Die Innere Neustadt

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    • Ich... kann es gar nicht fassen! Dachte mir vorhin grad so: Du Erbse (Name der Redaktion bekannt), stell dir mal vor - da kommt plötzlich ne Meldung rein, dass Dresden am Neustädter Markt weiter mit den Rekos expandiert oder sowas nettes...

      APH sollte den Untertitel "Glaskugel für historische Baukunst, Rekonstruktion, Denkmalschutz usw." tragen...

      Einfach zu geil :koenig: Danke Jungwirt!
    • Ein Frühlingswind weht durch Dresden...hoffen wir, dass er sich zu einem Reko-Gesundungs-Orkan entwickelt.

      An Fessenmayr wird sich in einigen Monaten niemand mehr - außer wir vielleicht - erinnern. Die Bauhauskommission wird auch nicht ewig stehen und darf beim Neustädter Markt - ob der schlechten Erfahrung beim Neumarkt - nie über der Elbe gebildet werden.

      Ich habe immer darauf gehofft, dass die "perfekte Welle" auch einmal auf die andere Uferseite schwappt. Nun ist es vielleicht bald einmal soweit?

      ...in eventu kann man morgen auch sagen..."das ist der perfekte Tag" :zwinkern:
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Der Text geht noch weiter. Wer bemüht sich?


      Plattenbauten auf der Hauptstraße sollen fallen

      Das Stadtplanungsamt will zwischen Haupt- und Königstraße einen Durchgang schaffen. Der Abriss einiger Gebäude wird erneut diskutiert.

      Innere Neustadt

      Das Barockviertel um die Königstraße soll aufgewertet werden. Entsprechende Pläne stellte Stadtplaner Mathias Flörke-Kempe am Montag im Ortsbeirat Neustadt vor. Ziel ist, den Blick auf die historischen Gebäude aus Richtung Goldenem Reiter und Hauptstraße zumindest teilweise freizugeben. Der Ortsbeirat beschloss einstimmig die Erstellung neuer Bebauungspläne für die Hauptstraße 5 bis 7a sowie den Neustädter Markt 4 und 5 durch das Stadtplanungsamt. Bürger sollten daran intensiv beteiligt werden.

      Neubauten kontra Barock

      Mit den Plattenbauten sei der historische Stadtgrundriss in den 1970er Jahren überbaut worden, sagte Flörke-Kempe. Die „städtebauliche Ordnung“ müsse nun im Interesse Dresdens und seiner Touristen wieder hergestellt werden. Der Palaisplatz soll über Rähnitzgasse und Heinrichstraße mit der Hauptstraße verbunden werden. Derzeit versperren aber unsanierte Häuser den Weg in Richtung Königstraße. Rückbaumaßnahmen könnten den völligen Abriss bedeuten.

      Die strittigen Gebäude gehören der Immobiliengruppe Gagfah. Im Gegensatz zu anliegenden Häusern sind sie unsaniert. Vom früheren Eigentümer Woba war der Abriss schon geplant gewesen. Die Pläne für ein futuristisches Bauwerk nach Plänen des Architekten Daniel Libeskind scheiterten jedoch an mangelnder Mieternachfrage. Neue Abrisspläne wollte Gagfah-Sprecher Peter Kummer auf Anfrage der SZ nicht bestätigen. Die Gesellschaft wolle Gespräche mit der Stadt über die größtenteils unvermieteten Gebäude abwarten.ii
      sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1819861
    • Die jüngsten Meldungen zur Inneren Neustadt klingen wirklich gut, obwohl dabei natürlich – wie in dem SZ-Artikel zu lesen war – noch nichts entschieden ist. Der eventuell zu erwartende Abriss betrifft zwar nur einen sehr kleinen Teil der Plattenbauten im Bereich der Inneren Neustadt, aber schon damit wären relevante Verbesserungen der städtebaulichen Situation zu erzielen.

      Mit den Plattenbauten sei der historische Stadtgrundriss in den 1970er Jahren überbaut worden, sagte Flörke-Kempe. Die „städtebauliche Ordnung“ müsse nun im Interesse Dresdens und seiner Touristen wieder hergestellt werden. Der Palaisplatz soll über Rähnitzgasse und Heinrichstraße mit der Hauptstraße verbunden werden. Derzeit versperren aber unsanierte Häuser den Weg in Richtung Königstraße.


      Die Positionsbeschreibung ist – jedenfalls für mich – nicht ganz eindeutig. Es geht offenbar um zwei Abrissbereiche. Im SZ-Artikel hieß es nämlich:
      *Erstellung neuer Bebauungspläne für die Hauptstraße 5 bis 7a sowie den Neustädter Markt 4 und 5*.
      Diese beiden „Positionen“ benennen m.E. zwei unterschiedliche Bereiche. Ich möchte nachfolgend mal die städtebauliche Situation für die erstgenannte Lokalität (Hauptstraße 5 bis 7a) betrachten, da bin ich mir ziemlich sicher, was gemeint ist.
      Zunächst ein Luftbild (Aufnahme aus dem Jahr 2000):

      fotothek.slub-dresden.de/fotos/bidok/df_0749857.jpg

      Nun zu den Straßenbezeichnungen.
      Die folgende Skizze passt – sowohl was den insgesamt erfassten Bereich betrifft als auch bezüglich der Straßenkonturen - recht genau zu dem obigen Luftbild (ich hatte letzteres beim Zeichnen „drunter gelegt“). Der in der Skizze schwarz kolorierte Baukörper entspricht dem im Luftbild rechts oben zu sehenden Plattenriegel, wobei der „Abrisskandidat“ (Hauptstraße 5 – 7a) in der Zeichnung ganz in schwarz erscheint.



      Der besondere „Brutalismus“ an der betreffenden Stelle besteht darin, dass der Plattenbau die Einmündung der Heinrichstraße in die Hauptstraße regelrecht abriegelt. Allerdings wurde damals ein Durchlass für Fußgänger eingebaut:
      In obiger Skizze ist in dem schwarzen Baublock ein weißes *D* eingetragen, das diesen Durchgang markieren soll. Die „sensible“ Gestaltung sieht man hier (Blick aus Richtung Hauptstraße durch den *Durchgang“ in Richtung Heinrichstraße – Aufnahme von 1980):

      fotothek.slub-dresden.de/fotos/bidok/df_bo_pos_032_0439.jpg

      Mit der gelben Kontur in der Planskizze habe ich die straßenseitigen Gebäudefluchten des folgenden Hauses eingetragen. Für diesen Bau des Baumeisters Fehre, entstanden um 1720, wäre dann also „Platz“, falls tatsächlich ein Abriss des benannten Plattenbaus erfolgen sollte:


      Bildquelle: bildindex der Kunst und Architektur

      Es scheint aber noch ein zweiter Bereich für eventuelle Abrisse vorgesehen zu sein, im Zeitungstext war ja außerdem die Rede von: Neustädter Markt Nr. 4 und 5. Hier bin ich mir nicht ganz sicher, das müsste eigentlich -wie auch Armin schon andeutete - die analog „verriegelte“ Einmündung der Rähnitzgasse in den Neustädter Markt sein:

      fotothek.slub-dresden.de/fotos/bidok/df_0749855.jpg

      Man beachte das Barockhaus in der rechten unteren Bildecke – ich meine den „Knick“ im Plattenbau genau gegenüber.
    • Was hindert eigentlich die Stadt oder wen auch immer daran, den Raum gegenüber der Neustädter Wache hinter dem Narrenhäusle (das eigentlich mit eingeschlossen) zu rekonstruieren bzw sehr stilnahe neu zu gestalten? Und was könnte man da eigentlich einziehen lassen? Schon wieder Hotel wäre ja langweilig, anderer Seits nicht der Blick aus dem Fenster auf Dresdens Lieblingsknipsebild. Für meinen Sinn hat dieses Stück Baugrund deshalb auch enorm Potential. In einem oberen Stockwerk würde viel lieber irgend ein Reicher wohnen, als etwas weiter dahinter in so einem neugrauen DDR-Kasten.

    • Man könnte auch rechts zwischen Blockhaus und Hotel Bellevue noch zwei, drei Bürgerhäuser einschieben.

