Die Energie- und Klimawende in der Stadt

  • Mehr kann ich für die Jünger der Energiewende nicht tun.

    In der Tat handelt es sich bei den Kilmaapokalyptikern um die Anhänger einer neuen Religion - inklusive Exorzismus, Selbstgeißelung und Ablasshandel (CO2-Zertifikate kaufen, grün wählen). Es kommt alles wieder. Man muss nur die Geschichte kennen.

  • Dort ist man in der Entwicklung der Energiewende deutlich weiter als bei uns und es gibt auch keinen Energieengpass. Mit ständiger Schwarzmalerei wird man es auch nicht schaffen, da mitzuhalten.

    Ja, Modernismushass und modernistische Stadtplanung verteidigen gehen hier genau so Hand in Hand wie Innovationsfeindlichkeit und Zukunftspessimismus mit rosaroter Brille auf das Kaiserreich. Die Herren wären damals wohl in Bürgerinitiativen gegen Hochbahnen aktiv gewesen und hätten für das Pferd gekämpft, auch wenn das jetzt natürlich etwas polemisch war.


    Gegen einen möglichen Energieengpass brauchen wir die europäische Vernetzung. Wir bekommen jetzt Wasserstrom aus Norwegen und Gas aus Russland und irgendwann hoffentlich auch Solarstrom aus Spanien. Je größer das Netz, je diverser die Energiequellen, desto besser die Sicherung gegen Engpässe. Für den Übergang werden wir für die Grundlast Erdgas benötigen, das aufgrund seines höheren Wasserstoffanteils (CH4) bereits deutlich kohlenstoffärmer verbrennt als längerkettige Kohlenwasserstoffe oder gar Kohle. In einer zweiten Stufe kann dann noch reiner Wasserstoff zugefügt werden und dessen Anteil am Gemisch gesteigert werden.


    Mit HNCG (wasserstoffangereichertem Erdgas) können die meisten für Erdgas angelegten Antriebe wie Motoren oder Gasturbinen, aber auch Heizungen und selbst Gasherde relativ problemlos betrieben werden. Je nach Anteil des Wasserstoffs am Gemisch, der bis zu 50% betragen kann, ohne dass die typische Probleme, die bei Transport und Speicherung von reinem Wasserstoff auftreten, ein Problem würden, können die Emissionen an Kohlenstoffdioxid nochmals gesenkt werden.


    Die erneuerbaren Energien sind nach dem Anfangsinvestitionen konkurrenzlos günstig, in den USA wird der KWh-Preis für Solarstrom mittlerweile auf 2 ct/KWh taxiert und zwar inklusive der Abschreibung der Anfangsinvestition. Auch off-shore Windanlagen werden mittlerweile völlig ohne Subventionen für Strompreise um 10-12 ct/KWh kalkuliert und gebaut. Fossile Energieträger sind deutlich teurer und werden perspektivisch noch teurer werden. Atomstrom ist zwar mit 30 Jahre alten Kraftwerken, bei denen die Anfangsinvestitionen auf die Allgemeinheit abgewälzt wurden und unter gnädiger Ausklammerung der ungelösten Entsorgungsfrage ebenfalls günstig, Neubauten von Kraftwerken jedoch längst nicht nur theoretisch oder nur in Deutschland absolute Groschengräber, die auch in Deutschland massivst staatlich subventioniert werden müssten.


    Neubauten von Atomkraftwerken dauern auch in Ländern, in denen sonst recht straffe Planungsprozesse herrschen, eher Jahrzehnte als Jahre. Von mir aus können wir die noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke ein paar Jahre länger laufen lassen, das täte niemandem weh, aber eine langfristige Lösung sind die alten Dinger auch nicht.

  • Die Chinesen sind aber langfristig im Vorteil weil sie sich im Gegensatz zur ideologietriefenden EU technologisch nicht festlegen und den Verbrenner nicht per Odre de Mufti abschaffen. Die Chinesen erkennen eben dass der seit Jahrzehnten immer weiter optimierte Verbrenner eben keine "Technologie von gestern" ist, weshalb Daimler und Co. so klug sind und ihre Motoren zukünftig dort entwickeln. Dumm nur für uns.

    Äh, die Chinesen haben mit ihrem vorgeschriebenen Anteil an mindestens 10% E-Autos vor ein paar Jahren die deutsche Autoindustrie erst richtig aufgeweckt ;). Ohne diese und ähnliche Regeln auch in vielen ideologietriefenden Nicht-EU-Ländern würde Herr Winterkorn immer noch den Diesel als Zukunftstechnologie anpreisen. Fakt ist, die EU und Deutschland hingen -auch aufgrund der Beharrungskräfte in der Industrie- bis vor ein paar Jahren massiv hinterher und drohten den Anschluss zu verlieren. Auch wenn wir so vielleicht noch 5 Jahre länger Kohle mit der Technologie von gestern hätten machen können, ist doch völlig klar, wo die Reise nun hingeht.


    Mittlerweile drängt selbst die Industrie wie oben gezeigt auf klarere Regeln und mutigere Vorgaben, spätestens da muss Euch doch auffallen, dass diese Schlacht geschlagen ist. Momentan überbieten sich alle deutschen Hersteller gerade darin, das Jahr, in dem sie keine neuen Verbrennermodelle auf den Markt zu bringen, nach vorne zu ziehen - auch hier ohne staatliche Vorgabe durch die "ideologietriefende" EU.


    In 10 Jahren redet keiner mehr über diese Jahre des Übergangs. Da fragen sich alle, warum das damals so ein Gewese gab. Obwohl sie sich wahrscheinlich gar nicht mehr dran erinnern werden.

  • Viele Jugendliche, die für die Klimawende demonstrieren, fliegen wenig später zum Rucksack-Jahr nach Australien.

    Das Narrativ in Frage zu stellen, also ob es wirklich um das Engagement "für das Klima" geht (was immer darunter verstanden wird), ob sich hinter der Fassade nicht womöglich andere Antriebe verbergen, ist aber offenbar nicht so gerne gesehen.

    Der Idealismus vor allen Dingen junger Menschen, die berechtigte Sorge angesichts weitreichender Umweltzerstörungen, lässt sie für diese von oben propagierte Klimapolitik begeistern. Wie so oft werden unter hehren Schlagwörtern ganz andere Ziele verfolgt, die machtpolitischer Natur sind.

    Naja, es ist einfach ein Unterschied, ob ich kritisch hinterfrage, ob mit gewissen Initiativen ganz andere Ziele verfolgt werden sollen als vorgegeben, oder ob ich durchgängig versuche den Fokus darauf zu legen, ob die, die die schlechte Nachricht aussprechen auch würdig sind, solche Botschaften an die Politik heranzutragen. Wikos lehnt die Botschaft der Protestler ab, weil die ja nicht authentisch selbst schon auf eigene Faust agieren, Valjean oder Heimdall lehnen die Botschaft ab, weil es ,,womöglich andere Antriebe" gibt bzw. mögliche Profiteure. Dass die grundlegende Idee der Proteste, die Politik zu Umweltschutz zu bewegen, jedoch unabhängig von den Botschaftern ein tatsächlich vernünftiger Schritt ist, weil es seit Jahrzehnten die Gewissheit gibt, dass etwas auf uns zukommt, aber nichts passiert ist politisch, das versuchen alle diese Ansätze maximal zu unterminieren.


    Aber ich will mich gar nicht mit Delegitimationsstrategien hier herumschlagen, gehe ich lieber auf die Sachpunkte ein:

    Zweitens widerspreche ich, dass diejenigen, die den Klimaumbau propagieren und von Verzicht reden, wirklich verzichten. Wirklich in Existenznöte kommen die kleinen Leute, nicht die Bionade trinkenden "Grün"-Anhänger in ihren sanierten Altbauwohnungen.

    Auch, wenn das wieder in Richtung populistischer (der kleine Mann soll nur ausgebootet werden) Delegitimation geht, so steht hier das Argument, dass Menschen über etwas entscheiden, dass sie selbst nicht betrifft. Ein valider Punkt in meinen Augen, nur ist die Frage, wie damit umgehen? Die meisten Gesetze werden von Menschen beschlossen, die nicht die Konsequenzen tragen müssen. Müssen aber deswegen nun Gesetze für die Landwirtschaft von Landwirten geschrieben werden, Regelungen über den Strafvollzug von Straftätern, Sanierungen von Straßen von den Anliegern? Das würde wohl deutlich regelmäßiger zu Missbrauch oder zumindest Fehlfunktion führen, wie man an Gesetzen, die Anwälte und Immobilien betreffen, bei der Zusammensetzung des Bundestages heute schon erleben kann.


    Erfahrene Ingenieure sind fast überall gefragt und das gibt's einen krassen Fachkräftemangel, insofern umso besser dass dort Potenziale frei werden. Es ist mehr Umorientierung als Wegfall.

    CO2 braucht in allen Produkten einen Preis, dann werden automatisch nachhaltigere Lösungen sich am Markt mehr durchsetzen.

    Auch bemerkenswert, dass gerade die Menschen in Europa, Amerika und Australien weniger Kinder bekommen sollen und nicht etwa in Afrika und Asien. Immerhin können die in Afrika und Asien (hier ist insbesondere der Nahe und Mittlere Osten gemeint) mehr geborenen Kinder künftig den demographischen Wandel in Deutschland abfedern und den Fachkräftemangel lindern.

