Berliner Schlossplatz - Schlossbrunnen - Breite Straße

  • Auf der Homepage der "Gesellschaft Historisches Berlin" gibt es eine sehr ausführliche, bildreiche Broschüre im PDF-Format über die Geschichte des Neptunbrunnens (Schlossbrunnen), klick dazu >> hier <<


    Bedauerlicherweise ist die Rückkehr des Brunnes auf den Schlossplatz aufgrund der ideologischen Starrsinnigkeit des Berliner Senats kurz- bis mittelfristig recht unwahrscheinlich. Das Landschaftsarchitekturbüro BBZ, das das Schlossumfeld demnächst gestalten wird, wird den Schlossplatz in eine monotone Stein-Einöde verwandeln, ein paar längliche Steinbänke sollen die früheren Grünflächen und den Neptunbrunnen ersetzen. :kopfschuetteln:


    So wird sich der Schlossplatz also demnächst präsentieren:

    Quelle: BBZ Landschaftsarchitekten

    So leider nicht:

    Quelle: http://www.zeno.org/Ansichtska…chlossplatz;+Kgl.+Schloss

  • Ein Fund aus dem Netz. Hatten wir noch nicht!?
    Achtung große Auflösung! Vergrößern mit Klick lohnt sich!


    Schloßplatz Berlin, Neptunbrunnen, um 1900



    Was läßt sich an den Fensterachsen der Fassade im Hintergrund Ungewöhnliches erkennen?

  • Im neusten Berliner Extrablatt (S.29) heißt es, dass die Stiftung Humboldtforum derzeit bezüglich des Neptunbrunnens und des Schlossumfelds "intensive Gespräche" mit dem Berliner Senat führe. Ob es doch noch zu einem "Kompromiss" kommt?? Ich glaube nicht recht daran.
    In Bezug auf die Visu 1 scheint mir die DVD des Fördervereins nicht hundertprozentig stimmig zu sein, die Ostseite des HuFo zeigt auf dem Homepage des Büros BBZ als Begrünung nur jene einzelne Trauerweide (die ob der geplanten Umfeldgestaltung sehr trauert...)

  • Also für die Sanierung des Brunnens ist das Bezirksamt Mitte zuständig. Die werden das sicher vom Senat finanziert bekommen. M.W.n. muss der ganze Brunnen abgebaut werden und auch das zu DDR-Tagen neu angefertigte Becken instand gesetzt werden. Nach Reinigung, Ausbesserung und Rekonstruktion der Bronzeteile (da gibt es ja erhebliche Beschädigungen durch Vandalismus, u.a. sind einigen Figuren mit Akkuschraubern Löcher eingebohrt worden, um "Erinnerungsschlösser" zu befestigen; die sommerlichen Wasserschlachten waren auch nicht ganz folgenlos) muss die gesamte Brunnentechnik inkl. Leitungen und Pumpen erneuert werden. Der Senat von Berlin weiss ja z. Zt. gar nicht wohin mit dem Geld. Insofern ist das die wahrscheinlichste Lösung.


    Wenn am historischen Ort am Schloßplatz ein Brunnen gebaut werden soll müsste die Vattenfall einen Fernwärmeknotenpunkt verlegen. Das wird sich das Unternehmen sicher bezahlen lassen. Das Geld für eine Kopie des Brunnens wird der Schloßverein sicher erst aufbringen wollen, wenn die anderen Wünsche realisiert sind.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Was ist mit den Geldern, die der Bund zur Sanierung und Versetzung des Brunnens in Aussicht gestellt hat? Sind die schon wieder ins Nirwana entschwunden oder sind sie umzuwidmen? Dann wäre das der Grundstock für eine Reko des Brunnens. Und mit den Vattenfalls kann man reden. Die Verlegung der Leitung wäre dann eine erste Mäzenatenleistung des Unternehmens, was der Ruf des Unternehmens nun dringend gebrauchen könnte! :D:thumbsup:
    (Konstantin, Du kennst Dich aber auch aus ...!)
    (Und wenn ich hier lese, wie der alte Brunnen unter Vandalismus zu leiden hat, wäre ein verlegter und sanierter vor dem Schloß sicherer als auf dem MEF! Und dort könnte man einen Spaßbrunnen aufbauen, der den sommerlichen Gelüsten und Badefreuden gerechter wird und mehr standhält, aber leider sind die Typen Im Senat offensichtlich so tröge und ideenlos in ihrer ideologischen Verbohrtheit, daß neue Ideen nicht fließen können und das bei dem Thema Brunnen, tsss!?. Wenn es am Geld scheitern sollte, dann könnte ja der Senat die Haltung entwickeln, okay wir geben Euch den Neptunbrunnen, wollen dafür aber einen neuen Brunnen finanziert haben, na ja, teilfinanziert haben, vom Bund. "Mensch Leute bewegt Euch!!!")

