Westliches Umfeld Berliner Schloss - Schlossfreiheit - ehem. Nationaldenkmal

  • 1. April 2021 um 13:07 Uhr

    Zur Antwort von Frau Grütters, die ihre Weglass-Entscheidung verteidigt: Der Erhalt der Mosaike am alten Standort sei „weder Gegenstand der Bundestagsbeschlüsse noch Teil des Wettbewerbs“ für das Freiheits- und Einheitsdenkmal gewesen.

    Das ist ein erbärmlich schwaches, ja unverantwortliches „Argument“! Weder nimmt sie Bezug auf gerechtfertigte Vorwürfe, dass hier Denkmalschutz willkürlich und eigenmächtig gebrochen wird, noch geht sie auf die historische, kunstgeschichtliche oder ästhetische Rechtfertigung für den Erhalt der Mosaike an diesem Ort ein. Stattdessen versteckt sie sich hinter rein formalen, bürokratischen angeblichen Zuständigkeiten des Bundestags (wofür?) bzw. des Wettbewerb-Auslobers, die schließlich beide dem Denkmalschutz verpflichtet sind. Frau Grütters hat zwar manches gut gemacht, aber hier liegt sie voll daneben und biedert sich völlig argumentationslos den Kulturvandalen an. Leider gehört in Berlin auch das Denkmalschutzamt in diesem und anderen Fällen zu diesen Vandalen.

  • Also offensichtlich scheine ich etwas verpasst zu haben. Seit wann darf Frau Grütters einfach so entscheiden, welche Bestandteile eines Denkmals zu erhalten sind und welche nicht? Denkmalschutz ist Landesrecht und Berlin ist immer noch keine Kolonie der Bundesregierung. Der ganze Vorgang ist skandalös.

  • Ich finde es gibt so etwas wie die Würde des Ortes. Vor Notre Dame, dem Louvre, den Houses of Parlament oder den Uffizien darf man auch nicht schwimmen. Nur in der deutschen Hauptstadt muss man sich mal wieder als Fackelträger der Peinlichkeiten betätigen.

    Hinzu kommt dass die Umkleidekabinen alles andere als gut dort aussehen, diese Bretterbuden passen dort überhaupt nicht hin!

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Ich finde die Rechtsauffassung unfassbar: "Kulturstaatsministerin sagt: Erhalt der historischen Spuren war nicht Teil der Bundestagsbeschlüsse". Gerade dann muss man sich doch für alles außerhalb der Beschlüsse an geltendes Recht halten, sprich den Denkmalschutz respektieren!

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Niklas Maak kommentiert in der FAZ bissig das geplante Plantschbecken. So richtig böse Worte findet er aber über die Wippe:

    Über die Wippe kann man nicht sprechen, ohne sich sehr zu schämen für das Niveau, auf das die Denkmalkultur hier mit einem ausgeklügelten Mechanismus abgesenkt wird: Besuchergruppen sollen auf der Wippe von einer Seite zur anderen laufen, wobei sie sich dort senkt, wohin die Menge strömt; dies soll nach dem Willen ihres Erfinders, einer Stuttgarter Eventagentur, erlebbar machen, dass man „gemeinsam etwas bewegen“ kann. Man kann die Symbolik auch dahingehend lesen, dass es immer, wenn zu viele Leute in Deutschland in eine Richtung marschierten, mit dem Land bergab ging, was nicht falsch, aber vielleicht auch nicht das ist, was man von einem Einheitsdenkmal erhofft.

    :applaus:

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Bei dem Konstrukt kann man natürlich positiv und negativ alles Mögliche hineininterpretieren, je nachdem ob man es mag oder nicht.


    z.B. negativ : Behinderte und gebrechliche Senioren bleiben außen vor, haben nichts mehr zu melden.

    z.B. positiv könnte man auch sagen: Wenn sich alle schön in der (politischen) Mitte bewegen, ist alles im Lot und es steht sich für alle am besten.

    Und zumindest gibt es überhaupt ein Denkmal für die friedliche Revolution 1989 und die deutsche Einheit.


    Das Problem und Ärgernis ist doch weniger das Denkmal selbst (moderne Denkmäler sind meist nicht besser), als der Standort.

  • Interessant finde ich, dass Herr Maak in der FAZ einen wohlwollend neutralen Standpunkt gegenüber dem Flussbad einnimmt. Und dass diese Tatsache hier völlig ignoriert wird...

  • Na da werden sich die Skater freuen !:wuetenspringen:

    So viel Narrenfreiheit wird es wahrscheinlich dort nicht geben. Es wird ähnlich wie am Holocaust-Mahnmal einen Wachdienst geben, vermutlich auch rund um die Uhr.

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Es wird ähnlich wie am Holocaust-Mahnmal einen Wachdienst geben, vermutlich auch rund um die Uhr.

    Da gehe ich auch von aus, auch wenn es bislang immer bestritten wird.

    Eigentlich ein schöner Nebeneffekt: schafft Arbeitsplätze und sie können nebenbei noch das Schloss/Forum im Blick haben.


    In dem o.g. Artikel steht auch ...

    "Es gibt andere Stätten der Erinnerung. .... In mehr als 280 Städten und Kommunen stehen jeweils drei Bäume im Dreieck für die Einheit: eine Kiefer für Ost, eine Buche für West, eine Eiche für das geeinte Deutschland."


    https://www.westfalen-blatt.de…hl-fuer-die-Einheitswippe



    Das Symbol mit den drei Bäumen war mir bislang unbekannt, eine schöne Idee.

    Man könnte drei solcher Bäume auch vor das Staatsratsgebäude pflanzen...oder in einer Linie vor die Ostfassade.

  • Wenn man es nicht besser wüsste könnte man glatt meinen, das wäre ein Teilsegment der zerlegten Costa Concordia. Unglaublich, wie monströs das ganze Ding ist. Und man fragt sich unweigerlich wie so viele Tonnen schaukelnder Stahl mit dem morastigen Boden des Berliner Urstromtals kompatibel sein sollen...

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Ja, der Gedanke kam mir auch. Ganz schöner Oschi. Irgendeine Leichtbauweise konnte man da wohl nicht wählen? Da werden ja nun keine LKW drüber rollen.

  • Die Probleme des Zusammenbaus und des Transports und der Montage vor Ort und der Betriebskosten und der Sicherheit und und und interessieren mich zwar auch, aber wichtiger scheint mir, dass man die am falschen Platz aufgestellte nationalnostalgische Bananenschale in möglichst absehbarer Zeit wieder leicht auseinanderbauen und abtransportieren und an einen geeigneteren Ort aufstellen kann, falls wenigstens die Betriebskosten und die Sicherheit sich als beherrschbar erweisen.

  • Das Fahrstuhlhäuschen wird künftig eher nicht die relevante optische Beeinträchtigung dort sein - leider.