Nürnberg (Galerie)

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    Jahreshauptversammlung 2019: 1. und 2. Juni in Balingen/Zollernalb. Mach mit!

    • erbse wrote:

      Kann man sagen, was man will. Gerade entlang der Sehenswürdigkeiten-Routen gibt es ein überwiegend harmonisches, geschlossenes Bild von Nürnberg. Klar ist es nicht identisch mit Alt-Nürnberg, aber eben doch meist sehr angenehm. Und die Hauptsehenswürdigkeiten sind ja auch alle da.

      Einzig der Hauptmarkt ist mir wirklich ein fetter Dorn im Auge. Alles andere braucht punktuelle Verbesserungen, am Markt ist eine große Lösung á la Dom-Römer-Projekt nötig.

      Danke für die Bilderschau!
      Bitte, gern geschehen! In der Tat! Wie Du sagst: schon alleine mit punktuellen Verbesserungen/Maßnahmen könnte man alles noch besser machen. Zumindest in den gezeigten Bereichen.

      Der Hauptmarkt, nun ja, wäre wenigstens der Neptun-Brunnen wieder dort . . . ansonsten ist der Bereich zwischen der Lorenz-Kirche und Hauptmarkt, nördl. und südl. der Museumsbrücke und etwas östlich, am Hans-Sachs-Platz wirklich schlimm. Am besten Blick zum Heilig-geist-Spital genießen und schnell, ohne rechts und links zu schauen weiter zum schönen Brunnen :D
      "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"
    • Gmünder wrote:

      Am besten Blick zum Heilig-geist-Spital genießen und schnell, ohne rechts und links zu schauen weiter zum schönen Brunnen :D
      Das kommt einer großen Gruppe an Tagestouristen sehr entgegen. Die werden reihenweise aus den Bussen gekippt, meistens halten die hierfür einfach irgendwo in der Altstadt, wo sie eigenlich nicht fahren und halten sollen und rennen dann wortwörtlich durch die Stadt auf der Suche nach dem besten Selfie für die Daheimgebliebenen. Ich frage mich manchmal ob da in der Tourismuskasse wirklich das hängenbleibt was hängenbleiben sollte. Denn die Altstadt könnte doch viel sauberer, vitaler und attraktiver sein, aber da gibt es doch eine Menge ecken, die nichtmal den Anschein machen herausgeputzt werden zu können.
    • Lieber Löbenichter und Gmünder,

      ich möchte Euch für die Bilderstrecken meinen allerherzlichsten Dank aussprechen.

      Ich war seit meiner Kindheit nicht mehr in Nürnberg. Welch eine Schande. Ich bin zutiefst beeindruckt. Die Bilder belegen, dass selbst der gravierendste Krieg der Menschheitsgeschichte mit der gravierendsten Zerstörung von Zivilzielen nicht genügen konnte, eine der offenbar herausragendsten Städte Europas ihres Ausdrucks zu berauben.

      Natürlich bin ich gewiss, dass viele - auch zentrale - Plätze Nürnbergs seit dem Krieg bis heute stark relativiert worden sind.

      Doch die tiefgreifende Geschichte dieser einzigartigen Stadt, mit ihren kulturellen Höhepunkten lebt!

      Sollte es uns und anderen mit unserem Nachdruck gelingen, das ein oder andere zentrale Rekonstruktionsprojekt zu realisieren, dürfte es der Moderne nicht mehr gelingen können, dieser Stadt noch weitere gravierende Wunden beizubringen.

      Überwiegt das historisch angelegte, ergänzt durch den ein oder anderen Nadelstich in Sachen Rekonstruktion, ist den Modernisten das Handwerk gelegt. Denn dann stehen deren Bauten unverrückbar im Schatten einer unauslöschlichen Kulturmetropole.

      Lasset uns gerade bei Nürnberg in Hartnäckigkeit üben. Denn diese Stadt ist das erhaltene Paradebeispiel für die gute deutsche Altstadt.

