Deutschlands schönste Marktplätze?

  • Mein ich ja.

    Aber auch solche Bilder wie bei 0:15 oder 0:24 finden offenbar Akzeptanz:


    Den Marienplatz unter den hässlichsten Marktplätzen einzureihen hätte natürlich etwas höchst Provokantes, aber erzieherisch Wertvoiles. Man muss nur bei der Bildauswahl sehr aufpassen:

    Der Kaufhof böte wohl einen zu leichten Angriffspunkt.


    Marienplatz - Herzlich willkommen am Münchner Marienplatz


    schon besser:


    Geschäftshaus Rischart München-Marienplatz — Volker Thun

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Also den Marienplatz in einer Reihe der "hässlichsten" deutschen Marktplätze zu sehen, finde ich weder erzieherisch noch sonst wie plausibel. Tatsächlich mangelt es ihm zwar punktuell an Schönheit, in seiner Gesamtheit ist er nach meinem Empfinden allerdings durchaus ein schöner und in München sicher einer der sehenswertesten Plätze.

    "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"

  • na ja...

    Man muss zwischen Potential und Realität unterscheiden... einen Platz mit so vielen Türmen und einer solchen städtebaulichen Voraussetzung so herzurichten - genau ein Vorkriegshaus wurde erhalten! - ist schon auf gewisse Art eine Leistung. Daher gehört der MP da unbedingt hinein - auch wenn etwa, um diesem Killerargument vorzubeugen der Pforzheimer Marktplatz nicht ganz so schön sein sollte. Der Sinn einer solchen Reihe könnte ja nur in der (früheren) Prominenz der gezeigten Städte liegen - wen interessiert zB der nicht sehr schöne und bedeutende Marktplatz zu Plattling?

    München wäre insofern für meine Marktplatzthese typisch, als die Stadt eigentlich über weite Strecken sehr gut wiederaufgebaut worden ist Ohne dieses Versagen im zentralen Bereich Marienplatz- Neuhauser Straße wäre das ein für eine so zerstörte Großstadt geradezu sensationelles Stadtbild.

    Überlegenswert wäre auch, die Zustände von Hildesheim, FF-Hühnermarkt, Braunschweig Wollmarkt (ohne Waage!) und DDer Neumarkt um ca 1970 miteinzubeziehen - einfach als Zeichen, dass es auch anders geht, dass nichts irreversibel ist. Die Reihe könnte so nicht nur Missstände aufzeigen und Augen öffnen, sondern auch Hoffnung machen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Lieber eryngium, vielen Dank für Deine Fotos vom Dresdner Neumarkt!


    Selbst bei diesem trostlosen Wetter und der "Lockdown"-Fußgängerfrequenz kann ich mich an diesen Bilder nicht sattsehen! Dieser Platz ist einfach so genial schön und wunderbar gestaltet - auch vorn der Raumstruktur her! In dem Moment, in dem offiziell "outgelockt" wird, muss ich einfach sfort wieder nach Dresden fahren!!! Auf jeden Fall ist der Neumarkt "Bester Neubaumarktplatz der Welt"! So, muss mir nun noch einmal die Fotos ansehen...*hach*, *herrlich*

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Wieso "trostloses Wetter"? Der Schnee ist immer schon dem Barock sehr gut gestanden, das wusste schon Karel Plicka. Ich wollte, wir hätten Schnee bei uns. Das gedämpfte Licht des Winterhimmels ist sehr stimmungsvoll und vorteilhaft. Und fehlende Menschen haben Architekturphotographie noch nie geschadet.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Zum Münchener Marienplatz:
    Es ist ja nicht alles entweder schwarz (hässlich) oder weiß (wunderschön), sondern es gibt viele Graustufen dazwischen. ;) Der Marienplatz ist alles in allem ein recht ansehnlicher Platz. Das Neue Rathaus, das Alte Rathaus und der Blick zu St. Peter sind sehr schön. Leider ist die restliche Bebauung entweder nicht besonders ansehnlich oder sogar ziemlich unansehnlich. Das Positive dominiert aber dennoch ganz klar.
    Es ist etwas schade, dass ausgerechnet in München, wo noch so viele Plätze und Straßenzüge so wunderschön und gut erhalten sind, besonders das königliche München, der Marienplatz als Platz des stolzen Bürgertums eher nicht so vorbildhaft wiederaufgebaut wurde.

    Wurde eigentlich schon der Hamburger Rathausmarkt erwähnt? Er ist dem Marienplatz nicht unähnlich. Allerdings ist die moderne Bebauung des Platzes weniger störend als die in München. Daher würde ich persönlich den Rathausmarkt sogar als überwiegend schön einstufen.

  • Der Hamburger Rathausmarkt befindet sich auf 2 von 4 Seiten (Rathaus + Alsterarkaden) im Vorkriegszustand, und die anderen beiden Seiten bestimmen ein Mix aus Vorkriegsbauten und stilistisch daran angepassten Gebäuden aus der ganz frühen Nachkriegszeit. Insgesamt wirkt das Bild stimmig und harmonisch. Die stark zerstörte Stadt hat unfassbares Glück gehabt, dass dieser sensible Bereich, der Zielpunkt mehrerer schwerer Bombardierungen war, so glimpflich davongekommen ist.


    Ich habe ihn hier aber bewusst nicht erwähnt, da eines der Stichworte "Hidden Champions" war - und dazu kann man ihn - ebenso wie den Marienplatz in München - ja ganz sicher nicht zählen. Beide Plätze sind prominente touristische Highlights.

  • Sehr schöne Videos bisher, Sir Moc! Ich freue mich auf das nächste. Vielleicht finde ich in der Zwischenzeit auch noch Bilder aus Neustadt a. d. W., die ich vor zwei, drei Jahren mal gemacht habe, aber nicht mehr den Speicherort finde. Es gibt aber auch bei Wikimedia Commons ein paar Bilder zum dortigen Marktplatz.


    In der Zwischenzeit: Hatten wir schon Staufen im Breisgau? Bilder sind von 2015, man erkennt an den gelben Gebäuden im ersten und im zweiten Bild immer noch Schäden durch die Hebungsrisse aufgrund von leider sehr folgenreichen Geothermiebohrungen im Jahr 2007 .

  • Der Ulrichsplatz mit der Maximiliansstraße in Augsburg zählt nicht oder?

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Doch, hab ich schon erwähnt.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Lese grade "Im Krebsgang". Mölln hat anscheinend auch einen stimmungsvollen Marktplatz, falls noch nicht erwähnt.

  • Nur wenige kritische Anmerkungen: Die Beschriftung von Schwäbisch Hall und Schwerin scheint verrutscht. Die Bilder passen, so glaube ich, nicht. In Fulda wird der Domplatz gezeigt. Der fungiert meines Wissens nach nicht als Markt (ich kann mich aber täuschen).


    Ansonsten: Sehr schön! :daumenoben:

  • In Fulda wird der Domplatz gezeigt. Der fungiert meines Wissens nach nicht als Markt (ich kann mich aber täuschen).

    Du täuschst dich nicht. Der Markt findet am "Gemüsemarkt" statt. Ein weiterer Marktplatz ist der Straßenzug "Unterm Heilig Kreuz".

  • Kleinere Marktplätze im Neckarland:


    Markgröningen, das Rathaus von 1441:


    Besigheim, das Rathaus von 1459


    Bietigheim, das Rathaus von 1507:

    Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,

    Daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern‘,

    Und verstehe die Freiheit,


    Aufzubrechen, wohin er will.


    Hölderlin

  • Deutschland ist trotz der immensen Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs offensichtlich noch sehr reich an historischen Städten und Städtchen. Mich würde mal interessieren, ob Deutschland nicht vielleicht sogar noch immer recht weit vorne liegt, wenn man allgemein historische Bausubstanz vergleicht mit anderen europäischen Ländern. Ja, die Zerstörung war hier besonders stark, aber Deutschland war auch besonders hoch und dicht besiedelt, mit tausenden Mittel- und Kleinstädten, die bis heute relativ unversehrt blieben.