  • Und mit den Vattenfalls kann man reden. Die Verlegung der Leitung wäre dann eine erste Mäzenatenleistung des Unternehmens, was der Ruf des Unternehmens nun dringend gebrauchen könnte! :D:thumbsup:

    Warum sollte Vattenfall sich nicht überlegen, Sponsor des Gesamtpaketes "Schlossbrunnen" zu werden? Aus Vattenfall-Sicht ergibt das ja ein sichtbares Ergebnis, im Gegensatz zu Verlegung einer unterirdischen Einrichtung von rechts nach links. Damit ließe sich übrigens in ganz Deutschland werben, nicht nur in Berlin.


    Außerdem könnte Vattenfallauch einen inhaltliche Bezug herstellen. Schließlich ist "vattenfall" das schwedische Wort für "Wasserfall" (sic!)


    Hat jemand hier geeignete Dokumente (Kosten, Ansprechpartner, ...), mit denen man mal bei der PR-Abteilung von Vattenfall vorstellig werden könnte?


    (Edit: Und an der heutigen Stelle des Schlossbrunnens könnte Vattenfall dann einen "Mickymausbrunnen" hinstellen, für die Zielgruppe, die ein historischer Brunnen nicht erreicht, und sie könnten ihn meinetwegen sogar Vattenfallbrunnen nennen...)

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Vattenfall könnte aber nur mäzenatisch tätig werden wenn der Senat seine bisherige Haltung dazu ändert, bisher jedenfalls scheint sich die zuständige Senatorin Lompscher von der SED-Nachfolgepartei keinen Millimeter zu bewegen. Im Gegenteil, letztes Jahr hieß es von Madame: Ich halte den Neptunbrunnen an seinem jetzigen Standort für gut aufgehoben. Deshalb bin ich keine Anhängerin von irgendwelchen Versetzungsideen" (Quelle).
    Eine Umfrage, die glasklar den Wunsch der Berliner nach einem historischen Schlossumfeld verdeutlicht, wird dabei geflissentlich ignoriert. Postsozialistisches Demokratieverständnis eben, der Wille von "Madame-Ich" zählt. :daumenunten:

  • Ich denke, es geht nicht mehr um eine Versetzung sondern um eine Kopie. Vielleicht kommt auch erst nur das historische Becken und man verzichtet auf den Neptun, wer weiß. Da das Becken aber eh neu gebaut werden muss, wäre das doch erst mal ein guter Kompromiss und wer weiß wie die Lage in 10 Jahren ist.

    APH - am Puls der Zeit

  • Zu den Bundesmitteln: Inzwischen gab es eine Neuwahl des Bundestags. Die alten Zusagen sind Schall und Rauch - zumal sie von Berlin zurückgewiesen wurden.


    Zu einer potenziellen Sponsorenschaft von Vattenfall: Wisst Ihr, was es kostet einen FW-Knoten zu verlegen? Und: warum sollte Vattenfall den Brunnen sponsoren? Die machen auf Grün und Natur und steigen aus der Braunkohle aus - warum soll man da einen innerstädtschen Brunnen sponsoren? Das hat doch gar keinen Bezug, auch wenn der Laden Wasserfall heisst.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Ja, und nuu, was kostet die Verlegung eines FW-Knotens? Aber herje, jetzt reden die Schloßfans, einschließlich des Fördervereins seit Jahren von der Versetzung des Brunnens ans Schloß und nu kommt Konstantin mit dieser Hiobsbotschaft der Fernwärmeleitung!? Also was jetzt, geht es dann nicht, ist die so sehr im Wege? Hat man das vorher nicht gewußt? Verstehe ich nicht. Bist Du Dir sicher, Konstantin?