      Herzlichst
      Euer
      Stauffer
    • nothor wrote:

      Das Haus liegt aber vielen Nürnbergern am Herzen, und noch bevor man über das Pellerhaus, das Topler- oder das Grolandhaus spricht mit Blickrichtung Reko, muss doch zuerst die Frage nach der Winklerstraße 24 beantwortet werden.
      Siehe Beitrag 115

      war am Sonntag auch dort, das Haus sieht immer noch so aus wie 2015! Nur ohne Gerüst. Wie kann das sein, dass an so einer Stelle, mitten in der Altstadt und direkt neben Rathaus und Sebalduskirche eine (zumindest augenscheinliche) Ruine steht? Hier wäre die Substanz vorhanden, wieder ein Stück Alt-Nürnberg auferstehen zu lassen. Vielleicht ist es aber auch ein Glück, dass hier noch nicht die Modernisten zugeschlagen haben . . .

      Das ist übrigens die gegenüberliegende Seite:

      "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"
    • Die Galerie zeigt natürlich nur die fotogenen Ausschnitte der Stadt. Ich merke das an, weil mir da mal bei meinen Stuttgart-Bildern der Vorwurf gemacht wurde, selektiv vorgegangen zu sein und die Realität ausgeblendet zu haben. Ich habe jedoch überhaupt nichts dagegen bei einer solchen Präsentation die Bausünden zu ignorieren, selbst wenn diese im Stadtbild überwiegen. Solche Galerien sollen Freude über das noch Vorhandene machen und nicht Frust erzeugen.
      In dubio pro reko
    • Gmünder wrote:

      war am Sonntag auch dort, das Haus sieht immer noch so aus wie 2015! Nur ohne Gerüst. Wie kann das sein, dass an so einer Stelle, mitten in der Altstadt und direkt neben Rathaus und Sebalduskirche eine (zumindest augenscheinliche) Ruine steht? Hier wäre die Substanz vorhanden, wieder ein Stück Alt-Nürnberg auferstehen zu lassen. Vielleicht ist es aber auch ein Glück, dass hier noch nicht die Modernisten zugeschlagen haben . . .
      Ich denke der Drops ist hier noch nicht gelutscht. Immerhin hat die IHK hier gerade erst ihr neues Prestigeprojekt und Hauptsitz in Mittelfranken hochgezogen, ein wie ich finde gelungenes Neubauprojekt in der Altstadt. Der traurig dahinverfallende historische Stumpf trübt diesen Eindruck massiv, eine Rekonstruktion der prächtigen Giebelfassade wäre hier ein muss! Bewegung kommt hier wohl erst rein wenn der Neubau fertig ist.
    • Stuegert wrote:

      Die Galerie zeigt natürlich nur die fotogenen Ausschnitte der Stadt. Ich merke das an, weil mir da mal bei meinen Stuttgart-Bildern der Vorwurf gemacht wurde, selektiv vorgegangen zu sein und die Realität ausgeblendet zu haben.
      Natürlich! Ich will das Schöne zeigen, das ich dort gesehen habe. Das mache ich immer so. Warum sollte ich auch Hässlichkeiten zeigen? Auch das Schöne entspricht der Realität. Es gibt ja noch die andere Galerie hier "Nürnberg - realistisch in Bildern". Da kann man ja den ganzen Schrott (den es ohne Frage auch in Nbg sehr zahlreich gibt) reinpacken.
      "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"
    • nothor wrote:

      Der traurig dahinverfallende historische Stumpf trübt diesen Eindruck massiv, eine Rekonstruktion der prächtigen Giebelfassade wäre hier ein muss! Bewegung kommt hier wohl erst rein wenn der Neubau fertig ist.
      In der Tat! Dann hoffen wir mal das Beste. Nehme auch an, dass die Altstadtfreunde die Entwicklung dort aufmerksam beobachten.
      "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"
    • Gmünder wrote:

      Es gibt ja noch die andere Galerie hier "Nürnberg - realistisch in Bildern". Da kann man ja den ganzen Schrott (den es ohne Frage auch in Nbg sehr zahlreich gibt) reinpacken
      Ideal wäre ein Gesamteindruck, bei dem auch die Verteilung alt/neu, schön/häßlich zum Ausdruck kommt.
      Les poètes s'autorisent des inversions, pour former des rimes riches. Les juristes et les notaires se prennent parfois pour des poètes.
    • Und man muss sagen: Viele sehr schöne historische Ecken fehlen hier noch. Da seien nur Zirkelschmiedgasse, Theatergasse, Johannesgasse, Pfeifergasse, Kühnertsgasse, Ludwigsstraße... genannt. Ich sage immer: Wer weiß, wo man in Nürnberg hin muss, der kann eine schöne, mittelalterlich anmutende Stadt erleben.

