Zersiedelte Landschaften

  • Im Strang Kurioses und Skuriles hat sich eine Diskussion ergeben, die hier weitergeführt werden kann.

    Die Überschrift "Zersiedelte Landschaften" wird eventuell noch angepasst. (Moderation)



    Ich bin zwar wahrhaftig kein Grüner, aber solangsam finde ich reicht es schon mit den Neubaugebieten. Gerade in Westdeutschland bestehen doch manche Ortschaften so gut wie nur noch aus Siedlungen ab 1945. Diese "Zersiedelung" geht teilweise so weit, dass die Dörfer dadurch sich immer näher kommen und teilweise schon ineinander übergehen... Gerade in der Region Stuttgart, in NRW, Rhein-Main-Gebiet, Rhein-Neckar aber auch im Saarland... habe ich das bemerkt schon heftig! Deutschland ist so dicht besiedelt wie kaum ein anderes Land auf der Erde! Es braucht wirklich nicht jeder ein NEUES EFH, zuerst sollten die Leute, wenn es in der Gemeinde alten Hausbestand gibt, der heruntergekommen ist, diesen sanieren. Das wäre dann wirklich nachhaltiger als jedes Jahr neue (gesichtllose) Häuser zu bauen (auch wenn die meisten ein Satteldach haben sehen die doch alle gleich aus). Da sollte der Staat wirklich was machen, eine Prämie erteilen oder was weiß ich, Anreize jedenfalls schaffen, damit unser Baukulturerbe nicht weiter verfällt statt den Siedlungsbrei noch zu fördern...

  • Fachwerkliebhaber über die zersiedelte Landschaft habe ich bereits ein Strang im petto. Bayern erfuhr ein extremen Bevölkerungszuwachs und das wirkt sich sichtbar auf die Landschaft aus. Mini-Dörfer fangen zu wuchern an, wo sich Neubaugebiet an Neubaugebiet aneinanderreihen. Am Rande gibt es dann ein Getränkemarkt und ein Rewe mit großem Parkplatz. Auf der anderen Seite steht dann vielleicht ein Gemeindehaus.

    Marktplatz? Orte für Begegnungen? Fehlanzeige.

  • Über die zersiedelte Landschaft habe ich bereits ein Strang im petto. Bayern erfuhr ein extremen Bevölkerungszuwachs und das wirkt sich sichtbar auf die Landschaft aus. Mini-Dörfer fangen zu wuchern an, wo sich Neubaugebiet an Neubaugebiet aneinanderreihen. Am Rande gibt es dann ein Getränkemarkt und ein Rewe mit großem Parkplatz. Auf der anderen Seite steht dann vielleicht ein Gemeindehaus.

    Marktplatz? Orte für Begegnungen? Fehlanzeige.

    Ich konnte den Strang zwar nicht finden, aber ich finde es ganz wunderbar beschrieben, was dabei verloren geht, was nicht mit dem Bevölkerungszuwachs zu erklären ist oder sogar eigentlich wie im Mittelalter mehr Begegnung in die Orte bringen müsste. Die Zersiedelung ist Gift.

  • @"Fachwerkliebhaber" und "Franka"


    Wir gleiten jetzt ab vom "Kuriosen und Skurrilen" ins off-topic. Aber dazu doch noch zwei Anmerkungen.


    1. Die Zersiedlung findet ja nicht überall statt. Und meist nicht dort, wo die Altbauten der Sanierung harren. Die Leute ziehen dahin, wo Arbeit ist. Das Problem ist also zum Einen die Ungleichverteilung von Arbeit in Deutschland. Das führt dazu, dass in der einen Gegend alles aus den Nähten platzt, in der anderen Gegend hingegen der letzte Laden zu macht, der Arzt keinen Nachfolger mehr findet, die Häuser trotz Spottpreisen fast unverkäuflich sind. Hier versäumt es die Politik, regulierend einzuwirken.


    2. Die Zersiedelung würde gar nicht in dem Maße stattfinden. Denn die Bevölkerung schrumpft eigentlich auf natürlichem Weg. Dass sie real trotzdem nicht schrumpft, dafür sorgen unter anderem diejenigen, die gleichzeitig Großwohnblocks errichten wollen, um dadurch Fläche zu sparen. Knick Knack. :zwinkern:

  • Ich konnte den Strang zwar nicht finden,

    Den Strang gab es auch nicht. Ich eröffnete ihn jetzt, da mich dieses Thema schon lange beschäftigt. So bald ich Zeit habe, werde ich Fotos knipsen und einstellen, um dieses Problem visuell zu beleuchten.