    Der Punkt wurde im Zusammenhang des Klimaschutzes genannt, weshalb ich davon ausgehe, dass Du, Valjean, das zitierte als eine versteckte Konsequenz ausmachst. Ich gehe eher davon aus, dass sie den hochentwickelten Ländern weniger Kinder wünschen, aufgrund unseres schmutzigen Lebensstils. Da würde Zuwanderung eben genau die gleichen schlechten Werte liefern, weshalb Zuwanderung und Klimaschutz nicht zusammenhängen, bzw. eher insofern, als dass Zuwanderung ansteigt, wenn die Menschen in Afrika sich wegen des Klimas nicht mehr ernähren könnten. Auch der von erbse angesprochene Umbau des Arbeitsmarktes sollte eigentlich keine Zuwanderung befördern, denn es stimmt nicht dass es in Deutschland einen größeren Fachkräftemangel gibt. Ich kenne Leute, die in sogenannten Mangelberufen nach Deutschland kommen wollten, jedoch an den hohen Hürden gescheitert sind, so dringend ist der Bedarf also nicht. Gleiches kann ich in meinem Umfeld bei den Ingenieuren beobachten, die durchaus um Arbeitsplätze kämpfen und um gute Bedingungen. Probleme sind häufig mehr, dass zu wenig an den Unis ausgebildet werden, z.B. Ärzte, und die dann lieber billig aus dem Ausland angelockt werden sollen.


    Hier nun eines der stärksten Argumente m. E.:

    China stößt also jetzt schon mehr CO2 aus aus alle anderen Industrieländer zusammen. Und nun sollen noch einmal 43 Kohlekraftwerke hinzukommen. Aber klar doch: Für den Kampf um das Weltklima lohnt es allemal den Industriestandort Deutschland herunter zufahren.
    Und die chinesischen Wirtschaftslenker freuen sich bestimmt

    Der deutsche Sonderweg des Umgangs funktioniert einfach nicht. Ich bin mir recht sicher, dass wir es erleben werden. Spätestens wenn wir den Strom teuer in Tschechien ankaufen. Oder sich die Frage stellt, wie wir die ganzen Akkus umweltgerecht entsorgen/recyclen. Schauen wir mal. Worum es aber geht, ist die Frage, ob die daraus entstehenden ökonomischen Schäden revidierbar/ausgleichbar sein werden.

    Verbrennungsmotoren werden keinesfalls global abgeschafft. Daimler verlegt bald als erster deutscher Hersteller die Entwicklung und Produktion von Verbrennungsmotoren komplett nach China bzw. Asien, oder anders gesagt, hochqualifizierte Arbeitsplätze und Knowhow werden gratis ins Ausland verschenkt. Dummheit pur was unsere Eliten da betreiben.

    Die Chinesen erkennen eben dass der seit Jahrzehnten immer weiter optimierte Verbrenner eben keine "Technologie von gestern" ist, weshalb Daimler und Co. so klug sind und ihre Motoren zukünftig dort entwickeln.

    Wir gehen natürlich mit einem Vorausgehen ins Risiko. Wir sind ein großes Industrieland, wo man viel kaputt machen kann, siehe Großbritannien in den vergangenen Jahrzehnten. Aber wir schmücken uns gerne mit einer angeblichen Führung auf diversen Feldern, es wäre nach sehr langer Zeit wieder so, dass in Deutschland etwas großangelegt probiert wird. Ich möchte daran erinnern, dass wir in einer der erfolgreichsten Zeiten Deutschlands sehr viel riskiert und probiert haben. Man denke an die Sozialgesetzgebungen, an das Patentrecht, u.a.m. Das war zur jeweiligen Zeit sicherlich auch nicht ein garantierter Erfolg. Heute leiden wir jedoch an einem sehr hohen Pegel an Risikoaversion. Das soll kein Freifahrtsschein sein, die angesprochenen Chinesen nutzen jede Lücke, z.B. jetzt um doch noch an die unereichbare Motorentechnologie ran zu kommen. Ich würde mir nachdem ich die Aussagen nun hier dazu gelesen habe auch wünschen, dass wir dieses geistige Eigentum nicht verscherbeln aus Minderwertschätzung, wie jeder Versuch der Maglev Zug Technologie. Wobei es mit den Verbrennungsmotoren auch einfach so sein könnte, dass aufgrund der eingestellten Weiterentwicklung die Chinesen eh aufgeholt hätten, und man jetzt eben noch alles ausschlachtet, was ökonomisch geht, und später der Verbrennungsmotor als niedere low-tech Lösung in Schwellenländern zusammengebastelt wird. So könnte man die Billigproduktion in China auch deuten.

    Wenn es meint, dass sich die Politik von diesen Leuten bzw. deren Hintermännern in ein gelenktes Stimmungsklima treiben lassen soll, aus dem dann irrationale Entscheidungen entstehen können, ist es legitim, nach Einhalt zu rufen.

    Ich hoffe, solche Entscheidungen, wie die des Weggebens der Verbrennertechnologie, sind hier gemeint, und nicht, dass es wieder darum geht, die schlechte Nachricht hinter dem Protest, nochmals, also die vollkommene Unfähigkeit bisher auf wissenschaftliche Erkenntnisse bezüglich des Klimawandels adequat politisch zu reagieren, zu unterminieren.

  • Allein, ich erachte diese Maßnahmen, die unter dem Label Klimaschutz erfolgen im Sinne eines tatsächlichen Umweltschutzes für Etikettenschwindel. Beispiel: Wärmedämmungen an Häuserfassaden, die nach ein paar Jahrzehnten als Sondermüll aufwendig entsorgt werden müssen. Gleiches gilt für in die Jahre gekommene Windräder.