      Wichtig ist dafür eine Verkehrsberuhigung auf der Großen Meißner Straße.
      Die Waldschlößchenbrücke wird sicher einiges bringen, aber eigentlich müßte die Straße auf je eine Fahrspur verschmälert oder wie am Wiener Platz in einen Tunnel gepackt werden.
    • "Miwori" schrieb:

      Die Waldschlößchenbrücke wird sicher einiges bringen, aber eigentlich müßte die Straße auf je eine Fahrspur verschmälert oder wie am Wiener Platz in einen Tunnel gepackt werden.


      Gott bewahre uns vor dieser Brücke!!! Eine Verschmälerung am besten auf Vorkriegsbreite wäre zwingend erforderlich, ebenso die Wiederherstellung der westlichen und östlichen Platzfront. Eigentlich hilft nur der Komplettabriss der bestehenden Plattenbauten. Die jetzt diskutierten punktuellen Maßnahmen sind so folgerichtig, dass ich mich Frage, warun erst jetzt. WIe BAutzenFan schon sagt, die eine Platte an der HAupstraße riegelt die Heinrichstraße ab und bildet einen gnadenlos hässllichen Blickfang inmitten einer wunderschönen Barockstraße. Werde bald mal Fotos von der jetzigen Situation machen.
    • Es ist schon verwunderlich, dass dort nichts geschieht. Erstaunlich ist außerdem die Stadtplanung der DDR. Wie hätte man beschissener bauen können als durch die Absperrung der einzelnen Barockstraßen durch Plattenbauten? Ich glaube, die Planer damals hatten Asbest im Hirn. Eine solche Kultur- und Menschenfeindlichkeit ist beeindruckend.

      Leider hat man die Riesenplatte am Carolaplatz letztes oder vorletztes Jahr saniert. In der Gegend steckte ziemliches Potential, da sich die Zerstörungen im Gegensatz zur anderen Elbseite halbwegs in Grenzen halten. Es muss doch irgendwie möglich sein, das Brühlsche Terassenufer stilvoll mit dem Neustädter Markt zu verbinden, so dass man vom Albertplatz Richtung Frauenkirche schlendern kann, ohne blind zu werden.

      --
      Aenos
    • Habe die Straba-Schienen auf der Heinrichstraße noch gar nicht bemerkt.
      Bemerkenswert. Ansonsten wieder die gewohnten Aufnahmen Dresdens architektonischer Sternstunden von Reikianer. :lachen:

      Die Abrieglung von Dresdens einzig erhaltenen Barockviertel durch Plattenbauten war ideologisch so gewollt.

      PS.: Libeskind hat sich ja zum Glück erledigt auf der Hauptstraße.
    • "Reikianer" schrieb:

      Hier mal einige Fotos der aktuellen Situation zwischen Neustädter Markt- Hauptstraße und Königstraße. Wer war eigentlich "König"?


      Danke, Reikianer! Gute Bilder die du da gemacht hast. Zum Glück ist in der Neustadt oder früher Neue Königstadt noch viel alte Bausubstanz vorhanden, so das wenn die DDR Platten mal irgend wann weg sind, dort wieder ein richtiges schönes Stadtviertel entstehen kann.

      August der Starke war bestimmt der König der Königstraße :)
      Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehenbleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe)
    • "Aenos" schrieb:

      Erstaunlich ist außerdem die Stadtplanung der DDR. Wie hätte man beschissener bauen können als durch die Absperrung der einzelnen Barockstraßen durch Plattenbauten?

      Damals war das eine vergammelte Ecke, die im Sinne des sozialistischen Städtebaus früher oder später zugunsten weiterer Plattenbauten weggerissen worden wäre.
    • Ich wollte diesen Strang mal wieder hochholen, da doch vor einigen Wochen in der SZ stand, dass einige der Platten in der Hauptstraße, ich vermute mal auf der Westseite, fallen sollen. Sind dann, insbesondere an der Hauptstraße, Rekos zu erwarten?
      Dies wäre ein wichtiger Impuls für die Reko des gesamten Areals. Wie ich schon mal anführte, war ich überrascht, das die historisierende Bebauung in der Königsstraße ohne Probleme erfolgte.
      Bautzenfan hat ja mal sehr detailiert über die Bauten in der großen Meißener Straße berichtet. Wenn die Platten in der Hauptstraße, die auf der Westseite nicht saniert wurden, tatsächlich fallen, wäre dies mehr als wünschenswert. Bleibt nur die Frage, wie wahrscheinlich dann die Reko der Gebäude, die dort einst standen, ist. Die Reko des Neustädter Rathauses ist durch die Sanierung des Plattenblocks direkt am Markt wohl erst mal nicht möglich (nicht von ungefähr hat man sich von ca. 8 oder 9 Blöcken gerade diesen ausgesucht, um eine Reko bestmöglich zu verhindern :augenrollen: )

      Was macht eigentlich das Hotel stadt Leipzig. Wenn die noch lange warten, stürzt es irgendwann zusammen, aber vielleicht ist das ja auch das Ziel des Investors.
      APH - am Puls der Zeit
    • Schon richtig. Allerdings wäre es ein Anfang, auch wenn es momentan utopisch erscheint. Gerade das Neustädter Rathaus und das Narrenhäusl wären so wichtig für die Innere Neustadt. Und warum neben der Augustusbrücke noch niemand auf die Idee gekommen ist, ein Hotel zu bauen (möglichst als Reko) wollte mir noch nie in den Kopf. Mit Canaletto-Blick und einer elbwärts gewandten Terasse, wäre das doch die ultimative Lage. Na ja, wenn die angedachten Platten erstmal fallen, ist auch schon viel gewonnen. Die Zeit wird es zeigen.
      Schönes Wochenende
      "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"
    • "Wissen.de" schrieb:

      Wie ich schon mal anführte, war ich überrascht, das die historisierende Bebauung in der Königsstraße ohne Probleme erfolgte.

      Ist doch ganz einfach: Dort gibt es weder eine Gestaltungskommision Neumarkt noch einen Schürmannplan. Und schon funktioniert's!
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • @ aurinko83

      also ich kann deinen Pessimismis bezüglich der Neustadt nicht teilen. Anders als beim Neumarkt oder dem Postplatz liegt die Neustadt, so ist zumindest mein Eindruck, nicht so im Fokus der Stadtverantwortlichen, deshalb auch der historisierende Bau an der Königsstraße.

      Und deine These, dass ein paar Rekos an der Hauptstraße nichts ändern würden, halte ich für falsch. Armin hat es bereits angesprochen: es wäre ein Anfang.

      Denn man muss die Lage an der Westseite der Hauptstraße von der an der Oststraße unterscheiden:

      Quelle: GHND

      Man sieht sehr gut, dass auf der Westseite eigentlich nur die Gebäude direkt zur Straße fehlen, die gilt auch für die Nordseite der Großen Meißener Straße. Hier kann mit wenigen Investoren die Vorkriegssituation wiederhergestellt werden und dies sollte das Ziel sein, da so auch die Große Meißener Straße und eine Reko der Südseite irgendwann vielleicht möglich wäre. Und es gilt: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Sind wir doch erstmal mit 4-5 Rekos zufrieden, wenn diese beiden Blöcke fallen. Irgendwann fallen weitere 2 Blöcke etc. Schritt für Schritt wird die Westseite so komplett. Anders ist es auch gar nicht möglich, weil die Investoren hier wohl nicht so Schlange stehen wie am Neumarkt.

      Die Ostseite der Hauptstraße ist natürlich das große Problem, weil hier die Hinterbebauung, die historische Straßenstruktur etc. völlig verloren gegangen ist. Eine Reko ist hier wohl erst dann möchlich, wenn die Westseite fertig ist und die Überlegenheit und die Schonheit der Rekos gegenüber den Platten deutlich wird.

      Wenn man aber vom kompletten Wiederaufbau den Neustädter Marktes spricht, geht es nicht um Jahre, sondern um Jahrzehnte, aber es gilt jetzt, die ersten Rekos durchzusetzen, wenn die Möglichkeit besteht, weil diese 5-6 Bauten Signalwirkung haben. Wenn dort Häuser mit Glasfassaden entstehen, können wir uns den traum vom Neustädter Markt abschminken, deshalb ist es auch so wichtig, dass der Libeskindbau gescheitert ist.
      APH - am Puls der Zeit