  • Ich kann die Argumente zu zersiedelten Landschaften durchaus nachvollziehen. Auf der anderen Seite hat Heimdall damit recht, dass das Problem vor allem durch die Ungleichverteilung der Bevölkerung in Deutschland erzeugt wird. Zudem: Welche Lösungen gibt es, die auch noch rechtlich zulässig sind? Wahrscheinlich müsste man die Sanierung von Altbauten erheblich staatlich fördern.


    Freunde von uns haben sich ein Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert gekauft, das älteste Haus im Dorf. Der Sanierungsaufwand ist enorm und der Wohnkomfort, der dabei herauskommt, ist für viele Familien nicht das, was sie sich für die Zukunft vorgestellt haben. Hinzu kommen die Auflagen vom Denkmalschutz. Bei unseren Freunden funktioniert das nur, weil er selbst in der Denkmalpflege arbeitet, also Knowhow vorhanden ist und die Dienstwege kurz sind.

    Kunsthistoriker, Webdesigner und Blogger

    Hat die Website für Stadtbild Deutschland erstellt und war eine Zeit lang als Webmaster für Forum und Website verantwortlich.

  • Ein interessantes Thema, zu dem evtl. diese kurze Untersuchung der Zersiedlung in Deutschland auf Gemeindeebene ein guter theoretischer Einstieg sein kann. Vielleicht findet jemand Untersuchungen dazu auch für einzelne Städte, denn da wird sich wahrscheinlich häufig ein differenzierteres Bild zeigen.


    Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung IÖR stellt eine konfigurierbare Karte zur Verfügung (IÖR Monitor), mit der bestimmte Parameter visualisiert werden können, mit einer Flächennutzungskarte als Basiskarte, auch in der zeitlichen Entwicklung.

  • Ich kann beiden Varianten etwas abgewinnen. Das eine mag ich eher anschauen, in dem anderen möchte ich lieber leben.

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  • Ich kann letzterem nichts abgewinnen, aber vielleicht zeigt das Bild auch nicht, was dort aus meiner Sicht das Problem ist.


    Das ist ein relativ neuer "Wohnpark", der demnächst erweitert werden soll, und sich an der Stadtgrenze befindet, auf Flächen des eingemeindeten Dorfes Vilich-Müldorf im Stadtbezirk Bonn-Beuel, im Übergang zur Stadt Sankt Augustin, wo Wohngebiete ähnlich aussehen - übrigens aber schon seit den 70ern.


    Das ist Zersiedelung in Reinform und die Gebäude sind massenhaft reproduzierte Stangenware ohne individuellen gestalterischen Anspruch und wahrscheinlich auch mit ziemlich kostengünstigen Materialien hergestellt. Dazu kommen ökologisch nutzlose Gärtchen, die häufig höchstens ein paar Quadratmeter kurzgeschorenen Rasen beheimaten, ansonsten haufenweise versiegelte Wege- und Fahrbahnfläche zur Erschließung. Kleine Bäume gibt es höchstens an zentralen Grünflächen, die ansonsten aber auch nur aus Wiese Rasen bestehen.


    Da haben die vielen (zugegeben: alten) Straßenbäume und ähnliche Begrünung in den Hinterhöfen in der Bonner Südstadt wohl wesentlich mehr ökologischen Nutzen bei gleichzeitig dichterer Besiedelung. Die ähnlich dichte an den "Wohnpark" angrenzende ältere Bebauung im Dorfkern ist auch wesentlich stärker durchgrünt.


    Anscheinend ist der Wunsch nach Wohneigentum "im Grünen" so groß, dass dafür so viele Defizite in Kauf genommen werden, wie eine angrenzende Stadtbahntrasse ohne Schallschutz, Straßenlärm der Autobahn um die Ecke und längere Pendelwege. Anscheinend ist aber auch der Wille einer wirklichen Stadt-Erweiterung auf solchen Flächen nicht vorhanden. Woanders sehen solche neuen Wohngebiete nämlich z.B. so aus.


    Natürlich kommt es auf die Mischung an, aber gerade in großen Agglomerationsräumen sollte verdichteter Wohnungsbau bevorzugt werden, weil sich nebenbei ja auch Gewerbe- und Verkehrsflächen ausbreiten. Zudem haben solche sterilen Eigenheimsiedlungen selten etwas mit lokaler Identität einer Stadt zu tun, sind ergo dem Stadtbild überhaupt nicht zuträglich.