    Unternehmen schmücken sich mit einem "grünen Label" da sie CO2-neutral aufgestellt sind und dies auch mittels Zertifikaten nachweisen können. Derweil geht die Umweltzerstörung, Bodenversiegelung uvm. ungehemmt weiter.

    Ich denke, jedem, dem das Umweltthema wichtig ist, wird sich sehr gerne dieser Kritik anschließen und darum ringen wollen, dass es echte Verbesserungen am Ende werden. Keiner hat etwas davon, wenn die Lösungen nicht überzeugen, also keine wirklichen sind. Ich würde jedoch abraten, Fehlentwicklungen der Umstellung auf Klimafreundlichkeit einzig und allein anzulasten. Nehmen wir Dein Beispiel Windkraft. Ja, die Rotorblätter werden ohne Rücksicht auf deren Wiederverwendbarkeit prodziert. Nun werfe jedoch einen Blick in den Flugzeugbau. Die nächste Generation an Flugzeugen, von denen bereits seit mehreren Jahren einige Baureihen in der Luft sind, bestehen aus Kompositmaterial, ähnlich den Windrädern, statt Aluminium. Das zeigt zwei Dinge. Zum einen kann man nicht erwarten, dass die Umwelttechnik automatisch anders ist, als die bisherige Wirtschaft. Zum anderen, dass es Chancen gibt ursprünglich umweltschädliche Prozesse durch den Massenmarkt sauber zu bekommen, was aber wohl Zeit braucht sich erst aufzubauen. Hier wäre mein Beispiel die Bleibatterie, z.B. aus Autos. Die wird trotz schwierigem Umgang praktisch komplett recyclet. Gleiches kann mit den Isolierstoffen geschehen, wenn Erdöl nicht mehr die billigste Option ist, und genügend Altisoierungen zur Verfügung. Gleichzeitig sollte man aber ganz selbstverständlich regulatorisch auf mehr Kreislauf schon setzen.

  • Zugleich muss es durch diese aktuelle Phase hindurchgehen, um überhaupt auf einer höheren Ebene angelangen zu können. Darum kann man übrigens den Afghanen auch nicht mit der Demokratiekeule kommen, die brauchen erst mal starke Führung, Regeln und einen Systemaufbau. Wenn man durch die Basics durch ist, kann man sich irgendwann über Demokratie unterhalten.

    Das sehe ich auch so, wobei die Länder Entwicklungsschritte auch überspringen, z.B. in der Digitalisierung. Ich habe in Ländern gearbeitet, in denen ich nicht einmal ein Stück Papier gebraucht hatte, alles über das Handy lief. Gleiches passiert mit der Stromversorgung durch Erneuerbare, die ein niederschwelliges Angebot an Entwicklungsländer bietet.


    in Alten- und Pflegeheimen zu finden sind und in der Familie keine beratende Funktion mehr ausüben können, bleiben zur Information die einseitigen Medien.

    Ich sehe da auch ein Problem. Unsere Gesellschaften im Westen sind geschwächt, weil die Familie als Netz geschwächt ist. Das lässt Menschen vereinsamen und abdriften bis hin zu Verschwörungstheorien. Das gilt natürlich auch für die Jugend, die aufwächst in einer Welt, in der Mama am Handy hängt, statt mit dem Kleinkind zu reden, die im Jugendalter in Spielen und Internet sich verliert, statt Lebenserfahrung zu sammeln. Aber ich bezweifle, dass es der Jugend an Information mangelt. Die Medien waren nie diverser als heute, früher war vielleicht eine Zeitung im Haus, heute kann man 20 Zeitungen lesen und noch eine politische Analyse auf Youtube schauen. Da braucht es Medienkompetenz, klar, aber das können leider nicht mal die Alten lehren, die digitale Revolution lässt alle bei null starten. Deswegen kommt das auch jetzt erst in die Lehrpläne, wie Medienkompetenz funktioniert.

    Solche [politischen] Zugänge haben nicht irgendwelche Menschen, die mal zu zufällig mit gleichen Interessen kooperieren. Oder hat z.B. der Stadtbild-Vorsitzende schon Obama getroffen und neben der Kanzlerin vor der UNO gesprochen?

    Der entscheidende Unterschied liegt in der breiten Unterstützung verschiedenster Gesellschaftsvertreter, z.B. Wissenschaftler (Scientists for future) etc, durch hohes Bürgerengagement und dem folgenden Pressewirbel. Deshalb lobbyiere ich hier im Forum so für eine maximale Offenheit für alle Interessierten. Nur wenn wir viele sind, öffnen sich genau jene Türen. Dann wird das Thema plötzlich wichtig. Ich habe übrigens auch schon mal eine Stunde mit unserem Landrat und auch schon mit einem Wirtschaftsstaatssekretär sprechen dürfen, die Politik ist also weniger entfernt, als Du vielleicht denkst.


