Rheinbach (Galerie)

  • Im Frühling habe ich einen Ausflug nach Rheinbach gemacht und möchte in dieser Galerie die Altstadt vorstellen.


    Rheinbach ist eine Kleinstadt mit knapp 27.000 Einwohnern und ist in etwa auf halber Strecke zwischen Bad Münstereifel und Bonn zu finden.


    Karte


    Die Stadt liegt zu Füßen der Eifel an einem der Zuflüsse der Swist, die wiederum in die Erft mündet. Die Region hat mit die fruchtbarsten Böden in Deutschland, weswegen im Umland viel Obst und Gemüse angebaut wird.


    Werfen wir zunächst einen Blick auf die umgebende Landschaft, aufgenommen von der nahe gelegenen Ruine der Tomburg. Am Horizont liegt das Siebengebirge auf der anderen Rheinseite, davor erstreckt sich die östliche Nachbarstadt Meckenheim. Rheinbach selber ist auf dem Bild nicht zu sehen, dafür müsste man sich um 90° nach links drehen:


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    Der von der mittelalterlichen Stadtmauer (von der nur noch einige Türme existieren) umschlossene Bereich ist relativ klein, (sonst hätte bestimmt schon jemand anders eine Galerie gemacht :wink:), hat aber einige sehenswerte Ensembles und Gebäude aufzuweisen:


    Stadt Satellitenbild


    Wir beginnen an der Hauptstraße wenige Meter außerhalb der Altstadt:


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    Wir erblicken die ersten Häuser im Bereich der eigentlichen Altstadt:


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    Als nächstes erreichen wir, immernoch an der Hauptstraße, schon eines der schönsten Ensembles der Stadt:


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    Links davon erstreckt sich ein kleiner Platz mit dem namen "Am Bürgerhaus", gegenüber steht die Kirche. Das Fachwerk ist in seiner einfachen Form typisch für das Rheinland, weist allerdings einige aufwändigere Elemente auf, die man in Köln so zum Beispiel nicht gefunden hätte. Ich tippe darauf, dass diese Fachwerkhäuser, ähnlich wie in Bad Münstereifel, einer etwas späteren Zeit entstammen als die (zerstörten) Exemplare in Köln und daher durchaus etwas ausgereifter gestaltet sind.


    Das auf dem letzten Bild rechts angeschnittene Haus schräg gegenüber:


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    Und rechts daneben die Kirche St. Martin, die allerdings eher unspektakulär daherkommt:


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    Der Turm stammt in seiner Grundsubstanz wohl noch aus dem Mittelalter, das in der Gründerzeit erweiterte und umgebaute Kirchenschiff wurde allerdings tatsächlich durch Bombentreffer im zweiten Weltkrieg zerstört, weswegen in den fünfziger Jahren die Kirche in ihrer heutigen Form neu errichtet wurde.

  • Wir machen einen kleinen Abstecher an die nördliche Stadtgrenze ein paar Meter weiter und erreichen den aufgrund seiner Erweiterung (und dann als Gefängnis genutzen) etwas kuriosen Kallenturm:


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    Die Gebäude daneben wirken schon recht dörflich, von dieser Sorte findet man einige in Rheinbach, die ich hier nicht alle zeige:


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    Weiter im Nordswesten finden wir das gründerzeitliche Rathaus...:


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    ...und gegenüber das Amtsgericht:


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    Blick zurück Richtung Altstadt:


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    Wir kehren zurück zur Hauptstraße:


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    Schließlich erreichen wir wieder den kleinen Platz neben den Fachwerkhäusern, leider ist auch Rheinbach nicht von hässlichen Bausünden verschont (auf der Rückseite dieses Gebäudes stehen die Fachwerkhäuser!):


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    Wir drehen uns um und erblicken die viel erfreulichere Bebauung am Platz "Am Bürgerhaus":


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    Das Fachwerkhaus hatte extrem raue Balken, auf mich wirkte es, als wäre es schon einmal arg verfallen und verwittert gewesen und wäre dann gerettet worden:


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  • Wir folgen der Bachstraße nach Süden. Erfreulicher Blick in einen Hof:


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    Nicht so erfreulicher Blick in eine Nebenstraße. Solche Beispiele findet man wohl in jeder Fachwerkstadt. Das Haus ist aber auch sehr klein...:


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    An der Bachstraße finden wir dieses tolle Ensemble:


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    Nochmal die hinteren beiden Häuser:


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    Wir erreichen bereits wieder das Ende der Altstadt und wenden uns daher Richtung Westen der Polligstraße zu:


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    Das große Anwesen vorne wird übrigens als Kindergarten genutzt, links davon verlief die Stadtmauer.