      Aber, wie gesagt, man muss es halt wissen... Wer nur vom Hbf zur Burg läuft oder sich eventuell zum Egidienplatz und zum Laufer Schlagturm vorwagt, der wird die Hände über dem Kopfe zusammenschlagen.
    • Grimminger wrote:

      Aber, wie gesagt, man muss es halt wissen... Wer nur vom Hbf zur Burg läuft oder sich eventuell zum Egidienplatz und zum Laufer Schlagturm vorwagt, der wird die Hände über dem Kopfe zusammenschlagen.
      Vom HBF zur Burg geht ja noch. Bestimmt irren auch einige schockierte Besucher in der Gegend Kornmarkt/Frauengasse/Breite Gasse und Brunnengasse umher . . . :--)
      "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"
    • holanda wrote:

      Ideal wäre ein Gesamteindruck, bei dem auch die Verteilung alt/neu, schön/häßlich zum Ausdruck kommt.
      Naja Nürnberg ist durchaus gut erreichbar und sollte einen Tagesbesuch wert sein, der ist sogar machbar ohne zu übernachten, zumindest aus dem Süddeutschen Raum. Das Nürnberger Stadtbild ist schon sehr vielseitig und lässt sich so ohne weiteres nicht in eine Fotostrecke packen, weil man den Bezug der Gebäude zueinander so nur schwer einfangen kann, besonders an den Stellen, die weh tun.

      Gmünder wrote:

      Vom HBF zur Burg geht ja noch. Bestimmt irren auch einige schockierte Besucher in der Gegend Kornmarkt/Frauengasse/Breite Gasse und Brunnengasse umher . . . :--)
      Leider werden gerade zum Kornmarkt so viele Touristen gelockt: Das Germanische Nationalmuseum, die Straße der Menschenrechte und das Opernhaus liegt dort in der Gegend. Als Radfahrer sehe ich dort täglich Touristen mit verstörtem Gesichtsausdruck herumlaufen. Gerade ums GNM tut es mir immer wieder leid, dieses Museum finde ich absolut großartig. Aber seine Klasse lässt sich an der Architektur sogut wie nicht ablesen, es lädt nicht wirklich zum Besuch ein. Die großzügige Empfangshalle z.B. ist komplett mit Rauhfaser tapeziert und weiß gestrichen. Mit der innenarchitektonischen Klasse vergleichbarer Museen kann das nicht ansatzweise mithalten.
    • erbse wrote:

      Einzig der Hauptmarkt ist mir wirklich ein fetter Dorn im Auge
      Mir ist eigentlich alles ein Dorn im Auge, was jenseits der von Gmünder fotografierten Touri-Route liegt. Dabei halte ich nicht einmal den Hauptmarkt für das größte Problem. Die Probleme sind, etwa in der Reihenfolge:

      1. Die gesamte Sebalder Steppe. Da, wo früher das Herz Nürnbergs mit den bedeutendsten Patrizierhäusern schlug, gibt es nur noch monotonen 60'iger-Jahre Zeilenbau im Stil von Kassel und Bochum.

      2. Das Gebiet direkt östlich des Hauptmarktes: ebenfalls Teil des Herzens von Nürnberg und heute dominiert von brutalistischer Klötzchen-Architektur der 70'iger Jahre

      3. Der Hauptmarkt

      4. In St. Lorenz die diversen Parkhausmonster, der brutalistische Waschbetonklotz anstelle des Viatis-Hauses und die Einkaufsmeilen im Stil von Duisburg 1970.
    • Wunderbare Bilder. Was fehlt sind historische Fassaden an der Hauptmarkt und Egidien Platz (mit hist. Pellerhaus Fassade). Sonst ist Nürnberg in Ordnung. Kann mit Görlitz, Bautzen, Halle, Erfurt, Heidelberg, Wiesbaden, Regensburg und Passau in der Ehrengalerie Deutscher Städte: the "MUST SEE"" Städten.
      Potsdam is auch auf der Wege zum Ehrengalerie mit Schlösser und Stadthäuser....

      In der Berliner Stadtmitte fehlen leider enge Gassen und herrliche historische Fassaden iie am ehemalige Marien Platz. In Berlin sollen doch auch einige markante Gebäuden aus der Belle Epoque in der Friedrichstrasse und Leipziger Strasse rekonstruiert werden, die dann diese Strassen wieder Charm und Reiz verleihen...was in so mancher Innenstadt fehlt.
      Weiter; fehlende Laternen am Dom und einige Spitzen am einige markanten Kirchen, wie im Kreuzberg

      In Dresden soll um der Neumarkt herum auch einige enge Gassen hergerichted werden müssen um die Neumarkt zu befreien vom der isolierte Lage im Meer der Nachkriegsbauten und soll die Neustädter Markt mit Rathaus rekonstruiert werden. Lukaskirche dann endlich die fehlende Turmspitze .....

      In Magdeburg muss unbedingt mehr Historisches her. Die Neubau Schrott-Fassade des Justizpalastes muss weg, eine Schande für ganz Deutschland.....Eine Reko für eine der 100 schönste Gebäuden D. je ist am Platz.

      In Bremen fehlt die halbe Innenstadt, vom Krieg verschonnt und danach abgebrochen.....Eine Reko für eine der 100 schönste Gebäuden D. je ist am Platz.: Das Gebäude der Nord Deutscher Lloyd.

      Und im Feuersturm verwüstetete Hamburg soll der Hopfenmarkt zurückkommen mit der schönste Kirche Deutschlands: die St Nikolai.

      In Würzburg fehlende noch einige historische Bauten in der Schönnbornstrasse, am Bahnhofsplatz und am Hauptmarkt und dann eine Reko der fehlende Laternen am Dom bitte sehr....

      In Köln soll es mehr sein dann nur das Dach des Domhotels; es fehlen hier ganze Strassen, einige Plätze und der alte Oper!!
      Mann kann dort anfangen um etwas zu ersetzen und dann über 100 Jahren kann es doch noch etwas werden....

      In Kassel ist es noch etwas schlimmer......da fehlen leider noch einige Viertel und Bauten....wie das wunderbare Neue Hoftheater oder auch Preußisches Staatstheater, wurde an der Südostseite des Friedrichsplatzes errichtet. Der neobarocke Bau aus weißen Sandsteinquadern verfügte mit über 1450 Sitzplätzen über eine der größten Bühnen Deutschlands.

      In Frankfurt soll dat Rathaus und Bahnhofsplatz wieder schöne Dächer bekommen, die Innenstadt weiter ausgedehnt werden und Schauspielhaus wieder die verloren reiche und kunstvolle Fassade und Türme bekommen.

      In Potsdam fehlt eigentlich nur die Heliggeist Kirche (sehe Andreas Hummel).

      So wenn nur jeder Stadt etwas rekonstruiert ist D. wieder recht schön und gemütlich........
    • Stuegert wrote:

      Die Galerie zeigt natürlich nur die fotogenen Ausschnitte der Stadt. Ich merke das an, weil mir da mal bei meinen Stuttgart-Bildern der Vorwurf gemacht wurde, selektiv vorgegangen zu sein und die Realität ausgeblendet zu haben. Ich habe jedoch überhaupt nichts dagegen bei einer solchen Präsentation die Bausünden zu ignorieren, selbst wenn diese im Stadtbild überwiegen. Solche Galerien sollen Freude über das noch Vorhandene machen und nicht Frust erzeugen.
      Zur "Realität" einer Großstadt zählen auch die Autos und öffentlichen Verkehrsmittel. Zeigen wir die? Nein, weil das nicht unser Thema ist. Baudenkmale existieren real, sie sind Teil der "Realität". Jeder Mensch geht "selektiv" vor - nach seinen Interessen. Jeder Fotograf wählt natürlich seine Motive aus. Genau das macht doch den Reiz der Bildergalerien aus. Es kann doch nicht darum gehen, statistisch repräsentativ die gebaute Realität einer Stadt abzubilden. So funktioniert auch die menschliche Wahrnehmung nicht. Wie will man eine Kirche wie St. Sebald oder St. Lorenz im Vergleich zu einfachen Altstadthäusern gewichten? Das kann ja wohl nicht nur nach Quadratmeter Grundfläche gehen. Dann hätten wir ja keinerlei kunsthistorische Maßstäbe mehr. Ich finde es gut, dass sich Gmünder und Stuegert zu dem bekennen, was sie wirklich in einer Stadt interessiert.
    • @Philon:

      Deine Einschätzung zu dem gesamten östlichen Sebald teile ich, aber nicht deine Schlussfolgerung. Ich sehe hier leider Hopfen und Malz verloren. Entweder man wohnt oder arbeitet dort,oder eben Augen zu und durch. Wozu soll man in diesem Gassengewirr irgendwas rekonstruieren oder historisieren, wenn der Weg dahin einfach nur zum Gruseln ist. Mit welcher Begründung kann dort dann eine Rekonstruktion - von was eigentlich - auf einem warten? Ich würde mich viel stärker auf die westliche Seite Sebalds oder weite Teile Lorenz' konzentrieren, und den erhaltenen Charakter durch weitere Rekonstruktionen herausarbeiten. In der Weißgerbergasse wurde die Chance auf eine Rekonstruktion ja jüngst verpasst, aber es bleiben noch Pellerhaus, Haus zum Savoyischen Kreuz, um nur einige zu nennen die auch einen echten Effekt bewirken könnten.

      Und das östliche Sebald? Naja, das ist eben ein (abschreckendes) Denkmal für den Wiederaufbau der 1950'er. Immerhin weitgehend komplett und zusammenpassend. Man darf indes der Wiederaufbauarchitektur selbst schon wieder nachweinen, wenn man die "zeitgemäße Bebauung" auf dem Areal der ehemaligen Druckerei Sebald (Sebalder Höfe) sieht, oder die Unigebäude, die übrigens schon wieder arg baufällig geworden sind. Leider scheint man hier dem Denkfehler zu verfallen, dass man immer zeitgemäß bauen soll um einen Siedlungscharakter in die Gegenwart zu transformieren. Heutzutage kann man keine Altstadt mehr bauen wenn man nicht mutig genug ist historisierend zu bauen. Im gewissen Maße erkenne ich das in der Wiederaufbauarchitektur, aber überdeutlich in allem, was in der Altstadt neu gebaut wird. Deswegen ist mein Favorit für neues Bauen in der Altstadt immernoch die hier vielgescholtenen "Sebalder Kontore", für mich fast ein Geniestreich. Es ist für den Standort schon fast zu sehr gelungen!
    • Philon wrote:

      Mir ist eigentlich alles ein Dorn im Auge, was jenseits der von Gmünder fotografierten Touri-Route liegt.
      Tja, kann man aber ähnliches von vielen kriegszerstörten Städten sagen, oder? Es liegt leider in der Natur der Dinge, daß großflächig zerstörte Städte bestenfalls nur einige historische Ecken oder einzelne Bauwerke noch besitzen.

      Da gibt es zum Glück doch manche Städte wo man einen schönen Spaziergang aussuchen kann, um ein gutes Gefühl für das verlorene Stadtbild zu kriegen. Nürnberg zählt sicherlich dazu. Man könnte auch wunderbare Wanderwege vorschlagen für Ulm, Braunschweig, Koblenz(Zentrum), Mainz (südliche Altstadt), Halberstadt(Unterstadt), oder Osnabrück. Wenn man bei diesen Städten den richtigen Weg nimmt, sind sie "schön," aber bei falschem Weg, doch eher langweilig oder gar hässlich.

      Eigentlich müsste man auch bei weniger zerstörten Städten wie München, Leipzig, Rostock oder sogar Augsburg ein Bißchen aufpassen.

      Es stimmt aber daß Nürnberg verhältnißmäßig leicht verbessert werden könnte: Pellerhaus und Nachbar; Stuckatur in der Ägidienkirche; Toplerhaus; Grolandhaus; einige Erker; und natürlich Sprossenfenster....