Lübeck (Galerie)

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Vielen Dank für diese eindrucksvollen Impressionen! Und wie immer sehr gut gelungene Bilder (Lob, Lob - ich kanns nicht so gut).
      Man sieht auf alle Fälle, daß es mal eine Hansestadt war - ich finde viel Ähnlichkeit mit Stralsund, aber Lübeck war wohl über viele Jahrhunderte mehr DER Knotenpunkt zwischen Nord- und Ostsee.

      Wie ich den Bildern entnehme, gibt es auch in Lübeck "rot-schwarz-gestreifte" alte Gebäude: St. Katharinen und der "Laden15", z.B. Das Stralsunder Wulflam-Haus ist auch so gestreift (Wulflam war zeitenweise Bürgermeister und ziemlich reich, deswegen konnte er sich ein Haus ähnlich aufwendig wie das Stralsunder Rathaus leisten).
      Mich würde mal interessieren, was das für eine Fassadenmode war, wann und wie lange die hielt, und ob das eine eher höher- oder mittelpreisige Angelegenheit war. Jedenfalls finde ich es bemerkenswert, daß man schon vor Jahrhunderten Backstein engobiert hat, um damit Mustereffekte zu verstärken.
      Und wo außer Lübeck und Stralsund es solche Häuser noch gibt, wäre auch interessant.
    • Ein Teil von Lubecks Charm ist ja die grossartige Gangen und Hofen - wie zum Beispiel Fuchtingshof die auch als Hintergrund in die Klassiker Nosferatu diente (Nosferatu wurde ja auch in Wismar gedreht).

      Backers Gang
      360cities.net/image/bckers-gang-in-lbeck-germany

      Gruner gang
      360cities.net/image/l-beck-gr-ner-gang

      Fuchtingshof
      360cities.net/image/l-beck-f-chtingshof

      Eine andere Klassiker ist Glandorps Hof
      360cities.net/image/l-beck-glandorps-hof

      Die geniale Schonsteinfegergang
      google.com/maps/@53.8679783,10…-ro0-fo100!7i11064!8i5532

      Zum Schluss einfach einfach grossartig......

      Beim Heiligen Geist Hospital
      google.com/maps/@53.8709617,10…-ro0-fo100!7i10908!8i5454
    • Danke, "wissen.de". Du hast Dir eigentlich ein paar vom aph-Forum gespendete neue Schuhsohlen verdient. Oder eine Fest-Anstellung bei google streetview.

      Hierzu allerdings eine kritische Anmerkung:

      Wissen.de schrieb:

      Neubauten, die jede Sensitivität fürs Umfeld vermissen lassen








      Das sollte hier so nicht gebaut werden, ist zumindest meine Meinung. :thumbdown:

      Ich habe ja, im Vergleich zum laissez-faire z.B. eines "erbse", womöglich das Image eines Dogmatikers in der Auseinandersetzung zwischen Modernismus vs. Traditionalismus. Aber, das ist in der Praxis gar nicht so dogmatisch. Diese von Dir gezeigten Gebäude finde ich gar nicht schlecht. Natürlich sind das modernistische Bauten, und solche sollten auch im Altstadtbereich von Lübeck keine allzu große Rolle spielen. Aber in überschaubarer Menge stören sie nicht, und diese Gebeäude zeigen durchaus eine gewisse Sensitivität für das Umfeld. Sie stehen auf kleinen Parzellen, sie halten Flucht und zumindest halbwegs die Traufhöhe ein, sie orientieren sich in der Geschosshöhe halbwegs am Bestand, sie haben stehende Fensterformate, sie verwenden teils ortstypisches Backstein-Material. Nur ein steiles Dach fehlt. Ansonsten ist das Spiel mit den Fenstern im vorletzten Foto durchaus interessant und keinesfalls abstoßend.
      Sogar mit den eher dezenten unmittelbaren Nachkriegsbauten der 1950er und 60er Jahre kann ich noch irgendwie leben, so lange es keine konkreten Verbesserungspläne gibt.
      Weit mehr stören mich aber z.B. neben dem Sport-Karstadt folgende Gebäude in dem Stadtbild (ich muss wohl nicht erklären, welche Häuser auf den Fotos gemeint sind):

      Wissen.de schrieb:

      Und dann diese Unart von Gebäude, einer der heißesten Abrisskandidaten in der gesamten Innenstadt. Widerlich! <X <X <X

      :kotz: :kotz:

      Wissen.de schrieb:

      Wahmstraße/ Ecke Balauerfohr


      Hinzu kommt manch wenig altstadttauglicher Bodenbelag und manch billige Stadtmöbelierung. Aber das ist wohl teils auch dem Umstand geschuldet, dass Lübeck eben auch eine "normale" funktionierende Stadt ist und nicht nur ein touristischer Anziehungspunkt. Außerdem gibt es noch ein paar unsanierte Schmuddelecken und Graffiti-Wände, die mal grundgereinigt gehören.
      Ansonsten aber eine sehenswerte Stadt. Also, nochmals Danke.
    • Loggia schrieb:

      Mich würde mal interessieren, was das für eine Fassadenmode war, wann und wie lange die hielt, und ob das eine eher höher- oder mittelpreisige Angelegenheit war.

      Die glasierten Backsteine kamen in der Gotik vor. Sie waren sehr teuer und an Kirchen und den Gebäuden des Rates/Häusern der Ratsherren zu finden.

      Dazu zitiere ich mal aus dem Buch "Altstadt von Lübeck - Stadtdenkmal der Hansezeit" von Manfred Finke:

      Manfred Finke schrieb:

      Schraffur und Glasur
      ...
      Import ist auch die Glasur: Seit der Antike im östlichen Mittelmeerraum beheimatet, gelangte sie wohl im Gefolge der Kreuzzüge nach Italien und Frankreich. Vermittler nach Lübeck war womöglich Dänemark. In Lübeck gibt es die ersten Glasuren gegen 1210/20 an den Hochschiff-Friesen des Domes und an den Türmen, durchscheinend grünlichbraun. Wenig später kam die schwärzliche Bleiglasur auf. Damit war in Lübeck ein Ton angeschlagen, der weit in den Osten ausstrahlte. In Lübeck selbst sind nur noch wenige Reste dieser höchst innovativen Aufbruchzeit zu sehen.
      ...
      In der Altmark und im Brandenburgischen, davon abhängig besonders in Ordenspreußen bereicherte man das Mauer-Bild gern durch schwarz gebrannte Binderköpfe. Nicht so in Lübeck: Hier setzte man gern auf die prächtige Erscheinung von Glasuren. Zunächst wurden Mauerecken von Wandöffnungen und Blenden durch abwechselnd glasierte und unglasierte Steine betont. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts (offenbar erstmals 1280 am Deutschordenshaus in der Kleinen Burgstraße) kam Mauerwerk aus durchlaufenden Schichten von glasierten und nicht glasierten Backsteinen auf. Möglicherweise geht diese prunkvolle Sonderform auf italienische Vorbilder zurück. Glasurschichtmauerwerk scheint bis ins 14. Jahrhundert hinein den Bauten des Rates und seiner Mitglieder vorbehalten gewesen zu sein, der sich damit als eine "höfische orientierte" Gesellschaft darstellte. Doch schon bald zeichneten auch die Rostocker und die Stralsunder ihre Rathaus-Neubauten mit Wechselschichten aus. Eine "Total-Glasur", also eine schwarz funkelnde Wand, hat wohl nur der Lübecker Rat eingesetzt: Zuerst (vermutlich) an der Rathaus-Schildwand von 1250/60, dann um 1300 am "Danzelhus" und um 1340 an der Rathaus-Nordwand und schließlich noch 1416 an der Sühnekapelle St. Maria am Stegel.

      (Seiten 35-39)
      Das Buch ist übrigens sehr zu empfehlen. Neben den sehr fachkundigen und interessanten Texten enthält es auf über 300 Seiten hunderte von Fotos, Grundrisse und Grafiken, darunter auch einen hoher Anteil an historischen Abbildungen. Für den geringen Preis von nur 25 Euro ist dieses auch in der Verarbeitung hochwertige Buch wirklich geschenkt.
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • Heimdall schrieb:

      Hierzu allerdings eine kritische Anmerkung:

      Ich habe ja, im Vergleich zum laissez-faire z.B. eines "erbse", womöglich das Image eines Dogmatikers in der Auseinandersetzung zwischen Modernismus vs. Traditionalismus. Aber, das ist in der Praxis gar nicht so dogmatisch. Diese von Dir gezeigten Gebäude finde ich gar nicht schlecht. Natürlich sind das modernistische Bauten, und solche sollten auch im Altstadtbereich von Lübeck keine allzu große Rolle spielen. Aber in überschaubarer Menge stören sie nicht, und diese Gebeäude zeigen durchaus eine gewisse Sensitivität für das Umfeld. Sie stehen auf kleinen Parzellen, sie halten Flucht und zumindest halbwegs die Traufhöhe ein, sie orientieren sich in der Geschosshöhe halbwegs am Bestand, sie haben stehende Fensterformate, sie verwenden teils ortstypisches Backstein-Material. Nur ein steiles Dach fehlt. Ansonsten ist das Spiel mit den Fenstern im vorletzten Foto durchaus interessant und keinesfalls abstoßend.
      Sogar mit den eher dezenten unmittelbaren Nachkriegsbauten der 1950er und 60er Jahre kann ich noch irgendwie leben, so lange es keine konkreten Verbesserungspläne gibt.
      Diese modernistischen Häuser in der Straße An der Mauer wurden gerade im letzten Jahr fertiggestellt. Sie stehen mit ihrer Straßenfassade auf dem Verlauf der ehemaligen Stadtmauer. Vorher waren die Grundstücke seit dem Abriss der Stadtmauer um 1850 unbebaut bzw. im Teil zum Hüxterdamm hin stand ein Bunker aus dem 2. Weltkrieg. Wie alle Bunker in der Lübecker Altstadt sollte auch dieser eigentlich mit Backstein verkleidet werden und sich so ins Stadtbild einfügen. Dazu kam es aber wegen des Krieges nicht mehr und danach auch nicht. Er wurde dann vor ein paar Jahren abgerissen. Eigentlich sollte er an die ehemaligen Wasserkunsttürme am Hüxterdamm erinnern.

      Heimdall schrieb:

      Weit mehr stören mich aber z.B. neben dem Sport-Karstadt folgende Gebäude in dem Stadtbild (ich muss wohl nicht erklären, welche Häuser auf den Fotos gemeint sind):


      Wissen.de schrieb:

      Und dann diese Unart von Gebäude, einer der heißesten Abrisskandidaten in der gesamten Innenstadt. Widerlich!


      Mit einer Abrissforderung wäre ich bei diesem Haus nicht so voreilig. Unter der potthässlichen 70er-Jahre-Eternit(Asbest?)-Verkleidung befindet sich ein Gründerzeitbau. Vom EG wird wohl nicht mehr viel übrig sein, aber es könnte gut angehen, dass sich unter der Verkleidung noch einiges Alte erhalten hat. Jedenfalls wäre das eher ein Reko- denn ein Abrisskandidat - hoffen darf man ja.

      Hier ein historisches Foto, das Haus ist dort ganz rechts zu sehen:


      Quelle: Wikipedia, gemeinfrei.

      Und übrigens: Die im Kern mittelalterlichen Häuser mit klassizistischen Fassaden dahinter überstanden allesamt den 2. Weltkrieg - und wurden in den 60ern dann für das abartige C&A-Gebäude abgerissen! Dabei wäre auf der anderen Straßenseite ein große Bombenlücke gewesen, wo man es ohne Abrisse hätte hinbauen können! :wuetenspringen: :kopfwand: :aufdenkopf: :kopfschuetteln:
      Diese Gebäude stand nach dem Auszug von C&A einige Jahre leer und wird nun zu einem Ärztehaus umgebaut (siehe Gerüst links auf wissen.de´s Foto). Ins EG zieht ein Supermarkt. Leider wird es durch den Umbau (Grafik) nicht besser werden - es kommen offenbar sogar noch irgendwelche Kästen aufs Dach. Man hätte ja wenigstens die lange Fassade wieder in mehrere Einzelabschnitte unterteilen können...
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • johan v2 schrieb:

      @frank1204

      Gibt es ein Name/Geschichte oder Fotos zu die grossartige Platz beim Heiligen Geist Hospital (siehe meine letzte Link)?

      Beim Heiligen Geist Hospital
      google.com/maps/@53.8709617,10…-ro0-fo100!7i10908!8i5454
      Hmmm...
      Eigentlich nur, dass der kleine obere Bereich an der Königstraße (inoffiziell?) "Geibelplatz" heißt und dort das Denkmal des Dichters Emanuel Geibel steht:


      Foto: wissen.de


      Dieses Denkmal stand zu Beginn des 19.Jhdts. erst auf dem Koberg, bis dieser in den 30ern verkehrsgerecht umgebaut wurde:


      Fotoarchiv der Hansestadt Lübeck, sollte inzwischen gemeinfrei sein.

      Der Rest dieses Bereichs hat meines Wissens nach keinen Namen. Es ist auch eher eine Zufahrt und Parkplatz als ein Platz oder eine öffentliche Straße.

      Ansonsten wäre noch zu sagen, dass man in die Bürgergärten gelangt, wenn man durch die auf dem von Dir verlinkten 360°-Bild rechts neben dem weißen Fahrrad hinter dem Mann mit dem Smartphone zu sehende Pforte in der Ecke geht.
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)