  • Ich müsste nochmal recherchieren - m.W.n. habe ich das hier schon vor Beginn der Schloßreko gepostet. Die Verlegung des Knotens dürfte nach damaligen Preis um eine Million kosten. Dann muss man die gesamte Wassertechnik installieren und das Granitbecken bauen. Das sind zusammen sicher 5-7 Millionen Euro. Die Straßenplanung müsste noch angepasst werden.


    Zudem ist die Breite Straße völlig anders neu gebaut worden, als sie früher war - jetzt ist sie schnurgerade und früher war die bananenkrumm. Letzteres hatte historische gründe, da der mittelalterliche Verlauf der Breiten Straße, der Hauptstraße Alt-Köllns, aufgenommen wurde. Das ist beim Neubau unter den Tisch gefallen.


    Wenn man den Schloßbrunnen deshalb heute dorthin stellt, wo er früher war, hätte er eine völlig andere Wirkung.


    Leitungsplan mit Standort Neptun- oder Schloßbrunnen:



    Standort Schloßbrunnen mit altem Straßenverlauf:



    Überlagerung :


    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Nachdem ich diverse alte Bilder betrachtete und im letzten Beitrag von Konstantindegeer die hochinteressante Überlagerung sah:
    Ich will die Aufmerksamkeit nochmal auf dieses interessante Areal zwischen Berliner Stadtschloss und Staatsratsgebäude lenken. Dort war ja vor einigen Jahren dieser unsägliche Glaswürfel namens ThyssenKrupp-Haus geplant, der zum Glück unter öffentlichem Druck verworfen wurde (hier blau markiert). Gehört ThyssenKrupp das Premium-Grundstück noch, die das wohl zum Spottpreis von nicht einmal 4000€ erhalten haben?!


    Wenn ich den Ort bei Google Maps so mit der Situation heute und dem alten Straubeplan vergleiche, müsste doch eine Rekonstruktion des "Roten Schlosses" von 1867 am Schloßplatz möglich sein (Rot markiert), das sich hervorragend mit der ziegelroten Schinkelschen Bauakademie von 1836 und der Schinkelkirche sowie dem Neuen Marstall und dem Schloss ergänzen würde. Es würde noch eine weitere Fliege mit einer Klappe schlagen: das Staatsratsgebäude wäre vom Schloßplatz aus verdeckt, aus dem zugigen, unwirtlichen Ort würde wieder ein gefasster, urbaner Platz.


    Um diesen Standort geht es:





    Aus: Einheitsdenkmal



    Volle Ansicht bei: https://commons.wikimedia.org/…erlin_1880.jpg?uselang=de


    Ansichtskarte von 1900 in zwei Varianten:




    https://www.ansichtskarten-cen…-rotes-schloss-hirschsche



    Zur Geschichte des Baus heißt es bei Wiki:
    "Der Durchgang vom Schloßplatz zum Werderschen Markt wurde 1866 erweitert, was einen Umbau des Straßenzuges zur Folge hatte; die „Neue Stechbahn“ wurde abgerissen und das „Rote Schloss“, auch „Rote Burg“ genannt, 1867 erbaut. Das viergeschossige Wohn- und Geschäftshaus mit der Adresse An der Stechbahn 1-2 verdankte seinen Namen der Ähnlichkeit mit dem Berliner Rathaus. Die Brüder Castan eröffneten hier das erste Berliner Panoptikum, das jedoch kurze Zeit später in die Kaisergalerie in der Friedrichstraße umzog. Der Bau beherbergte viele Jahre die „Hirsch'sche Schneider-Akademie Berlin“ bzw. "Private Zuschneide-Schule"."


    Vielleicht kennt jemand von euch den Architekten und weitere Hintergründe?


    Zur Geschichte dieses Ortes siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Stechbahn



    Über das angrenzende Gebäude Breite Straße 1-2 (Ford am Schloßplatz) und die Häuser An der Schleuse 13-12 (Haus des Carl Friedrich Michaut von 1835/36) könnte man sich ggf. auch nochmal unterhalten, vllt. als Erweiterung der Hochschule im Staatsratsgebäude. ;)

  • Die Idee ist sehr gut.
    Einstellen wirst Du Dich aber teils auf Widerstände, mit denen auch das ThyssenKrupp-Haus zu kämpfen hatte. Es wird argumentiert werden, dass dadurch das Staatsratgebäude verstellt würde (was Du gut findest, andere aber nun einmal schlecht). Zudem könnten vielleicht noch verkehrstechnische Gegenargumente kommen. Mit Kosten von ca. 1,5 Millionen Euro für die reine Baufelderstellung wird zu rechnen sein. Vermutlich ginge es nur über einen Investor, der das Grundstück samt Rekonstruktion nutzen würde. Den sollte man in der Lage natürlich finden können. Wir sehen aber, wie langsam in Berlin die Mühlen mahlen bereits beim Einheitsdenkmal und der Bauakademie und der Grunerstraße/Molkenmarkt. Insofern kann man ein solches Projekt natürlich andenken, es bringt allerdings wenig, ständig neue geistige Baustellen aufzumachen, auf denen praktisch nichts geschieht. Erst einmal sollten die bestehenden, geistig schon weiter gediehenen Projekte umgesetzt werden.

  • Die Schlacht am Neptunbrunnen ist noch immer nicht entschieden. Mal schauen, wie das in der Verlängerung ausgeht.


    Beim Marstall war der Dreiecksgiebel in den 1970ern noch im Depot, in den 90ern war nichts mehr zu finden. Von den Attikafiguren ist noch etwas da. Wenn die Südfassade des Schlosses fertig ist, mit Attikafiguren, wird der Marstall ohne Giebel komisch aussehen...


    Die schlechten Reliefs anstelle der Brunnen sind billige DDR-Revolutionsromantik, bei einem SED-Kultursenator kommen die sicher nicht ins Depot.


    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Was ist wohl mit dem Schlossbrunnen an der Süd/Ostecke im kleinen Gärtchen unterhalb des Herzoginnenhauses passiert.
    Anhand der Aufnahmen hat er den Krieg gut überstanden. Er hätte doch ohne Schwierigkeiten irgendwo in Berlin wieder aufgestellt werden können !!!

  • 1913 der Schlossplatz mal aus einer anderen Perspektive, aufgenommen aus einem Haus in der Burgstraße.Links der Neue Marstall, rechts der Südflügel des Schlosses.




  • Gedankenspiel zur Brüderstraße


    Ich weiß, daß das Folgende ein heißes Eisen ist, mit dem man sich garantiert in die Nesseln setzen kann, aber ich denke Viele werden den wunderbaren Blick von der Brüderstraße auf die Südwestecke des Schlosses mit der aufragenden Kuppel schmerzlich vermissen. Wie wäre es, wenn man die zwei Achsen des Staatsratsgeäudes, welche die Brüderstraße versperren abbrechen und an der Seite zur Breiten Straße ansetzen würde (der Anbau eine Achse würde wohl auch ausreichen), um diese einmalige Sichtachse wieder freizulegen ?



    Ja, ja, der alte Pagentorn ist nun komplett irre geworden... :gehtsnoch::augenkrummblau:;)

  • Warum sich mit diesem Anblick zufrieden geben, ...



    ... wenn man statt dessen diesen wieder haben könnte !


  • Man könnte den von Oberbaumbrücke genannten Träumen noch einen weiteren an die Seite stellen:


    Um dem gegenwärtig etwas seltsam wirkenden Versatz im Verlauf der von der Schleusenbrücke zum Schloßplatz führenden Fahrbahn wieder einen Sinn zu geben, wäre zu überlegen, ob man nicht den abgetrennten westlichen Teil des Staatsratsgebäudes auf die ehemalige Bauflucht des 'Roten Schlosses' vorziehen sollte ...


    Außerdem kann man sich fragen, ob die unbebaute Flanke von Alt-Cölln am Kupfergraben hinter dem Staatsratsgebäude wirklich einer Altstadt angemessen ist. In der modifizierten, grob ausgeführten Visualisierung ist diese deshalb mit einer geschlossenen Bebauung zugesetzt.




  • Man könnte das Staatsratsgebäude ganz abtragen und am Ostufer der Spree, gegenüber von Stellas Fassade, wiederaufbauen. Dann hätte man freie Hand. Gebäude wurden schon öfters versetzt...


    Schön zu sehen übrigens, wie bis zum Bau des Pergamonmuseums die beiden Kuppeln des Kaiser-Friedrich-Museums mit den Schlosskuppeln korrespondierten.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)