Flusshochwasser in Westdeutschland im Juli 2021

  • Ich habe das Thema ,,ausbleibende Warnung" weiter verfolgt, weil es mich auch interessiert hat, und es stimmt so wohl doch nicht ganz. Mindestens ein Radiosender hat Warnungen ausgesprochen, genauso wie der deutsche Wetterdienst. Man hat dann ein paar Betroffene befragt, ob die Warnung sie erreicht hat. Einige hat tatsächlich keine der Warnungen erreicht, aber einige haben sie erreicht, haben diese aber nicht so ernstgenommen, bzw. deren Dimension nicht einordnen können. Die Infos stammen unter anderem aus einem Beitrag, in welchem der ehemalige THW Chef interviewt wird.

    Ich stimmte aber Valjean zu, eine noch direktere Art der Warnung per Sirenen und Lautsprecher, wäre wohl das einzige Mittel gewesen, um alle zu erreichen, vor allem weil es auch die Nachtstunden betraf. Wobei der THW Chef auch meinte, dass heute die Menschen gar nicht mehr geschult sind, auf Warntöne. Hören die Leute so eine Sirene wird erwartet, dass die Feuerwehr sich darum kümmert, man selbst damit nichts zu tun hat.

  • Interessant war gestern Mittag die Aussage des geschäftsführenden Direktors des Städtetags RLP beim Interview im Deutschlandfunk, dass eine Vielzahl von Sirenen in der Zeit nach dem Ende des kalten Krieges abgebaut wurden. Man hat sich nicht mehr bedroht gefühlt und wollte sparen. In den letzten Jahren hat man dann verstärkt auf Digitaltechnik wie Warn-Apps gesetzt, um den Katastrophenschutz zu stärken. Was, wie Valjean anführt, schon letztes Jahr als "Trockenübung" nicht gut funktioniert hat. Kurzfristig gibt es hier einiges zu verbessern. Wenigstens werden Warnungen in Zukunft schon mal etwas ernster genommen. Eine Schulung zu Warntönen per Sirene ist aber auf alle Fälle notwendig, bei uns in der Region kennt man die nur als "die Feuerwehr fährt zu einem Einsatz" oder in Kombination mit Lautsprecherdurchsagen "in der Straße wird das Wasser abgestellt". Ich lebe aber nicht in einer Hochwasserregion.


    An der Mosel, wo meine Familie herkommt, kennt man Hochwasser und hat einen ziemlich gelassenen Umgang damit entwickelt. Die meisten Orte haben gute Schutzvorrichtungen wie Hochwassermauern, die bisher fast immer ausgereicht haben. Bei so einem springflutartigen Hochwasser reichen sie nicht mehr. Und die gelernte Gelassenheit kann leider tödlich enden. Zum Glück waren es bei meiner Verwandtschaft an der Mosel nur recht kurzzeitig anderthalb Meter hohes Wasser in der Straße. So etwas war dort früher tatsächlich normal, als es noch keine Hochwassermauer gab.

  • Einige hat tatsächlich keine der Warnungen erreicht, aber einige haben sie erreicht, haben diese aber nicht so ernstgenommen, bzw. deren Dimension nicht einordnen können

    Das hängt dann aber auch davon ab, wie die Warnung faktisch formuliert wurde. Ging das in die Richtung: "Im Rheinland kommt es zu schweren Unwettern" oder in die Richtung: "In X und Y drohen schwerste Überschwemmungen. Verlassen Sie Ihre Häuser, wenn Sie in X oder Y wohnen und bringen Sie sich in Sicherheit!"?

    Im ersten Fall hätte ich wohl auch nicht reagiert. Der DWD schickt ständig solche Nachrichten raus. Eine Warnung muss halt schon auch konkret genug sein. Ich weiß jetzt nicht, was von beidem der Fall war, aber das müsste man sich halt mal ansehen, um herauszufinden, was da schief gelaufen ist.

  • Es wird meist nicht ernst genommen. Die erworbene Gleichgültigkeit war auch die Ursache für einen hiesigen Deichdurchbruch 2013. Der Deich war uralt, niedriger als 1m und saß auf der Kante einer langen Sanddüne. Das Waldstück war ein ehemaliges Truppenübungsgebiet, ohne Wege, aber mit Gestrüpp zugewachsen. Jeder kannte diese Schwachstelle, aber niemand tat etwas, als sich der Wasserstand der Kante näherte. Ob an dieser nicht einsehbaren Stelle die verkündete Sabotageaktion tatsächlich statt fand, ist nicht bekannt geworden. Das Wasser hatte auch alle Spuren weggeschwemmt. Halb Aken stand jedenfalls unter Wasser. Erst nach der Flut legte man eine befestigte Zufahrtstraße an, die im Satellitenbild deutlich sichtbar ist.

    Langsam regt sich hier an Elbe und Mulde Unmut darüber, dass die Flut hier weit größere Schäden als in Westdeutschland angerichtet hatte und es weit weniger Spendenbereitschaft gab. Persönlich hielt ich es für besonders ungerecht, dass die vorbeugend schadensversicherten Bürger ihre Beiträge nicht ersetzt bekamen, während den leichtsinnig Unversicherten ihr Schaden in gleicher Höhe vom Staat vergütet wurde.

  • NRW-Innenminister Reul bestätigt inzwischen im Interview, dass die Talsperren vor dem Regen bereits voll waren und somit für ihre eigentlich Aufgabe wertlos, also Wasser aufzunehmen. Wahrscheinlich waren sie sogar kontraproduktiv, da durch das dann notwendige Öffnen der Talsperren im Starkregen eine Flutwelle oben drauf kam statt ein eher gleichmäßiges, flächiges Ansteigen.


    "Wir hatten die größten Probleme gerade in den Mittelstädten weil die kleinen Flüsse das Wasser nicht gehalten haben und das kam nicht nur Starkregen sondern es kam dadurch, dass in den Talsperren zu viel Wasser schon war und noch viel drauf kam und die das nicht gehalten haben und dann musste Wasser abgelassen werden und das führt z.B. hier in meiner Stadt... die Wupper fließt hier durch, da war es dramatisch, aber als dann die Flutwelle kam, da war plötzlich die ganze Stadt unter Wasser. Das kam dann ganz plötzlich und das hätte anders kommen können."



    Warum werden Talsperren so weit gefüllt? Um viel Ökostrom erzeugen zu können. Beispiel Interessenkonflikt Diepentalsperre in NRW: erst durch Anweisung der Ämter wurde der Pegelstand gesenkt, um Starkregen aufnehmen zu können, gegen den Willen des Strombetreibers und diverser Ökofreunde, die dort ein Fischparadies haben wollten.

  • Wahrscheinlich waren sie sogar kontraproduktiv, da durch das dann notwendige Öffnen der Talsperren im Starkregen eine Flutwelle oben drauf kam statt ein eher gleichmäßiges, flächiges Ansteigen.


    Und das ist einfach ungeheuerlich, gerade in Zusammenhang mit der frühzeitigen Warnung seitens des Europäischen-Hochwasser-Warnsystems.


    Die Wasserstände der Talsperren und auch der Stauseen (wie hier im Kanton Fribourg) hätten nach diesen Warnungen gezielt herunter gefahren werden müssen. Das wäre auch mit Schäden verbunden gewesen aber niemals in diesem Ausmaß, wie es jetzt zu verzeichnen ist. Man hätte diese Flutwelle gewaltig abflachen und damit die Schäden deutlich reduzieren können.


    Auf Tichys Einblick wurde gestern schon über einen Konditor in Stolberg (Raum Aachen) berichtet, der schwere Vorwürfe gegen den NRW-Wasserverband erhebt:

    In Stolberg hat die Flutwelle die Innenstadt verheert. Ein Konditor, dessen Café zerstört ist, sagt: Die Betreiber der örtlichen Talsperre haben den größten Schaden zu verantworten, weil sie eine Staumauer zur Unzeit geöffnet hätten. Die weisen den Vorwurf von sich. Zweifel bleiben. [...]


    Helmut Steckmann: „Das ist ganz einfach, den ganzen Abend, wo es geregnet hat, war nur die Straße so leicht überschwemmt, so 20 bis 30 Zentimeter. Und plötzlich kommt nachts eine Flutwelle von zwei Metern durch die Stadt geschossen. Da haben die irgendwo eine Staumauer aufgemacht. Die sprechen sich gerade alle los davon: Nee, wir haben das nicht gemacht, wir müssen das Wasser hier ablaufen lassen, damit die Staumauer nicht bricht … Na gut, die wussten das schon eine Woche vorher, dass es so regnet. Da hätten die auch schon eine Woche vorher Wasser ablassen können.“


    Nicht ganz die selbe Region aber das passt zu dem von dir geposteten Zitat des Innenministers von NRW.

    Quote from NRW-Innenminister Reul

    ... es kam dadurch, dass in den Talsperren zu viel Wasser schon war und noch viel drauf kam und die das nicht gehalten haben und dann musste Wasser abgelassen werden


    Das muss jetzt alles aufgearbeitet und ggf. vor Gerichten geklärt werden.

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Der neue Mensch, homo smartphonicus, fordert von der Bundesregierung eine Warnung per SMS (Bildzeitung Titelblatt). Er hat das Gerät ganztägig am Mann/Frau/sonstwie, und ist selbstständigen Denkens und Handelns nicht mehr fähig. Zudem fehlen ihm grundsätzliche physikalisch/technische Kenntnisse. Unser MP Haseloff dazu: "Es nutzt nichts, wenn alles digitalisiert ist, aber die Funkmasten dann keine Strom haben....Eine total digitalisierte Welt ist noch keine funktionierende Welt"

    Dem ist nichts hinzu zu fügen.

  • Eine etwaige Warnung vor Hochwasser und Flutwellen würde ja hoffentlich vor Eintritt des Ereignisses rundgeschickt; zu diesem Zeitpunkt ist die Infrastruktur noch intakt. Außerdem ist ein solches Warnsystem ergänzend durchaus sinnvoll. Man darf (und wird!) sich bloß nicht ausschließlich darauf verlassen...

  • Man kann per SMS erklären, dass wenn die Warnsirenen in den nächsten 48 Stunden schrillen, was es genau bedeutet. Z.B. ein Durchlauf: Erhöhte Wachsamkeit, zwei Durchläufe: Zone A muss sich evakuieren, drei Durchläufe: Zone B, vier Durchläufe, der ganze Ort. Noch ein Hinweis dazu, auf den Nachbarn jeweils zu achten. Fertig ist ein relativ differenziertes individuelles Warnkonzept.

  • Dann soll man aber gleich Nägel mit Köpfen machen. Starkregen ist doch nur eine von vielen Gefahren. Im vorliegenden Fall ist die umliegende Infrastruktur noch intakt. Was ist aber nach großflächigen Unfällen, wenn urplötzlich chemische, biologische oder radioaktive Verseuchung auftritt? Dann gibt es weder Strom noch Funk. Natürlich kann eine Warnung per SMS unterstützend helfen, z. B. bei spontan auftretenden Gefahren. Man sollte sich aber nicht zuviel davon versprechen. Siehe Hacker in Bitterfeld (Verwaltung wochenlang lahmgelegt).

    Aber ob die Bürger richtig reagieren, steht auf einem ganz anderen Blatt. 2013 kamen laufend neue Wasserstandsmeldungen. Kein Mensch wusste mit "9 Meter in Dresden" etwas anzufangen und es auf lokale Höhe umzusetzen. Viele weigerten sich, ihre Häuser zu verlassen. Und kein Mensch konnte sich vorstellen, welche Folgen es hat, wenn der lokale Deich in Meterhöhe schlagartig überspült und die gesamte Innenstadt (z.B.Raguhn, Jessnitz, Waldersee) Minuten später 2m unter Wasser gesetzt wird. Es muss also dringend eine Schulung der Bürger betroffener Gebiete voraus gehen.

  • Wie viele Bürger in Deutschland glotzen denn ständig auf das Handy in der Erwartung einer möglichen Warnung vor Naturgefahren? Und wie viele Bürger können noch irgendwelche Sirenentöne deuten? Ein Prozent? Oder doch weniger?

    In der Nähe meiner alten Wohnung gingen nachts des öfteren Sirenen los. Chemieunfall? Brand? Einbruch? Keiner hatte eine Ahnung. Das nervte stattdessen nur. Manchmal dauerte es 30 oder 60 Minuten, bis irgendwer kam und den Ton ausstellte. Dann konnte die Rest-Nacht geschlafen werden. That´s it. Soviel zum Katastrophenschutz.


    Unsere Gesundheitsexperten haben nun ganz andere Sorgen:

    Quote

    "Wir müssen jetzt aufpassen, dass die Bewältigung der Katastrophe nicht zu einem Superspreader-Event wird", sagte David Freichel vom Corona-Kommunikationsstab der Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz (...) Die Landesregierung habe die Sonderimpfaktion in Abstimmung mit dem Landkreis Ahrweiler organisiert, so das Gesundheitsministerium. Das Impfzentrum Koblenz koordiniere die Aktion. Geimpft wird mithilfe eines Impfbusses aus dem Rhein-Pfalz-Kreis. (...) Die rheinland-pfälzische Landesregierung rief alle ungeimpften Erwachsenen im Krisengebiet auf, sich wenn irgend möglich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. (...) Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich dafür aus, mobile Impfteams in den Katastrophenregionen einzusetzen. Gleichzeitig warnte er davor, Flutopfer in Sammelunterkünften unterzubringen. In solchen beengten Unterkünften herrsche ein hohes Corona-Ansteckungsrisiko, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Stattdessen sollten Flutopfer in Hotels und Einzelunterkünften untergebracht werden.

    https://www.swr.de/swraktuell/…-rheinland-pfalz-100.html


    ;-\

  • Tja, der Herr Lauterbach ist da ganz in seinem Element.


    „Mich persönlich haben die Erfahrungen mit der Bekämpfung der Corona-Pandemie bisher leider extrem pessimistisch gestimmt, ob es uns gelingen wird, den Klimawandel rechtzeitig erfolgreich zu bewältigen [...]


    Da es niemals eine Impfung gegen CO2 geben werde, „benötigen wir Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels, die analog zu den Einschränkungen der persönlichen Freiheit in der Pandemie-Bekämpfung sind“, so Lauterbach.

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Heimdall, wenn es nicht unterscheidbar ist, ob es der ,,offizielle Alarm" ist, bzw. dann was er bedeutet, kann man hier rein hören, ziemlich charakteristisch:

    https://de.wikipedia.org/wiki/…nutzte_Zivilschutzsignale


    Dort steht auch so manch anderes interessantes:

    Quote

    Eine Alamierung mittels SMS ist in Deutschland wegen mangelnder Kapazitäten nicht möglich. Tests in Deutschland hatten ergeben, dass es bis zu 24 Stunden dauerte, 50.000 Einwohner einer Stadt per SMS zu warnen. Eine Lösung wäre das Verwenden des Cell Broadcast des GSM-Netzes oder des Service Area Broadcast von UMTS. Hiermit ließen sich 80 % der Bevölkerung kostengünstig, schnell und ortsbezogen vor Gefahren warnen

    Quote

    In einigen Städten wurden Lautsprecherwagen angeschafft, die die Bevölkerung im Ernstfall warnen und informieren sollen. Ein flächendeckende Ausstattung gibt es jedoch nicht. Diese kamen etwa in Bayern im Rahmen der COVID-19-Pandemie in Deutschland zum Einsatz.

    Quote

    Bundeseinheitliche Sirenensignale gibt es seit dem Rückbau des alten Zivilschutznetzes offiziell nicht mehr. Die Festlegung von Sirenensignalen obliegt derzeit den Katastrophenschutzbehörden der Bundesländer. Allerdings gleichen sich die Signale inzwischen weitestgehend.[36][37]

    In Deutschland wird nur ein Katastrophenwarn- und -alarmsignal verwendet. Bis etwa 1975 war dies ein zwei Minuten dauerndes Signal aus dreimal 12 Sekunden Dauerton mit 12 Sekunden Pause, gefolgt von 60 Sekunden Dauerton. Da der Anfang dieser Signalfolge dem der Freiwilligen Feuerwehren gleicht und Verwechslungen vermieden werden sollen, wird in Deutschland seither als Signal „Warnung der Bevölkerung“ ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton (vormals als Fliegeralarm bekannt) verwendet. Das Signal bedeutet im Allgemeinen „Rundfunkgerät einschalten und auf Durchsagen achten“.[38] Über das Radiogerät werden dann auf bestimmten Sendern (meist dem öffentlich-rechtlichen Programm mit Verkehrsfunk oder auch regionalen Sendern) genauere Verhaltenshinweise für die Bürger ausgegeben. Des Weiteren wird zumeist empfohlen, dass geschlossene Räume aufzusuchen sind, Fenster und Türen geschlossen und Klimaanlagen abgeschaltet werden sollen.

    Als zweites Sirenensignal ist mitunter noch ein einminütiger Dauerton zur Entwarnung eingerichtet, das nach Ende der Gefährdungslage gegeben wird. Des Weiteren wird mitunter ein dreimaliger auf- und abschwellender Heulton mit anschließender Pause als spezifischer ABC-Alarm (etwa bei einem Atomunfall) verwendet.

    Und genau, weil es ein recht unflexibles System ist, wo man eben z.B. bei Hochwasser dann genau die falsche Botschaft sendet, z.B. unbedingt drinnen zu bleiben, wäre es meines Erachtens sinnvoll die Bürger per SMS vor einer bevorstehenden Katastrophe mit auf die Situation angepassten Signaldeutungen zu versorgen. Dann kann man eben bei Hochwasser auch die Evakuierung per Audiosignal steuern z.B. und man müsste nicht die ganze erwachsene Bevölkerung aufwändig nachschulen.

  • Es wird eine Tendenz sichtbar, daß die für den Katastrophenschutz Verantwortlichen ihre Maßnahmen für gut befinden und dem Bürger selbst die Verantwortung zuschieben. Diese hätten die Warnungen ignoriert.

    Eine Unverschämtheit, angesichts des eklatanten Versagens.

    NRW-Innenminister nimmt Städte und Kreise in Schutz

    In der Unwetterkatastrophe haben die Städte und Kreise aus Sicht des nordrhein-westfälischen Innenministers gut reagiert. "Die Entscheidungen vor Ort sind richtig getroffen worden", sagte Reul in Düsseldorf. "Ich kenne keinen Fall, wo auf Grund zu später Evakuierung Schaden entstanden ist." Ein größeres Problem sei vielfach gewesen, dass Menschen Warnungen nicht ernst genommen hätten und ihr Haus nicht verlassen wollten.


    Quelle: Stern

  • Wie viele Bürger in Deutschland glotzen denn ständig auf das Handy in der Erwartung einer möglichen Warnung vor Naturgefahren? Und wie viele Bürger können noch irgendwelche Sirenentöne deuten? Ein Prozent? Oder doch weniger?

    Es dürfte technisch kein Problem sein, verschiedene Klingeltöne für Normal- und Notjnfos einzuprogrammieren und selektiv anzusteuern. Meist liegen die Geräte in Hörweite. Aber bei Stromausfall ist das genau so wirkungslos, wie das Verwenden des Cell Broadcast des GSM-Netzes oder des Service Area Broadcast von UMTS.

  • Babber50 Da sind wir nun tatsächlich bei:

    -Bestrafung der Unschuldigen

    gefolgt hochwahrscheinlich von

    -Auszeichnung der Unbeteiligten

    angekommen. Keine Silbe von jahrelangen Versäumnissen auf allen Verwaltungsebenen. Die Schlussfolgerungen werden deshalb völlig unzureichend sein.

  • Die Talsperren in der Gegend waren am 09. Juli bis Unterkante Oberlippe gefüllt. Im Nebensatz wird zugegeben, dass eine halbvolle Talsperre den gesamten "Jahrhundertregen" hätte aufnehmen können.


    Talsperren so voll wie noch nie an einem 9. Juli

    Wasser satt: Nie zuvor waren die Talsperren des Ruhrverbands an einem 9. Juli so voll wie heute. Dies teilte der Wasserwirtschaftsverband in Essen mit... Die Möhnetalsperre etwa ist aktuell zu 97,3 % gefüllt. Im langjährigen Mittel sogar zu 117 Prozent. Von der Talsperre aus wird über die Ruhr auch der Kreis Unna teilweise mit Wasser versorgt.

    https://www.antenneunna.de/art…einem-9-juli-1003718.html


    Um diese enormen Regenmengen zu puffern, hätte der Wupperverband die Wupper-Talsperre in kürzester Zeit um mehr als die Hälfte des Stauinhalts entleeren müssen. Um eine solche gewaltige Menge ohne schädliche Wirkung für die Unterlieger in Wuppertal abzuführen reichte die Zeit von Montag an nicht aus.

    https://www.wuppertaler-rundsc…-zu-erwarten_aid-61672893