Nördliches Umfeld Berliner Schloss - Schlossterrassen - Rossebändiger - Adlersäule

  • kommen wir endlich Mal, zum eigentlichen Thema zurück. Wenn ihr privat korrespondieren wollt, dann macht das bitte über eure E-Mail Adresse. :blah:








    was mich stört an diesem Bild sind die immer noch eingehausten Standbilder von Scharnhorst und Bülow.

  • Ich habe mal eine Frage zur Plattform, des zukünftigen Denkmal für Einheit- und Freiheit. Ich kenne von dem ehemaligen Denkmal nur Schwarz/Weiß Bilder oder Lithographien. Ich war immer der Annahme das Denkmal war dunkel und grau, der Sockel ist ja auch dunkel und grau auch wenn er saniert worden ist.


    Als ich aber neulich das Titelbild (siehe unten) im Berliner Tagesspiegel gesehen habe, musste ich feststellen, das die Plattform, auf dem das Denkmal stand eine richtig helle Farbe hat, auch wenn die Mosaike wieder verdeckt sind.


    Die Baustelle des Freiheits- und Einheitsdenkmals, der sogenannten „Einheitswippe“, ist vor dem Berliner Schloss mit dem Humboldt Forum zu sehen.

    (Quelle: Berliner Tagesspiegel 24.04.2021/DPA)


    War das Denkmal und seine Aufbauten gar nicht so dunkel wie ich es bisher immer gedacht habe?

  • Hier ein Photochrom, das kurz nach der Einweihung des Nationaldenkmals aufgenommen wurde. Die Materialien des Denkmals waren Sandstein, roter Granit aus Schweden und Bronze.


    Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal, Photochrom um 1900, aus der Sammlung der Library of Congress


    Und auf dem folgenden Bild kann man den Mosaikboden ganz gut sehen. Und die Pflasterung vor dem Denkmal.


    Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal, Aufnahme um 1900

  • [...] auch wenn die Mosaike wieder verdeckt sind.

    Die Mosaike sind nicht "wieder verdeckt", sie wurden gänzlich entfernt.


    Ansonsten wird es sich wie bei allen (unverputzten) Steinbauten verhalten, da lagert sich im Laufe der Jahrzehnte viel Schmutz ab. Bei der Einweihung war das Nationaldenkmal sicher heller als 50 Jahre später bzw. heute. Das sieht man ja z.B. beim Brandenburger Tor auch. Viele erinnern sich sicher noch, wie dunkel es war, ehe es Anfang der 2000er grundsaniert wurde und danach wieder hell erstrahlte.

  • also Farbigkeit war schon wenn auch im bescheidenen Rahmen gegeben











    und die Originallöwen vor dem Alfred Brehm Haus im Berliner Tierpark sind schon lange mit Grünspan überzogen

  • Das Nationaldenkmal war schon eine Sehenswürdigkeit für sich,neben dem Schloss.Es war auch nach dem Krieg noch ein beliebtes Fotomotiv bei den Allierten.Ist schon ein Verlust wenn man die alten Fotos so sieht.:sad:

  • Bitte verzeiht mir meine Faulheit selbst nachzuschauen, aber wäre so jemand wie z. B. Regula Lüscher nicht gewesen, könnten zumindest die Kolonnaden wieder stehen oder? Wenn ich mich recht erinnere wollte der Bund ja ursprünglich auch die Kolonnaden wiedererrichten. Das Denkmal hatte schon eine gewaltige Wirkung. Mir wäre sogar gar nichts lieber als diese Einheitswippe an diesem Platz...

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Das Denkmal war schon beeindruckend. Aber nun noch einmal auf meinen Beitrag zurück zu kommen.


    Wenn man die Plattform auf dem Sockel so sieht, leicht getaucht in einem hellblauen Ton, dann wirkt der Farbton schon freundlich und hell. Aus dem Grund hatte ich die Frage gestellt, ob es bunte Fotos gibt um herauszufinden ob das Denkmal mit den Säulen, ein helles oder dunkles Denkmal gewesen war.


