Nördliches Umfeld Berliner Schloss - Schlossterrassen - Rossebändiger - Adlersäule

  • Das Humboldtforum ohne Rossbändiger, ist wie ein Schokoladenkuchen ohne Schokolade.


    Ich habe nicht das Gefühl dass mit der Wahl des Abgeordnetenhaus im September, sich die Stimmung hin zum Humboldtforum wendet. Ich prognostiziere mal dass es dann im Rathaus einen grünen Bürgermeister/in geben wird. Es bräuchte schon einen CDU Bürgermeister oder eine starke CDU/FDP Koalition im Abgeordnetenhaus.


    Der Bund kann zwar sagen, ja wir bringen die Bauakademie zurück aber bisher ist nicht wirklich was passiert - Geld wäre da!

  • Es ist fast schmerzlich, das zu sagen, aber mindestens seit dem Ausscheiden von Klaus Wowereit 2014 liegt das Regiertwerden von schlechten Politikern wie eine Art Fluch über Berlin. Und das Schlimme ist: die Wahlen im September werden aller Voraussicht nach nichts daran ändern.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Leider für die Rossbändiger aber hier oben gezeigt war Berlin damals überall reich detailliert und herlich urban wie am Ku'damm nr 220.......eine Strasse wie heute nur in Wien oder Budapest.. Die Politiker haben kein Interesse in Grosstadtflair, die werden Berlin nie schöner machen.

  • Die gezeigten Bilder vom Kleistpark machen schon etwas sprachlos. Reudig wäre wohl eine treffende Beschreibung für den Zustand der Anlage. Ungepflegt wäre fast schon eine Untertreibung.

  • Der Widerstand ist schon Bemerkenswert, wenn man bedenkt dass die Rossbaendiger "Auslaendische"

    Denkmaeler sind. Das die Rossbaendiger Geschenke der Russen sind, zwecks der Volksverstaendigung!

    Irgendwie nicht ganz nachzuvolziehen. Die Internationale lehnt Internationale Geschenke ab.



    Die Saeulengange gehoeren besser presentiert! Auf jeden fall! Wo koennte man diese denn aufstellen?

    Selbst wenn diese im Kleistpark verbleiben muessten diese doch "anders" presentiert werden!

    Wir reden hier von einer original aus dem Barock bestehenden Anlage!


    Mal etwas anderes: Wenn "man" schon auf keine bestehenden Verzierungen zurueckreifen will koennte man doch

    neue Zierden schaffen! Ich habe mal gegoogelt was zum Humboldt Forum passen koennte!

    Diese Bilder sind von Winkipedia:

    cabanas-sun-city.jpg


    Dieser Elephant steht im "Sonnen Stadt Hotel" in Sued Afrika. Hier aus einem anderen Winkel:

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    Oder hier der Antilopen Brunnen:

    IMG_1607.JPG


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    Der Affenbrunnen aus dem selben Hotel:

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    Oder dieses Denkmal, auch aus dem Sonnen Hotel Suedafrika:

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    Wie gesagt, man koennte durch Tiere Politisch neutrale Monumente aufstellen.

    Tiere stehen symbolisch fuer Eigenschaften: Der Affe fuer Schauheit, der Loewe fuer Macht und so weiter.

    Auch koennen die Tiere die Gebiete symbolisieren die im Humboldtforum Ausgestellt werden.

    Das gesammte Gebiet um unser Stadtschloss waere eine Atracktion wie es die Welt noch nicht gesehen!


    Hier noch weiter Bilder des Hotels aus Suedafrika:

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    Das recht modern gehaltene Sockel, dennoch einfach Effektvoll! Hier nachts:

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    Den Pacifick koennte man mit Seetieren representieren:

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    Winkipedia

  • Ich bin sehr oft am Schinkelplatz und stelle fest, daß auf der Baustelle des Einheitsdenkmales schon ziemlich lange nicht mehr passiert - offensichtlich ruht die Baustelle.

  • na Gott sei Dank!!!

    In der Architektur muß sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten

  • Habe mir vor Ort nochmal die Stühle unter den Bäumen vom Apothekerflügel angeschaut.


    Ist echt ne nette, Sache, schönes Plätzchen zum Sitzen im Schatten.


    Die Stühle sind immer paarweise zusammengebunden. Es gibt zwei Versionen, welche zum aufrechten Sitzen, welche zum eher "Lümmeln".


    Sitzen


    Lümmeln


    Auch ein Stuhlkreis ist möglich


    Die ersten "Verschönerungen" wurden bereits angebracht und entfernt

  • Habe mir vor Ort nochmal die Stühle unter den Bäumen vom Apothekerflügel angeschaut.


    Ist echt ne nette, Sache, schönes Plätzchen zum Sitzen im Schatten.

    Eine Rasenfläche hätte ich noch besser gefunden, vielleicht mit befestigten Bänken.

    In dem ursprünglichen Entwurf war diese doch auch dargestellt.

    Wohl nur eine Frage der Zeit bis die ersten Stühle in der Spree schwimmen.

    "Moderne Architektur heißt seit über 50 Jahren: Rechtwinklig, weiß, kahl, leer, gebaut von immer schwarzgekleideten Architekten."

    -Gerhard Kocher

  • Nochmals zu den Rossebändigern. Mein letzter Beitrag dazu war vom 11. Mai 2021 hier. Die unwürdige Aufstellung der Berliner Rossebändiger im Kleistpark hat Snorkhier am 30. Mai 2021 in drei Beiträgen dokumentiert.


    Zar Nikolaus I. war ein großer Bewunderer und Förderer des Bildhauers Peter Clodt von Jürgensburg. Besonders schätzte er Clodts Fähigkeit, Pferde lebendig und detailgetreu darzustellen. Nikolaus stellte Clodt zwei seiner besten Pferde für das Naturstudium zur Verfügung. Die erste Rossebändigergruppe stellte Clodt 1838 fertig (in meinen früheren Beiträgen ist das die Gruppe Nr. 2). Die zweite Figurengruppe goss Clodt 1841. In jenem Jahr wurde die Anitschkow-Brücke, die den Newski-Prospekt - die Hauptstraße Petersburgs - über die Fontanka führt, neu gebaut. Die alte Brücke genügte den Verkehrsanforderungen nicht mehr. Als Clodt die neue Brücke sah, schlug er vor, seine Rossebändiger auf den Postamenten der neuen Brücke aufzustellen. Ursprünglich war an eine Aufstellung am Newa-Ufer gedacht. Doch Clodt überzeugte den Zaren, dass die Rossebändiger auf der Anitschkow-Brücke noch besser zur Geltung kämen. 1842 fertigte Clodt Zweitgüsse der beiden Figurengruppen. Sie waren eigentlich für die beiden östlichen Postamente der Anitschkow-Brücke bestimmt. Doch Nikolaus ließ sie vom Gießhof abholen und übersandte sie als Geschenk an König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. Ob Friedrich Wilhelm IV. die Rossebändiger oder ihre Modelle in Petersburg gesehen hat, ist mir nicht bekannt. Seine Schwester Charlotte war jedoch mit Nikolaus I. verheiratet. Als Kaiserin von Russland trug sie den Namen Alexandra Fjodorowna. Zweifellos hatte sie ihrem Bruder über die Arbeit Clodts in der Korrespondenz berichtet.


    Zur Ermittlung des geeignetsten Aufstellungsortes für das kostbare Geschenk aus der russischen Hauptstadt wurde in Berlin eine hochkarätig besetzte Kommission gebildet. Schließlich wurden die Rossebändiger vor dem Portal IV des Schlosses aufgestellt, und zwar so, dass die Rosse den Portalzugang flankierten, die Männer außen standen. Auf der Anitschkow-Brücke stehen die Figurengruppen umgekehrt - die Männer zur Straße, die Rosse außen.


    Im russischen Wikipedia-Artikel zur Anitschkow-Brücke in St. Petersburg stieß ich nun auf folgende Anmerkung zu den Berliner Rossebändigern:

    Первоначально они были установлены перед Королевским дворцом в Берлине, после Второй мировой войны перенесены в парк Генриха Клейста. После завершения воссоздания Королевского дворца в 2020 году установлены на прежнем месте.

    Zu deutsch: "Ursprünglich waren sie vor dem Königlichen Schloss in Berlin aufgestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie in den Kleistpark versetzt. Nach dem Abschluss der Wiedererrichtung des Königlichen Schlosses im Jahre 2020 sind sie auf ihrem früheren Platz aufgestellt."


    Ich vermute, dass diese Aussage dadurch zustande kommt, dass man sich in Russland nicht vorstellen kann, dass es anders sein könnte.


    St. Petersburg, die Anitschkow-Brücke, Blickrichtung Westen, Aquarall von Sadownikow, 1847


    Im Vordergrund die beiden östlichen Rossebändigergruppen. Es handelt sich um Gipsmodelle, die mit Bronzefarbe angestrichen wurden. Es sind Kopien der beiden westlichen, in Bronze ausgeführten Gruppen. Nikolaus I. hatte Nachgüsse der Rossebändiger wiederholt verschenkt. Sie wurden in Neapel, Peterhof und Strelna bei Petersburg sowie Kusminki bei Moskau aufgestellt. In Neapel (siehe hier) und Kusminki (siehe hier) sind sie am originalen Standort erhalten. Das hatte ich hier im November 2019 dokumentiert.


    Für die Gestaltung des Brückengeländers wurde auf einen Entwurf Karl Friedrich Schinkels für die Berliner Schlossbrücke zurückgegriffen. (Zum Vergleich der Geländer von Schlossbrücke und Anitschkow-Brücke siehe hier und am Schluss des Beitrags davor.) Auch hier ist anzunehmen, dass Kaiserin Alexandra Fjodorowna, die Schwester Friedrich Wilhelms IV., die Anregung vermittelt hatte. Das Geländer wurde 1841 beim Neubau der Anitschkow-Brücke geschaffen. Es ist auf dem Aquarell von 1847 zu erkennen. Das Schinkel-Geländer ist für Petersburg untypisch. Das große Gebäude im Hintergrund ist der Anitschkow-Palast. Im Hintergrund ist die Perspektive des Newski-Prospektes bis zur Spitze der Admiralität zu erkennen.


    Petersburg, die Anitschkow-Brücke, Blickrichtung Osten, Aquarell von Joseph-Maria Charlemagne-Baudet, 1850er Jahre


    Diese Darstellung, circa zehn Jahre später entstanden, zeigt den Blick in die andere Richtung. Das Gebäude im Hintergrund ist der Belosselski-Beloserski-Palast. Bei den beiden östlichen Rossebändigergruppen handelt es sich nun nicht mehr um Wiederholungen der beiden westlichen Gruppen, sondern um Neuschöpfungen Clodts, die in Bronze gegossen sind. Von diesen Gruppen Nr. 3 und 4 (nach der Zählung in meinen früheren Beiträgen) gibt es keine Kopien an anderen Orten. Das Brückengeländer nach Schinkels Entwurf ist auf dem Bild gut zu sehen (über den Bildlink kann man eine Vergrößerung anwählen). Das Geländer des Fontanka-Ufers im Vordergrund links zeigt ein für Petersburg typisches Muster.

  • Motivisches Vorbild für die Rossebändiger von Peter Clodt sind die "Chevaux de Marly" - die Rosse von Marly -, zwei Figurengruppen, die 1743-1745 von Guillaume Coustou in Carrara-Marmor gehauen wurden. König Ludwig XV. von Frankreich hatte sie 1739 für seine Sommerresidenz Marly bei Paris in Auftrag gegeben. 1794 wurden sie nach Paris gebracht und am Übergang von der Place de la Concorde zur Avenue des Champs-Elysées aufgestellt. Dort stehen heute Kopien, ebenso im Schlosspark Marly bei Paris. Die Originale befinden sich im Louvre.


    Paris, Place de la Concorde mit Blick zur Avenue des Champs-Elysées, beiderseits der Straße die Chevaux de Marly

    (Foto: JLZIMMERMANN, 5. August 2009, CC-BY-SA-4.0)


    Paris, Louvre, das linke der beiden Marly-Rosse (Foto: Jastrow, 2007, CC-BY-2.5)


    Paris, Louvre, das rechte der beiden Marly-Rosse (Foto: Jastrow, 2007, CC-BY-2.5)


    Die Marly-Rosse gehören zu den Hauptwerken französischer Bildhauerkunst.

  • Die Pferde von Marly waren modische Rferenz, abr nicht motivisches Vorbild. Das sind die Dioskuren auf dem Kapitolsplatz in Rom, die um 200 v. Chr. aufgestellt wurden.


    Dieses motivische Theme wurde durch die Jahrhunderte immer wieder variiert. Im Barock dann - zeittypisch - sehr bewegt und dynamisch.


    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Die Pferde von Marly waren modische Rferenz, abr nicht motivisches Vorbild. Das sind die Dioskuren auf dem Kapitolsplatz in Rom, die um 200 v. Chr. aufgestellt wurden.


    Dieses motivische Theme wurde durch die Jahrhunderte immer wieder variiert. Im Barock dann - zeittypisch - sehr bewegt und dynamisch.


    Ich bin immer wieder aufs neue von deren enormer Größe beeindruckt. Wunderbar anzusehen.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Und dann noch die Rossebändiger als Gispabgüssee im Neuen Museum, wo sie den Aufgang zur Korenhalle säumten.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Nikolaus I. hatte Nachgüsse der Rossebändiger wiederholt verschenkt. Sie wurden in Neapel, Peterhof und Strelna bei Petersburg sowie Kusminki bei Moskau aufgestellt. In Neapel (siehe hier) und Kusminki (siehe hier) sind sie am originalen Standort erhalten. Das hatte ich hier im November 2019 dokumentiert.

    Hier die Rossebändiger aus Neapel. Handy-Aufnahme 2019.






    Wobei ich sagen muss, dass ich die von Rastrelli vorgestellten Rossebändiger auf der Anitschkow-Brücke noch dramatischer finde. :love:

  • Auch auf dem Dach des Alten Museums gibt es bereits vier Rossbändiger. Mit den beiden Reitern auf der Terrasse, dem Reiterdenkmal FWIII und den zahlreichen Pferden auf dem Nationaldenkmal eine sehr pferdige Gegend.


    An den Ecken des Rotundenaufbaus befinden sich vorne zwei Rossebändigergruppen von Friedrich Tieck (1828) und hinten zwei Pegasusgruppen von Hugo Hagen und Hermann Schievelbein (1861).


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  • Zeigt das oben eigentlich die endgültige Gestaltung oder ist das nur ein Provisiorium mit den rustikalen Baumstützen und den Gartenstühlen im Sand?

    Es fehlen eigentlich noch die Sonnenschirme und das Langneseeis-Fähnchen....