    P.S. tegula Mich würde eine Begründung interessieren, warum man lieber in dem (ich mutmaße: zweiten) Beispiel wohnen möchte, statt im schönen Gründerzeitler, falls das nach meiner Erklärung noch so sein sollte.

  • P.S. tegula Mich würde eine Begründung interessieren, warum man lieber in dem (ich mutmaße: zweiten) Beispiel wohnen möchte, statt im schönen Gründerzeitler, falls das nach meiner Erklärung noch so sein sollte.

    Ich denke, dass ist eine subjektive, vielleicht emotionale Einschätzung. Ich fühle mich in Großstädten mit ihren eng bebauten Grundstücken, Verkehr, weiten Wegen in die Natur, wenig Parkraum nicht sonderlich wohl. Und genau damit assoziiere ich diese Gründerzeitfassaden. Auf der anderes Seite sehe ich großzügig angelegte Wohnsiedlungen mit Grünschneisen und klimagerechten Bauten. Ein klein wenig Vorstadtidylle, wobei ich allerdings kein Freund der weiß verputzten Fassaden bin. Das wirkt dann doch häufig zu steril. Gerne aber Backstein und Holz.

    Kunsthistoriker, Webdesigner und Blogger

    Hat die Website für Stadtbild Deutschland erstellt und war eine Zeit lang als Webmaster für Forum und Website verantwortlich.

  • Ich kann durchaus verstehen, warum Menschen lieber im Eigenheim wohnen, wo sie nicht auf Nachbarn Rücksicht nehmen müssen, wenn sie Klavier spielen, eine Party feiern usw. wollen.

  • Ich denke auch, dass die Raumordnung in Deutschland wesentlich geändert werden sollte. Im Moment herrscht ein starkes Konkurrenzprinzip zwischen den einzelnen Gemeinden, die sich mit der Ausweisung immer neuer Einfamilienhausgebiete gegenseitig kannibalisieren. Wenn Bürgermeister I ein neues Gebiet ausweist, muss Bürgermeister II nachziehen, sonst verliert er Einwohner und ihm wird vielleicht die Schule geschlossen oder der letzte Laden wandert ab. Und egal, was man nun von den Grünen hält: Diese Einfamilienhaussiedlungen sind aus ökologischen und Verkehrsgründen das Schlimmste, was man machen kann: Die Dichten sind zu gering, um einen ordentlichen ÖPNV finanzieren zu können, so dass die Bewohner - sich keiner Schuld bewusst - meist zwei Autos brauchen, weil "der Bus ja so selten fährt". Im Prinzip wird so ein amerikanischer Lebensstil gefördert mit einer vollkommenen Autoabhängigkeit und ins Zentrum geht keiner mehr zu Fuß, dafür eben mit dem Auto in die ebenfalls wie Krebs wuchernden "Gewerbegebiete".


    Parallel veröden die Dorfkerne, hierfür wurde schon der Begriff Zwiebelprinzip geprägt: Innen faul, und außen wachsend.


    Heimdall: Das Beispiel Japan zeigt, dass eine schrumpfende Bevölkerung mitnichten mit weniger Siedlungsfläche (in den Ballungsräumen) einhergehen muss. Obwohl das Land mittlerweile um 500.000 Einwohner/Jahr schrumpft und ganze Landstriche veröden und von der Natur zurückgewonnen werden im Binnenland und an den westlichen/nördlichen Küsten, bleiben Wohn- und Mietpreise in den wenigen wachsenden Zentren an der Südküste hoch und es wird auch weiter in die Peripherie expandiert. Weder sind dort durch stagnierende Bevölkerungszahlen die Löhne gestiegen noch die Mieten gesunken oder die Zersiedlung gestoppt worden. Junge Leute stehen in Japan vor exakt denselben Problemen wie in Deutschland, tendenziell sind die Verhältnisse sogar eher noch schlechter. Der Unterschied ist nur, dass in der (großen) Peripherie mittlerweile die öffentliche Daseinsfürsorge gefährdet ist mit Kreisstädten, in denen es keinen einzigen Supermarkt mehr gibt und einer Landflucht, gegen die die Lage in Sachsen-Anhalt blühend ist. Das Herbeibeten sinkender Bevölkerungszahlen bringt grundsätzlich gar nichts angesichts der unverhinderbaren Tatsache, dass es junge Menschen dorthin zieht, wo auch andere junge Menschen und v.a. Jobs sind. Und potenzielle Arbeitgeber schauen sich ebenso Bevölkerungsstrukturen und Durchschnittsalter einer Region an, bevor sie am Standort investieren. Dies ist ein selbstverstärkender Prozess, der in Deutschland sogar noch durch eine halbwegs erfolgreiche Regionalpolitik und die traditionelle Multizentralität des Landes abgefedert wurde. Man schaue sich Frankreich oder Großbritannien an: Das enorme Bevölkerungswachstum der letzten 20 Jahre hat dort fast nichts an den festgefahrenen regionalen Strukturproblemen geändert, beide Länder sind massiv auf ihre Zentren und ganz wenige "second/third cities" konzentriert beim Wirtschaftswachstum.


    Ich bleibe dabei, dass das ohnehin geringe Bevölkerungswachstum seit 1950 (kaum ein Land auf der Welt hat weniger Einwohner dazugewonnen als Deutschland seitdem) wenig bis nichts mit dem Flächenfraß und der Zersiedlung zu tun hat, sondern fast alles mit Lebensstil und Komfortgewinnen (durchschnittliche Wohnfläche/Person, durchschnittlich zurückgelegte Kilometer/Tag etc.). Letztlich liegt hier auch ein Ansatzpunkt für einen neuen Urbanismus, gründerzeitliche Stadtgrundrisse nach dem schönen Beispiel Avillers oben statt der sich immer weiter in die Peripherie fressenden Einfamilienhausgebiete.

  • Parallel veröden die Dorfkerne, hierfür wurde schon der Begriff Zwiebelprinzip geprägt: Innen faul, und außen wachsend.

    In Württemberg und Franken gibt es viele Orte, deren Altort völlig verdreckt und verkommen ist und man sich fragt, wie man sich in so einer verlotterten Umgebung wohlfühlen soll. Und drumherum, vor allem in Württemberg, ein Flächenfraß mit Neubauten.

  • Ich kann durchaus verstehen, warum Menschen lieber im Eigenheim wohnen, wo sie nicht auf Nachbarn Rücksicht nehmen müssen, wenn sie Klavier spielen, eine Party feiern usw. wollen.

    Im Reihen-Eigenheim hat man doch das gleiche Problem und in solchen Siedlungen wie gezeigt wirken die 20 Meter bis zu den nächsten 10-15 Nachbarhäusern auch nicht schallisolierend. Wenn dort jemand eine "Garten"-Party auf der Terrasse veranstaltet, bekommt das auch das halbe Viertel mit. Ich kann keinen dahingehenden Vorteil solcher Eigenheimsiedlungen gegenüber dichteren Stadtquartieren erkennen.


    Ich verstehe auch nicht, welchen tatsächlichen Wohnkomfort man gegenüber einer Wohnung im z.B. sanierten Gründerzeitwohnhaus oder einem Mehrfamilien-Neubau hat. Mir scheinen da psychologische Konstrukte wie "immerhin meins" (bzw. erstmal der Bank) oder "damit ich keinem im Treppenhaus begegnen muss" schwerer zu wiegen.


    Wer sich mit einem Eigenheim Ruhe, Abgeschiedenheit, Naturnähe, etc. erhofft, muss dann wohl konsequent sein und aufs Land ziehen, darf für diese Befriedigung der eigenen Begehrnisse aber nicht erwarten, dass ihm das in einer Stadt zustehe. Wohneigentum in der Stadt heißt dann: Wohnung (oder Reihenhaus oder Stadtvilla - je nach Geldbeutel) in urbaner Umgebung, mit allen Vor- und Nachteilen, die so eine Gesellschaft mit sich bringt.