    Ganz zu schweigen davon dass Verbrenner (insbesondere Diesel) keineswegs schlechter in der Co2-Bilanz sind als Elektroautos

    Das stimmt nicht, die Realverbräuche von den Verbrennern, nicht vergleichbare PS-Zahlen, unrealistische Annahmen, dass 100% Kohlestrom genutzt würde, sowie die ganze Zulieferkette des Kraftstoffs werden meistens bei den Berechnungen unterschlagen, während man beim E-Auto die Emissionen der ,,Kraftstoffproduktion" haarklein einrechnet. Es gibt jedoch Rechnungen, die das sauber machen und dann kommt man zu einem sehr differenzierten Bild, dass z.B. die neue E- S-Klasse oder das dickste Modell von Tesla tatsächlich ewig fahren müssten, um das zu kompensieren, aber selbst diese nach 10 Jahren, den Ausgleich schaffen. Kleinere Modelle natürlich viel, viel schneller.

    Fallen alle AKW's und Kohlekraftwerke komplett weg (und das soll ja so kommen), wird Deutschland regelmäßig massiven Strommangel haben. Mit fatalen Folgen für alle. Die Industrie wandert flächendeckend ab

    Das Problem ist, dass genau die gleichen Aussagen damals kamen, als die Erneuerbaren bei 5% lagen. Da hieß es 10% würde kein Netz verkraften. Jetzt haben wir teilweise 50% und wie Heinzer überraschend zeigte, sinkt sogar die Ausfallzeit des Netzes. D.h. für mich als Laien, dass es Techniken gibt, von denen ich nicht allzuviel verstehe, die das Netz stabilisieren, selbst bei enormen Schwankungen, wie wir es heute mit den Erneuerbaren haben. Das ist insofern nicht ganz verwunderlich, denn die Nachfrage schwankt ja auch drastisch, d.h. die Stromnetze mussten immer schon Techniken entwickeln, dies zu kompensieren.

  • Jetzt reicht langsam das Thema, ist das hier ein Energieforum oder ein Architekturforum.

    :daumenunten: 😡

    Ja, ich glaube auch, mein Thread hat sich vom Thema Stadt entfernt. Wir haben alle Argumente ausgetauscht, wir drehen uns im Kreis.

    MODERNExit: Mehr Altstadt wagen!

  • vernünftiger Schritt

    Mit Vernunft hat FFF nun wirklich nichts zu tun, sondern mit Gefühlen. Realen Gefühlen von Schüler/-innen und erzeugten Gefühlen via Medientransport. Dadurch erklärt sich auch die Naivität gegenüber der Anfälligkeit der hiesigen Stromversorgung und des Wirtschaftsstandorts sowie der (mal wieder recht deutsche) blinde "Alles wird klappen"-Glaube. Ich hingegen bin durchaus für einen Umbau der Energiewirtschaft und eine gewisse Änderung von Lebensweisen, aber mit Zeit und Maß, nicht übereilt und auf volles Risiko. Durch den Wahn, Deutschland müsse die Welt retten, verspielen sie womöglich leichtfertig ihre Lebensgrundlage. Aber vielleicht ist das immer so. "Alles was entsteht ist wert, dass es zugrunde geht."

    Ich habe übrigens auch schon mal eine Stunde mit unserem Landrat und auch schon mit einem Wirtschaftsstaatssekretär sprechen dürfen, die Politik ist also weniger entfernt, als Du vielleicht denkst.

    Na, dann warst Du ja schon ganz nah an den Schalthebeln der großen Macht. :zwinkern:

    in Richtung populistischer (der kleine Mann soll nur ausgebootet werden) Delegitimation

    Nochmals. Von mir aus sollen sie sogar alles im Eiltempo auf den Kopf stellen. Ich will aber, dass die Kinder aus den Hipster-/Bionade-Haushalten mithaften. Ich will, dass es verhindert wird, dass sie das sinkende Schiff verlassen, wenn hier die Lichter ausgehen. Ich will nicht, dass dann die Herren Redakteure, Solarstrom-Geschäftsführer oder Politiker ihren kleinen Lukas Benjamins oder Sophie Charlottes nahelegen, schnell mal nach Frankreich, Dubai, Singapur oder Kanada auszuwandern, um - dank zahlreicher Auslandssemester und Sprachreisen - dort als Mitarbeiter eines global agierenden Konzerns anzuheuern, wieder die dicke Kohle in die Taschen zu stecken und über das Geschehen in Deutschland mit den Schultern zu zucken. Das wird nämlich passieren. Ich kenne ja bereits die Begründungen für die Schulwechsel, wenn es ihnen dort persönlich doch etwas zu bunt geworden ist. Nein, mitgefangen, mitgehangen. Reichtum den Wohlstands-Gutmenschen nehmen, Schlupflöcher für sie und ihre Kinder zusperren. Wenn das Populismus ist, bin ich gerne Populist.

