Magdeburg - Rekonstruktionsprojekt Prämonstratenserberg

  • Und was ist das bitte?

    Ein Beispiel für ein repräsentatives Gebäude in einer engen Lage. Genauer gesagt: Der Palazzo Lazzaro Grimaldi in Genua. In der Altstadt von Genua findet man hunderte solcher Palazzi in engsten Gassen und an winzigsten Plätzen. Nicht wenige davon übrigens auch auf abschüssigem Gelände.


    Nebenbei bemerkt eine weitgehende Rekonstruktion nach starker Zerstörung im 2. Weltkrieg.

  • Danke. Noch besser wäre es gewesen, wenn die Erklärung gleich mit dem Bild geliefert worden wäre, statt dass es kommentarlos in die Diskussion geworfen wird.

  • Noch besser wäre es gewesen, wenn die Erklärung gleich mit dem Bild geliefert worden wäre, statt dass es kommentarlos in die Diskussion geworfen wird.

    Na, in Kombination mit dem Zitat war das ja wirklich selbsterklärend:

    Jemand schreibt: "Niemals hat man in der Baugeschichte ein solch repräsentatives Gebäude in einer so engen [...] Lage errichtet." Und ich stelle das Bild eines repräsentativen Gebäudes ein, das in einer noch viel engeren Lage errichtet wurde. Ich weiß nicht so ganz, was daran nicht zu verstehen ist. Um welches Gebäude es sich handelt, ist für den Punkt, den ich damit gemacht habe, ja nicht wirklich wichtig.

  • Das hätte auch ein historistischer Kasten sein können, dann hätte es gar nix zur Diskussion beigetragen. Ich bin auch nicht sicher, ob ein Vergleich Norditaliens mit Mitteldeutschland wirklich zielführend ist. Die Aussage von Resurrectus ist in ihrer Absolutheit wohl falsch, es steckt aber Richtiges darin. Ich sehe die ganze Sache ebenfalls sehr skeptisch.

  • Es ist nur der Anfang was sehr umfangreich sein könnte und sollte. Die Wohnbunker und Wohnsilo's der DDR die in M. stehen haben wenig mit der wunderbaren ehemalig Altstadt zu tun und sollen, wie auch in Potsdam, auf der Dauer allen verschwinden. Bin gespannt wie das "Alte Magdeburg" über 100 Jahren aussehen wird und aus welchen Epochen die Reko's gewählt werden. Denke dann sofort an die Neumarkt oder Altstadt von Frankfurt als Vorbilder. Ich selber bin für der Zustand von 1944, also wie Magdeburg aussah vor der totalen Zerstörung. Dann, wie in Dresden, Schritt nach Schritt vorwärts gehen. Gleicht hier genau auf Potsdam, wo die Kommi's Wiederstand leisten mit "Grün" Verlust usw.

  • Ein weiterer wichtiger Zwischenschritt wurde gestern gegangen. Jetzt geht es an die Konkretisierung des Bauprojektes.


    Eine wichtige Einwendung kam über die Fraktion Grüne/Future per Änderungsantrag, der auch knapp angenommen wurde. Folgende wichtige Passage wurde beschlossen:

    "dass auf die Historie des Heiliggeistviertels Rücksicht genommen wird und der FB 42 (Stadtgeschichte) sowie das Stadtarchiv mit einbezogen werden."


    Insofern mal alle locker machen und der Dinge harren, die da kommen werden. Wichtig war gestern, dass wir klar auf dem Kurs einer kleinteiligen Altstadtbebauung geblieben sind.

    Ob überhaupt Rekonstruktionen kommen und wenn ja welche und wie viele, wird sich zeigen.


    Zum Protest: Es gab lockeren Protest aus dem Kreis der Plattenbaubewohner heraus. Die konnten 150 Unterschriften sammeln. Der Protest wurde aber auch reichlich negativ in der Stadt kommentiert. Eine gut organisierte Gegeninitiative ist im Moment nicht vorhanden.

    Die Grünfläche wird dort zwar geschätzt, allerdings ist sie beileibe nicht derart ideologisch beladen wie jene am Ulrichsplatz. Insofern muss man abwarten, ob es dort tatsächlich zu einer ähnlichen Polarisierung kommt.

  • Die Plattenbaubewohner: vielleicht Einwanderer die keine Beziehung mit der Vergangenheit Magdeburgs haben oder Deutsche Architektur überhaupt. Warum ärgern diese Leute sich an Neubauten in ihrer Umgebung die nicht nach Plattenbauten riechen und aussehen? Die 150 sollen ruhig in ihre Bunker wohnen können ohne sich bedroht zu füllen von was nur angenehm und schön ist.

  • Die Plattenbaubewohner: vielleicht Einwanderer die keine Beziehung mit der Vergangenheit Magdeburgs haben oder Deutsche Architektur überhaupt. Warum ärgern diese Leute sich an Neubauten in ihrer Umgebung die nicht nach Plattenbauten riechen und aussehen? Die 150 sollen ruhig in ihre Bunker wohnen können ohne sich bedroht zu füllen von was nur angenehm und schön ist.

    Das sind schon größtenteils Magdeburger.
    Man muss schon ein Stück Verständnis für diese Leute haben. Viele der meist älteren Bewohner wohnen dort bereits seit 20, 30, zum Teil 40-50 Jahren und gucken im Moment ins Grüne und selbst die unteren Etagen haben Elbblick. Da ist jede Bebauung, ja jede Veränderung des seit Jahren gewohnten Ist-Zustandes ein Dorn im Auge. Ganz normal. Würde ich dort seit seit 20 Jahren wohnen, würde ich vermutlich ähnlich denken.


  • Genau so stand es im Juni 2021 in der "Volkssrimme".


    Visualisierung: Architekten und Ingenieure Duong+ Schrader


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    Die hochgeladene Visualisierung musste leider wegen potentieller Urheberrechtsverletzung entfernt werden. Ich habe die Visualisierung jetzt stattdessen durch externen Link eingebunden. Bitte macht das in Zukunft gleich so (Philon)

  • Also, die modernen Gebäude müssten schon etwas besser an die Barock-Rekonstruktionen angepasst werden. Sie werden ja als moderne Gebäude kenntlich sein. Das ist aber Bruch/Kontrast genug. In Farbgebung, Materialität und einer gewissen (wenn auch reduzierten) Fassadenplastizität aber sollte schon ein Interesse an einer halbwegs harmonischen Ensemblewirkung vorhanden sein.

  • Meiner Ansicht nach lässt sich auch hier das Hauptproblem in der Proportionierung der Gebäude finden, ähnlich wie im Gründerviertel in Lübeck. Durch die seit dem Bauhaus üblichen Stockwerkshöhen sind entweder die Fenster zu gedrungen, oder aber man löst das Problem durch bodentiefe Fenster, wodurch dann die Fassade durch Glasflächen dominiert wird und der Abstand zwischen den Fenstern unharmonisch aussieht.


    Würde man die Stockwerkshöhen an die Barockbauten anpassen, auf einfache Putzfassaden setzen und die Gebäude traufständig konzipieren, könnten sie einen würdigen Rahmen für die Barockbauten mit ihren Prachtgiebeln bilden. Setzt man dagegen auf "Kontraste", "moderne Akzente" und maximale Raumausnutzung, wird das Ergebnis natürlich dementsprechend geschmälert.

  • Wenn dich das Thema interessiert, dann schau dir doch einfach die letzten Beiträge hier an! Beginnend mit meinem ersten vom 15. Juli. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 15. Juli beschlossen, das Projekt weiterzuverfolgen. Das war vor gerade einmal anderthalb Monaten. Die konkreten Planungen für eine Bebauung des Prämonstratenserberges haben damit erst begonnen. Alle Visualisierungen und Pläne, die hier im Strang bislang gezeigt wurden, waren nur Vorüberlegungen. Es steht noch nicht fest, welche Rekos kommen werden. Die Entwürfe für die Neubauten zwischen ihnen sind in den Visualisierungen eher als Platzhalter zu verstehen und noch nicht wirklich konkret.


    Ein Beispiel: In dem bisherigen Entwurf sehen wir zur Elbe hin, an der Materlikstraße, die Reko eines barocken Bürgerhauses. In dem vorgelegten Nutzungsplan ist an der Stelle aber von einem Parkhaus oder einer Tiefgaragenzufahrt die Rede - siehe mein Beitrag vom 15. Juli 2021 (dort Bilder 2 und 3). Es liegt nahe, die Materlikstraße für die Erschließung zu nutzen. Dann kann aber an der Stelle kein Barockhaus stehen.

  • Das Portal German Architects berichtet (überwiegend kritisch) über das Rekoprojekt. Sogar Stadtbild Deutschland wird erwähnt. Ansonsten wird sich bemüht den Eindruck zu erwecken, es gäbe viele Kritiker für dieses Projekt. Selbst die Klimaschützer (hier eine Aktion von 2! Aktivisten) aus Magdeburg, die sich angeblich mit einer Petition gegen dieses und andere Projekte in der Stadt wehren, werden in den Artikel erwähnt.