Lübeck - Digitale 3D-Rekonstruktion der Altstadt um 1880

  • Lübeck - Digitale 3D-Rekonstruktion der Altstadt um 1880


    Ich arbeite seit Ende 2018, also seit gut zweieinhalb Jahren, an einem digitalen 3D-Modell der Lübecker Altstadt um 1880. Da das Modell schon relativ umfangreich geworden ist, möchte ich es nun doch langsam mal hier vorstellen und nicht immer nur allein ohne große Resonanz im stillen Kämmerlein vor mich hinbauen.


    Ich hatte die Idee zu so einem Modell schon seit über 15 Jahren mit mir herumgetragen, aber die PC-Hard- und auch Software waren damals nicht leistungsfähig genug für ein Modell dieses Umfangs. Vor vielen Jahren hatte ich mal begonnen, das Holstentor mit einem CAD-Programm zu bauen, aber das gab ich nach kurzer Zeit entnervt auf. Im Jahr 2018 sah ich dann hier das Modell von "München 1900" von Sybaris, das meinen Vorstellungen sehr nahekam. Ich kontaktierte ihn also, und er erklärte mir wie er das Modell baute und führte mich sehr geduldig mittels Kommunikation per E-Mail in die Software ein. Ein großer Dank an ihn an dieser Stelle dafür - ohne ihn würde es das Modell heute wohl nicht geben!


    Das Ziel ist es, irgendwann die komplette Altstadt samt näherer Umgebung (Wallanlagen und Gewässer) zu haben, aber das wird wohl ein Lebenswerk werden, zumal ich alles alleine und nebenher in meiner Freizeit baue und zudem auch noch ein detailvernarrter Perfektionist bin - leider eine sehr zeitraubende Kombination. Zusätzlich habe ich den Anspruch, dass alles am Ende möglichst realistisch aussehen soll.


    Bisher habe ich große Teile der westlichen Altstadt im "Rohbau", also als reine Kubaturen fertig, sowie diverse Fassaden, z.B. in der Fischstraße und am Markt. Auch einige der großen Gebäude sind mittlerweile fortgeschritten detailliert (aber noch nicht fertig) wie z.B. das Rathaus, St. Marien, St. Petri, Dom und Holstentor.


    Um einen Eindruck zu vermitteln, kommt hier eine Ladung Bilder aus meinem Modell:



    Abb. 1: Lübeck 1880 - Nordwestecke des Marktes mit St. Marien, Rathaus und Marktbrunnen



    Abb. 2: Lübeck 1880 - Rathaus und Marktbrunnen



    Abb. 3: Lübeck 1880 - Nördliche Hälfte des Marktes von oben



    Abb. 4: Lübeck 1880 - Giebel an der Markttwiete



    Abb. 5: Lübeck 1880 - St. Marien



    Abb. 6: Lübeck 1880 - Dachreiter von St. Marien. Im Hintergrund St. Jakobi und St. Katharinen, beide z.Zt. noch als Rohbauten.



    Abb. 7: Lübeck 1880 - Fassaden Fischstraße 28 bis 18 mit St. Marien



    Abb. 8: Lübeck 1880 - Der Dom, Westfassade



    Abb. 9: Lübeck 1880 - Holstentor, Salzspeicher und St. Petri



    Abb. 10: Lübeck 1880 - Erhöhter Blick von Westen auf die Stadt


    Wer jetzt Lust bekommen hat und mehr sehen und lesen möchte, kann auch gerne meine Webseite besuchen, die ich kürzlich extra für das Modell erstellt habe. Dort gibt es mehr Bilder, Bau-Stories und sogar ein Video mit Kamerafahrten: https://luebeck-1880.de


    Über den weiteren Baufortschritt werde ich von Zeit zu Zeit hier und auf meiner Webseite berichten.


    Und jetzt bin gespannt auf Eure Reaktionen und Kommentare. :koenig:


    Alle Bilder von mir, Verwendung nur mit Genehmigung

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Unglaublich wie detailgetreu das Model ist, das ist wirklich viel Arbeit (seit 2018 wie du ja gesagt hast). Ich finde das Projekt einfach nur wunderbar und freue mich auf mehr von Lübeck und möglicherweise auch von anderen Städten.

