München - Residenz

  • Ganz fertig ist die Treppe noch nicht, es fehlen noch der Teppich in der Mitte und zwei große Marmorkandelaber am Fuss der Treppe. Beides ist aber in Arbeit.

    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

  • Snork

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  • Das ist ja lustig, noch for einigen Tagen hatte ich mich an die Reko der Gelben Treppe erinnert und das Internet nach Neuigkeiten und Bildern abgesucht und leider nichts neues gefunden. Jetzt diese super Nachricht! :)

    Ist wunderschön geworden. Ich nehme an, die dunklen Flecken im Stuckmarmor sind Originalreste?

  • Ja, die dunkleren Partien sind Reste des originalen Stuckmarmors. Im auf den Fotos gezeigten Schachtbereich der Treppe hatten sich solche Reste erhalten, von daher hat man sich entschlossen, die restlichen Flächen mit einer einfachen Wandfarbe zu streichen und nicht mit Stuckmarmor zu rekonstruieren, um auf die Originalsubstanz hinzuweisen. Eine Ausnahme bildet der Bereich unmittelbar hinter und neben den Figuren, bei dem der Stuckmarmor doch rekonstruiert wurde. Der ganze obere Bereich der Treppe ist also "nur" eine Teilrekonstruktion, auch die Deckenstuckaturen sind nur zum Teil rekonstruiert in Form von einfachen Stuckfeldern ohne Ornamente, von denen man nicht genügend Aufnahmen hatte (im übrigen stimmt die Aussage von Herrn Füracker im Artikel der SZ nicht, dass "das alte Erscheinungsbild lückenlos dokumentiert" gewesen sei, im Gegenteil, es gibt nur eine Handvoll alter Fotografien von vor der Zerstörung, so dass also einiges gemutmaßt und aus Analogieschlüssen hergeleitet werden musste).

    Der auf diesem Foto von nachrichten-muenchen.com gezeigte untere, halbrunde Vorraum mit Kuppel hingegen ist eine völlige Rekonstruktion mit komplettem Stuckmarmor, von diesem Vorraum stand nichts mehr.


    Wen es interessiert: ich hab im Baukultur-Forum im geschützten forumsinternen Bereich einige Fotos der Baustelle gezeigt, die unter folgendem Link zu sehen sind:

    https://arch.pictures/forum/index.php?thread/8787-rekonstruktion-der-gelben-treppe-in-der-residenz-münchen/

    Man muss sich allerdings im Forum registrieren, um die Fotos sehen zu können. Ich möchte die Fotos nicht komplett öffentlich präsentieren, weil ich mir nicht sicher bin, ob die Bayerische Schlösserverwaltung dies goutieren würde, ich bitte um Verständnis.

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    Karl Kraus

  • Heute hab ich mir endlich die inzwischen baulich fertige und der Öffentlichkeit zugängliche Gelbe Treppe angesehen und einige Fotos gemacht. Wie bereits geschrieben, fehlen allerdings noch der Teppich in der Mitte der Treppe sowie die beiden Kandelaber, man kann außerdem im Moment nur in den unteren Vorraum hinein und nicht die Treppe hinauf.


    Wir beginnen im vor der Gelben Treppe gelegenen Schwarzen Saal, der 1590 gebaut und 1602 ein auf Leinwand gemaltes illusionistisches Deckengemälde mit einer perspektivischen Gewölbearchitektur erhielt; durch diesen Saal erfolgte historisch (und heute wieder) der Zugang zur Gelben Treppe: wer zur Audienz bei Ludwig I. wollte, kam hier hindurch. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde das Deckengemälde von Karl Manninger als Seccomalerei rekonstruiert.


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    Durch die linke Tür geht's zur Gelben Treppe, durch die rechte in die Kurfürstenzimmer.


    Blick durch die geöffnete Tür zur Gelben Treppe:


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    Das interessante ist jetzt, dass auf die gemalte Scheinarchitektur des Schwarzen Saals jetzt mit der Gelben Treppe eine real gebaute Gewölbearchitektur folgt.


