Ich weiß leider beides nicht bzw. habe vergessen zu fragen... das mit den Wandleuchtern ist mir auch aufgefallen, aber ich denke, dass sie nicht kommen werden, weil für die Wandleuchter neben dem mittleren Gemälde gar kein Platz mehr wäre: wenn man die heutige Breite der beiden vertikalen Täfelungen links und rechts mit dem historischen Foto vergleicht, stellt man fest, dass die heutigen viel schmäler sind, was an der veränderten d.h. verschmälerten Breite dieser Wand im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Krieg liegt - die Wandleuchter hätten dort also gar keinen Platz mehr. Sie dann nur in den Täfelungen auf den Seitenwänden anzubringen, wäre dann auch irgendwie unlogisch, weswegen ich glaube, dass man sie lieber ganz weggelassen hat. Bzgl. des Schicksals der Stühle und des Sofas weiß ich leider nichts.
München - Residenz
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Warum wurde denn der Grundriss nach dem Krieg falsch rekonstruiert?
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Die Kurfürstenzimmer wurden im Krieg komplett zerstört, das Gewölbe des Antiquariums, über dem sie sich befinden, stürzte teilweise ein, außerdem war ein Teil der Wände der Kurfürstenzimmer aus Holz gewesen (wahrscheinlich um das darunterliegende, weitgespannte Gewölbe nicht zu sehr zu belasten), weswegen diese Wände dann auch komplett verbrannten. Nach dem Krieg mussten also auch die Grundrisse neu angelegt werden und dabei nehme ich an, dass man aus Mangel an genauen Maßaufnahmen schlicht und einfach Fehler gemacht hat und nicht genau genug gearbeitet hat. Eine grundsätzliche und gewollte Abweichung kann man auf jeden Fall nicht erkennen, wenn man die Grundrisse von vor dem Krieg mit den heutigen vergleicht.
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Ein schönes Weihnachtsgeschenk für die Münchner Residenz: vier Jahre nach Fertigstellung der Rekonstruktion der Gelben Treppe im Königsbau sind nun endlich auch die noch fehlenden zwei Marmorkandelaber fertig und vor ein paar Tagen am Fuß der Treppe aufgestellt worden!
Zunächst ein historisches Foto eines der beiden Kandelaber:
Die beiden Kandelaber stammten von Ernst Mayer, einem vor allem in München tätigen klassizistischen Bildhauer. Der Gaslampenaufsatz gehörte nicht zum ursprünglichen Bestand und wurde in den 1850er Jahren ergänzt; er wurde folglich auch nicht rekonstruiert (was man vielleicht schade finden kann).
Die rekonstruierten Kandelaber sind das Werk zweier Tiroler Bildhauer: die Gipsmodelle stammen von Benno Ortner (d.h. er rekonstruierte die plastische Form der Kandelaber anhand der historischen Fotografien und ist somit der eigentliche Rekonstrukteur) und die finalen Marmorskulpturen wurden von Johannes Falkeis gefertigt. Als Material wurde der gleiche Marmor verwendet wie bei den Originalen: Laaser Marmor aus Schlanders in Südtirol.Hier nun einer der rekonstruierten Kandelaber in einer ähnlichen Ansicht wie auf dem historischen Foto:

Weitere Ansichten:








Sehr schön geworden, wie ich finde! Damit ist die Rekonstruktion der Gelben Treppe abgeschlossen und es sei an dieser Stelle noch einmal ein großer Dank an alle Beteiligten ausgesprochen, vor allem an Dr. Hermann Neumann, den leitenden Architekten der Bauabteilung der Residenz, und an die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, die diese Rekonstruktion maßgeblich mitfinanziert hat.
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Zum Abschluss noch einige Gesamtansichten dieses rekonstruierten Raumes, der sehr beeindruckend geworden ist.
Der Eingang vom schwarzen Saal (das Foto ist älter, weswegen die Kandelaber noch nicht zu sehen sind):







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München leuchtet - wieder. Wie wunderbar, vielen Dank.!
Leonhard Weißt du aber, wie die Kandelaber funktionieren ohne die Gaszusätze? Oder sind die beiden Teile funktional nur Attrappen?
P.S. Ich muss unbedingt mal wieder nach München kommen...
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Sind nur zur Zierde

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Ah ok. Wie bei uns im Hoym.
P.S. Was ich ja einfach nicht verstehe, ist, dass die Bayerische Schlösserverwaltung nicht diesen Jahrtausendbau der Residenz beim Unesco-Welterbe angemeldet hat, sondern diese ollen Kini-Ludwig-Schlösser.