    Danke für die vielen schönen Bilder und danken wir auch der SED Führung die es nach dem Krieg schnell beseitigt hat :sad:.


    http://www.opus-denkmalpflege.de/

    (Quelle: Opus-Denkmalpflege)

  • Ich war auch überhaupt nie für einen Wiederaufbau des kompletten, pompösen und überfrachteten Nationaldenkmals (Zoo von W zwo). Sicher wurde Begas auch von W II protegiert. Trotzdem ist der Neptunbrunnen ein großartiges Kunstwerl und sein Meisterwerk. Immerhin gilt Begas gemeinhin als der größte Bildhauer des Neobarocks in Deutschland. Nach meinem Geschmack wäre auch die Rekonstruktion allein der Kolonnaden Halmhubers an dem Platz vor dem Eosanderportal passender gewesen als die Wippe.

  • Von solchen halben Geschichten halte ich - zumindest beim Gesamtkunstwerk eines Denkmals - nichts. Entweder richtig oder gar nicht.


    Aber die Diskussion ist ewig und dreht sich immer wieder im Kreis. Das Einheitsdenkmal ist im Bau. Es wird kommen, und damit wird man sich für die nächsten Jahre abfinden dürfen oder müssen, wie man es sehen möchte.

  • Ja die wäre sicher passender gewesen.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Wie hätte das Denkmal zu DDR Zeiten ausgesehen, wenn es stehen geblieben wäre?


    Wahrscheinlich wäre das Reiterstandbild entfernt worden und die Treppe wäre auf Höhe des Reiterstandbild angepasst worden. Die Figurengruppen, die zum Denkmal gehören wären wahrscheinlich komplett entfernt, entweder eingeschmolzen oder auf Berlin verteilt worden.


    Nur wozu hätte man das Nationaldenkmal erhalten sollen, das Schloss wäre ja auch gesprengt worden und so hätte die Verbindung zwischen Schloss und Denkmal gefehlt.

  • Wie hätte das Denkmal zu DDR Zeiten ausgesehen, wenn es stehen geblieben wäre?

    So wie vorher. Es war in der DDR nicht üblich, Denkmäler zu verunstalten oder zu dekonstruieren. Das ist eine Mode unserer Tage. Man hat zuweilen Denkmäler an andere Standorte versetzt, aber ansonsten blieben sie original. Oder aber man hat sie ganz beseitigt. Wie eben das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal. Die Löwen kamen in den Tierpark. Ein Adler befindet sich heute im Märkischen Museum. Alles andere wurde eingeschmolzen und zerstört.


    Bitte verzeiht mir meine Faulheit selbst nachzuschauen, aber wäre so jemand wie z. B. Regula Lüscher nicht gewesen, könnten zumindest die Kolonnaden wieder stehen oder? Wenn ich mich recht erinnere wollte der Bund ja ursprünglich auch die Kolonnaden wiedererrichten.

    Das Freiheits- und Einheitsdenkmal ist Bundesangelegenheit. Zuständig ist Kulturstaatsministerin Grütters. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte vor einigen Jahren versucht, die dafür eingeplanten Gelder umzuwidmen, um die Kolonnaden wiederzuerrichten. Damit hatte er aber seine Kompetenzen überschritten, denn es gab ja einen Bundestagsbeschluss, das neue Denkmal zu errichten. Und die Denkmalbefürworter haben sich natürlich nicht so einfach die Butter vom Brot nehmen lassen. Deshalb kommt nun das Denkmal. Wartet einfach mal ab, bis es fertig ist!


    Regula Lüscher ist jedenfalls nicht schuld an dem Denkmal. Und sie hat auch das Schlossumfeld nicht selbst gestaltet. Dafür gab es einen Wettbewerb (wie das in Deutschland so üblich ist), und den haben bbz Landschaftsarchitekten gewonnen. Deren Entwurf wird nun erstmal umgesetzt.

  • So wie vorher. Es war in der DDR nicht üblich, Denkmäler zu verunstalten oder zu dekonstruieren. Das ist eine Mode unserer Tage. Man hat zuweilen Denkmäler an andere Standorte versetzt, aber ansonsten blieben sie original. Oder aber man hat sie ganz beseitigt. Wie eben das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal. Die Löwen kamen in den Tierpark. Ein Adler befindet sich heute im Märkischen Museum. Alles andere wurde eingeschmolzen und zerstört.


    Das Freiheits- und Einheitsdenkmal ist Bundesangelegenheit. Zuständig ist Kulturstaatsministerin Grütters. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte vor einigen Jahren versucht, die dafür eingeplanten Gelder umzuwidmen, um die Kolonnaden wiederzuerrichten. Damit hatte er aber seine Kompetenzen überschritten, denn es gab ja einen Bundestagsbeschluss, das neue Denkmal zu errichten. Und die Denkmalbefürworter haben sich natürlich nicht so einfach die Butter vom Brot nehmen lassen. Deshalb kommt nun das Denkmal. Wartet einfach mal ab, bis es fertig ist!


    Regula Lüscher ist jedenfalls nicht schuld an dem Denkmal. Und sie hat auch das Schlossumfeld nicht selbst gestaltet. Dafür gab es einen Wettbewerb (wie das in Deutschland so üblich ist), und den haben bbz Landschaftsarchitekten gewonnen. Deren Entwurf wird nun erstmal umgesetzt.

    Ahhh. So war das also. Danke für die Information. Grütters ist ja auch nicht gerade jemand der einem traditionellen Stadtbild zugeneigt ist. Und ich glaube nicht, dass mir das Denkmal besser gefallen wird wenn es fertig ist, denn das passt einfach nicht dorthin wie ich finde. Und umso älter es wird desto schlimmer wird es aussehen, was Verfallserscheinung betrifft. Man hätte es gerne vor den Bundestag setzen können und als Umfeld die „Wiese“ endlich mal richtig gestalten können, aber an dieser sensiblen Stelle bleibt die Wippe einfach ungeeignet. Das soll auch nicht zu einem Streit führen Rastrelli, ich kann in dieser Hinsicht nur einfach nicht positiv denken.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Mit dem Taliban-Vergleich bin ich doch von manchen völlig missverstanden worden. Keinesfalls wollte ich aber pauschal den Berliner Senat mit den Taliban gleichsetzen.


    Durchaus provokativ wollte ich aber zeigen, wohin festgelegte Denkweisen, bezogen auf Architektur und Kunst, führen können. Wenn fachgebildete Entscheider ein Wertesystem vertreten, wonach „die Moderne“ als die fortschrittliche, älteren Kunst- und Architekturformen überlegene Ausdrucks- und Gestaltungsform gezeigt werden soll, verlieren alte, geschädigte oder zerstörte Kunstwerke die Berechtigung zur vollständigen Rekonstruktion. Sie werden immer mit modernen Elementen deutlich sichtbar ergänzt, dekoriert, gewandelt – im Grunde gebrochen, um die „Nicht-Originalität“ des neuen hybriden Werkes nachzuweisen. Dieses wird damit als unecht abgewertet. Der durch Rekonstruktion geschaffene Kunstwert entsteht erst neu mit den ergänzenden modernen Ausdrucksformen.


    Das ist so, als ob die Rekonstruktion der zerstörten Brücke von Mostar nur mit sichtbar zugefügten Betonstützen und Edelstahlteilen wieder als Kunstwerk akzeptiert werden könnte. Berechtigt wäre dies, wenn die Brücke funktional als Hybrid für Lastenverkehr ertüchtigt werden sollte. Deshalb zeigt die Stella-Ostfassade, funktional gerechtfertigt, das Schloss als modernes Museum. Im Falle des Freiraumes rundum gibt es aber keine funktionalen Gründe, diesen zu „modernisieren“, hier symbolisch eine neue Zeitschicht durch neue Leere zu schaffen, die Schlossterrassen „neu zu interpretieren“ und die erhaltenen, versetzbaren (!) Kunstwerke fernzuhalten. Denn so wird der Schlossbau von der Nachbarbebauung bloßgestellt und die Gesamt-Ensemblewirkung durch Isolierung gebrochen.

