Berliner Bausituationen

  • Naja, teilweise sind die Gebäude sehr schön (ich muss unbedingt mal wieder nach Berlin), aber diese unterkühlten Elemente, die überall auf den Fotos präsent sind und so typisch für Berlin zu sein scheinen, stören mich sehr. Dieser Tiefgaragenwahn ist ebenfalls verwerflich.


    Hat man noch bis in die 80ziger mit hässlichen Parkhäusern en masse die Innenstädte zugebaut, wird nun unter Tage operiert, damit scheinbar die Ästhetik über Tage gewahrt bleibt. So gesehen mag dies zwar stimmen, aber wirklich schön ist dies trotzdem nicht. Und dann dieser Fahrstuhl... :augenrollen:

  • naja, autos müssen halt wo parken - und dann lieber unterirdisch.
    im prinzip könnte man einfahrten und fahrstühle sehr schön machen, im prinzip...

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • anke anti für die tollen bilder
    auf das hotel du rome bin ja mal extrem gespannt!
    das wird sicherlich eine der besten adressen werden
    direkt an der oper unter den linden besser geht es doch schon gar nicht
    davon abgesehn finde ich die architektur des gebäudes traumhaft schön!!!


    auf das operncaree freue ich mich auch schon
    Spitzenleistung der architekten!

  • Ich werde zum Thema Sprossenfenster bald mal ein Bild einer sanierten Villa in Berlin-Wendenschloß zeigen, den Planer für den Umbau könnte ich erschlagen, weil er echt dieses kleine Detail versäumt hat zu beachten.

  • für eine richtige tour hat mir zwar die zeit nicht gereicht, aber ein paar bilder konnte ich dann doch machen.


    an der baulücke ggü. der bibliothek, ecke unter den linden, hängt seit einigen monaten nun ein schild, auf dem der füllbau zu sehen ist. obwohl, füllbau ist eigentlich übertrieben, da eine bloße glasfassade kein wirklicher bau ist.


    hier die lücke:



    und hier die simulation:



    was soll man davon halten? irgendwie typisch, dass man zwischen die historische architektur eine glasfassade reinquetschen musste. primitiver, pubertärer kontrast - aber das ist ja nichts neues. ganz besonders schlimm ist der glashöcker auf dem dach, der jeden respekt vor dem gebäude vermissen lässt.
    grundsätzlich könnte ein hoher glasanteil in einer solchen fassade ja gar nicht schlecht aussehen, und dadurch, dass die balken durchgezogen werden, ist die glasfläche auch ein wenig integriert in das gebäude. aber da man in berlin mitte ohnehin kaum historische gebäude hat, hätte man wenigstens hier rekonstruieren können.
    immerhin haben sie keinen dekonstruktivistischen müll in die baulücke geklatscht. summa: hätte deutlich schlimmer kommen können. auch wenn das glas nachher sicherlich nicht blau sein wird, sondern ein schwarzes gähnendes loch.



    zwei bilder vom linden-umbau:




    das wird bestimmt recht nett.



    das hotel de rome. es wird fleißig gearbeitet und das eine stafflegschoss zur platzseite wird, glaube ich, gar nicht so sehr auffallen bzw. stören.




    das gendarmenpalais. hier schlägt die manische berliner staffelitis ganz besonders krass zu. drei staffelgeschosse. das gebäude wird völlig deformiert. man sehe sich mal dieses verkrüppelte oberste staffelgeschoss links an: kaum drei meter tief, muss das sein?






    am friedrichswerder geht's nur langsam voran:




    hier ist nun also das schloss-infocenter. immerhin das schönste gebäude am platz. trotzdem etwas schwer zu finden, aber innen, obwohl noch nicht fertig, bereits gut gemacht.


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  • Ist eigentlich der Abriss des Hochhauses (auf dem dritten Bild von oben) geplant oder nicht? Was für ein Hochhaus ist das? Es stört nämlich auf sehr vielen Berlin Bildern!

  • ja, das hh stört sehr.


    leider ist kein abriss geplant - im gegenteil, es wurde gerade erst saniert und erweitert, und nennt sich jetzt "internationales handelszetrum", also das berliner world trade center. naja, ehrlich ist es immerhin, denn die wirtschaftsmacht von berlin entspricht auch ungefähr einem sanierten plattenbau.