  • Nochmals. Von mir aus sollen sie sogar alles im Eiltempo auf den Kopf stellen. Ich will aber, dass die Kinder aus den Hipster-/Bionade-Haushalten mithaften. Ich will, dass es verhindert wird, dass sie das sinkende Schiff verlassen, wenn hier die Lichter ausgehen. Ich will nicht, dass dann die Herren Redakteure, Solarstrom-Geschäftsführer oder Politiker ihren kleinen Lukas Benjamins oder Sophie Charlottes nahelegen, schnell mal nach Frankreich, Dubai, Singapur oder Kanada auszuwandern, um - dank zahlreicher Auslandssemester und Sprachreisen - dort als Mitarbeiter eines global agierenden Konzerns anzuheuern, wieder die dicke Kohle in die Taschen zu stecken und über das Geschehen in Deutschland mit den Schultern zu zucken. Das wird nämlich passieren. Ich kenne ja bereits die Begründungen für die Schulwechsel, wenn es ihnen dort persönlich doch etwas zu bunt geworden ist. Nein, mitgefangen, mitgehangen. Reichtum den Wohlstands-Gutmenschen nehmen, Schlupflöcher für sie und ihre Kinder zusperren. Wenn das Populismus ist, bin ich gerne Populist.

    Also momentan ist es eher umgekehrt, Deutschland hat Nettoeinwanderung aus Kanada und Frankreich und wer will schon nach Singapur oder Dubai? Fürchterlich heiß und öde. Wie gesagt, in Eurem seltsamen allumfassenden Kulturpessimismus verpasst Ihr, dass Deutschland sich in den letzten 10 Jahren gerade für Hochqualifizierte aus vielen Ländern zu einem interessanten Einwanderungsziel entwickelt hat.


    Jahrzehntelange Auswanderungsländer wie das UK, die USA und eben auch Kanada oder Australien, die ewig lange von einem deutschen "brain drain" profitiert haben, sind nun Herkunftsländer, bei denen die Nettoaus- und einwanderungsbilanz positiv zugunsten Deutschlands ist, zum ersten Mal in der deutschen Geschichte (oder seit es die jeweiligen Staaten gibt). Das wird hier alles ausgeblendet, stattdessen krampfhaft das Netz nach schlechten Nachrichten durchforstet, die aber genauso auch für jedes andere Land mit 3 Googleklicks zu finden sind.


    Dann kommt immer, naja, mir geht es um die Zukunft, jetzt geht es ja noch - aber auch in Bezug auf Zukunftsfähigkeit haben sich die Aussichten Deutschlands seit der Jahrtausendwende massiv verbessert, entgegen den Vorhersagen Eurer Vorgänger damals oder Eurer Vorvorgänger 1980. In den 1990er und 2000er Jahren hat Deutschland jährlich hunderttausende gutqualifizierter Menschen verloren - nun ist die Nettobilanz positiv und auch die Zahl der auswandernden Deutschen nimmt seit Jahren ab. Zeitgleich ist der Arbeitsmarkt zur Zeit und trotz Corona wie leergefegt, man kann im Prinzip überall einen gutbezahlten Job bekommen, wenn man bis drei zählen kann und der Arbeitskräftemangel wird sich noch verschärfen.


    Kann einfach diesen prinzipiellen und allumfassenden Kulturpessimismus hier überhaupt nicht teilen. Gibt es Probleme? Na klar gibt es die, wie in jedem Land. Aber trotz aller Versäumnisse und Trantütigkeit der späten Merkeljahre bleibt Deutschland ein in vielerlei Hinsicht prosperierendes Land. Wenn man hier mitliest, denkt man manchmal, das Land stünde kurz vor einem vollständigen Zusammenbruch. Es spricht nichts dafür, dass wir nicht auch den klimafreundlichen Umbau unserer Wirtschaft geschaukelt bekommen, diese ist da überraschenderweise sogar schon weiter als viele Foristen hier.

  • Heimdall Gut, in Deinem ausgeführten Kontext nehme ich meine Formulierung ,,vernünftig" zurück. Natürlich ist mir auch wichtig, dass es Hand und Fuß hat, was gemacht hat, und da bin ich nicht weit weg von der Position, dass bereits viel herum gestümpert wurde. Ich sprach über Vernunft im Zusammenhang, dass man langsam mal endlich reagiert auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse.

    Für einen Niemand ist diese Ebene der Politik schon was, vor allem, wenn die sich für einen persönlich länger Zeit nehmen. Aber mir ging es ja nur darum, dass es schnell gehen kann, dass man mit Verantwortlichen spricht.

    Du spielst leider ziemlich stark herunter, dass es die Klimaprotestler natürlich auch treffen wird. Das sind nicht alles verkappte Millionäre, und gerade weil sie auch reisen, trifft sie so etwas wie teurere Flüge doch ganz genauso. Es gibt mittlerweile mehrere Parteien, die sich Konzepte überlegen, wie man die Belastungen für die ärmeren Schichten auffängt. Ich finde ja richtig, was Du sagst, dass es eine vergleichbare Belastungen geben sollte für alle sozialen Schichten. Nur gibt es da einen gewissen Konflikt, wer z.B. heute Vielflieger mit Billigfliegern ist, der wird wohl in Zukunft zumindest ein wenig mehr verzichten müssen. Wer einen Kohleofen hat, wird wohl mehr verzichten müssen (nämlich auf enorm günstiges heizen). Sprich wer heute besonders viel verschmutzt, muss mehr verzichten, als andere wahrscheinlich. Das kann keine noch so kluge Regelung auffangen, weil der absolute Ausstoß leider zählt. Da die Reichen viel mehr CO2 ausstoßen, muss man reagieren, das ist glaube ich ein guter Gedanke, den ich erst von Dir jetzt habe. Aber wenn man es schafft die Lebensqualität weit oben zu halten, z.B. indem man eben nicht den Individualverkehr abschafft, wie radikale Grüne sich wünschen, sondern sauberen Ersatz für heutige Annehmlichkeiten schafft, dann ist das Ausweichen in laxere Umweltschutz Staaten wohl beherrschbar.