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Vielen herzlichen Dank für die Bilder, lieber Leonhard! Ist schön geworden!
Ein paar blöde Fragen: Weiß jemand, warum der Wandbelag aus Giallo Antico so große Farbabweichungen aufweist? Sind die dunkleren Platten originale, die wiederverwendet wurden? Ich nehme an, die neuen dunkeln nicht nach, auch nich nach Jahrzehnten, oder? Sind das also Steine aus einem anderen Steiinbruch? Weil ansonsten ja das Material ziemlich homogen wirkt. Entspricht denn der Farbkontrast auf den Bildern denn in etwa dem realen Eindruck?
Und das soll kein Kritteln oder Meckern sein, ich find's auch so großartig! Ich frage eher aus (material)technischem und bauhistorischem Interesse heraus.
EDIT: War offenbar zu faul zurrückzublättern, Leonhard hat meine Fragen ja schon beantwortet, sorry!Außerdem: da es an den Wänden des Treppenschachts noch etwas Originalsubstanz in Form von Stuckmarmor und einigen Stuckfriesen gab, entschloss man sich, diesen Teil der gelben Treppe allgemein nur als Teilrekonstruktion auszuführen, d.h. die ergänzten von den original erhaltenen Elementen sichtbar abzusetzen (von daher wurde der original erhaltene Stuckmarmor an den Seitenwänden nicht mit neuem Stuckmarmor, sondern mit einfacher Wandfarbe ergänzt). Infolge dieser Entscheidung hielt man es dann auch für vertretbar, die Stuckornamente im Gewölbe nur vereinfacht zu rekonstruieren. Man kann darüber sicher geteilter Meinung sein, aber die Entscheidung ist somit zumindest nachvollziehbar, denke ich.
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Es handelt sich nicht um echten Marmor, sondern um Stuckmarmor. Echter Giallo Antico wäre in der erforderlichen Menge und Qualität damals nicht zu haben gewesen und Stuckmarmor war durch seine komplizierte Herstellung nicht weniger teuer und von daher genauso exklusiv. Wie ich bereits vor ein paar Jahren mal schrieb, gibt es an den Seitenwänden des Treppenschachts teilweise original erhaltenen Stuckmarmor (der allerdings seinen Glanz verloren hat), den man so wie er war erhalten und mit simpler Wandfarbe ergänzt hat, um die erhaltene Originalsubstanz sichtbar zu machen. Die Wandpartien um die beiden Karyatiden hingegen wurden mit neuem Stuckmarmor versehen, um diese wichtigste Stelle angemessen hervorzuheben. Der gesamte Vorraum unten ist mit neuem Stuckmarmor ausgestattet, dort war nach der Zerstörung nichts übrig geblieben. Was die Farbkontraste innerhalb dieser neu erstellten Stuckmarmorflächen betrifft (d.h. die mitunter deutlichen Helligkeitsunterschiede der Gelbtöne), so war dies auch schon im Originalraum so, wie man auf den alten Fotos erkennen kann; man wollte damit die auch bei echtem Marmor vorkommenden Helligkeitsunterschiede imitieren. Rein intuitiv finde ich diese Kontraste teilweise auch etwas übertrieben, aber die Verantwortlichen haben sich schon ihre Gedanken gemacht.
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Liegt es an meinen Einstellungen oder wieso sehe ich hier das erste mal keine Bilder und nur kryptische Links?
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Meine Fotos auf den ersten Seiten dieses Fadens sind leider verschwunden, weil sie bei einem Anbieter gehostet waren, den es nicht mehr gibt, Entschuldigung. Es waren aber allesamt Fotos der damals in Rekonstruktion befindlichen Gelben Treppe im Königsbau, die durch meine neueren Fotos der fertigen Treppe überflüssig geworden sind. Diese letzten Fotos müsstest Du aber sehen können, oder?
