Berliner Schlossplatz - Schlossbrunnen - Breite Straße

  • Das kann man so wohl nicht sagen. So berichtete die Berliner Morgenpost im Juni 2015:



    Dass beim Schlossplatz gestalterisch noch nicht aller Tage Abend sein muss, geht auch aus den Worten des Geschäftsführers der „bzz landschaftsarchitekten berlin“, Timo Herrmann, hervor. Eine Erweiterung der Pläne sei vorstellbar. Das räumt auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ein. „Wir stehen zu dem Siegerentwurf. Er ist zeitgemäß und nimmt die historischen Spuren auf, zum Beispiel bei den Lustgartenterrassen. Er folgt dort auch den Anforderungen des barrierefreien Zugangs zum Humboldt-Forum. Außerdem ermöglicht der Entwurf explizit die Umsiedlung von Skulpturen wie den Rossebändigern und auch dem Neptunbrunnen, wenn dies gewollt ist“, so Sprecher Martin Pallgen. Am Ende sei die Platzgestaltung eine kulturpolitische Entscheidung.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Die von mir häufig kritisierte " Wärmeinsel " Schlossplatz hat es jetzt endlich mal auch in die Medien geschafft. Der Aufenthalt in der jetzigen Hitzeperiode ist dort lebensgefährlich.

    Nur die Rückkehr des historischen Neptunbrunnen wäre eine spürbare Verbesserung der heutigen Situation, aber unsere Entscheidungsträger sitzen bestimmt in klimatisierten Büros. :kopfwand:


    https://berliner-schloss.de/bl…orten-droht-lebensgefahr/

  • Das ist doch ein super Argument für die Rückkehr des Neptunbrunnens und ein Beweis für die Fehlplanung der Platzflächen rund um das Humboldt Forum.


    Die Gegner einer Brunnenverlegung werden dann sicher sagen, daß der Platz vor dem Rathaus dann ohne Brunnen zu heiß wird. Doch es spricht ja nichts gegen 2 Brunnen. - Der Neptunbrunnen am Schloss und eine einfache Schüssel mit Fontäne am Rathaus.


    Eine Grünfläche und mehrere Bäume ließen sich rund um das Stadtschloss sofort nachträglich anlegen. Allein der Wille scheint zu fehlen.

  • Vorsicht - der Schuss könnte nach hinten losgehen. Warum mit viel Mühe den Neptunbrunnen transportieren, wenn man viel einfacher einen modernen Brunnen vor dem Schloss aufstellen kann?

  • Daran hatte ich auch schon gedacht. Aber es wäre unlogisch, weil der Neptun ja für das Schloss gemacht wurde und da viel besser passt.


    Die Finanzierung des Umzugs läuft am Ende wahrscheinlich eh auf eine Spendensammlung hinaus, weil Stadt/Land und Staat dafür kein Geld ausgeben wollen. Die Wasser- und Elektroleitungen müssten ja auf jeden Fall neu gelegt werden. Egal ob ein neuer, oder der Neptunbrunnen an das Humboldt Forum kommt.


    Aber selbst ein neuer Brunnen wäre mir an der Seite des Schlosses lieber, als diese triste leere Fläche.

  • Soweit ich weiß, muss der Neptunbrunnen sowieso abgebaut werden, da er saniert werden muss. Für den Wiederaufbau ist es kostenmäßig egal, ob er vor dem Rathaus oder vor dem Schloss aufgestellt wird. Und eine Wasserleitung auf den Schlossplatz zu legen, ist kein nennenswertes Problem; möglicherweise liegt sie dort schon. Dafür bedarf es m. E. keiner zusätzlichen Spendensammlung.

    Wissen allein bringt nichts. Nur das angewandte Wissen verändert die Dinge.

  • Warum muss unbedingt der Neptunbrunnen wieder ans Schloß, äh Humboldforum, versetzt werden? Weil er mal dort war? Ja, er war dort und hat den Krieg eingemauert überstanden. Doch nun steht er seit 1969 (?) auf der Freifläche vor Fernsehturm und Rotem Rathaus und kommt dort viel besser zur Geltung als früher. Auch bei der geplanten Umgestaltung hat er dort meines Erachtens einen wundervollen Platz. Wir kennen ihn doch eigentlich alle nur an diesem Ort. Am ursprünglichem Ort kann auch ein moderner, ansprechender Brunnen seine Wirkung entfalten. Das ist meine persönliche Meinung.

    In der Architektur muß sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten

  • Portal IV gibt es schon doppelt, warum nicht auch den Neptun- / Schlossbrunnen?

    Die Idee ist sympathisch. Aber habt Ihr mal darüber nachgedacht, was es kosten würde, einen neuen Neptunbrunnen zu fertigen? Reden wir von einer Million Euro? Oder mehr? Wäre die Stadt zur Kostenübernahme bereit? Oder könnte das eine Spendensammlung stemmen?

  • Bevor ab 1888 der Begas-Brunnen errichtet wurde, war die Fläche leer, korrekt? Im gegenwärtigen Zustand entspricht der Platz also dem barocken Plan, korrekt?

  • Das klingt nach einer Begründung der Leute, die den Brunnen lieber nicht versetzen. Mit dieser Art der Argumentation kann man natürlich alles rechtfertigen.


    Hätte man das Schloss nicht wiederaufgebaut, wäre das ja nur der Plan von 1440, aus der Zeit, als es noch kein Schloss gab.


