Berliner Schlossplatz - Schlossbrunnen - Breite Straße

  • Was nützen ,,Umfragen'', wenn sie nicht umgesetzt werden? Ich glaube nicht, das so viele Berliner aus dem Osten den Neptunbrunnen versetzen wollen, da er zum neuen Bild des Fernsehturmareals gehört.

    Umfragen sind nunmal ein wichtiges Element in einer gelebten Demokratie, auch wenn sie eben nicht zwingend zu einer direkten Veränderung führen. Sie sind ein Teil des Meinungsbildungsprozesses und der ergebnisoffenen öffentlichen Debatte. Wenn nur relevant wäre, was am Ende auch umgesetzt wird, bräuchte es keine Diskussion (- und keine Demokratie) mehr.

  • Der Schlossbrunnen gehört wieder vor das Schloss. Ende - aus - Applaus. Es wird doch wohl machbar sein, einen guten Ersatz für das Rathausforum zu finden/kreieren. Hier könnte ich mir die alte Berolina-Statue, eingebunden in eine Brunnenanlage gut vorstellen. Würde thematisch jedenfalls passen. Oder man platziert die Berolina wieder auf dem Alexanderplatz und versetzt den Völkerfreundschaftsbrunnen vor das Rathaus.

    "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"

  • Man sollte die Altstadt wieder aufbauen. Das wäre die Lösung. Mir wird jedes mal unheimlich wenn ich über den Häuserfriedhof, genannt Rathausforum gehe. Das Rentnerdenkmal tut ein Übriges.

  • Man sollte die Altstadt wieder aufbauen.

    Was für eine Altstadt und wie?

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Der Schloss Brunnen wäre mir wichtiger

    Es gibt hier ja kein "entweder oder". Wenn Schüler sich mit Geschichte beschäftigen ist das erst einmal positiv. Ich finde man muss sie dann auch einmal einfach etwas machen lassen. Da das Denkmal ja auch "nur" temporär ist, kann man über ästhetische Defizite auch hinwegsehen.

    Vielleicht kann die Aktion ja ein Anstoß auch für junge Menschen sein, sich mit dem Ort und seiner Geschichte auseinanderzusetzen mit dem Ergebnis, dass auf den Schlosspatz eben der historische Brunnen gehört.

  • Ich finde die temporäre Aktion, um der Revolution zu gedenken, gut. :) Die meisten Deutschen, zumindest die ich kenne, haben keinen Plan, dass es sowas mal in Deutschland gab. Französische Revolution, klar. Märzrevolution? Noch nie gehört.

    Die Schlosshasser können sich hier auch mal gut vor Augen führen, dass dieses Denkmal, und das Auseinandersetzen mit der Geschichte auch nur wirklich sinnig ist und gut funktioniert, weil das Schloss jetzt wieder an dieser Stelle steht.
    Die Menschen können wieder erfahren, ein Gefühl dafür bekommen, wie es für unsere Vorfahren war sich vor den massiven Säulenportalen des Schlosses versammelt zu haben. Mit einem Bolzplatz, wie er oft gefordert wurde, oder einem beliebigen modernistischen Kasten an dieser Stelle, wär das nix geworden.

  • Ich bin froh, dass das Establishment überhaupt auf die Idee kommt, des 175. Jahrestags der Märzrevolution zu gedenken, die ja Teil einer europaweiten Bewegung war und der wir die Einführung des Parlamentarismus in Deutschland verdanken (Paulskirchenversammlung) - selbst wenn die republikanische Bewegung sich fürs erste nicht durchsetzen konnte.

    Ich habe letztes Jahr mit einem FDP-Politiker (also einen Liberalen!) gesprochen und ihn auf die Notwendigkeit hingewiesen, dieses Ereignisses zu gedenken und sich für den Schlossplatz etwas Entsprechendes einfallen zu lassen - auch mit Blick auf die Aufbahrung der Toten vor Portal I und der Huldigung Friedrich Wilhelms IV.

    Die Antwort des Mannes: "Der Bund wird für derart marginale Ereignisse kein Geld haben".

    Wer einer Halbwahrheit eine weitere Halbwahrheit hinzufügt, schafft keine ganze Wahrheit, sondern eine ganze Lüge.

  • Das Thema mit den Leitungen hat sich laut Wikipedia (mit Referenz Berliner Extrablatt Nr. 94) erledigt:

    Quote

    Um eine Versetzung der Brunnenanlage zu ermöglichen, wurde im Sommer 2020 eine Fernwärmeleitung am Schloßplatz umverlegt.

    Giffey hat sich zumindest 2021 auch noch offen für eine Rückversetzung ausgesprochen. Daher verwundert mich die Formulierung "eine Brunnenanlage", wenn das so allgemein formuliert ist, deutet das wohl eher auf eine neuartige Konstruktion hin. Dabei wäre eine Rückversetzung des NB die ideale Möglichkeit, den ständig in den Himmel gelobten Künstlern wirklich mal die Chance zu geben um zu zeigen was sie können.

    Und zu dem Plan der Schlossumfeldbegrünung: Rekonstruiert doch einfach das historische Umfeld! da gibt es reichlich Grün und ästethisch-repräsentativ sieht es auch aus.

  • Der Neptunbrunnen bleibt wohl leider dort wo er ist. Für den Schlossplatz gibt es dann wieder mal was "Modernes". :kopfschuetteln:

    https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/n…bt-vorm-rathaus

    Wie ich es mir dachte...
    Allerdings mache ich mir (und ich gehe stark davon aus, dass sie bleibt) bei Frau Kahlfeldt als Baudirektorin eher weniger Sorgen, dass der neue Brunnen eine modernistische Totalkatastrophe wird. Ich glaube, sie würde bei einem Wettbewerb oder einer Auftragsvergabe sehr darauf achten, dass der neue Brunnen sich gut ins Umfeld einfügt. Ich meine, das ist ja auch der Plan der Gestaltungsverordnung gegenüber am Schinkelplatz.

  • Verkehrte Welt: Auf dem urbanen Platz ein historischer Brunnen und vor dem Schloss irgendwas Modernes

    Nur weil man sich nicht traut die Schneise vor dem Rathaus mit etwas Neuem zu füllen...

    Es wird Zeit, dass Alt-Berlin seine Altstadt zurück bekommt, dann ist die Lücke geschlossen und der Brunnen kann bzw. muss wieder an den historischen Ort. Win-win-Situation für beide Plätze. Davon sind wir leider noch weit entfernt.

    "Moderne Architektur heißt seit über 50 Jahren: Rechtwinklig, weiß, kahl, leer, gebaut von immer schwarzgekleideten Architekten."

    -Gerhard Kocher

  • Gibt es denn die Überlegung wenigstens eine 1:1 Kopie vom Neptunbrunnen anzufertigen und am originalen Standort aufzustellen?

    Wie seit Jahren bekannt, muss der Neptunbrunnen ohnehin abgebaut und umfangreich restauriert werden. Wer oder was hindert denn den Senat bzw. die zuständige Bausenatorin (soll ja wohl Frau Giffey werden - Frau Kahlfeldt ist, vermutlich weiterhin SenatbauDIREKTORIN), den Brunnen danach an seinen ursprünglichen Ort aufstellen zu lassen incl. Bumenrabatte.
    Und was spricht dagegen in der Nähe des Rathauses einen anderen, neuen Brunnen mit Berlin-Bezug aufzustellen.
    Man kann gar nicht so viel mit dem Kopf schütteln, wie man müsste...

  • Die gibt es wohl (die Kopieidee). Ich würde da jetzt diese bisherigen Äußerungen nicht so ernst nehmen, im Sinne kein Neptun beim Schloß. Die Absicht einen Brunnen vor's Schloß zu setzten ist grundsätzlich zu begrüßen. Und da nun diese Bereitschaft von Seiten der neuen Koalition geäußert wurde, können gleichermaßen die Diskussionen um die konkrete Lösung beginnen. Durch diese Türöffnung können nun die richtigen Leute mit der neptunischen Absicht ihren Fuß in die Tür halten. Eine neue Brunnenanlage kann auch die Rekonstruktion des alten Neptunsbrunnens sein. Der jetzige vorm Rathaus hat eh eine zu große Schale und nicht die originale. Also nur zu! Stimmung machen für Neu-Neptunien!

  • Gibt es denn die Überlegung wenigstens eine 1:1 Kopie vom Neptunbrunnen anzufertigen und am originalen Standort aufzustellen?

    Die gab es, allerdings wollte damals auch der Bund Geld hinzugeben, und jetzt ist das sehr wahrscheinlich nicht mehr der Fall, und Berlin wird sich wahrscheinlich nicht eine sicher sehr kostspielige Kopie leisten wollen oder können.