    Für die Städte könnte die soziale Frage bedeuten, dass man diesen Menschen, die nicht die Mittel haben, Hilfe anbietet, z.B. durch Shared Mobility, Fernwärme mit speziellen Tarifen, ... so könnte man die gröbsten Ungerechtigkeiten ausgleichen. Wenn jede Stadt in die Verantwortung genommen würde für ihren Ausstoß, dann würden sich wahrscheinlich schnell sehr individuelle Programme entwickeln zum sozialverträglichen Umstieg, die besser funktionieren als bundesweite Gießkannenregelungen.

  • Wie gesagt, in Eurem seltsamen allumfassenden Kulturpessimismus verpasst Ihr, dass Deutschland sich in den letzten 10 Jahren gerade für Hochqualifizierte aus vielen Ländern zu einem interessanten Einwanderungsziel entwickelt hat.


    Jahrzehntelange Auswanderungsländer wie das UK, die USA und eben auch Kanada oder Australien, die ewig lange von einem deutschen "brain drain" profitiert haben, sind nun Herkunftsländer

    Auch wenn es keinen statistischen Wert hat, aber diese Aussage wird gestützt von Auswanderern aus den USA, alle hochgebildet, die über ihr neues Leben in Deutschland auf Youtube berichten. Als Beispiele seien hier nur mal Passport Two (19.000 Abonnenten), My Merry Messy Life (fast 20.000 Abonnenten), Zoie-Marie (fast 29.000 Abonnenten) oder NALF (fast 72.000 Abonnenten) genannt.


    Das sind alles Menschen, die dieser typisch deutschen, kulturpessimistischen Weltsicht widersprechen und die gerade deshalb hier hin kommen und für dieses gegenwärtige Deutschland so viel Werbung machen, weil sie es gut finden und überzeugt sind, dass das Leben hier besser ist als woanders.

  • Ich sehe da auch ein Problem. Unsere Gesellschaften im Westen sind geschwächt, weil die Familie als Netz geschwächt ist. Das lässt Menschen vereinsamen und abdriften bis hin zu Verschwörungstheorien. Das gilt natürlich auch für die Jugend, die aufwächst in einer Welt, in der Mama am Handy hängt, statt mit dem Kleinkind zu reden, die im Jugendalter in Spielen und Internet sich verliert, statt Lebenserfahrung zu sammeln. Aber ich bezweifle, dass es der Jugend an Information mangelt. Die Medien waren nie diverser als heute, früher war vielleicht eine Zeitung im Haus, heute kann man 20 Zeitungen lesen und noch eine politische Analyse auf Youtube schauen. Da braucht es Medienkompetenz, klar, aber das können leider nicht mal die Alten lehren, die digitale Revolution lässt alle bei null starten. Deswegen kommt das auch jetzt erst in die Lehrpläne, wie Medienkompetenz funktioniert.

    Und wie soll ein Jugendlicher aus der lastigen (nicht "lästigen") Medienflut deren geringen Wahrheitsgehalt ohne eigene Lebenserfahrungen herausfinden? Wie soll er sich gegen Angriffe verteidigen, wenn z.B. seine Sympathie für Rekonstruktionen sofort als rückständig, manchmal sogar rechts(außen) eingestuft wird. Dazu brauchte er absolute Vertrauenspersonen, die ihm erklären, was darunter eigentlich zu verstehen ist.

    Im Internet findet er diese nicht.

  • Und wie soll ein Jugendlicher aus der lastigen (nicht "lästigen") Medienflut deren geringen Wahrheitsgehalt ohne eigene Lebenserfahrungen herausfinden? Wie soll er sich gegen Angriffe verteidigen, wenn z.B. seine Sympathie für Rekonstruktionen sofort als rückständig, manchmal sogar rechts(außen) eingestuft wird. Dazu brauchte er absolute Vertrauenspersonen, die ihm erklären, was darunter eigentlich zu verstehen ist.

    Im Internet findet er diese nicht.

