Lübeck (Galerie)

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    • Ich kann nur Heimdall beifallen - eine Abriss Karstadt ware ein wahnsinnige Fortschritt sein. Allgemein finde ich die Ecke und die Nebenstrassen um Klingenberg die grosste Schwache Lubecks - hier gibt deutlich Luft nach oben. Ich habe persohnlich nicht gegen die Breite Strasse und die Grundungsviertel wird eine grosse Aufwertung sein. Konnte man nicht um Klingenberg eine Grundungsviertel 2.0 vorantreiben?
    • Das kann ich so nicht ganz nachvollziehen. Wo hat Karstadt Lübeck im 1. OG keine Fenster und wo tritt es aus der Straßenflucht (spürbar) zurück?

      Das Haerder-Center ist städtebaulich (und in meinen Augen auch optisch) um einiges schlimmer. Es nimmt die historische Straßenflucht an der Wahmstraße überhaupt nicht auf, überbaut diese zum Teil sogar, und die aufgerissenen Ecken an Sand- und Königstraße lässt die Straßen aufgeweitet als Platz erscheinen - völlig unpassend für die eigentlich enge Altstadt. Die größte Katastrophe für die Stadt ist aber das riesige Technik-Monstrum auf dem Dach. Das verschandelt diverse Blickbeziehungen in der Altstadt und zudem die Fernansicht. Karstadt hat immerhin - wenn auch zu hoch - eine einigermaßen akzeptable Dachlandschaft.
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • Achso, ihr meint das unerträgliche Karstadt Sport im Block Holstenstraße/Kolk/Pagönnienstraße und nicht das Haupthaus Breite Straße/Schrangen/Königstraße. Dann habt ihr natürlich absolut recht. Das ist der größte Schandfleck überhaupt und muss unbedingt weg! Lieber heute als morgen. Kolk und Pagönnienstraße müssen ihre historischen Baufluchten zurückbekommen!
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • Haerder-Center

      So, weil das Haerder-Center hier halbwegs gelobt wurde, habe ich mal Fotos vom von mir genannten Technik-Dachaufbau des Haerder-Centers rausgesucht. Sind alle von mir von 2008, kurz vor der Fertigstellung.



      Blick aus der Königstraße: Versaut!



      Gleicher Blick im Detail



      Etwas veränderter Blickwinkel, Altstadtgiebel und -dächer vor Blechkasten. Wahnsinn!



      Blick aus der Wahmstraße: Die Ansicht der Straße mit St. Petri: Verbaut und versaut! <X Der Aufbau ist hier noch nicht einmal verkleidet.



      Dasselbe Elend nochmal im Detail, jetzt mit verkleidetem Aufbau.



      Blick vom Markt mit Kaak: Versaut!



      Blick vom Petri-Kirchturm auf die östliche Altstadt mit St. Aegidien: Versaut!



      Fernblick: Versaut! Der Blechkasten verdeckt sogar teilweise die Ziertürmchen des Kriegsstubenbaus des Rathauses! Allerdings ist der Wohnblock im Vordergrund auch nicht besser...


      Ich werde nie verstehen, wie so etwas genehmigt werden konnte und warum die UNESCO nichts dazu gesagt hat. :wuetenspringen: :kopfwand:

      Und natürlich wurde der Dachaufbau auf allen vorher veröffentlichen Visualisierungen weggelassen oder war kaum zu sehen. Und auch die Webcam in der Sandstraße war "zufälligerweise" so eingestellt, dass das Bild unterhalb des Kastens endete!
      Ich habe irgendwann mal gehört, dass selbst der Architekt hinterher erschrocken gewesen sein soll, was er da verbrochen hat. Immerhin späte Reue, wenn das stimmt, aber geändert wurde dann nichts. :aufdenkopf:

      Ich glaube nicht, dass man auch nur noch ein gutes Wort über diesen schlimmen Bau verlieren kann, nachdem man diese Bilder gesehen hat!
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • Vielleicht kam es nicht so rüber, weil etwas unglücklich formuliert, aber ich finde das Haerder-Center das schlimmste Gebäude der gesamten Lübecker Innenstadt. Wie Frank sehr schön darlegt, stört es aus so vielen Perspektiven. Der Karstadtbau ist auch schrecklich, aber er ist deutlich kleiner und dadurch, dass er etwas zurückgestellt im Straßenraum ist, stört er eigentlich nur, wenn man diekt davor steht oder die Holstenstraße hinunter schaut.
      Das Haerder-Center sieht man aber aus so vielen Perspektiven und es ist auch derart kalt in der Ausstrehlung (was daran liegt, dass in Lübeck sonst nur Farben aus dem "warmen Farbkreis" gebraucht werden, das Haerder-Center verwendet aber welche aus dem "reine, kühlen Farbkreis), dass es überall da, von wo man es sieht, völlig deplatziert wirkt.

      Ich weiß nicht, wie man diesen Bau an diese exponierte Stelle setzen konnte.

      Daher ist es umso löblicher, dass man im Gründerviertel diesen eklatanten Fehler nicht wiederholt, denn auch da hätte man so etwas hin setzen können.

      Auf der anderen Seite ist es natürlich schade, dass man ausgerechnet im direkten Zentrum 2008 eine so kolossale Fehlentscheidung getroffen hat und nicht schon damals eine deutlich lübeckaffinere Lösung gefunden hat.

      Denn der Karstadt wird perspektivisch Geschichte sein, das Haerder-Center wird uns aber die nächsten 25 Jahre begleiten. Und das ist sehr sehr bedauerlich.
      APH - am Puls der Zeit
    • Ich war auch fassungslos, als die anfingen, diesen Riesenkasten, der zuvor nirgends visualisiert worden war, da draufzusetzen.
      Wie man auf meinem Bild von der Wahmstraße mit dem unverkleideten Aufbau sieht, scheint dieser größtenteils leer zu sein. Die enorme Größe ist m.E. sowohl in der Höhe als auch in den seitlichen Ausmaßen überhaupt nicht notwendig. Die jetzige Form hatte wohl hauptsächlich Symmetriegründe wie auf dem Bild vom Petriturm zu sehen ist. Es wäre ja schon mal ein Anfang, alles zurückzubauen, was leer und damit nicht nötig ist. Die Höhe könnte man sicher durchweg um mindestens einen Meter reduzieren. Und den absolut notwendigen Rest könnte man dann statt in diesem unpassenden Anthrazit zumindest in altstadtüblicher rotbrauner Farbe verkleiden.

      Aber ich glaube langsam, diese Diskussion wäre im "normalen" Lübeck-Strang besser aufgehoben als hier in der Galerie. Ein Moderator möge gerne über die Verschiebung dorthin entscheiden.
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • So, es beginnt jetzt mein zweiter Tag in Lübeck. Nachdem mein erster Tag der Erkundung des Ostens und des Südens galt, ging es den Tag darauf in die beinahe unzerstörten Teile im Norden und Westen. Ich kann versprechen, dass alle, die Lübeck bisher schon toll fanden, nun vollends in Verzückung geraten werden. Wer sich in Lübeck auskennt, dem gebe ich einen kurzen Anhalt, wo es am zweiten Tag lang ging. Wir werden am Rathaus starten, es geht zu St. Marien und dem Buddenbrookhaus, dann über die Mengstraße zur Beckergrube, Fischgrube und Engelsgrube, hoch zu St. Jakobi, dann zum Burgkloster ganz im Norden und dann über den Westteil der Stadt (Langer Lohberg, Glockengießerstraße und Hundestraße) zurück ins Zentrum. Und am Nachmittag kam sogar mal für zwei Stunden die Sonne raus, also es wird auch fotoästhetisch partiell etwas besser :thumbsup:
      Beginnen möchte ich nochmal mit den zwei erhaltenen Denkmälern von Otto von Bismarck und Wilhelm I. an der Adenauer Straße




      Wir schauen zunächst auf die Bebauung am Kohlmarkt, hier ist nur noch der mittlere Bau historisch, im Hintergrund das berüchtigte Haerder-Center


      Und dann kommen wir zum Rathaus, einem der eindrücklichsten Bauten dieser Art in Deutschland


      Leider ist die sonstige Platzbebauung in weiten Teilen belanglos bis bieder, dazu kommt dann noch der Peek, hier liegt also noch viel Potential für Verbesserungen




      APH - am Puls der Zeit

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    • Während rundherum alles in Schutt und Asche versank, kam das Rathaus wie durch ein Wunder vergleichsweise glimpflich davon. Von dem weitläufigen Komplex brannte nur die Kriegsstube im Süden aus. Einerseits ein Glück, andererseits schlimm, weil ausgerechnet die Kriegsstube einer der wertvollsten Räume des Rathauses war. In dem Saal war noch die komplette Holzausstattung (Vertäfelung, Schnitzwerk etc.) aus der Zeit der Renaissance vorhanden. Nach dem Krieg wurde der Saal leider nicht nur nicht rekonstruiert, sondern zu allem Überfluss auch noch in kleine Büros aufgeteilt.



      Kriegsstube 1881, Gemälde von Heinrich Hansen. Quelle: Wikipedia, gemeinfrei


      Kriegsstube 1909, Quelle: Wikipedia, gemeinfrei


      Kriegsstubenbau des Lübecker Rathauses von der Breiten Straße aus gesehen (Foto: wissen.de)


      Kriegsstubenbau vom Markt aus gesehen (Foto: wissen.de)
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • Lübecker Rathaus - Innenansichten Teil 1

      Da es hier gerade so gut passt und ich beim Sichten meiner alten Fotos darauf gestoßen bin, habe ich euch mal eine ganze Menge Fotos vom inneren des Lübecker Rathauses herausgesucht. Die Fotos sind alle von mir und stammen vom Tag der Offenen Tür am 25.03.2006. Wird etwas länger, ich teile das in zwei oder mehr Beiträge auf.

      Los geht´s im Erdgeschoss:


      Nach dem Durchschreiten des Eingangsportals gelangt man in die Eingangshalle. Dass hier alles blitzeblank glänzend und nagelneu aussieht, liegt daran, dass es keine originale Gotik, sondern Neugotik vom Ende des 19. Jahrhunderts ist.



      Nach rechts gewandt erblicken wir das Portal zum Audienzsaal. Ich meine, dass die schäbiger aussehenden schwarzen Steine dieses Portals im Gegensatz zu den glänzenden des Gewölbes dann doch noch original gotisch sind.



      Das Portal von innen. Es ist das einzig noch erhaltene Ausstattungsstück von 1574 aus der Renaissance-Zeit des Saals.
      Kleine Anekdote zum Portal: Im Audienzsaal (vormals Ratssaal) wurde früher Recht gesprochen. Die Angeklagten durften im Falle eines Freispruchs aufrecht durch den hohen Türflügel hinausschreiten und mussten im Falle einer Verurteilung gebeugt durch den niedrigen Flügel den Saal verlassen. Das Volk konnte von außen dann gleich den Ausgang des Prozesses erkennen.

      Nach 1570 wurde der Saal in den Formen des Spätbarock und Rokoko umgestaltet. Dabei wurden wegen der heruntergezogenen neuen Stuckdecke auch die Fenster an der Breiten Straße tiefergelegt. Das kann man gut auf diesem Foto von wissen.de erkennen. Diese Ausstattung ist bis heute erhalten; es folgen ein paar Fotos des Audienzsaals:



      Audienzsaal nach Norden zu Marienkirchhof und Kanzleigebäude



      Audienzsaal, Westseite gegenüber der Breiten Straße mit allegorischen Gemälden



      Audienzsaal, Stuhl


      Audienzsaal, gusseiserner Ofen. Befeuert wurde er von hinten aus dem Nebenraum, soweit ich weiß.



      Audienzsaal, Südwest-Ecke neben dem Portal



      Audienzsaal, Nordwestecke


      Neben dem Audienzsaal (hinter der Wand mit den Gemälden) liegt die Hörkammer - ich meine, sie heißt so, weil man von hier aus früher Gespräche im Audienzsaal mithörte. Hier einige Fotos:


      Hörkammer Richtung Norden. Hier wurden neuere Einbauten entfernt und gotische Befunde freigelegt. Sieht etwas nach Rohbau aus. Hinter der rechten Wand liegt der Audienzsaal.



      Hörkammer Richtung Süden.



      Hörkammer, gotische Malerei in Wandnische.



      Verbindungsgang vom Marienkirchhof zur Eingangshalle. Hinter der rechten Wand befindet sich die Hörkammer, links geht es zum Börsensaal.



      Der Börsensaal wurde in den 60ern oder 70ern (?) modern umgestaltet, daher hier kein Foto, lohnt nicht, ist ein nüchterner Saal in Nachkriegsmoderne - man sieht ja links und rechts die Wandpaneele. In der auf dem Foto zu sehenden Ecke wurde aber die historische Bausubstanz wieder freigelegt.

      Mehr folgt... :D
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • Die Bauten sind auch noch nicht perfekt, aber besser als die Nachbarn. Ich hoffe nur, dass es in Gründerviertel noch eine ganze Stufe besser wird, denn das hier würde mir nicht reichen!


      Wir kommen zur Mengstraße, der östliche Teil ist einer meiner absoluten Favoriten in Lübeck. Wir gehen jetzt aber erst mal nach Westen


      Hier taucht auch das Buddenbrookhaus auf








      Künftiger Teil des Buddenbrookmuseums
      APH - am Puls der Zeit