    Bei der Rekonstruktion nimmt man aber meistens den letzten Zustand vor der Zerstörung. Das wäre in unserem Fall ein Schloss mit Brunnen auf der Südseite. :tongue:


    Die beiden flankierenden Grünflächen gehören dann aber auch dazu. Stadtgrün ist immer schön und gut für das Klima.

  • Leider hat sich die Ausgangslage für den Brunnen gegenüber den Wahlen 2021 im Bund und Berlin nicht verbessert. Für den Umzug des Brunnen waren früher und heute:


    Früher:

    Kulturstaatsministerin Grütters: dafür

    Haushaltsausschuss im BT: dafür

    Stiftung Humboldtforum: ???

    BM Müller: gleichgültig

    Baudirektorin Lüscher: dagegen


    Heute:

    Kulturstaatsministerin Roth: vermutlich dagegen (führt ja gerade einen Kleinkrieg gegen das Kuppelkreuz)

    Haushaltsausschuss im BT: ???

    Stiftung Humboldtforum: ??? (ausgehend von den schlossfeindlichen Reflexen ihres Chefs Dorgerloh wohl eher dagegen)

    BM Giffey: dafür

    Baudirektorin Kahlfeldt: höchstwahrscheinlich dafür


    Fazit: Die Karten sind neu gemischt worden, aber das Personal, das den Umzug des Brunnens ablehnt, ist weiterhin sehr einflussreich. Vermutlich passiert also erst einmal weiterhin gar nichts, da sich die Beteiligten nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können.


    Dabei müsste allen Beteiligten klar sein dass der Brunnen den gesamten Platz deutlich aufwerten würde. Selbst die langweiligen langen Steinbänke, die eine Rückkehr der Grüninseln blockieren, würden dann etwas mehr Charme gewinnen.


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    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Die Südseite würde enorm aufgewertet werden. Dazu gehört auch die vollständige Rekonstruktion des Marstalls und der Abriss der Staatsratsturnhalle mit einer angepassten Neubebauung. Der Brunnen muss da wieder hin !

    Heute ist dort gelebte Tristesse.

  • Roth: vermutlich dagegen (führt ja gerade einen Kleinkrieg gegen das Kuppelkreuz

    Aber gegen Flüsse ist sie ja vermutlich nicht :wink:


    Der Brunnen symbolisiert ja Tätigkeiten der Menschen im Einklang mit ihrer natürlichen Umwelt. Das müsste doch eigentlich positiv besetzt sein und passt sehr gut zur Idee des Humboldtforums.

  • Bei der Rekonstruktion nimmt man aber meistens den letzten Zustand vor der Zerstörung. Das wäre in unserem Fall ein Schloss mit Brunnen auf der Südseite. :tongue:

    Soweit mir bekannt, hat man sich bei Rekonstruierung des Stadtschlosses aber am Zustand des 18. Jahrhunderts orientiert (wobei die Kuppel schon ein Ausreißer und daher auch durchaus umstritten war).

    Ich bin überhaupt nicht gegen die Rückkehr des Brunnens, will aber aufzeigen, welche Fallstricke sich auftun, wenn man nicht sauber argumentiert. Die Argumente pro Brunnen müssen schon hundertprozentig sauber und gut recherchiert sein, sonst fliegen sie uns um die Ohren ...

  • UrPotsdamer

    Nein, das stimmt so nicht.


    Man hat sich beim Schloss bewusst am Zustand des 19. Jhs. orientiert, indem man nicht die kleinteilige Sprossung des Barock wiederhergestellt hat, ebensowenig (leider) wie die Farbfassung bzw. dezente, teils vereinheitlichen, teils bewusst akzentuierende Schlämmung der Fassaden.

    Insofern wären die (auch von mir sehr ersehnte) Rückkehr des Neptunbrunnens an den Schlossplatz und die der beiden absolut hochkarätigen Rossebändiger auf die Lustgartenseite nur mehr als konsequent!! Ich bin ehrlich gesagt auch sehr zuversichtlich, dass dies passieren wird [an den ollen Oraniern und dieser Adlersäule hänge ich weniger].


    Leider habe ich das Schloss bis dato immer noch nicht gesehen und begnüge mich mit dem wunderschönen neuen Hirmer-Band. Was für ein Bau - was für eine Leistung aller Beteiligter. Lassen wir uns diese durch die Miesepeter bei der Senatsverwaltung und der Stiftung nicht verderben.


    Wappenkartusche, Reliefs, Attika- und Kuppelfiguren sowie die Vestibüle IV und V werden kommen.

    DAS BERLINER SCHLOSS STEHT.

  • ^Das ist der Unterschied zu Potsdam: hier orientiert sich die Denkmalpflege, die solche Rekos begleitet, stets am ursprünglichen ausgeführten Entwurf und nicht an dem letzten vor der Zerstörung.

  • Im Falle des Berliner Domes trifft ja leider beides nicht zu. Sonst hätte man ja, konsequenterweise, die ursprünglich geplanten und auch noch vor der Zerstörung vorhandenen Kuppeln bei der Sanierung wiederhergestellt. Doch der Denkmalschutz ist da wohl sehr dehnbar und dreht sich die Definition, wie sie gerade am besten passt. :wink:


    Deshalb steht nun auch die günstigste Variante, der Erhalt des Ist-Zustandes, unter Denkmalschutz.

  • Wie wäre es denn, den Brunnen aus dem Phantasialand für den Schloßplatz zu kaufen? Die Herkunft ist angesichts der breit getragenen Wünsche nach Duplikaten dann doch ganz passend. Und gut in Schuss ist er im Gegensatz zum Original auch...


    Bild: Christian Solar - Lizenz: CC BY-SA 4.0

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)