    Ich kann das nur aus einer sehr persönlichen Perspektive beantworten. Mir hat keiner erklärt, wo ich meine Informationen her bekomme. Nun hatte ich es etwas einfacher, damals gab es kein so breites Spektrum, aber ich habe mir doch auch ein paar mal die Finger verbrannt, wo ich erst nach einer Weile begriffen habe, dass dort nicht sauber gearbeitet wird. Da hilft aber am besten Streuung. Als junger Mensch hat man sehr viel Zeit. Ich hatte damals die Möglichkeit aus den Produkten verschiedener Zeitungen und sonstiger Medien meine Informationen zu bekommen und untereinander zu vergleichen. Da seitdem das Angebotsspektrum so enorm gewachsen ist, begrüße ich, dass Kindern grundsätzliche Medienkompetenz gelehrt wird in der Schule. Also z.B. dass man am besten alles schnell vergisst, was in irgendwelchen sozialen Netzwerken kursiert. Was ein wenig fehlt scheinbar ist die Herangehensweise, wie man auf solchen Plattformen Qualität findet. Das sehe ich daran, dass wirklich gute Kanäle oftmals so tief begraben sind, dass sie wohl nur von wenigen aktiv gefunden werden. Ein Beispiel wäre u.a. SandRhoman Geschichte auf Youtube.

    Dass man sich gegen falsche Anschuldigungen über persönliche Interessen, wie Rekonstruktion, zur Wehr setzt, hat mehr etwas mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun. Da denke ich, dass der jeweilige junge Mensch schon früher oder später merkt, dass man da ganz schnell unglücklich wird, wenn man sowas unhinterfragt lässt, und dann die Freude damit, sich nicht mehr zugesteht.

  • Verzeiht den Auszug auf Englisch, aber da es große Diskussionen bezüglich des Erfolgs einer deutschen Klimawende gab im Mobilitätsstrang, habe ich ein wenig nachgelesen und bin auf folgenden Artikel von 2015! gestoßen:

    Im Artikel wird Uruguay herausgestellt, das wohl mit dem deutschen Strommix noch am meisten Ähnlichkeit aufweisen dürfte und mittlerweile bei 98% Erneuerbaren im Strommix angelangt ist. Es zeigt, dass Deutschland nicht ,,allein die Welt retten will" oder etwas riskiert, das niemand sonst riskiert, wie so oft kolportiert, sondern, dass das Hauptmerkmal nun ist, dass wir eben eines der größten Industrieländer sind, das diesen kleineren Staaten mit ihren proof of concept folgt. Andere Staaten wie Norwegen wurden noch nicht einmal aufgeführt. Das ist natürlich eine gigantisch andere Herausforderung, wir können nicht wie Paraguay einfach ein paar Staudämme bauen und fertig. Aber Uruguay zeigt, dass eine Transformation relativ zügig und auch günstig sein kann, wenn man sie richtig managed und nicht wie bei uns verstolpert.


    https://www.theguardian.com/en…to-nearly-95-clean-energy


    Vielleicht sollte man für einen Blick auf die Energie- und Klimawende in unseren Städten, sich solche Staaten anschauen, ob sich bei denen etwas im Stadtbild verändert hat, seit dem Wandel, oder ob erst weitere Umbauten sich stärker auf die Städte auswirken.

  • Uruguay

    Ich habe gerade mal auf die Schnelle nachgeschaut. Die Information stimmt, auch wenn ich auffällig finde, dass ich bei der Internetsuche außer auf den linken "Guardian" vor allem auf kleine Nischen-Webseiten von Windkraftbefürwortern treffe. Das Thema scheint also (noch?) keines für unsere hiesigen Mainstream-Medien, die ja der Energiewende weitgehend freundlich gegenüber stehen. Da ist nach den Gründen zu fragen.


    Abgesehen davon müssen aber Unterschiede betrachtet werden, die ich eben gerade mal nachschaute. In Uruguay spielt die Landwirtschaft eine weit bedeutendere Rolle, in Deutschland liegt der Schwerpunkt auf Industrie und Dienstleistung. Uruguay hat eine Bevölkerungsdichte von 20 Einwohner/Quadratkilometer, Deutschland hat 233 Einwohner/Quadratkilometer. Das Stromnetz Uruguays scheint sich auf die städtischen Bereiche zu beschränken. Auf dem platten Land herrscht offenbar eine autarke Versorgung vor. Bei "Wikipedia" jedenfalls lese ich: "Auf den Estancias im Landesinneren existiert üblicherweise kein Anschluss an das reguläre Stromnetz. Dort erfolgt die Versorgung über Inselnetze, die z. B. mit Dieselgeneratoren und kleinen Windrädern gespeist werden." Auch ist der Energieverbrauch in Uruguay geringer. Zudem wird Uruguay als Land mit guter Windhöffigkeit erwähnt. Da dürften die Verhältnisse ähnlich wie in Teilen Norddeutschlands sein.


    Also, das Beispiel Uruguay ist interessant. Aber die Unterschiede müssen eben auch im Blick gehalten werden.

  • Die Information stimmt, auch wenn ich auffällig finde, dass ich bei der Internetsuche außer auf den linken "Guardian" vor allem auf kleine Nischen-Webseiten von Windkraftbefürwortern treffe. Da ist nach den Gründen zu fragen.

    Bitte schön, dann liefere ich eben noch eine zweite, aktuelle ,,Mainstream" -quelle, aber obacht, ist vom deutschen Staat bezahlt: