Westseite Berliner Schloss - Schlossfreiheit - ehem. Nationaldenkmal

  • Wieso aus Stahl? Aufgrund dieser Entscheidung musste der historische Denkmalsockel tiefgreifend verändert und damit beschädigt werden, um eine tragfähige Fundamentertüchtigung zu schaffen. Es gibt heutzutage so viele leichtere Alternativen, Verbundstoffe z.B. , mit Carbon. oder Konstruktionen wie im Flugzugbau aus Aluminium. Oder eine Innenkonstruktion aus Leimholz und außen eine glasfaserverstärkte Verkleidung wie bei Windkraftflügeln und das Ding wäre um viele Tonnen leichter ... !? :unsure: :augenrollen: :lehrer:

  • Wieso aus Stahl? Aufgrund dieser Entscheidung musste der historische Denkmalsockel tiefgreifend verändert und damit beschädigt werden, um eine tragfähige Fundamentertüchtigung zu schaffen. Es gibt heutzutage so viele leichtere Alternativen, Verbundstoffe z.B. , mit Carbon. oder Konstruktionen wie im Flugzugbau aus Aluminium. Oder eine Innenkonstruktion aus Leimholz und außen eine glasfaserverstärkte Verkleidung wie bei Windkraftflügeln und das Ding wäre um viele Tonnen leichter ... !? :unsure: :augenrollen: :lehrer:

    Die gibt es, sind aber nach 20+ Jahren durch und danach Sondermüll. Stahl ist definitiv die wertigere und nachhaltigere Alternative...

  • Das kommt wohl auf die Lagerung an, also ob die Schale, erstens wie bei einer Waage in waagerechter Lage 100 % ausgerichtet/austariert ist und zweitens nur auf wenigen Punkten aufliegt, so daß es wenig Reibungsflächen gibt. Das begehbare und bewegliche Denkmal, also interaktiv! Von der Grundidee nicht schlecht, nur tumbig umgesetzt und am völlig falschen Ort platziert!

  • Der TÜV könnte auch noch einen Strich durch die Rechnung machen.

    Man betrachte nur mal die Gefahrenlage von Kleinkinder die durch das Geländer schlüpfen und sich unter die Wippe begeben. So wie auf dieser Darstellung wird die Umsetzung jedenfalls schwierig.

    "Moderne Architektur heißt seit über 50 Jahren: Rechtwinklig, weiß, kahl, leer, gebaut von immer schwarzgekleideten Architekten."

    -Gerhard Kocher

  • Da gibt es nur eine Möglichkeit, den Stahl einschmelzen und mit dem was man daraus erhält den Sockel, Untergrund und die Mauer wieder herstellen, auch wenn dieser erstmal leer bleibt.

  • Da gibt es nur eine Möglichkeit, den Stahl einschmelzen

    Das halte ich für unwahrscheinlich. Wenn die Wippe erst einmal steht, wird sie gewissermaßen "unantastbar" sein, auch wenn sie sich in vielerlei Hinsicht als Desaster erweisen wird.


    Viel schlimmer ist dass man gegenwärtig den Bau dieses irrationalen Projekts gegen alle Widrigkeiten (fortlaufend explodierende Baukosten, immer neue Querelen mit dem selbst geschaffenen Bürokratiemonster) und gegen den Willen der Bevölkerung durchzieht. Nur 16 Prozent der Bundesbürger unterstützen den Bau der Einheitswippe (Link). Die demgegenüber deutlich überwiegende Ablehnung wird von den Regierenden geflissentlich ignoriert. Leider kennen wir diese Art des Regierens ja auch auch zur Genüge aus anderen Kontexten. Hubert Aiwanger nannte diese Praxis jüngst "formale Demokratie".

  • Zu Oswalt dem selbsternannten " Architekturkritiker"


    Er muss einer dieser armen Seelen sein, die glauben, dass es eine Verschwörung gibt, um durch den Wiederaufbau alter Gebäude ein neo-wilhelminisches Deutschland aufzubauen. Natürlich war die Architektur im Kaiserreich (wie auch anderswo in Europa) weitaus besser, doch der Wiederaufbau der Verlorenen kann die heutige Republik nur stärken. Jetzt sieht die Wippe hingegen so aus, als hätte sie die DDR gebaut.

  • Eiserner Pirat


    Man kann mit Oswalt sicher unterschiedlicher Meinung sein, ein selbsternannter Architekturkritiker ist er nicht, denn er hat eine Professur für Architekturtheorie an der Universität Kassel inne. Dazu ernennt man sich nicht selbst.


    Wenn du im Wiederaufbau des Schlosses eine Stärkung der Republik siehst, dann dürfte das für ein Einheitsdenkmal umso mehr gelten. Nur gehört es nicht an diesen Standort, sondern besser vor das Parlament. Das hätte zudem die Reste des Nationaldenkmals im Untergrund gerettet. Und auch über die Gestaltung des Einheitsdenkmals darf man durchaus kritisch diskutieren. Alternativvorschläge hatte es bereits lange vor Baubeginn gegeben:


    Das Berliner Einheitsdenkmal in der Kritik
    Streit um das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin geht in die nächste Runde: Die Frage nach dem richtigen Standort und die Abmahnungen des Johannes Milla…
    www.zeilenabstand.net

    Kunsthistoriker, Historiker, Webdesigner und Fachreferent für Kulturtourismus und Kulturmarketing


    Mein Bezug zu Stadtbild Deutschland: Habe die Website des Vereins erstellt und war eine Zeit lang als Webmaster für Forum und Website verantwortlich. Meine Artikel zu den Themen des Vereins: Rekonstruktion / Denkmalschutz / Architektur / Kulturreisen

  • Dieses Zerreden und Wiederkäuen von eigentlich Selbstverständlichem ist eine typisch Deutsche Eigenschaft. Hier handelt man nicht oder ändert etwas, was offensichtlich bisher nicht gut war, sondern zerredet es solange, bis es keiner mehr wirklich ernst nimmt. Umsonst gibt es nicht diverse Talkshows, die eigentlich nur gute Sendezeit vernichten.

    Ein weiteres Beispiel ist die jährlich wiederkehrende Diskussion, dass die Zeitumstellung mehr Nachteile als Vorteile bringt und sie daher eigentlich abgeschafft werden müsste.

  • Eiserner Pirat


    Man kann mit Oswalt sicher unterschiedlicher Meinung sein, ein selbsternannter Architekturkritiker ist er nicht, denn er hat eine Professur für Architekturtheorie an der Universität Kassel inne. Dazu ernennt man sich nicht selbst.

    Aber es gibt doch einen Unterschied zwischen "ausgebildeter Architekt" und "Architekturkritiker", denke ich.


    Ich als diplomierter Mathematiker bin ja auch nicht durch mein Studium per se zu einem "selbsternannten Mathematikkritiker" geworden. Dazu würde ich erst, wenn ich beispielsweise überall ungefragt behaupten würde, die Bayesianische Statistik sei irreführend, und eigentlich sei nur die frequentistische Statistik die einzig richtige Sichtweise. (Diese Diskussion gibt es tatsächlich, aber ich mache von meinem Recht Gebrauch, mich da rauszuhalten.)


    Damit sage ich nicht, Herr Oswalt habe Unrecht. Aber zu einem Architekturkritiker hat er sich sehr wohl selbst berufen.

    _______________________________________
    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Aber zu einem Architekturkritiker hat er sich sehr wohl selbst berufen.

    Als Architekturtheoretiker lehrt er Architekturkritik: https://www.uni-kassel.de/fb06…eorie-und-entwerfen/lehre


    Quote

    Das Fachgebiet Architekturtheorie und Entwerfen der Universität bietet Lehre in den Bereichen Architekturtheorie, Architekturkritik und Entwurf an.


    Ein eigenständiges Studienfach für Architekturkritik ist mir zudem auch gar nicht bekannt. Ich lasse mich da aber gerne eines Besseren belehren. Das ändern aber nichts daran, dass Oswalt als Architekturtheoretiker explizit Architekturkritiker ist. Wir sollten uns wirklich seinen Argumenten und Theorien widmen, anstatt seine Person (erfolglos) zu diskreditieren.

    Kunsthistoriker, Historiker, Webdesigner und Fachreferent für Kulturtourismus und Kulturmarketing


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  • Nur aus Interesse: wie ist das Verhältnis Architekturtheoretiker: Architekt? Ähnlich wie Musikwissenschaftler: Musiker/Komponist?

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Quote

    "Andererseits ließ er als Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau die Trinkhalle von Ludwig Mies van der Rohe und einige Meisterhäuser von Walter Gropius wiederaufbauen. Dabei sei ihm wichtig gewesen, „dass es sich bei den Meisterhäusern schon um eine Art Rekonstruktion handelt und auch die historischen Innenräume nachvollzogen werden können“." Wikipedia

    Ist ja nicht so als hätte er nicht höchst selbst Rekonstruktionen veranlasst.

  • Rekonstruktionen sind für den großen Architekturkritiker nicht grundsätzlich ein "Noli me tangere", er unterscheidet gewissermaßen zwischen 'guten und schlechten' Rekonstruktionen. Hierfür wiederum wird des Meisters persönliche moralische Messlatte zugrunde gelegt. So werden das Berliner Schloss und die Garnisonkirche abgelehnt, weil sie "Gebäude aus vordemokratischer Zeit" seien.


    Mehr zu Oswalts bizarren Herleitungen im Nachbarthread

  • Stopp. Ohne sein bahnbrechendes neues Buch gelesen zu haben, verbietet sich jeglicher Angriff auf seine Thesen. Erst muss man des Meisters Geist en detail ergründen. Dort wird man dann Erhellendes erfahren, das intellektuell nicht mit seinen unreflektierten und -zugegeben- dümmlichen Tiraden im Fernsehen vergleichbar ist (also bitte differenzieren! Es gibt einen Oswalt der Mikrofone und einen Oswalt der Schrift), sondern derart in die Tiefe geht, dass kleine Geister wie wir in der schieren Fülle an feinziselierter intellektueller Raffinesse ertrinken würden. Immerhin ist er renommierter Architekturkritiker, Architekturtheoretiker oder, um es kurz zu machen, die letzte seriöse Instanz, die wir heutzutage noch befragen können.

  • Dort wird man dann Erhellendes erfahren, das intellektuell nicht mit seinen unreflektierten und -zugegeben- dümmlichen Tiraden im Fernsehen vergleichbar ist (also bitte differenzieren!

    Lustig, dass du das ansprichst... Ich bin tatsächlich immer wieder aufs Neue überrascht und fast etwas enttäuscht, wenn Herr Oswalt den Mund aufmacht.
    Er wird ja in Sendungen oder Diskussionen immer mit allen gebührenden Ehren und Respekt anmoderiert: Als Doktor, Uni-Professor, Architekturkritiker, und was weiß ich, und dann erwarte ich immer einen gesetzten, seriösen, wortgewandten Herren...bis Herr Oswalt den Mund aufmacht und mit seinen haspeligen Tiraden loslegt.
    Es wirkt auf mich immer so, als hätte man wahllos jemanden auf der Straße oder aus dem Publikum auf ein Thema angesprochen, der dann schlecht vorbereitet, wenig fundiert und überzeugend aber dafür mit sehr viel Selbstüberzeugung verbal austeilt.
    Da muss ich mich immer so ein Bisschen fremdschämen. :peinlich: