Lübeck (Galerie)

    • @ Frank

      danke für die Bilder, auch andere Innenaufnahmen sind gerne willkommen, in die obige Kirche wollte ich auch gerne, aber man hat mich nicht rein gelassen bzw. habe ich scheinbar nicht den richtigen Eingang gefunden und da ich Zeitdruck hatte, kam ich eben nicht rein.

      Wir schauen jetzt die Hundestraße entlang zur Kanalstraße


      Rosengarten


      Blick zum Tünkenhagen








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    • Wissen.de schrieb:

      Es müsste jetzt die Dr. Leber-Straße sein

      Korrekt. Die Straße heißt allerdings genau "Dr.-Julius-Leber-Straße". Das allerdings erst seit Kriegsende. Zuvor war es die Johannisstraße, weil sie zum Johanniskloster führte. Dieses war einst der größte Klosterkomplex der Lübecker Altstadt. Von ihm ist leider bis auf ein Gebäude fast nichts geblieben; zusätzlich wurde die Erinnerung an es durch die überflüssige Umbenennung der Straße weiter getilgt. Immerhin gibt es noch die Straße "Bei St. Johannis", die an der Westseite des Klosterkomplexes entlangführt. Die spätromaische St. Johannis-Kirche wurde bereits um 1805 zusammen mit den meisten Klostergebäuden abgerissen und zuvor leider nicht dokumentiert. Weitere Abrisse gab es dann Anfang des 19. Jhdts. Hier wurde dann die Johannisstraße durch das Klostergelände bis zur Kanalstraße verlängert und die beiden Teilgrundstücke meist Neobarock neu bebaut. U.a. entstand das von Dir genannte Gymnasium Johanneum.

      Wissen.de schrieb:

      Habe aktuell wieder leichte Orientierungsschwierigkeiten, das Areal hier im Osten ist für Ortsunkundige echt knifflig




      Das obere Bild zeigt weiterhin Bei St. Johannis, das untere die Fleischhauerstraße.

      Wissen.de schrieb:

      Das Probem in diesem Teil Lübecks ist, dass die markanten Bautenfehlen, die Orientierung geben.
      Ja, aber das ist doch in diesem Fall ein Luxusproblem, oder? :D
      Auf der Ostseite der Altstadt lebten die Handwerker. Da gab es halt kein Geld für monumentale Bauten. Das einzige ist die Handwerkerkirche St. Aegidien - und selbst die ist die kleinste der Altstadtkirchen.
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    • @ Frank

      mal wieder vielen Dank für deine fachkundige Einordnung und deine schönen Anekdoten zu einzelnen Bauten oder Straßen. Diese Ergänzungen freuen mich immer extrem, weil sie eben auch Teil dieser außergewöhnlichen Stadt sind.

      Und ja, es ist ein Luxusproblem, wobei ich das eigentlich auch immer gut im Griff habe bei meinen Galerien, aber mit zunehmendem Abstand zum Besuch bei partiell schwieriger Einordnung (vor allem, wenn google maps nicht helfen kann) dann wird es für mich nun das erste mal eng, aber dafür haben wir ja dich :thumbsup: :thumbsup:
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      Je näher man dem Rathaus kommt, desto schwieriger wird die Bestandsbebauung






      Und dann erreichen wir die Ecke Königstraße/Fleischhauerstraße mit dem Karstadt (und das heißt oft nix Gutes)


      In diesem Fall ist der Karstadt im Vergleich zur neu erbauten Galerie oder dem Karstadt Sport an der Holstenstraße für sich genommen gar nicht so schlecht, allerdings sprengt er von den Dimensionen her völlig das historische Umfeld und der Verzicht auf Kleinteiligkeit zerstört leider jeden positiven Gedanken. Zudem ist das Grau jetzt auch nicht gerade lübecktypisch. In der Summe leider sehr altstadtschädlich wie alle diese Großbauten.
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      Blick zurück in die Fleischhauerstraße


      Karstadt


      Blick die Königstraße gen Süden, das furchtbare Haerder-Center schaut leicht amEnde der Straße hervor




      Kreuzung Königstraße/Hüxstraße



      Königstraße Richtung Norden






      Sorry, das ist weder Altstadt noch Lübeck, sondern toter Raum!!!




      Schrangen mit Blick auf St. Marien, wenigstens etwas

      Ich hoffe es ist alles richtig verortet, ansonsten wünsche ich allen einen schönen Start in die Woche, die ja sehr sommerlich werden soll :thumbsup: :thumbsup:
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      Wissen.de schrieb:

      Sorry, das ist weder Altstadt noch Lübeck, sondern toter Raum!!!
      In der Tat. Ich finde den Karstadt noch gar nicht mal so extrem störend, denn ein wenig Moderne kann auch eine solche Stadt mit so viel Substanz vertragen, ohne deswegen insgesamt zu verlieren. Aber der Platz ist völlig öde und tot. Gerade hier böte sich ja die Chance für etwas Grün, das sonst in der Altstadt ja fehlt. Warum nicht diese bescheuerten Sitzflächen (oder sind das Scater-Rampen?) wegräumen und aus dem Platz eine Grünanlage mit Bäumen, Blumenbeeten und schönen Bänken machen? Das wäre dann wenigstens ein Gewinn und ein Erholungsraum für Passanten und Altstadtbewohner.
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      Der Platz namens "Schrangen" ist wohl für immer verhunzt. Seit dem Mittelalter bebaut im unteren Teil bebaut, ab ca. 1850 auch oben, wurden die Häuser 1928 abgerissen.

      Der auf wissen.de´s letztem Foto zu sehende Block links (Karstadt Haus B) zwischen Schrangen und Fleischhauerstraße überstand den Krieg komplett unversehrt. Doch dann ging es los: In den 60ern ließ das Bekleidungshaus Anny Friede im oberen Teil die einfachen, aber schönen Renaissance-Traufenhäuser abreißen (und auch sonst die ganze obere Hälfte des Blocks entkernen) und den vor der Marienkirche zu sehenden Glasklotz hinsetzen. Bis vor ein paar Jahren war der gelblich, dann wurde er auf die jetzige Form umgebaut - auch nicht schöner.

      Hier ein Bild von 1937 in Gegenrichtung zu wissen.de aufgenommen, rechts die erwähnten Häuser:


      Die einzige heute noch existierende Fassade auf diesem Bild ist die Heimatschutzfassade in der Königstraße ganz links am Bildrand. Quelle: Wikipedia, gemeinfrei

      Danach ging die Katastrophe weiter: Karstadt wollte sich vergrößern. Den rechten Baublock zwischen Schrangen und Johannisstraße (Dr.-Julius-Leber-Straße) hatte es schon seit Beginn des 20. Jhdts. komplett in Beschlag, dann ließ es den unteren auf der linken Seite in den 70ern komplett abreißen, um dort neu zu bauen. Darunter sogar denkmalgeschützte Giebelhäuser in der Fleischhauerstraße, siehe folgendes Foto! :wuetenspringen: :kopfwand: :aufdenkopf: :kopfschuetteln:


      Obere Fleischhauerstraße (Nr. 11-15) 1932, alles 1974 abgerissen. Quelle: Wikipedia, gemeinfrei

      Und was passierte dann: Der Neubau kam erstmal nicht, das ganze lag dann über 20 Jahre als asphaltierte Leerfläche brach - Wahnsinn!!! Dann wurde in den 90ern das alte Karstadt auf der rechten Seite abgerissen und beide Häuser neu gebaut, natürlich gleichartig, so dass der jetzige riesige Komplex entstanden ist.

      Aber damit noch nicht genug: Beide Häuser sind auch noch unter dem Schrangen unterirdisch verbunden. Es war kürzlich eine Bebauung des unteren Teils geplant, was ich übrigens städtebaulich für sehr sinnvoll halte (der Entwurf war aber nur moderner Mist). Die scheiterte dann u.a. an den Kosten der nötigen extrem komplizierten Gründung über dem Karstadt-Durchgang - der relativ kleine Bau hätte dann wohl mehrere Millionen gekostet, wenn ich mich recht erinnere.

      Auch eine Bepflanzung wäre wohl kaum möglich, da der Durchgang fast direkt unter dem Straßenbelag liegt. Als Notlösung kamen dann vor kurzem diese blöden "Sitzgelegenheiten", die wie man sieht dann auch gleich beschmiert wurden und super für Skater geeignet sind.

      Alles in allem also eine Katastrophe, Versagen auf der ganzen Linie. :daumenunten:
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      frank1204 schrieb:

      Hier ein Bild von 1937 in Gegenrichtung zu wissen.de aufgenommen, rechts die erwähnten Häuser:


      Die einzige heute noch existierende Fassade auf diesem Bild ist die Heimatschutzfassade in der Königstraße ganz links am Bildrand. Quelle: Wikipedia, gemeinfrei
      Meinst du den Bau hier?


      Ich zeige nicht alles, weil dann würde die Galerie völlig ausufern :lachentuerkis: :lachentuerkis:

      Ich fand gerade das Areal hier extrem trostlos und leider ist es der Kern der Innenstadt. Breite Straße, Königsstraße, Kohlmarkt, gerade hier im Kern der Innenstadt ist Lübeck leider am schwächsten, dabei wären hier mit überschaubaren Mitteln große Erfolge zu erzielen, man müsste es nur wollen. Nur wenn ich mir das Haerder-Center anschaue, habe ich große Zweifel, ob man diese Heilung, die ohne Zweifel möglich wäre, wirklich will.
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      Ja, das ist die Fassade. Heimatschutzstil, also Anfang 20. Jhdt. Das Haus dahinter (und einiges mehr, z.B. diverse mittelalterliche Brandmauern) wurde allerdings auch Ende der 90er für die dahinterliegende Königpassage abgerissen, deren Eingang links daneben liegt. Eine weitere Katastrophe, zumal die Passage seit Ewigkeiten zum größten Teil leersteht. :kopfwand:
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      Also ich finde die Situation nicht so Trostlos als Wissen - erst hat die Konigstrasse schon einige historische Gebauden und direkt gegenuber von Rathaus am Breiten Strasse gibt es auch einige historische Fassaden. Die grosste Schwachpunkt ist die ganze Areal zwischen Kohlmarkt und Klingenberg - das ist absolute mist - aber anders bin ich deutlich versohnlicher mit Breite Strasse und Konigstrasse
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      Wissen.de schrieb:

      Wie geht das denn bitte mit dem Welterbe-Titel und der UNESCO zusammen?

      Tja, frag mich nicht. Zumal der Bereich der Königpassage im Gegensatz zu Karstadt, Haerder und P&C tatsächlich im Welterbegebiet liegt, das ja leider nicht die gesamte Altstadt umfasst. Da wird man der UNESCO wohl nicht alle Details genannt haben. Ich frage mich sowieso spätestens seit P&C am Markt und Haerder, was noch alles passieren muss, damit die UNESCO mal was sagt. Offensichtlich ein ziemlich zahnloser Tiger oder schlicht überfordert. :sad:
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      johan v2 schrieb:

      Also ich finde die Situation nicht so Trostlos als Wissen - erst hat die Konigstrasse schon einige historische Gebauden und direkt gegenuber von Rathaus am Breiten Strasse gibt es auch einige historische Fassaden. Die grosste Schwachpunkt ist die ganze Areal zwischen Kohlmarkt und Klingenberg - das ist absolute mist - aber anders bin ich deutlich versohnlicher mit Breite Strasse und Konigstrasse
      Ich werde gerne auch meine Standpunkt untermauern. Hier gibt zum Beispiel eine Panoramabild von Breite Strasse

      kubische-panoramen.de/index.php?id_id=5689&p=i

      Da gibt halt ein paar Grunderzeitler

      360cities.net/image/entrance-t…=map,53.86681,10.68415,18

      Sind diese Grunderzeitler Grossartig? Wahrscheinlich nicht aber so schlecht sind die auch nicht.
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      Katharineum und St. Katharinen



      Und dann geht es über die Breite Straße zurück zum Rathaus (hier sieht es leider fats aus wie in jeder anderen westdeustchen Nachkriegsstadt, abe rtrotzdem will ich es kurz zeigen)









      Und hier finddet man auch dann die übrigen Filialketten, die sich auch sonst in jeder anderen Innenstadt tummeln und die in Lübeck ansonsten sehr abstinent waren


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