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  • Hallo,


    ich habe gerade von Kollhoff folgendes Projekt entdeckt es soll wohl nahe der Museumsinsel liegen...........



    ...weiß jemand etwas darüber wie die aktuelle Situation ist??
    Ich habe nur gehört das Kollhoff wohl nicht gewonnen hat, sondern ein gewisser Chipperfield!?

  • Momentan steht da noch nix, aber Kollhoff's Haus würde da 1000x besser hinpassen als der Chipperfield-Entwurf, der m. E. den Gesamteindruck der Ecke kaputtmacht.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • es steht da zwar noch nichts, aber nach allem, was ich vom bauherrn gelesen habe, wird kolhoff nicht kommen.
    mal abwarten, aber wir sollten uns auf diese billige chipperfield-nachkriegskiste einstellen.

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  • Dieses Thema hatten wir schon irgendwann. Schade, daß Kollhoff
    nicht gewonnen hatte. Aber das war eigentlich schon vorher klar
    gewesen, denn der Bauherr ist ein gewisser Herr Bastian - von Beruf
    "Künstler". Zeitgenössische Moderne versteht sich. Von daher können
    wir schon fast froh sein, daß dort nicht ein noch radikalerer Entwurf
    gebaut wird.
    Ist Bastian eigentlich das Geld ausgegangen oder warum hört man
    nichts mehr von dem Projekt ?

  • Danke fuer das update. Das letzte Bild gefaellt mir sehr gut. Das ist am Hausvogteiplatz, oder? Hoffentlich geht es an den Linden schnell voran.

  • ja, das ist ein nur mäßig verstümmeleter altbau am hvp.
    ist trotzdem ein nettes kleines plätzchen. mal sehen, wenn die ostseite auch bebaut wird.

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  • Interessant, dass man damals schon so gläsern gebaut hat. Aber irgendwie sah das damals alles noch gut aus mit den Schmuckelementen usw. Heute ist ja alles nur noch Vollglas.


    Gab es eigentlich irgendwann schon mal Überlegungen, das einst so schöne Haus zum Hausvogt zu rekonstruieren? Wird zwar teuer aber dafür auch DER Blickfänger am Hausvogteiplatz.


    Kaiserzeit:


    Weimarer Republik:


    heute (unten mitte, das gelbe Haus)):


    bildindex der Kunst und Architektur
    http://www.aac-berlin.de

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    Karl Kraus (1874-1936)

  • Nicht, dass ich wüsste...Wär aber wirklich schön! Mir wär aber er Mal wichtiger, dass mit den der letzten Platte am Platz etw. passiert. Da dieses zur Uni gehört, könnte das aber glaube ich ein Problem sein...

  • ben,
    also das dach ist in jedem fall verstümmelt. ich dachte aber, dass das haus links auch einmal einen giebel hatte.

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  • Da sind doch nur kleinen die kleinen Dachfenster neu (die großen waren ja schon davor da)...OK, und diese Dinger entlang des First fehlen...Aber das ist doch eher "Haare geschnitten", als "verstümmelt" ;).


    Dass links auch ein Giebel gewesen wär, dachte ich auch immer, bis ich mal in einem "Altes Berlin"-Buch geblättert habe.

  • wenn du dir sicher bist, dass es nur den einen giebel gab, dann ziehe ich meien aussage zurück. im gegenteil: das gebäude wurde nicht (wirklich) verstümmelt, sondern sogar (vorbildlich) rekonstruiert.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
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  • Ich war neulich am HVP und auf der Infotafel ist eine Luftausnahme des Platzes aus den 20ern und es ist nur ein Giebel zu sehen. In sofern...


    A propos Giebel! Ich habe heute durch Zufall entdeckt, dass die Arbeiten an diesem Haus ggü. der Alten Nationalgallerie fast beendet sind!


    Erst dachte ich, dass das Dach ja noch geht...Aber dann kam mir der Gedanke, ob auf den Erkern, wo jetzt die "Dachterrassen" sind, auch Mal Giebel waren...!?



    Ich habe noch ein Paar davon, aber der Akku ist gleich leer! Bis morgen ;) !