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    Karl Kraus

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    Der Vorraum:


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    Die zwei verschiedenfarbigen Stuckmarmorflächen, die von echtem Marmor kaum zu unterscheiden sind:


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    Schon sehr schön geworden - eine tolle Bereicherung für die Münchner Residenz!

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    Karl Kraus

  • Zu den schönen Bildern von Leonhard noch Bewegtbilder in Form einer kleinen Reportage vom BR, u.a. wird die Aufstellung der Figuren gezeigt:


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  • Weil man davon nicht genügend Fotomaterial besitzt, genau genommen nur das eine bekannte Foto, welches die Treppe frontal zeigt und auf dem nur ein kleiner Teil des Gewölbes zu sehen ist (dieses Foto ist auch im Video zu sehen); man hätte also einen großen Teil der Stuckornamentik erfinden müssen.

    Außerdem: da es an den Wänden des Treppenschachts noch etwas Originalsubstanz in Form von Stuckmarmor und einigen Stuckfriesen gab, entschloss man sich, diesen Teil der gelben Treppe allgemein nur als Teilrekonstruktion auszuführen, d.h. die ergänzten von den original erhaltenen Elementen sichtbar abzusetzen (von daher wurde der original erhaltene Stuckmarmor an den Seitenwänden nicht mit neuem Stuckmarmor, sondern mit einfacher Wandfarbe ergänzt). Infolge dieser Entscheidung hielt man es dann auch für vertretbar, die Stuckornamente im Gewölbe nur vereinfacht zu rekonstruieren. Man kann darüber sicher geteilter Meinung sein, aber die Entscheidung ist somit zumindest nachvollziehbar, denke ich.

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    Karl Kraus

  • Ja - und es sieht nun doch wirklich ganz toll aus.


    Wo kommen denn diese Kandelaber hin, die du erwähnt hattest??

    Waren die dokumentiert?

  • Ja, davon gibt's großformatige Fotos. Sie kommen an den Fuß der Treppe, ich glaube auf die zwei niedrigen Podeste.

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    Karl Kraus

  • Ah ok.... Ja, das hatte ich mir schon gedacht.

    Eine großartige Meisterleistung - wie immer - in München.


    Darf ich mir noch EINES wünschen?

    Das Odeon!!!


    Ach ne, doch noch was: In die Villa in der Poschingerstraße bitte die Filmausstattung aus den Bavaria-Studios vom Müller-Stahl-Film "Die Manns" einbauen (das nachgebaute Interieur soll großartig und noch erhalten sein).


    Dann wäre München für mich eigentlich wieder komplett!!

    Also für mich.....

  • Ich wünschte, ich wäre so bescheiden wie Du ;-) in München fehlt so viel, dass man nur traurig sein kann... und gerade weil man nach dem Krieg so vieles wiederaufgebaut hat, fallen einem an allen Ecken und Enden höchst unschöne Kontraste auf.

    Bzgl. Odeon hab ich in meiner Ludwigstraßengalerie einiges darüber geschrieben, eine Rekonstruktion des Saales geht leider schon aus brandschutzrechtlichen Gründen nicht, außerdem ist da seit dem Krieg ein Staatsministerium drin. Sehr schade, aber auf absehbare Zeit nicht zu ändern.

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    Karl Kraus

  • Residenzwochenende München

    13. und 14. November 2021

    Neue Auftritte


    Mit allen Sinnen bewegte Geschichte erfahren: Die Bayerische Schlösserverwaltung lädt Sie ganz herzlich zum Flanieren durch die Prunkräume der Wittelsbacher Stadtresidenz ein.

    Auch in diesem Jahr präsentieren wir die traditionelle Residenzwoche München mit einem etwas anderen Konzept: Unter dem Motto »Neue Auftritte« laden wir Sie am 13. und 14. November zu unserem Residenzwochenende ein, bei dem Sie Kunst im Vorübergehen genießen können. Während eines weitläufigen Rundgangs erwarten Sie stimmungsvolle Musik in den Prunkräumen der Residenz, Performances, Expertenstationen und vieles mehr.

