Schloss Gieboldehausen bei Göttingen

  • Ich frage mich, ob sie jeden romantischen Fleck kaputtmachen müssen. Und das alles aus der Doktrin, dass Anbauten stets modernistisch und möglichst auffällig unangepasst zu sein haben. Hoffentlich wird aus diesen Plänen nichts.

  • Abgesehen davon, dass die Architektur etwa dem Niveau eines durchschnittlichen Gewerbegebiets entspricht, verstehe ich auch das Konzept hinter den Erweiterungsplänen nicht. Den Aufzug kann man ja noch nachvollziehen, um das Gebäude barrierefrei zu bekommen. Aber wozu bitte will man das bestehende Standesamt mit Trauungsraum mit einem Konferenzraum erweitern. Und, für mich die absolute Krönung, wieso soll dieser Konferenzraum eine direkte Verbindung mit dem Trauungszimmer bekommen?


    Ich denke sogar, dass man - unabhängig von den inhaltlichen Zweifeln am Konzept - den Anbau recht ansprechend und nicht störend umsetzen kann. In Lübeck wurde ja unlängst bewiesen, dass man mit qualitätvollen (und in der Regel traditionellen) Bau- und Fassadenmaterialien hochwertige moderne Architektur hinbekommen kann. Dort ist es in der Regel Ziegel, hier wären Mauerwerk (Sandstein, notfalls auch Kalksandstein oder Beton, dann aber geschlämmt oder mit Kalkputz) und Holz die Materialien der Wahl. Der Aufzug hätte dann die Optik eines Treppenturms (wie es sie ja an Renaissanceschlössern des Öfteren gab), und den Rest könnte man schön dezent dahinter platzieren, vielleicht mit etwa mehr Abstand zum Schloss, verbunden über einen überdeckten offenen Gang oder dergleichen.


    Es braucht halt nur ein wenig Vorstellungskraft.