Flusshochwasser in Westdeutschland im Juli 2021

  • Ein paar Videos von Twitter:






  • Jemandem, der wie ich die Fluten in Sachsen 2006, 2010, aber insbesonders 2002 und 2013 miterlebt hat, gefriert bei diesen Bildern und Videos das Blut. :augenkrummblau::weinenstroemen::kopfschuetteln: Schrecklich.

    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

  • Auf das Verhalten benachbarter Staaten, die natürlich ihr Wasser (Elbe) los werden wollen, hat man kaum einen Einfluss. Aber das Lernen kann darin bestehen, zu Entsiegeln und in Kanälen Rückhaltebecken zu installieren.

    Das stimmt nicht, die Sächsische Landestalsperrenverwaltung arbeitet schon lange mit den tschechischen und Kollegen anderer Länder zusammen, um Hochwasserereignisse besser bewältigen zu können. Gleiches passiert auch in anderen Regionen, z.B. an der Mosel und Saar mit Luxemburg und Frankreich. Das geschieht übrigens seit 2007 koordiniert im Rahmen der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie der EU sowie schon länger in bilateralen Grenzgewässerkommissionen.


    Richtig ist allerdings, dass auch in Sachsen erst nach dem Hochwasser 2002 richtig begonnen wurde, für solche Jahrhundertereignisse vorzusorgen. Aber wie gesagt war dazu z.B. im Ahrtal aufgrund der bisherigen Erfahrungen keine gesteigerte Notwendigkeit. Das wird sich sicher in der Zukunft ändern, auch, weil die Jahrhundertereignisse wahrscheinlich keine mehr sein, sondern weitaus häufiger auftreten werden.

  • In Potsdam gab es früher auch sehr schwere Hochwasser, aber seit 1940 nicht mehr in bedrohlicher Stärke. Ich bin mir nicht sicher, ob sich fundamental etwas gebessert hat oder es nur Zufall ist.


    Früher war also nicht alles besser. "Die Februarflut von 1825... war eine Flutkatastrophe vom 3. bis 5. Februar 1825 an der gesamten deutschen, dänischen und niederländischen Nordseeküste sowie im unteren Weser- und Elbegebiet und deren Nebenflüssen, bei der etwa 800 Menschen ertranken und sehr schwere Schäden entstanden."



    Nuthehochwasser Neuendorfer Anger 1921

    Hochwasser_auf_den_Nuthewiesen%2C_1924.jpg

  • Das stimmt nicht, die Sächsische Landestalsperrenverwaltung arbeitet schon lange mit den tschechischen und Kollegen anderer Länder zusammen, um Hochwasserereignisse besser bewältigen zu können. Gleiches passiert auch in anderen Regionen, z.B. an der Mosel und Saar mit Luxemburg und Frankreich. Das geschieht übrigens seit 2007 koordiniert im Rahmen der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie der EU sowie schon länger in bilateralen Grenzgewässerkommissionen.


    Richtig ist allerdings, dass auch in Sachsen erst nach dem Hochwasser 2002 richtig begonnen wurde, für solche Jahrhundertereignisse vorzusorgen. Aber wie gesagt war dazu z.B. im Ahrtal aufgrund der bisherigen Erfahrungen keine gesteigerte Notwendigkeit. Das wird sich sicher in der Zukunft ändern, auch, weil die Jahrhundertereignisse wahrscheinlich keine mehr sein, sondern weitaus häufiger auftreten werden.

    Das wird aber auch anders gesehen:

    https://www.welt.de/vermischte…huld-an-der-Elbeflut.html

  • Interessanter Video-Mitschnitt: Ein Anwohner im Bereich des Einzugsgebietes der Wupper äußert sich kritisch gegenüber einem Reporter der WELT bezüglich nicht abgelassener Talsperren.


    screenshot-2021-07-17-193027.png

    Link zum Video: hier



    Zur Info: Ich wohne in der Nähe eines Stausees, dem Greyerzer See (Lac de la Gruyère). Dessen Pegel wurde vor ein paar Wochen schon deutlich runtergefahren, da es auch hier permanent regnete und regnet

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Irgendwo hatte ich gelesen, dass die Talsperren im oberen Füllungsbereich gehalten würden, um den Touristen ein besseres Bild zu bieten. Von Verantwortungsbewusstsein keine Spur.

  • Auf der Facebookseite "Lohnunternehmen Markus Wipperfürth" werden seit Beginn der Hochwasser-Katastrophe Fotos und Lageberichte aus dem Raum Ahrweiler gepostet:


    Bild veröffentlicht am 17.07.2021:

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    Ein Landwirt, der in Kontakt zu Markus Wipperfürth steht, äußerte sich in einer Video-Botschaft sehr kritisch in Bezug auf ausgebliebene Warnungen seitens der staatlichen Stellen und des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks, sowie über ausgebliebene, rechtzeitige Evakuierungsmaßnahmen. Der Landwirt verwahrt sich darüber hinaus über die politische Vereinnahmung (Kaschierung) dieser Katastrophe inkl. behördlichen Versagens mit dem Schlagwort "Klimawandel".


    Ich kann die Aussagen des Landwirtes nicht überprüfen, mir scheinen sie plausibel zu sein und daher verlinke ich dieses Video hier:


    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Hier mal eine Analyse von Dam Unglücken bezogen auf die Todeszahlen im Verhältnis zu anderen Energieerzeugungsformen.

    Ich bezweifel das es in Deutschland Evakuierungkonzepte von Städten gibt, die unterhalb eines Dames liegen.

    So wäre bei einem Versagen der Wuppertalsperre/ Bevertalsperre direkt halb Wuppertal zerstört, mit Totenzahlen die in die Zehn bzw. Hundertausende gehen würden. Mancher Wuppertaler weis nichtmal das es die Talsperre überhaupt gibt...

    Wie schnell sowas eskalieren kann hat man ja gerade gesehen.

  • Der Radiosender "Radio Fribourg" berichtete am 13. Juli 2021, dass die Pegelstände des Greyerzer Sees und des Schiffenensees (beides Stauseen) beträchtlich abgesenkt wurden. Grund hierfür waren die massiven Regenfälle der letzten Wochen.


    screenshot-2021-07-18-140309-1.png



    Der Pegel des Schiffenensees wurde um ganze 2 Meter abgesenkt.

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Und jetzt noch ein Video: BILD-TV hat heute ein Interview mit dem Landwirt Markus Wipperfürth auf YouTube veröffentlicht.


    "Es hätte keinen Toten geben müssen. Das war ein Komplettversagen von Verantwortlichen, auch von Politikern. Hier hätte alles geräumt werden müssen."



    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Die Situation ist ähnlich der von 2013 hier an der Mittelelbe. Nach langen starken Regenfällen traten Elbe und Mulde zu absoluten Höchstständen teilweise über die Ufer. Während unzählige Helfer und die Bundeswehr bis zur Erschöpfung arbeiteten und viele Freiwillige Sandsäcke füllten, gab es, wie auch heute gerade gemeldet, Gaffer, die die Arbeit und die Zufahrten behinderten. Das ist kaum zu vermeiden. Aber die wenigsten Bundesbürger kennen den oben eingestellten, damaligen Aufruf zur gezielten Sabotage dieser Maßnahmen. Ich glaube, wohl im Namen (fast) aller Leser zu schreiben, wenn ich mich ausdrücklich von einem solchen Aufruf und seinen Verfassern distanziere. Eine analoge Tätigkeit mit analoger Motivation könnte jederzeit auch im westdeutschen Überflutungsgebiet entwickelt werden. Es gilt, wachsam zu sein. Mit politischer Agitation hat das nichts zu tun.

    Und das hat genau was mit der Naturkatastrophe jetzt zu tun?

  • In Österreich hat es die historische Stadt Hallein (Salzburg) erwischt. Glücklicherweise gibt es keine Toten und Verletzte, aber die Bilder sehen recht bedrohlich aus:


    https://www.bild.de/news/2021/…lzburg-77115716.bild.html


    @ Elbegeist: war dieser "Aufruf" eigentlich nur leeres Gewäsch, oder ist es tatsächlich zu den darin genannten Beschädigungen gekommen?

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

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    @ Elbegeist: war dieser "Aufruf" eigentlich nur leeres Gewäsch, oder ist es tatsächlich zu den darin genannten Beschädigungen gekommen?

    Die genannten Ortlichkeiten waren jedenfalls real und die Drohungen wurden sehr ernst genommen. An jedem Damm und Deich in Sachsen-Anhalt patroullierten rund um die Uhr Deichwachen. Die Luftraumüberwachung an den genannten Deichen wurde verstärkt. Bei Susigke gab es tatsächlich einen großen Deichdurchbruch, der auch zur Teil-Überflutung Akens führte. Der Schaden lag mitten im unzugänglichen Wald und war so groß, dass die Ursachen kaum noch sichtbar waren. Jedenfalls wurde mir kein Ergebnis bekannt.

  • Ich finde es sehr faszinierend, wie immer noch von einigen mit aller Gewalt versucht wird, die Augen vor den Tatsachen zu verschließen. Das ist ja auch eines jeden Menschen gutes Recht. Viele tun sich mit Veränderungen und dem Einsehen eigener Fehler ja sehr schwer. Und Unbekanntes bzw. (mittlerweile) Unabwendbares ist immer mit großen Ängsten behaftet. Von daher kann ich verstehen, dass man immer und immer wieder betont, es gäbe keinen menschengemachten Klimawandel und früher hätte es ja auch schon geregnet (wenn ich das schon höre... Aber ich nehme an, diejenigen wissen es nicht besser und wollen es auch partout nicht besser wissen) bli bla blub. Es ist nur leider ziemlich erbärmlich und mittlerweile auch lächerlich. Konstruktiv wäre es, endlich auf die Wissenschaft zu hören und bei sich im Kleinen mit einem Wandel anzufangen.


    https://www.nationalgeographic…etter-seit-2012-jeden-tag


    P.S.: Oben genannte Fehler wie Flächenversiegelung, Ausweisen ungeeignete Baugrundes oder Zerstörung von Retentionsflächen durch Flussbegradigungen etc. potenzieren dies alles selbstverständlich!