    Die Polligstraße:


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    Bei diesem Haus war man in der Erdgeschosszone etwas "kreativ":


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    Das größere Gebäude, was auf den Bildern oben weiter hinten zu sehen war:


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  • Wir kehren zurück zu dem als Kindergarten genutzten Hof. Auf der anderen Seite stehen die Reste der Rheinbacher Burg als Teil der Stadtbefestigung:


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    Der Turm wurde laut Inschrift um 1180 erbaut. Der Ort lag strategisch wichtig an der Heerstraße zwischen Aachen und Frankfurt. Die Stadt Rheinbach entstand dann wohl ab 1296.


    Das Tor am Burggraben:


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    Der Burggraben wurde Ende der 80er Jahre wiederhergestellt und eine Brücke über diesen errichtet:


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    Daneben sind noch Reste der Stadtmauer erhalten, wodurch sich reizvolle Motive finden lassen:


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    Wir drehen uns um 180° um...


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    ...oder lieber doch nicht :biggrin:. Die Burganlage ist heute Teil einer Schule. Da würde doch jeder gerne zur Schule gehen, oder? Wenn man nur die übrigen Gebäude etwas passender gestaltet hätte... (das Hauptgebäude der Schule habe ich leider nicht abgelichtet, es sah nicht ganz so schlimm aus, aber auch nicht besonders passend).


    Schauen wir stattdessen noch einmal etwas genauer auf die Tordurchfahrt:


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    Und noch einmal ein Blick den Turm hinauf, der heute Hexenturm genannt wird, vermutlich weil dort während der Hexenprozesse als solche Beschuldigte eingesperrt wurden:


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  • Wir verlassen die Rheinbacher Burg über die eben schon vorgestellte Polligstraße und werfen einen Blick zurück:


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    Wir erreichen den Wasemer Turm, die südwestliche Ecke der Stadtmauer, die als Mäuerchen noch angedeutet ist:


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    Blick die imaginäre Stadtmauer entlang, auf der rechten Seite ist ein großer Parkplatz, hinten sehen wir den Turm der Rheinbacher Burg:


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    Das Tor von der anderen Seite:


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    Wir bewegen uns wieder nach Norden und werfen einen Blick in die Junkerstraße, hier sehen wir auch zwei verputzte Fachwerkhäuser, von denen ich sonst eher weniger in Rheinbach angetroffen habe:


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    Um 180° gedreht sehen wir die Martinstraße, schon jenseits der Altstadt:


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    Wir erreichen wieder die Hauptstraße, wo ebenfalls schon jenseits der Altstadt der Wilhelmplatz direkt neben der Hauptstraße liegt:


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    An der Hauptstraße weiter stadtauswärts finden wir noch dieses schmucke Gründerzeit-Häuschen:


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  • Wir folgen der Hauptstraße noch etwas weiter stadtauswärts und erreichen dieses Gebäude, wo die Fassade ganz merkwürdig im Erdgeschoss abgestützt wurde:


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    In den Seitenstraßen finden wir einige hübsche Jugendstilhäuser und Villen:


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    Damit kehren wir zurück in den Ortskern und finden noch diese Fachwerkgruppe:


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    Wir machen noch einen Abstecher nach Süden in die Weiherstraße:


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    Auf der anderen Straßenseite steht eine schöne Häuserzeile mit drei Tordurchfahrten:


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    Und mit diesem letzten Eckhaus in einer Nebenstraße ist meine Rheinbach-Tour auch schon zu Ende:


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    Wir haben vor allen Dingen den südlichen Teil der Altstadt gesehen, da in dem nördlichen nicht mehr viel Altbausubstanz vorhanden ist. Möglicherweise hat hier der Bombenangriff, der auch die Kirche zerstört hat, größere Schäden angerichtet. Dass die Rheinbacher hier großflächig Fachwerkhäuser nach dem Krieg abgerissen haben, kann ich mir anhand des Zustandes der restlichen Stadt ehrlich gesagt nicht vorstellen. Die meisten Fachwerkhäuser sind im guten Zustand und kaum mit irgendwelchen nachträglichen Umbauten verhunzt. Auf mich hat das einen sehr positiven Eindruck gemacht, schließlich ist Rheinbach keine weithin bekannte Touristen-Hochburg, da auch einfach recht klein.

    Auf jeden Fall findet man hier einige sehr schöne und typische Exemplare des rheinischen Fachwerks.

    Etwas störend ist die sehr stark befahrene Hauptstraße, wobei die Stadt dadurch zusätzlich belebt wirkt. Ansonsten wäre vielleicht mehr die Stimmung eines verschlafenen Nestes aufgekommen. Auch schade finde ich, dass eine so ansehnliche Stadt keine adäquate Kirche mehr hat. Liebhaber von Fachwerk, die einmal in der Region sind, sollten aber durchaus einmal vorbeischauen.