  • Die Rossebändiger sollten nicht „erledigt“ sein


    Die ca. vier Meter hohen Bronzeplastiken der Rossebändiger sind Meisterwerke des Bildhauers Clodt von Jürgensburg. Sie wurden im Jahre 1842 von Zar Nikolaus I. dem König Friedrich Wilhelm IV. geschenkt, Dieser ließ die begeistert angenommenen Figurengruppen auf der Lustgartenterrasse des Schlosses vor Portal IV aufstellen. Hier korrespondierten sie mit den Monumentalplastiken Kastor und Pollux von Christian F. Thieck sowie Löwenkämpfer und Amazone von Albert Wolff auf bzw. vor Alten Museum. Zwischen Schloss und Museum spannte sich so ein sorgfältig komponiertes Skulpturen­programm. An der Standortwahl der Rossebändiger waren Alexander von Humboldt  und  Christian D. Rauch beteiligt und von der Wirkung begeistert. Humboldt reagierte als intensiv involvierter Kulturpolitiker und Kunstexperte, dessen Wort bei den Projekten am Schloss Gewicht hatte. Alexander von Humboldt schrieb 1843 an Bildhauer Pierre d’ Angers über das Skulpturenprogramm am Lustgarten: „… wir haben aus Petersburg zwei Kolossal­statuen erhalten, die Pferdebändiger von Herrn Klot, der – wie Sie wissen – durch seine anatomischen Studien der schönsten Pferderassen unserer Zeit wie auch durch die lebendige Bewegtheit, die er seinen Werken zu verleihen versteht, berühmt wurde.“ Und an anderer Stelle: „… Diese Kontraste, vor so vollendeten Werken angeregt, sind eine frucht­bringende Nahrung des echten Kunstgefühls.“ Bildhauer Christian D. Rauch schrieb, „dass die kolossalen Gruppen der Rossebändiger eine solche allgemeine Begeisterung beim Publikum hervorgerufen haben, die es ähnlich dort nie gegeben hat oder selten über­haupt durch irgendetwas erregt worden ist.“

    Nach dem II. Weltkrieg ließ der sowjetische Stadtkommandant Nikolai E. Bersarin die Skulpturen 1945 in den Kleistpark versetzen. Dessen Gartenarchitekt Georg Pniower beschrieb den völlig bezugslosen Denkmalswert der Rossebändiger an ihrem provisorischen Standort als „zu klein und nur als Notbehelf“.Kammergericht, Königskolonnaden und Rossebändiger stehen hier historisch und architektonisch isoliert und beziehungslos.

    Vor dem historisch, städtebaulich und künstlerisch bedeutsamen Hintergrund ist die Auseinandersetzung um die Rückführung der Rossebändiger nicht erledigt. Die kategorische Weigerung der Stadtbau­direktion gegenüber der Rückführung der Kunstwerke ist nur als ideologisch bedingte, endgültig gemeinte Ablehnung zu verstehen. Den Aussagen der Senatsbaudirektion, sie wolle an „diesem sehr prominenten“ Ort den Eindruck eines „Freilandmuseums“ durch rückgeführte Kunstwerke vermeiden und eine „zeitgemäße Schicht erkennbar machen“, entspricht die im Schlossumfeld geschaffene kahle, schmucklose Steinfläche und beliebiges Grün, nur um die angestammten Skulpturen vom Schloss fernzuhalten. Sogar Teilnehmer der Architekturforen haben die Kunstwerke des Schlossumfeldes abfällig als "Firlefanz" und "Deko" bezeichnet. All das bedeutet im Ergebnis, die Ära vor den Zerstörungen ihrerseits auszuradieren.

    Während das Freiheits- und Einheitsdenkmal am Rande der Museumsinsel als ungeliebter Fremdkörper installiert wird, würden die historisch und künstlerisch viel bedeutsameren Rossebändiger als Bindeglied im Zentrum der Museumsinsel eine wesentlich größere Wirkung entfalten. Wer heute zu mehr Geduld bis zum Abschluss der Bauarbeiten auffordert, sollte verstehen, dass die kompromisslose Festlegung des Senats höchstwahrscheinlich nach der nächsten Wahl in Berlin fortbesteht und nur Resignation, Gewöhnung und Desinteresse bewirken könnte und sollte.

  • Ja, die Rossebändiger wären eigentlich noch wichtiger als der Neptunbrunnen. Denn der steht ja immerhin gut sichtbar im Zentrum Berlins. Zu den Rossebändigern hatte ich hier am 12. November 2019 mehrere Beiträge mit Bildmaterial veröffentlicht. Über den Zitatlink könnt ihr dorthin springen.


    Ja, die Rossebändiger! Ich war schon oft in Berlin, aber ich war noch nie im Kleistpark. Wirklich ein gutes Versteck! In Sankt Petersburg habe ich die Rossebändiger gleich bei meinem ersten Besuch gesehen. Sie stehen dort auf der Anitschkow-Brücke, die den Newski-Prospekt über die Fontanka führt, also im Stadtzentrum. Sie sind dort anders aufgestellt als einst die Figuren vor dem Berliner Schloss. Die Männer zur Fahrbahn, die Pferde nach außen. Die Petersburger Exemplare . . . sind die Erstgüsse. Sie stehen seit 1841 am westlichen Ende der Brücke.


    Die vier Rossebändigergruppen gehören zu den bekanntesten Bronzeplastiken in der an hochkarätigen Kunstwerken so reichen Stadt Petersburg. Würde man ihre Gegenstücke in Berlin vor dem Schloss aufstellen, so wäre dies ein schönes Zeichen der deutsch-russischen Freundschaft, von der übrigens auch das Geländer der Anitschkow-Brücke zeugt. Es enstand nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel - eine Gegengabe Friedrich Wilhelms IV. - und findet sich so ähnlich auch an der Berliner Schlossbrücke. In Berlin sind die Mischwesen mit menschlichem Oberkörper aber männlichen Geschlechts - Tritonen -, in Petersburg sind sie weiblich - Nereiden.


    Es wäre eigentlich schön gewesen, wenn man die Rossebändiger am vergangenen Wochenende wieder vor dem Schloss aufgestellt hätte. Der 8. Mai ist bei uns der Tag der Befreiung, der 9. Mai in Russland der Tag des Sieges. Eine Rückführung der Skulpturengruppen ins Stadtzentrum hätte als Zeichen deutsch-russischer Verbundenheit und des Sieges der Kultur über Krieg und Zerstörung - dafür steht ja gerade auch die Wiedererrichtung des Berliner Schlosses - sicherlich viel Beachtung in Russland gefunden.


    Am Sockel des Rossebändigers Nr. 1 auf der Petersburger Anitschkow-Brücke findet sich noch eine Erinnerung an das Grauen der Blockade Leningrads im Zweiten Weltkrieg. Dort hat man Schäden durch Artilleriebeschuss sichtbar gelassen. Die Bronzegruppen der Rossebändiger waren während der Blockade im Garten des Anitschkow-Palastes gesichert worden. Ihre Rückkehr auf die Brücke Anfang Juni 1945 galt vielen Leningradern als ein Symbol für die Rückkehr zum friedlichen Leben.


    Petersburg, Anitschkow-Brücke, Spuren von deutschem Artilleriebeschuss am Granitsockel des Rossebändigers Nr. 1. Der Text auf der 1972 angebrachten Bronzetafel lautet: "Das sind die Spuren eines der 148.478 Artilleriegeschosse, die 1941-44 von den Faschisten auf Leningrad abgefeuert wurden" (Foto: Trish170293, 25. Juli 2011, CC-BY-SA-3.0)


    Petersburg, Anitschkow-Brücke, Spuren von Artilleriebeschuss und Gedenktafel am Granitsockel des Rossebändigers Nr. 1

    (Foto: Dimidrol68, 1. August 2010, CC-BY-SA-3.0)


    Hier noch weitere Fotos jener beiden Petersburger Rossebändiger, deren Zweitgüsse in Berlin versteckt werden.


    Petersburg, Anitschkow-Brücke, Rossebändiger Nr. 1 (Foto: Matthias Kabel, 23. Juni 2006, CC-BY-SA-3.0)


    Petersburg, Anitschkow-Brücke, Rossebändiger Nr. 1 (Foto: Poudou99, 12. Dezember 2015, CC-BY-SA-4.0)


    Petersburg, Anitschkow-Brücke, Rossebändiger Nr. 1 (Foto: Poudou99, 12. Dezember 2015, CC-BY-SA-4.0)


    Petersburg, Anitschkow-Brücke, Rossebändiger Nr. 1 (Foto: Dimidrol68, 22. Juni 2009, CC-BY-SA-3.0)


    Petersburg, Anitschkow-Brücke, Rossebändiger Nr. 2, im Hintergrund der Anitschkow-Palast (Foto: Александр Гирёв, 5. Juni 2011, CC-BY-SA-3.0)


    Petersburg, Anitschkow-Brücke, Rossebändiger Nr. 2, dahinter der Anitschkow-Palast (Foto: Amitola, 20. Juni 2010, CC-BY-SA-3.0)


    Petersburg, Anitschkow-Brücke, Rossebändiger Nr. 2 (Foto: Наталья Филатова, 9. Juni 2010, CC-BY-3.0)


    Auf dem Foto oben ist auch gut das Brückengeländer zu sehen, das von Karl Friedrich Schinkel entworfen wurde und so ähnlich auch an der Berliner Schlossbrücke zu finden ist. Die Flecken an dem Sockel aus Rosengranit zeugen von ausgebesserten Kriegsschäden.


    Petersburg, Anitschkow-Brücke, Rossebändiger Nr. 2 (Foto: Екатерина Борисова, 22. August 2015, CC-BY-SA-4.0)

  • Wie schön diese Kunst doch ist.
    So ganz anders als das "kotzende Pferd" am Hauptbahnhof...

    Der Wind gedreht
    Albtraum verweht
    Zum Schluss jetzt das Glück
    Das Schloss kommt zurück!

  • @ Reinhard: Dann schreibt doch mal einen Brief an den Russischen Botschafter, ob man die beiden Rossebändiger aus Petersburg, die es in Berlin noch NICHT gibt, abgeformt und in Bronze wiederholt werden dürfen. Das Geld wäre schon aufzutreiben.


    Entweder man tauscht dann mit den Originalen im Kleistparkt oder stellt das "neue" Pärchen im Lustgarten auf. Wäre wieder eine schöne Geschichte von "verrückten" Denkmalen, die die Leute so lieben.



    S. E. Sergei Jurjewitsch Netschajew

    Botschaft der Russischen Föderation

    Unter den Linden 63-65

    10117 Berlin

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • "kotzende Pferd" am Hauptbahnhof...

    Diese Kritik an dem Pferd ("Rolling Horse") höre ich immer mal wieder. Und meistens kommt sie ja eher von Leuten, denen es nicht modernistisch und abstrakt genug ist. Ich finde ja, dass das Werk von Jürgen Goertz in dem öden Bahnhofsareal eher noch der künstlerische Glanzpunkt ist. Goertz hat z.B. am Heidelberger Bahnhofsplatz ebenfalls ein Pferd seiner Werkreihe platziert, das mir als Entree nach Heidelberg immer ganz gut gefallen hat. Es gibt da sicherlich viel schlechtere Kunst im öffentlichen Raum Berlins. Seien es die Roststäbe im Bundeskanzleramt, die wie Stanzbleche wirkenden Molecule Man in der Spree, die "Begegnungen" auf der Tauentzienstraße oder Keith Harings platte "Boxers". Sich da an dem vergleichsweise gefälligen Pferd aufzuhängen, finde ich eher konstraproduktiv. Aber natürlich ist das alles nichts gegen die Rossebändiger, da stimme ich vollumfänglich zu.