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Meine Fotos auf den ersten Seiten dieses Fadens sind leider verschwunden, weil sie bei einem Anbieter gehostet waren, den es nicht mehr gibt, Entschuldigung. Es waren aber allesamt Fotos der damals in Rekonstruktion befindlichen Gelben Treppe im Königsbau, die durch meine neueren Fotos der fertigen Treppe überflüssig geworden sind. Diese letzten Fotos müsstest Du aber sehen können, oder?
In Beitrag 64, 65 und 66 sehe ich nur kryptische Links deren Linkpfade ich leider auch nicht öffnen kann. Nur unter Beitrag 64 sehe ich das alte schwarz-weiß Bild.
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Komisch, diese Fotos sind bei mir zu sehen und ich denke auch bei den anderen, da recht viele Leute darauf Likes gegeben haben... die Fotos sind bei Flickr gehostet, hier ist ein Direktlink zum dortigen Album: https://www.flickr.com/gp/161945518@N03/iM0476Z6hZ
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Leonhard
Ja, deine Fotos werden hier im Forum angezeigt, und ich sehe bei Mouseover, dass sie bei Flickr sind.Vielen Dank für deine herausragenden Fotografien! Ob es die Residenz ist, Schleißheim oder die Münchner Kirchen - es ist wirklich ein Genuss, deine Aufnahmen zu betrachten. Dazu die sachkundige Kommentierung! Beides hängt zusammen. Es ist ein wissendes Sehen und ein fühlendes Sehen, weil man große Kunst ja auch fühlt. Wirklich eine Freude.
Nachtrag: Jetzt werden mir die Bilder hier gerade nicht angezeigt, sondern so ein Linksalat. Vor einigen Stunden habe ich sie aber noch gesehen. Habe auch Neuladen der Seite schon versucht. Seltsam.
Zweiter Nachtrag: Jetzt habe ich nochmal vorbeigeschaut und die meisten Bilder sind wieder da, einige fehlen. Konkret: Alle Fotos vom Bellotto-Zimmer sind da. Von der Gelben Treppe fehlen vier Fotos.
Dritter Nachtrag, 8. Januar, 11 Uhr:
Vielleicht gibt es ein temporäres Problem bei Flickr.
Scheint so gewesen zu sein. Jetzt sehe ich wieder alle deine Bilder.
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Vielen herzlichen Dank Rastrelli, Dein Lob freut mich sehr! Ich fotografiere sehr gern und Kunstgeschichte hat mich schon immer sehr interessiert.
Bzgl. der Fotos: bei mir sind die Fotos alle zu sehen, auch in verschiedenen Browsern, d.h. es kann auch nicht nur am Cache liegen. Vielleicht gibt es ein temporäres Problem bei Flickr. Die Fotos vom Bellotto-Zimmer sind im forumeigenen Bilderhosting gehostet, die der Gelben Treppe bei Flickr. Hoffentlich löst sich das Problem wieder von selbst

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Sehr schick gemachtes Video über das Rokoko in der Residenz. Sehr eingänglich für junge Leute gestaltet. Und sogar die neu rekonstruierte Galerie mit den Bellottos ist dabei!
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Schönes Video! Ist das nicht dieses Instagram-Projekt, was Du vor einiger Zeit hier mal vorgestellt hast? Sehr gut aufgenommen und Herr Quaeitzsch als Führer ist auch eine gute Wahl

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Das Geld für die Sanierung wird sicher irgendwann fließen,
Die aktuelle Bilanz der Schlösserverwaltung macht Hoffnung. Das Residenzmuseum hatte im Jahr 2025 560.000 Besucher (Rekord) und setzt damit den Aufwärtstrend der letzten Jahre fort (im Jahr 2024 waren es 530.000, davor 438.000 und vor Corona 393.000).
Das Nymphenburger Schloss stürzt dagegen von 403.000 im Jahr 2024 auf 366.000 ab. https://www.sueddeutsche.de/bayern/besuche…erbe-li.3385907
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