  • Die Zersiedelung der Landschaft ist wirklich ein Riesenproblem. Hier in Hessen bluten die alten Ortskerne, die zumeist als Gesamtanlage unter Denkmalschutz stehen, förmlich aus. In den alten Häusern will niemand mehr wohnen, sie zerfallen zusehends. Es ist wirklich ein Jammer. Um aber die jungen Leuten in den Dörfern zu halten, weist man im Außenbereich ständig neue Baugebiete aus, obwohl die Zahl der Einwohner gar nicht steigt. Das historische Ortsbild geht somit Stück für Stück verloren. Dort, wo früher ein Kranz aus Streuobstwiesen den Ort einrahmte, stehen heute Neubaukisten hässlichster Machart. Meist weiß gestrichen in megakühler Optik, dazu die mittlerweile obligatorischen, angeblich so pflegeleichten Kiesgärten. Und hinter dem Haus? Das was man heute so "Garten" nennt. Englischer Rasen, umgeben von blickdichten Glanzmispel- oderLorbeerkirschhecken(fälschlich auch als Kirschlorbeer bezeichnet!) . Dazu eine Loungeecke und ein aufblasbarer Swimmingpool. Weitere Pflanzen? Fehlanzeige! Denn die machen ja Arbeit. Mittlerweile sehen die Randlagen unserer Dörfer überall gleich aus, egal ob man sich in Bayern oder Niedersachsen befindet. Regionaltypische Bauweisen gehen so immer mehr verloren. Früher hat man wenigstens noch in Bayern darauf geachtet, dass sich die Neubauten auf dem Lande in die Umgebung einfügten. Ich würde es begrüßen, wenn man zunächst die alten Ortskerne wieder mit Leben füllen und Anreize schaffen würde, die alten Gebäude wieder zu nutzen. Man könnte den jungen Leuten bei der Sanierung Zuschüsse gewähren und Handwerkern zur Seite stellen, die diese beim Umbau beraten, bzw. anleiten. Wenn Neubauten sein müssen, dann sollten sie unbedingt in einer ortstypischen Bauweise erstellt werden, was man durch eine Ortssatzung regeln könnte. Zum Beispiel könnte man die Dachform und -deckung (Biberschwanz) vorschreiben und die Geschosshöhen festlegen. Aber leider will man den Leuten heute ja am liebsten gar nichts mehr vorschreiben, jeder soll sich frei entfalten können, auch beim Hausbau.


    Ein weiteres Problem ist die Ausweisung immer neuer Industriegebiete, die gigantische Ausmaße angenommen hat. Besonders von den Autobahnausfahrten aus breiten sich diese regelrecht wie Krebsgeschwüre in die freie Landschaft aus. Dort wo sich noch vor wenigen Jahren Felder, Wiesen und Wälder ausdehnten findet man riesige Betonklötze. So schaut es dann oft aus:https://localbook.de/artikel/G…22-0-00000000000018753538

    Selbst vor fruchtbarsten Böden macht dieser Wahnsinn nicht halt. Wasbringen uns all die Arbeitsplätze, wenn wir in Zukunft nicht wissen, wo wir unsere Lebensmittel anbauen sollen?

  • Ein weiteres Problem ist die Ausweisung immer neuer Industriegebiete, die gigantische Ausmaße angenommen hat. Besonders von den Autobahnausfahrten aus breiten sich diese regelrecht wie Krebsgeschwüre in die freie Landschaft aus. Dort wo sich noch vor wenigen Jahren Felder, Wiesen und Wälder ausdehnten findet man riesige Betonklötze.

    So z.B. Amazon in Allersberg


    Code
    https://www.youtube.com/watch?v=7U9Kglwy3Ao (17.05.20)
  • Ich kann keinen dahingehenden Vorteil solcher Eigenheimsiedlungen gegenüber dichteren Stadtquartieren erkennen.

    Der Vorteil mag in neuen Vorortsiedlungen mit teilweise sehr geringen Abstandsflächen gering sein - dass er nicht existent sein soll, halte ich für maßlos übertrieben.

    Ein Schlüsselerlebnis für mich war, als ich mit ca 7 Jahren bei meinem besten Freund Frank zum Spielen war. Wir saßen auf dem Boden, spielten ein Brettspiel, und ich war so aufgeregt, dass ich mit den Füßen auf den Boden trommelte - bis Frank mich ganz erschrocken anfuhr "Die Nachbarn!" Dass es jemanden stören könnte, wenn ich auf den Fußboden trommele, nach 10 Uhr Klavier spiele, laut Fernsehen schaue oder sonstwie Lärm mache, war mir vorher schlicht nie in den Sinn gekommen!

    Sicherlich muss man auch in Vorortsiedlungen neuen Typs Rücksicht aufeinander nehmen. In aller Regel sind solche Einfamilienhäuser aber nicht so hellhörig wie Altbauten mit Holzdecken, in denen man genau verfolgen kann, ob der Nachbar über einem gerade in der Küche steht oder im Wohnzimmer. So ehrlich sollte jeder sein, das zugeben zu können.

  • Hallo



    In Bayern leben 90% der Einwohner in Bauten von nach `45.

    In Sachsen leben 50% der Einwohner in Bauten von nach 1918!


    In uebrigen ist dies auch ein Problem in vielen Laendern, nicht nur D.

    Ich habe gerade zufaellig ein Video ueber das Problem gesehen und das war ein sehr gutes Video.

    Die macher haben unser Geld und Steuersystem im Visier gehabt.

    Ich werde ein Link einstellen, ist aber auf Englisch.