    Bei dem Modell des Marktes wird man wieder wehmütig wenn man das mit der aktuellen Bebauung vergleicht :crying:

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Du hast wirklich großartige Arbeit geleistet. Ich würde mich sehr freuen, wenn du uns regelmäßige Updates hier im Forum zeigen könntest.

  • Wirklich fantastisch! Da hast du dir ja ordentlich etwas vorgenommen - und die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass bei dir genug Langzeitmotivation vorhanden ist, um es nicht nur zu wollen, sondern auch zu machen.

    Da würde mich doch wirklich mal interessieren, wie man das mit Unity hinbekommt - ich kenne es eigentlich nur als Game-Engine, nicht als Modellierungswerkzeug. Da würde ich doch gerne auch mal über die digitale Schulter schauen :smile:


    Ich trage ja die Idee mit mir herum, das Selbe für Köln anzufangen, aber ich finde es wahnsinnig schwierig, sehr aufwändige Fassaden zu gestalten. Und wenn der Dom blöd aussieht, ist das schonmal sehr schlecht :biggrin:


    Irgendwann steht man immer vor der Frage, modelliert man ein Fassadenelement bis ins letzte Detail plastisch aus, oder reicht irgendwann einfach eine Textur.

    Wo hast du zum Beispiel die Texturen aus Abbildung 7 her?

  • Vielen Dank für das Lob! :smile:


    Ich baue tatsächlich (fast) alles in Unity mit Probuilder-Elementen, d.h. ausgehend von einfachen Kuben, Bögen, Zylindern etc., die man dann nach Belieben anpassen kann. Es gibt bestimmt noch elegantere und effektivere Möglichkeiten wie z.B. das Programm Houdini, aber mir geht das inzwischen so flink von der Hand, dass ich keinen Grund sehe, mich da jetzt "auf Krampf" umzugewöhnen.


    Von Köln gibt es allerdings schon ein Modell von 1926 bei TimeRide. Die haben aber wohl nur den kleinen Teil der Altstadt gebaut, der auf der virtuellen Straßenbahnreise abgefahren wird. Wenn Du VIEL Zeit hast, mach es - würde mich sehr interessieren.


    Ja, man muss irgendwie für sich den richtigen Detaillierungsgrad finden. Ich übertreibe es meist eher mit den Details, aber freue mich dann auch, wenn es nachher super aussieht. Beim Kölner Dom gibt es ja bestimmt Teile, die sich wiederholen. Die baut man dann einmal aufwändig und dupliziert sie dann.


    Die Texturen habe ich aus verschiedenen Quellen, teilweise auch aus eigenen Fotos. Die allermeisten habe ich aber inzwischen von textures.com. Eine sehr umfangreiche und geniale Sammlung von qualitativ hochwertigen Materialien und Texturen aller Art, die man zudem zumindest in der kleinsten, aber trotzdem gut ausreichenden Auflösung sogar kostenlos herunterladen und verwenden darf.


    Hier dazu noch ein Bild - die Textur der oberen Fassade, der Türmchen, Wappen und Sonnenuhr habe ich aus einem eigenen Foto genommen:


    Vergleich Modell - Realität. Schon nicht so schlecht, oder? :koenig: Ein paar Details mehr gehen natürlich immer noch, aber ich will ja noch mehr als nur das Rathaus bauen, an dem ich wohl alleine schon drei Monate gesessen habe. :wink:

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Das sieht wirklich super aus, v.a. gefällt mir der Detailgrad sehr gut (Stadtmöblierung, Fahrzeuge, etc.). Für mein Modell von Dresden, das einen städtebaulichen Vorschlag abbildet (also keinen historischen Zustand), benutze ich SketchUp, weil es kostenlos ist und es viele Plugins gibt.


    Mich würde interessieren, ob die Gebäude anhand von Bauplänen entstanden, oder ob die Maße von Fotos entnommen worden sind (und v.a. wie), und auch, ob der Bauschmuck und Statuen etc. alle selbst gebaut sind, oder welche Quellen es für sowas gibt.


    Vielleicht kann man sich bzgl. 3D-Modellierung allgemein und speziell bzgl. wiederverwendbarer Modelle (Platzhalter, Möblierung, etc.) auch etwas austauschen. Ich benutze nämlich für "schöne Bilder" nach dem Rendern auch noch viel Photoshop, weil mir die Modellierung von komplexen Gebäuden noch nicht so schnell von der Hand geht. Ich habe also größten Respekt vor dieser Leistung!

  • Wow, das ist aber schön geworden! Sieht nach einer Menge Arbeit aus. Ich träume von so etwas für Nürnberg, bin aber technisch leider nicht so bewandert.:biggrin: Ist wirklich wunderschön geworden, ich bin sehr am Fortgang dieses Projektes interessiert.cclap:)

  • Wow, das ist aber schön geworden! Sieht nach einer Menge Arbeit aus. Ich träume von so etwas für Nürnberg, bin aber technisch leider nicht so bewandert.:biggrin: Ist wirklich wunderschön geworden, ich bin sehr am Fortgang dieses Projektes interessiert.cclap:)

    Nürnberg wäre dafür perfekt ja, auch wenn ich nicht weiß wie gut die photographische Dokumentation der Häuser ist.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Das sieht wirklich super aus, v.a. gefällt mir der Detailgrad sehr gut (Stadtmöblierung, Fahrzeuge, etc.). Für mein Modell von Dresden, das einen städtebaulichen Vorschlag abbildet (also keinen historischen Zustand), benutze ich SketchUp, weil es kostenlos ist und es viele Plugins gibt.


    Mich würde interessieren, ob die Gebäude anhand von Bauplänen entstanden, oder ob die Maße von Fotos entnommen worden sind (und v.a. wie), und auch, ob der Bauschmuck und Statuen etc. alle selbst gebaut sind, oder welche Quellen es für sowas gibt.


    Vielleicht kann man sich bzgl. 3D-Modellierung allgemein und speziell bzgl. wiederverwendbarer Modelle (Platzhalter, Möblierung, etc.) auch etwas austauschen. Ich benutze nämlich für "schöne Bilder" nach dem Rendern auch noch viel Photoshop, weil mir die Modellierung von komplexen Gebäuden noch nicht so schnell von der Hand geht. Ich habe also größten Respekt vor dieser Leistung!

    Vielen Dank! Auch interessant, das Dresden-Modell!

    Unity ist übrigens für den nicht-kommerziellen Gebrauch auch kostenlos. Sogar kommerziell, wenn man damit nicht mehr als 100.000 Euro pro Jahr verdient - so stand es zumindest 2018, als ich es das erste Mal installierte, in den Bestimmungen.


    Ich bin da sehr vielfältig vorgegangen. Zunächst darf man nicht erwarten, dass alle Maße auf den Zentimeter genau exakt sind - es gibt ja nicht von allen Häusern exakte Planzeichnungen, und wenn ich Pläne von verzerrten historischen Fotos erstellen wollte, würde das den ohnehin schon extrem großen Rahmen vollends sprengen.


    Also: Für den Stadtgrundriss habe ich einen Katasterplan verwendet, der in den 1890er-Jahren erstellt wurde - da sind noch (fast) alle alten Hausgrundrisse drauf. Darüber habe ich ein Höhenliniensystem gelegt, das ich in einem Buch fand. Der Grundriss und die Geländehöhen sollten also relativ genau sein - wie gesagt - 100%ige Exaktheit kann man nicht erwarten.


    Für Gebäude, die es noch gibt, verwende ich die Stadtbildaufnahme der Hansestadt Lübeck von 1990 - dort ist die gesamte Altstadt im Maßstab 1:500 abgebildet, so dass ich die noch existierenden Häuser auch relativ genau bauen kann. Es gibt davon auch noch eine erste Auflage von 1978, die leider nicht mehr zu bekommen ist. Falls da jemand was weiß, wäre ich sehr dankbar, da ich dann noch alle Häuser exakt hätte, die zwischen 1978 und 1990 abgerissen wurden - und das waren leider nicht wenige.


    Für die nicht mehr existierenden Häuser muss ich auf historische Fotos zurückgreifen. Wenn nebenan noch ein Haus existiert, kann ich anhand von dessen Maßen aus dem Stadtbildatlas die Maße auf dem Fotos ausmessen und einfach per Dreisatz berechnen. Ich habe mich teilweise dann auch von Haus zu Haus weitergehangelt und mich an Gesims- und Fensterhöhen orientiert. Ich habe so in den meisten Fällen ganz gute Näherungen bekommen, wenn keine exakten Maße verfügbar waren.


    Von einigen Gebäuden wie dem Rathaus oder den Klöstern habe ich in meinen Büchern auch Grundrisse und Querschnittszeichnungen, teilweise auch Fassadenzeichnungen gefunden, so dass ich diese relativ genau bauen kann. Obwohl ich auch schon die Erfahrung gemacht habe, dass auch nicht immer alle Pläne, die man so in der Literatur findet, exakt korrekt sind. Vom Katharinenkloster kursieren beispielsweise zwei verschiedene Grundrisse, die aber beiden denselben Zustand von vor dem Umbau um 1880 darstellen sollen...


    Von der Möblierung habe ich viele Teile selbstgebaut, z.B. die Straßanlaternen nach alten Fotos, den Handkarren und das Pferdefuhrwerk. Ich habe für die Hafenbahn auch einen Güterwaggon relativ genau nach dem entsprechenden preußischen Musterblatt gebaut.

    Bei einigen Sachen habe ich zugegebenermaßen auch geschummelt: Beim Marktbrunnen sind die Laternen und die Statuen nicht "original". Da ich noch nicht so "fit" bin, dass ich Statuen so bauen könnte, dass sie nicht wie eine verbeulte Flasche aussehen, habe ich mir erst einmal welche im Unity-Asset-Store für ein paar Euro gekauft und die eingesetzt. Man kann ja alles später immer noch ändern.


    Leider gibt es im Asset-Store relativ wenig bis fast nichts aus der Zeit um 1880. Entweder ist alles modern oder mittelalterlich. Ich suche vor allem noch Menschen, die wie in der Zeit um 1880 gekleidet sind. Das würde alles noch viel mehr beleben. Wenn jemand einen Tipp hat, gerne her damit.


    Und noch ein Wort zur zeitlichen Schiene: Das Modell ist "um" 1880 einzuordnen. Es ist kaum möglich, den Gesamtzustand der Stadt in einem exakten Jahr abzubilden. Beispiel am Markt: Die beiden nördlichen Häuser der Westseite wurden bereits 1875 abgerissen. Ich habe aber trotzdem diese gebaut, weil ich den noch geschlossenen, aus dem Mittelalter überkommenen Stand von vor den vielen gründerzeitlichen Abrissen darstellen wollte. Beim Rathaus hingegen habe ich den noch heute existierenden Zustand von der großen Renovierung genommen, die aber erst 1889 begonnen wurde, da es vorher sehr ruinös war und markante Teile einfach nicht mehr vorhanden waren wie z.B. die große Schaufassade am Marienkirchhof. Es ist also eher ein etwas idealisierter Zustand von ca. 1870 bis 1890, daher "um" 1880.

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Nürnberg wäre dafür perfekt ja, auch wenn ich nicht weiß wie gut die photographische Dokumentation der Häuser ist.

    Ein Modell des alten Nürnbergs zu bauen war schon immer einer meiner Träume. Für eine Person könnte das jedoch etwas zu viel sein. Ich habe mich gefragt, ob es hier vielleicht Leute gibt, die kooperieren wollen? Wir könnten die Stadt in bestimmte Gebiete und Bezirke unterteilen, die Anstrengungen aufteilen, indem sich verschiedene Leute nacheinander auf jeden konzentrieren. Vielleicht könnten sich einige Leute auf Steingebäude konzentrieren und andere könnten Fachwerkhäuser modellieren. Auf diese Weise hätte jede Person eine vorbereitete Bibliothek mit spezifischen Modellen und Details, die nur an jedem spezifischen Gebäude geändert werden müssten. Einige Leute (insbesondere Einheimische) könnten Zugang zu den Archivdaten und Fotos erhalten und diese organisieren, um die Rekonstruktionsbemühungen zu leiten. Eine genaue Texturierung könnte auch durch hochwertige Fotos der überlebenden Gebäude erreicht werden. Ehrlich gesagt, wenn dies richtig organisiert werden könnte, könnte die Stadt sehr schnell und in sehr hoher Qualität modelliert werden.

  • Ich suche vor allem noch Menschen, die wie in der Zeit um 1880 gekleidet sind. Das würde alles noch viel mehr beleben. Wenn jemand einen Tipp hat, gerne her damit.

    Ich weiß nicht, ob das Basiswissen ist, aber es gibt 3D Modell Suchmaschinen. Man kann die Modelle auch untereinander konvertierten, je nach genutztem Programm.


    Hier wäre eine entsprechende Suche für das 19. Jahrhundert in der größten mir bekannten Suchmaschine: https://3dmdb.com/en/3d-models/19th%20century/

  • Hallo Frank 1204,


    nun weiß ich ja nicht, ob das hilfreich ist. Man kann bei Ebay kaufen Antiquitäten und Kunst unter Fotokunst, wenn man Foto Album eingibt, oft günstig ein Fotoalbum aus der Zeit um 1880 kaufen. Allerdings muss man aufpassen, denn meistens werden diese Alben leer verkauft. Es werden auch solche Fotos ohne die Alben angeboten. Doch immer wieder auch Fotoalben aus der Gründerzeit mit den originalen Fotos. Da findet man viele Aufnahmen, bei denen die Personen nach der damaligen Mode gekleidet sind. Dabei handelte es sich zumeist um Personen aus gut bürgerlichen Kreisen. Ob man solche alten Aufnahmen technisch irgendwie in dein Panorama einbauen kann, wäre noch abzuklären.

  • Hier wäre eine entsprechende Suche für das 19. Jahrhundert in der größten mir bekannten Suchmaschine: https://3dmdb.com/en/3d-models/19th%20century/

    Super, vielen Dank für den Tipp! Der Mann mit dem Zylinder da sieht ja schon mal super aus und ist genau das, was ich suche. Und man kann den sogar in gewissem Umfang variieren (andere Kopfbedeckung etc.), so dass man zumindes 3 verschiedene Leute daraus machen kann. Ich bräuchte natürlich weitaus mehr verschiedene. Es gibt bei Unity ja auch tolle Assets, mit denen man sogar herumlaufende und sich unterhaltende Leute erzeugen kann. Nur leider sind die alle modern angezogen, was mir dann leider nichts nützt. Ich werde über die Suchmaschine mal mein Glück versuchen. Man findet da sicher auch noch andere brauchbare Sachen. Ich bräuchte auch noch Pferde und schönere Segelschiffe u.v.m. :biggrin:

    Ob man solche alten Aufnahmen technisch irgendwie in dein Panorama einbauen kann, wäre noch abzuklären.

    Danke auch für diesen Tipp. Ich fürchte nur, man kann mit begrenztem Aufwand keine Leute aus Fotos erzeugen. Und welche einfach aus Fotos auszuschneiden und zweidimensional und in schwarz-weiß und zudem ohne Rückseite ins Modell zu stellen, wäre zwar eine relativ einfache Lösung, würde dem Modell aber nicht gerecht werden. Es müssten schon fertige 3D-Modelle sein.

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Weitere Modell- Bilder


    Aufgrund der extrem positiven Resonanz hier, die mich sehr freut, schiebe ich einfach noch einmal einen Schwung Bilder mit Erläuterungen nach, viel Spaß beim Ansehen:


    Abb. 1: Großer Bauhof mit Dom. Das kleine Fachwerkhaus überstand zunächst den Bombenangriff an Palmarum 1942, wurde dann aber leider am Tag danach durch die einstürzenden Turmhelme des Doms zerstört, die inzwischen Feuer gefangen hatten. :crying:

    Zu dem Haus habe ich übrigens eine persönliche Beziehung: Dort wohnten meine Urgroßeltern väterlicherseits. Mein Großvater wurde dort 1890 geboren. Ich habe sogar noch zwei Feldpostkarten von 1916 von ihm an seinen Vater an die Adresse Großer Bauhof 13 - das war der linke Eingang am Dom; der rechte war Nr. 12.



    Abb. 2: Der Mühlendamm, das südlichste Ende der Altstadt. Hier mündet die Wakenitz in die Trave und betreibt zwei, ursprünglich vier Wassermühlen. Es ist aber momentan noch alles im Rohbau.



    Abb. 3: Blick vom Wall über den Bahndamm auf die südwestliche Altstadt an der Obertrave mit Dom. Auch noch viel Robau...



    Abb. 4: Blick vom "Malerwinkel" an der Obertrave mit Dankwartsbrücke, Holstentor, St. Marien und St. Petri. Irgendwann kommt auf den Grünflächen auch noch mehr Vegetation...



    Abb. 5: Das Hotel "Stadt Hamburg" am Klingenberg, Eingangsbereich. Im Krieg zerstört, die Bronzelöwen liegen heute vor dem Holstentor.



    Abb. 6: Flur im Rathaus (1. OG des Langen Hauses). Ja ich weiß, die Gemälde sind alle gleich. Ich muss da nochmal irgendwann hin und Fotos machen, hatte mal bei einer Führung leider nur das eine fotografiert als ich noch nicht wusste, dass ich das Modell bauen würde. Ich habe zwar alle Bilder in einem Buch gefunden, aber nur in schwarz-weiß.



    Abb. 7: Das Kanzleigebäude am Marienkirchhof. Rechts der Durchgang zur Breiten Straße mit dem Verbindungsgang zum Rathaus.



    Abb. 8: Eisenbahndrehscheibe der Hafenbahn an der Untertrave / Ecke Holstenbrücke. Das ist der besagte Güterwaggon, den ich nach dem entsprechenden "Preußischen Musterblatt" aus der Zeit gebaut habe. Ich habe auch das Musterblatt für die passende Lokomotive "T3", aber die war mir bisher zu aufwändig.



    Abb. 9: Fischstraße nach Westen Richtung Untertrave/Hafen. Links das Haus Nr. 17, dessen Fassade ja kürzlich rekonstruiert wurde.



    Abb. 10: Blick von Nordosten auf St. Marien, Rathaus und St. Petri.


    Alle Bilder von mir, Verwendung nur mit Genehmigung

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • ^ Nach 3 Jahren nahezu ununterbrochenen Bauens brauchte und brauche ich auch mal wieder Zeit für andere Dinge - habe nämlich noch deutlich mehr Hobbies. Das heißt natürlich nicht, dass ich das Projekt zu den Akten gelegt habe. Es kann und wird nur noch etwas dauern, bis ich wieder weitermache.


    Seit September ist dann auch nicht so viel passiert, aber immerhin drei Häuser bzw. detaillierte Fassaden sind in der Zwischenzeit doch entstanden, die ich hier gerne zeige. Es handelt sich um die Häuser "An der Untertrave" 114 und 115 (links), sowie "An der Obertrave" 1 (rechts), die den Eingang zu Holstenstraße einrahmten. Diese Häuser wurden nicht etwa im Krieg zerstört, sondern leider schon kurz nach 1900 abgerissen und durch neue ersetzt - zum einen, weil die Ergeschosse nach der Aufschüttung der Kreuzung im Zusammenhang mit dem Neubau der Holstenbrücke nach 1850 teilweise unter der Erde bzw. deutlich unter dem neuen Straßenniveau lagen, zum anderen, weil die Holstenstraße verbreitert werden sollte.


    Hier also ein paar Bilder ohne weitere Beschreibung:

















    Alle Bilder von mir, Verwendung nur mit Genehmigung

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • frank1204


    Ich lese hier das erste Mal von deinem Projekt und bin begeistert! Ich gehe davon aus, dass du historische Fotos für die "Rekonstruktion" nutzt. Ist damit denn wirklich die komplette Altstadt zuverlässig abzubilden? Und wie wirst du dein Projekt veröffentlichen? Wird es eine eigene Website geben oder gibt es es einen wissenschaftlichen oder musealen Kontext? Ich denke, das Europäische Hansemuseum oder das St.-Annen-Museum könnten daran sehr interessiert sein. Wenn Bedarf besteht, könnte ich da einen Kontakt herstellen.