ich denke eher, in der großen "Lücke" fehlt ein Standort.


    Nochmal ein Auszug aus dem LV für die Leuchten im Schlosshof:

    Quote from SIB

    Bei den hier ausgeschriebenen Leistungen handelt es sich um die Lieferung von 13 Kandelaber-Leuchten nach historischem Vorbild aus Aluminiumguss für den Außenbereich.

    […]

    Leistungsumfang ist auch das Aufstellen und betriebsfertige Anschließen von 5 der vorgenannten Leuchten. Die restlichen 8 werden im Lager des AG eingelagert. Die Aufstellung der letztgenannten ist nicht Teil dieser Leistung.


    Es sind also insgesamt 13 Kandelaber. Im Endzustand werden jeweils 2 Stück in den Ecken positioniert (flankierend die Wendelsteine). Entlang der Ost- und Westfassade (die sind etwas kürzer als die Nord- und Südseite) werden „dazwischen“ keine weiteren Kandelaber aufgestellt. Vier (vier Wendelsteine) mal zwei ergibt 8 Kandelaber. Verbleiben also noch 5 Stück. Davon kommen laut Modell 2 Stück an die Nordfassade.



    Das ergibt in der verbleibenden Differenz für die Südfassade 3 Stück (wie gesagt ZWISCHEN den Eckstandorten. Auf dem Modellbild sind aber nur 2 zu sehen – mit einer unlogisch großen Lücke. Meiner Meinung fehlt dort ein Exemplar. Laut dem technischen Plan ist direkt neben der Baufeldgrenze ein Standort vorgesehen:



    Vermutlich handelt es sich um eine kleine Beschädigung des Modells, das war nicht die einzige:


  • Na ja, Vorsicht: So ein Modell ist nicht auf den allerletzten Millimeter ernst zu nehmen.


    Zumal sein Anliegen ist, die Gesamtwirklung des Hofes und v. a. der Fassadenmalereien abzubilden und mit Sicherheit nicht primär die aufstellung der Laternen

  • Da hast Du natürlich recht, Resurrectus. ABER: ich hatte versucht zu belegen, dass dort, wo wir das Modell so einigermaßen verifizieren können (nämlich in dem östlichen Drittel - anhand der in situ hergestellten Situation und dem dafür und leider nur dafür vorliegenden technischen Plan), dass dort Modell und ausgeführte Situation ganz gut übereinstimmen (bzgl. Verlegegeometrie aber auch bezüglich der Kandelaber-Standorte).

    Und wie gesagt, in dem technischen Plan ist an der vermuteten "Fehlstelle" ein Standort eingetragen. Der liegt nur ganz gering neben (außerhalb) der Baufeldgrenze und ist daher im Plan trotzdem enthalten.

  • Wie viele Turnierbilder aus dem Langen Gang, hängen heute noch im Riesensaal?

    Die Verluste, der ursprünglich 29 Turnierbilder, werden meistens mit 20 angegeben, manchmal auch mit 19.

    Heute hängen, seid einem Jahr fast wieder, drei Turnierbilder und die einzig überkommene Schrifttafel in der Gewehrgalerie des Langen Ganges.

    Die Turnierbilder gab/ gibt es in rechteckig und oval, von den rechteckigen gibt es noch zwei (beide im Riesensaal ausgestellt). Mit der Eröffnung des Riesensaals hingen sechs ovale Turnierbilder dort. Insgesamt also 8 Stück.

    https://ruestkammer.skd.museum/ausstellungen/riesensaal/

    Hier sieht man die alte Hängung im Riesensaal, wenn man dies vergleicht mit den Bildern aus den Langen Gang fällt auf, dass ein Turnierbild vom Riesensaal in die Gewehrgalerie umgezogen ist.


    Also aktuell 7 oder 6 Turnierbilder im Riesensaal und 3 weitere in der Gewehrgalerie = 9 bzw. 10 Turnierbilder


    Aus meiner Sicht, beim Vergleich der Fotos, müssten sich also 10 Turnierbilder erhalten haben, oder eins wurde nachgemalt. Von den Kartuschen (Rahmen der Turnierbilder) haben sich nur 7 erhalten und weitere wurden rekonstruiert. Hierbei ist noch zu erwähnen, dass nicht immer die passenden Kartuschen zum Turnierbild überkommen sind.

    Beispiel, des einzigen Turnierbildes in der Online Collection (hängt im Riesensaal):

    https://skd-online-collection.…seum/Details/Index/286152


    Könnte netterweise einer, der demnächst das Residenzschloss besucht, im Riesensaal von den Turnierbildern in Gesamtansicht ein Foto machen (zum zählen). Und vielleicht direkt auch von den Absperrungen in den Paraderäumen in Gesamtansicht. Vielen Dank im Voraus schon einmal!



    Die Information zu den Bilder-Rahmen im Langen Gang konnte ich auf einem Denkmalpflegetag im Schloss bekommen.
    Damals waren zwei Restauratorinnen vor Ort und zeigten einen ORIGINALEN Rahmen aus dem Langen Gang, den sie in den letzten Jahren unter Ihren Fittichen hatten.

    Es sind - wenn ich mich recht erinnere - 2 originale Rahmen auf uns überkommen.

    Hierzu habe ich, in dem von mir grade durchgeblätterten Buch, zu den 'vermissten Kunstwerken des Historischen Museums Dresden' nachgelesen, dass sich sogar 11 Rahmen zu den ursprünglichen 53 Fürstenbildnissen erhalten haben.



    Vor dem Krieg stand auch dieser Stuhl mit Rehfüßen im Langen Gang. Leider heute auch vermisst, wie ein weiterer.

    https://www.lostart.de/de/verlust/objekt/stuhl/195191?filter%5Btype%5D%5B0%5D=Objektdaten&filter%5Binstitution%5D%5Bpath%5D=Deutschland~Sachsen~Kreisfreie%20Stadt%20Dresden~Staatliche%20Kunstsammlungen%20Dresden%20/%20Rüstkammer&filter%5Bobject_type%5D%5Bpath%5D=Kunsthandwerk%20/%20-gewerbe&start=40&position=53

  • Schade um das an sich schöne, ganz aktuelle Material.

    Aber absolut grauenhaft geschnitten. Alle drei Sekunden springt hektisch ein neues Bild auf.

    Da gibt es viel schönere Drohnen-Videos, bei Morgen-oder Abendsonne, in langen Bildsequenzen und mit erhebender Musik, die werden dem Phänomen der glanzvoll wiederaufgebauten Altstadt besser gerecht.

    z. B.

    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.


    oder:

    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.


    Will nicht motzen, nur so ein Gedanke....

  • 1. Vz

    Ich weiß ja nicht ob das sein muß. Eine schautafel zur Herstellung der Spiegel. Ohne Text. Rechts davon.

    Aber gut.

    Es fällt kaum auf.



    Dann noch ein Blick auf die dacheindeckung am Blockhaus. Sehr angenehm da die dachziegel verschiedene schattierungen haben.

    Schöne Städte werden letztlich auch glückliche Städte sein.

  • Vielen Dank eryngium für die Darlegungen zur vermutlichen Verlegehistorie, finde ich sehr logisch. Hier noch ein Foto, dass den erwähnten "Fahrstreifen" zeigt, der die beiden Tore verband:

    https://fotothek.slub-dresden.…_hauptkatalog_0352931.jpg

    Weiß jemand, was mit dem auf dem historischen Foto abgebildeten mehrarmigen Kandelaber vor dem Großen Altan geschehen ist? Offenbar wird dieser wohl nicht wieder aufgestellt (falls noch existent), oder?

  • Es ist nicht das Ziel, die historischen Kandelaberstandorte 1 zu 1 wiederzubeleben.

    Es werden neue Beleuchtungs-Standorte entsprechend den heutigen Erfordernissen gewählt.

    Weil der rekonstruierte Renaissance-Hof mit den Gründerzeit Leuchten eigentlich ja nix zu tun hat, hätte man auch mit modernen Leuchten rechnen müssen, so wie das die Denkmalpflege ja heute i.d.R. macht.
    Aber dann hat man sich für eine historische Leuchtenform entschieden.


    Schau doch auch noch mal hier:




    ------


    Abweichend von der historischen Art der Plattenverlegung hat man ein leicht anderes Fugenbild gewählt und insgesamt eine Vereinfachung und Konzentration auf die große Hoffläche erzeugt.

    Es gibt scheinbar eine große zentrale Fläche ohne den Wegestern auf den zentralen Kandelaber. Dafür ist der umlaufende "Randstreifen" breiter als vorher.
    DAS hat vermutlich damit zu tun, dass die Kandelaber einen etwas größeren Abstand zur Fassade erhalten haben, als vor 1945.
    Vermutlich deswegen, weil in ihren Laternen-Dächern (z.T.) Wandstrahler integriert sind die die Fassaden des Hofes punktuell akzentuieren.
    Auch wollte man auf die zentrale Lampe der Gründerzeit-Leuchtenaufstellung scheinbar verzichten. Heutige LEDs sind ja heller als die ursprüngliche Gasbeleuchtung und so erreicht man auch ohne mehrflammige Mittelleuchte die nach DIN zu erzielenden LUX-Werte.


    Auf jeden Fall hat man das Ziel, über die Kandelaber (mit neuen Aufstellungsorten) in historischem Gewand den Hof gleichmäßig auszuleuchten und zusätzliche Akzente an den Fassaden zu setzen.

  • Eine gute Nachricht aus Madrid. Gestern postete die Teppichmanufaktur Real Fabrica de Tapices auf ihrer facebook-Seite:

    Quote from Real Fabrica de Tapices

    Ya hemos fabricado el 90 % de los tapices que decorarán el Palacio de Dresde, en

    Alemania.

    Wir haben bereits 90 % der Wandteppiche hergestellt, die das Dresdner Schloss (Deutschland) schmücken werden.



    Und noch einige Infos zu der interessanten Frage, die Treverer hier vor einiger Zeit gestellt hatte:

    Quote from Treverer

    Ich nehme an, Sachsen musste Christie's den Teppich allerdings abkaufen, auch wenn das Auktionshaus so zuvorkommend war, den Wandteppich zuerst den Sachsen anzubieten? Oder wie ist sowas geregelt?


    Es ging um den bei Christie’s aufgetauchten Wandteppich „Die Ohnmacht der Esther“, der vor dem Krieg zur Ausstattung im Dresdner Residenzschloss gehörte.

    In der Frankfurter Rundschau wurde in der Ausgabe vom 1. Juni 2022 wurde ein (juristisch) ähnlicher Fall behandelt: Die Geschichte einer kostbaren Uhr, die seit dem Krieg vermisst wurde und seit einigen Tagen wieder „zu Hause“ ist – im Bautzener Stadtmuseum.

  • Ein winzigkleine Neuigkeit:

    Ich war letzte Woche in den Parderäumen und entdeckte, dass an den Seiten des wandseitigen großen Spiegels im Paradeaudienzgemach jeweils kleine metallene Klammern angebracht worden sind. Das sind mit Sicherheit die Halterungen für die beiden prachtvollen Bronzeleuchter, die dort noch fehlen. Vorfreude!!