    Glänzender Auftritt – die Gelbe Treppe

    Wir freuen uns, Ihnen die Gelbe Treppe als Highlight zeigen zu können. Nach über vier Jahren aufwendiger Rekonstruktion ist es uns gelungen, den im Krieg weitgehend zerstörten majestätischen Aufgang wiederherzustellen. Fühlen Sie sich gar königlich, wenn Sie exklusiv beim Residenzwochenende über die Prunktreppe von Leo von Klenze schreiten, welche die »alte« Residenz mit dem Königsbau verbindet.

    Neue Eindrücke in historischen Räumen

    In den glanzvollen Wohn- und Repräsentationsräumen der bayerischen Herrscher können Sie Geschichte aus einem anderen Blickwinkel entdecken.

    Lauschen Sie Szenen des mittelalterlichen Nibelungenlieds in der passenden Bildkulisse der Nibelungensäle, tauchen Sie an den Erklärstationen in die spannenden Welten von Möbeln, Böden, Wänden und Figuren der Residenz ein und lassen Sie sich von eindrucksstarkem Tanz und Tableaux vivants der Performance-Künstlerin Lindy Annis bezaubern. Wie wäre es mit einem Selfie im Thronsaal des Königs? Was haben König Ludwig I. und Baumeister Leo von Klenze insgeheim gedacht? Finden Sie es bei einer Kurz-Lesung ihrer hinterlassenen Schriften heraus. Erfahren Sie, wie sich die feinen Damen bei Hofe die Zeit mit Perlenstricken vertrieben haben, oder gehen Sie bei einer Außenführung auf Erkundungstour rund um die Residenz.

    Ein reiches Klangerlebnis

    Musikliebhaberinnen und Musikliebhaber können sich auf wahren Hörgenuss freuen, wenn im Verlauf des Rundgangs immer wieder feinste musikalische Impulse in den historischen Räumen erklingen. Das Repertoire der namhaften Ensembles unter der Leitung von Friederike Heumann und Stefan Steinemann reicht von gregorianischen Chorälen über Vokalmusik der Renaissance bis hin zu englischer Musik um 1600. Tanzmelodien des 17. Jahrhunderts und Barockmusik runden das Bild stimmungsvoll ab. Festliche Blechbläserklänge empfangen die Gäste bereits am Eingang und begleiten sie auf ihrem Weg durch die Residenz. Zeitgenössische Jazzimprovisationen hingegen schlagen eine Brücke zu neuen Klangwelten.

    Kommen Sie mit auf eine Reise in die höfische Vergangenheit Bayerns, bei der vielfältige Eindrücke garantiert sind.


    Quelle und Programm: https://www.residenzwoche.de/

  • Im November 2020 berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass die Feldherrnhalle bis 2025 saniert wird. Derzeit sollen die Planungen laufen, nächstes Jahr die Arbeiten beginnen.


    Quelle: https://www.sueddeutsche.de/mu…halle-sanierung-1.5106830


    Übrigens gibt es im noch zugänglichen Mittelbereich (die Seitenbereiche wurden bereits gesperrt) eine interessante Ausstellung zur Architektur und Geschichte der Feldherrnhalle.

  • Neben den sanierten Gebäuden Theatinerkirche, -hof, Hofgartenarkaden und Residenz die letzte große Baustelle am Odeonsplatz - schön sieht sie aktuell wirklich nicht mehr aus.

    Interessant dürfte auch noch der kommende Gestaltungswettbewerb zur Umgestaltung der Verkehrsanlage im Bereich Briennerstraße - Odeonsplatz werden. Ich hoffe sehr, dass dies nicht nur eine Baureferat-Beamten-Planung wird.


    Sollte dieses Thema aber vielleicht nicht doch besser zur Altstadt, mit der Residenz an sich hat die Halle ja nicht viel zu tun, oder?