Kipfenberg (Galerie)

  • Als nächstes gibt es einige Aufnahmen zu dem im Altmühltal östlich von Eichstätt gelegenen Kipfenberg.


    Von der Autobahn-Anschlussstelle Denkendorf kommend erblickt man als erstes den 120m über den Talgrund aufragenden Michelsberg, dessen Felsfluren leider in den letzten Jahrzehnten stärker zugewachsen sind:

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    Am Gipfel stehen noch die Grundmauern der 1819 abgebrochenen Michaelskapelle

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    "Auf dem Plateau selbst finden sich Reste mehrerer einst gewaltiger, über zwei Hektar großer Befestigungsanlagen; an der nicht durch schroffe Felswände geschützten Südseite der Bergzunge hielt ein dreifach gestaffeltes System von Gräben und Erdwällen, die noch zu sehen sind, den Feind ab. Die erste Anlage stammt wohl schon aus der Bronzezeit. Die Ausgrabungen in den Jahren 1903 bis 1906 durch Friedrich Winkelmann lieferten vor allem Gefäßbruchstücke aus keltischer Zeit (um 450 v. Chr.). Auch ein römischer Keller wurde untersucht. Während der Ungarneinfälle (frühes 10. Jahrhundert) diente die Befestigung als Fliehburg; im 11. und 12. Jahrhundert wurde die Anlage weiter verstärkt, wovon noch die Fundamente eines Turmes zeugen. Sogar die Reste eines Kalkofens aus dem 13. Jahrhundert hat man auf dem Berg entdeckt."

    Michelsberg - Markt Kipfenberg


    Von oben ergibt sich ein Ausblick ins reizvolle Altmühltal und auf den von der Burg überragten Ort Kipfenberg:

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    Blick flussaufwärts Richtung Böhming ...


    und hinüber zur Burg:

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    "Anlage des 12./13. Jahrhundert, seit 1301 im Besitz der Eichstätter Bischöfe, später Pflegamtssitz, Abbruch bis auf den Bergfried, die Kapelle, den Hexenturm, Teile des Berings und Bauten der Vorburg, um 1836, 1850 und 1869, Neubauten und Erneuerungen nach Plänen von Bodo Ebhardt, um 1914–25"

    Liste der Baudenkmäler in Kipfenberg – Wikipedia



    Das Ortszentrum mit Marktplatz und Pfarrkirche:

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  • Kipfenberg durch das Altmühltal von Eichstätt kommend:


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    Eichstätter Straße und Michelsberg:

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    Der Spitzname der Kipfenberger Bürger ist Goaßhenker. Daran erinnert auch der Geißbrunnen.

    Geißbrunnen und die Kipfenberger Geiß


    Unter der Goaß steht:

    "A Goaß habn ma dahenkt zweng dem Gras auf da Mauer und a Bronzgoaß habn ma eich gschenkt zweng unsara Goaßhenkatrauer"


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  • Es geht in den kleinen und übersichtlichen älteren Ortskern, der fast nur aus der Bebauung um den Marktplatz besteht, einst von einer Mauer (mit zwei Toren) umschlossen.


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    Der Postwirt, ein für die Gegend einstmals typischer Flachsatteldachbau. Solche Häuser waren früher zumeist mit Kalkplattendächern gedeckt.


    Westseite des Marktplatzes:

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    "Der malerische Marktplatz mit dem Rathaus gehört zu den schönsten Plätzen der Region."

    Historischer Marktplatz (kipfenberg.de)


    Nun ja...


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    Links das ehemalige fürstbischöflich-eichstättische Pflegamt, heute Rathaus.


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    Südseite:

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    Ostseite mit Burg im März 2014:

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    Zwei ältere Ansichten, man vergleiche vor allem auch die Häuser rechts vor der Pfarrkirche:

    d61c9530128ae96ee4b34113b8eed792.jpg (1640×1064) (pinimg.com)


    c1ddbe9ff0f265adc0d61b182d6a5f65.jpg (1800×1250) (pinimg.com)


    Insgesamt ist der Häuserbestands Kipfenbergs in den letzten Jahrzehnten (erschreckend) stark überformt worden, die erste ältere Ansicht zeigt das besonders deutlich.


    Aktuell:

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    Bisher hat man sich noch nicht auf eine neue Bebauung der Marktplatz-Ostseite einigen können, entsprechend bleibt es erstmals so wie es ist (derzeit wohl auch besser...).

  • Ein Artikel zu dem Grundstück auf der Marktplatz-Ostseite:


    "Eine schier unendliche Geschichte hat einen guten Ausgang genommen. Seit mehr als sieben Jahren verschandelt die Ruine des ehemaligen Hotels und Cafés Hannemann den Marktplatz in Kipfenberg. Nun billigte der Marktgemeinderat den Tauschvertrag zwischen dem bisherigen Eigentümer und dem Markt Kipfenberg."

    Kipfenberg: Durchbruch nach über sieben Jahren - Areal des früheren Gasthofs Hannemann am Kipfenberger Marktplatz gehört nun der Gemeinde (donaukurier.de)

  • War das Gebäude aus der Nachkriegszeit oder hat es sich im Kern noch um den Altbau auf der alten Ansicht gehandelt, der einfach nur aufgestockt wurde?

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • VonSalza

    Ich würde von letzterem ausgehen.



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    Auf der Nordseite des Marktplatzes der ehemalige Brauereigasthof Krone, 2006 zum Bürger- und Kulturzentrum umgebaut. Ein Steilgiebelbau mit dreistöckigem Bodenerker.


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    2014 mit der noch ein paar Jahre lang den Marktplatz "schmückenden" Cafe-Ruine und dem inzwischen wieder entfernten Brunnen.


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    Rückseiten der Häuser auf der Marktplatz-Westseite.


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    Gasthof zum Limes. Der römische Grenzwall verlief einstmals "durch" Kipfenberg.


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    Gedenkstein zur Erinnerung an den Limes, 1861 errichtet.



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  • Ehem. Torwärterhaus




    Blick durch das Torbäckgäßchen auf Pfarrkirche und die allgegenwärtige Burg:




    Eines der letzten verbliebenen älteren Fachwerkhäuser an der Schwedengasse, sicherlich einst mit Kalkplattendach:



  • Barockes Pfarrhaus von 1726:

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    hier mit evang. Kirche


    Kath. Pfarrkirche Maria Himmelfahrt:

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    Ein Blick ins Innere zur Fastenzeit:

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    Blick von der Kirche zum Marktplatz.


    Sankt Georg:

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    Nochmals die Burg:

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    Und ein jahreszeitlicher Vergleich:

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    Aus dieser Perspektive ist ein Wehrturm der einstigen Marktbefestigung neben der Kirche zu sehen.


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  • dem inzwischen wieder entfernten Brunnen.

    Ist schon bekannt, ob etwas und was dort wieder hinkommt? Der Brunnen oder die historische Säule?

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    Neußer

    Sieht stark nach Ernie aus.


    Habe da mehr eine Eule gesehen, entsprechend könnte ich mir den Giebel in etwa so gestaltet vorstellen:

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    (den Waldkauz fotografierte ich mal am Kleinhesseloher See in M)


    Heimdall

    Bezüglich dieses Fasenickl-Brunnens am Marktplatz finde ich nichts, nur dass er in vergangener Zeit zu Ostern prächtig geschmückt als Osterbrunnen fungierte. Vielleicht stand er beim Abriss des Cafes im Weg...

  • Heimdall

    Bezüglich dieses Fasenickl-Brunnens am Marktplatz finde ich nichts, nur dass er in vergangener Zeit zu Ostern prächtig geschmückt als Osterbrunnen fungierte. Vielleicht stand er beim Abriss des Cafes im Weg...

    Auf der FB-Seite des örtlichen Kulturvereins zur Bewährung des Fastnachtsbrauchs erfährt man etwas in den Kommentaren über den Zeitpunkt des Abrisses sowie den Kontext. Danach soll auch der „Zahn der Zeit“ am Brunnen genagt haben. Möglicherweise ist durch Kontaktaufnahme mit dem Verein Näheres über eine Wiederaufstellung des vermissten Fastnachtsbrunnens zu erfahren.


    https://m.facebook.com/fasenic…rg/posts/2445196782421322

  • Weiter geht es mit der Burgstraße.


    Die Bebauung am unteren Ende:

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    Die Burgstraße (früher Schloßstraße), 1919/20 unter dem damaligen Oberforstmeister Heinrich Schlosser erbaut, führt durch sehr reizvolle, felsige Landschaft zur Burg (privat, Teile sind Museum) und am geografischen Mittelpunkt Bayerns vorbei nach Gelbelsee.

    Geografischer Mittelpunkt Bayerns - Markt Kipfenberg


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    Am Straßenrand auf Wasserdost ein bayerischer Russischer Bär:

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    Oben angekommen führt ein Wanderweg durch Wald zu den Felsen oberhalb des Birktales, von wo sich weitere Aussichten auf Tal, Ort und Burg ergeben:

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    Diese Felsen wurden erfreulicherweise in den letzten Jahren wieder zunehmend freigestellt.

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  • 1x mehr die Burg für sich:


    Blick auf Sankt Georg:


    Ortsmitte um den Marktplatz:


    Burg in Kombination mit Klinikum...


    und Kindinger Berg (Albaufstieg der A9) im Hintergrund:


    Der Herbst ist im Altmühltal auch eine sehr empfehlenswerte Jahreszeit, diese Aufnahme von 1986.


    Und zuletzt noch im letzten Abendlicht...:

  • Kalkplattendach


    Ein guter Wikipedia-Artikel dazu:

    Kalkplattendach – Wikipedia


    Und noch ein paar Aufnahmen von einer Fachwerkscheune in Attenzell (ein Ortsteil von Kipfenberg), in der Denkmalliste mit Anfang 19. Jahrhundert datiert.


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    In vielen Juradörfern gibt es inzwischen leider gar keine typischen Jurahäuser mehr, schon gar nicht mit dem einst die Landschaft prägenden Kalkplattendach, am ehesten noch Wirtschaftsgebäude, nicht selten in einem Zustand wie bei einer weiteren Scheune in Attenzell.

    1024px-Fachwerkstadel_Süd_(Attenzell)_Ost_mit_Anbau.jpg (1024×683) (wikimedia.org)



    In Kipfenberg selbst existiert zumindest noch diese Scheune:

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  • Man möchte sich gar nicht ausmalen, wenn der politisch motivierte Wahnsinn von Grünen restlos umgesetzt wird und solche regionale Besonderheiten wie die verbliebenen Kalkplattendächer gegen die hässlichen entstellenden Solarmodule ausgewechselt werden müssen! 🙈

  • Böhming



    Altmühlaufwärts liegt der Ortsteil Böhming.


    "Vermutlich unter dem römischen Kaiser Hadrian (117–138) wurde westlich des heutigen Ortes ein 95 × 78 m großes Numeruskastell zur Sicherung des Altmühlübergangs des Limes bei Kipfenberg errichtet; der römische Kastellname ist nicht überliefert. In den Markomannenkriegen (166–180) zerstört, erfolgte 181 unter Kaiser Commodus ein Wiederaufbau mit Erdwall und steinerner Ummauerung, wie eine erhalten gebliebene Bauinschrift vom Westtor des Kastells berichtet. Nach einer erneuten Zerstörung bei einem der Angriffe der Alamannen 232/233, vermutlich 242/244, spätestens aber 259/260 wurden Kastell und Lagerdorf nicht wiedererrichtet."

    Böhming – Wikipedia


    Kastell Böhming – Wikipedia

    mit Plan und Modell


    Im Bereich des einstigen Römerkastells findet sich heute die Kirche Sankt Johannes Baptist, eine für die Gegend typische Chorturmkirche, mit Friedhof und Mesnerhaus.




    Das Mesnerhaus mit Kalkplattendach:


  • Möglicherweise ist durch Kontaktaufnahme mit dem Verein Näheres über eine Wiederaufstellung des vermissten Fastnachtsbrunnens zu erfahren.

    Ich erhielt eine ausführliche Rückmeldung von der Vorstandschaft des Kulturvereins auf Anfrage wie es um die Zukunft des Fasenicklbrunnens bestellt ist.