Das (R)Ostkreuz

  • Schade, dass die Bahn ähnlich wie bei den Hbf von Salzburg und Erfurt (Inselbahnhof) hier fast alle historischen Überdachungen, praktisch das gesamten Gebäude ähnlich wie beim Südkreuz nach der Wende zerstören ließ . Bleibt nur noch das Westkreuz, das einigermaßen gut erhalten ist wobei es leider in einen nicht so tollen Zustand ist heutzutage...

  • Die ganze Struktur finde ich es schon erhaltenswert: die Überdachungen mit den gusseisernen Säulen und die ebenfalls gusseisernem Rundbögen, soweit ich das sehe war das ja bis nach der Wende alles noch da, also der Zustand aus der Kaiserzeit, weil zum Glück die DDR kein Geld hatte!

    Aber auch die ganze Konstruktion hatte was: https://images.app.goo.gl/55RAnztea7UdDUmD8


    Und dazwischen noch diese niedliche Kioskbauten aus Fachwerk, wirklich bedauerlich.

    Natürlich kann ich verstehen dass das Verkehrsaufkommen sich gesteigert hatte und man mehr Platz bräuchte und die Bahnsteighöhe angepasst werden musste dennoch hätte man gerade in unserer Zeit, wo man ja den Abriss-Vandalismus so verurteilt der 60er Jahre, zumindest mehr erhalten können, da so eine Haltestelle wo mehrere Ebenen sich kreuzen und dazu noch im historischen Zustand, das allein schon ist fast (wie gesagt neben Westkreuz) ein Unikat, vlt sogar weltweit!

  • Hier noch ein paar Vorher-Nachher Bilder:


    https://interaktiv.morgenpost.de/ostkreuz-frueher-heute/


    Naja wenigstens haben sie einen historischen Kiosk und einen Bahnsteig erhalten...


    Generell aber ist die deutsche Bahn leider nicht gerade zimperlich mit dem historischen Erbe umgegangen seit den letzten 20 Jahren. Bsp Erfurt Hbf da würde der ganze historische Inselbahnhof mit historischen Geländern und Bahnsteige alles weggerissen: https://images.app.goo.gl/9Dh7rgrQcXLghu9e9


    http://bf-e.zielbahnhof.de/erfurt_hbf.htm


    Diese Banausen...:kopfwand::wuetenspringen:

    Naja sich darüber aufregen bringt leider eh nichts mehr

  • Das Rostkreuz (wie es die Berliner nannten) wurde in der Tat zu DDR Zeiten sträflichst vernachlässigt, so daß die Baufälligkeit erheblich zu nahm.


    Einiges wurde zwar wieder historisch aufgebaut - wie die Verbindungsbrücken beispielsweise, jedoch wäre meines Erachtens eine behutsame Restauration mit einigen barrierefreien Umbauten möglich gewesen.


    Besonders bedauerlich empfand ich den Abriß des Bahnsteiges an der Nord und Südkurve, so wie die völlige Liquidierung der Nordkurve.


    Ein Bahnsteig da oben wurde allerdings schon zu DDR Zeiten abgerissen - ich meine , es wäre der Bahnsteig B gewesen.


    Hier noch ein paar Eindrücke aus dem Jahre 2010 :

  • das Wahrzeichen am Ostkreuz der 59m hohe Wasserturm, erbaut 1909-1912 Fassungsvermögen 400 m³ Wasser für die Versorgung von Dampflokomotiven. Das Wasser wurde aus dem Rummelsburger See gepumpt.

    Vor Rußschäden war der ganze Turm mit dunklen Kacheln geschützt.



    die Schaltzentrale der Berliner S-Bahn, hier wurde direkt ins Stromnetz der S- Bahn eingespeist. Die Zentrale befand sich am Markgrafendamm in unmittelbarer Nähe zum S- Bahnhof



    das alte Ostkreuz in einer Luftaufnahme, das Schaltwerk ist das Gebäude rechts unten



    und die Übersicht des alten Ostkreuz im Plan




    eine Aufnahme des alten Ostkreuz noch unter dem Alten Namen



    1927



    über die Bullenbahn wurde vom S- Bahnhof Ostkreuz die Industriebetriebe auf der Halbinsel Altstralau versorgt



    Bahnsteig E



    der Bahnsteig A- C wurde nach der Erneuerung des Bahnhofs nicht mehr errichtet



    Bahnsteig F der heutigen Ringbahn im alten Zustand , links russische Diesellok die Taigatrommel



    Bahnsteig E Richtung Erkner stadtauswärts, im Hintergrund der Bahnsteig A- C




    Bahnsteig D Richtung Straußberg, Marzahn und Hohenschönhausen stadtauswärts links und rechts der Bahnsteig E nach Erkner




    Wo jetzt im Bild der Güterzug fährt wurde beim Umbau des S- Bahnhof Ostkreuz ein Regionalbahnsteig errichtet, der Güterzug wird von einer Diesellok V 180 gezogen.




    Andrang am S- Bahnhof Ostkreuz in Richtung Erkner, wahrscheinlich findet wiedermal eine Propagandaveranstaltung im Pionierpark Wuhlheide statt. Der Bahnhof Wuhlheide liegt auf der Strecke nach Erkner



    und noch ein Bild des jetzigen Zustandes nach Umbau des S-Bahnhof Ostkreuz im Hintergrund die neue Ringbahnhalle

  • Bahnsteig F der heutigen Ringbahn im alten Zustand , links russische Diesellok die Taigatrommel

    Das Bild zeigt keine "Taigatrommel", denn das war eine dieselelektrische Lokomotive, die keine Stromabnehmer bzw. Oberleitung brauchte.

    V 200 / 120 hatte den Spitznamen

  • Mir fällt gerade ein, nicht nur der Bahnsteig B wurde zu DDR Zeiten abgerissen sondern auch der Bahnsteig C. Der Tunnel vom Bahnsteig A wurd zugeschüttet.


    Es muß wohl so in den 70iger Jahren gewesen sein, es hieß damals "die Bahnsteige drohten hinabzustürzen. "


    Die Züge von der Stadtbahn zur Nordbahn (Buch/Bernau) wurden schon zu DDR Zeiten eingeschränkt, die Einschränkung der Südbahnanbindung (Zentralflughafen Schönefeld) erfolgte dann nach der Wende, diese fuhr dann auch nur noch im 20 min Takt.

  • Ja Oberbaumbrücke,die Lock auf dem Foto von Eiserner Pirat müsste eine E 11 001 aus DDR Produktion sein.

  • Ja Oberbaumbrücke,die Lock auf dem Foto von Eiserner Pirat müsste eine E 11 001 aus DDR Produktion sein.

    Das geht jetzt schon mehr in die Richtung des Eisenbahnstranges, wo sich die Nutzer mit den Fahrzeugtypen auskennen :wink:



    Die Südkurve des Ostkreuzes durfte schon vor der Wende nur noch mit minimaler Geschwindigkeit befahren werden, da sie völlig baufällig war.


    An sich, hätte diese aus Sicherheitsgründen völlig gesperrt werden müssen, jedoch war die Strecke von Berlins Mitte nach Richtung Schönefeld raus, zu arg frequentiert.


    Als die Südkurve entgültig vom Betrieb genommen wurde, war das Gedrängel trotz größeren Neubaubahnhof beim Umsteigen enorm.

  • Das Bild zeigt keine "Taigatrommel", denn das war eine dieselelektrische Lokomotive, die keine Stromabnehmer bzw. Oberleitung brauchte.

    V 200 / 120 hatte den Spitznamen

    Die Taigatrommel hatte ihren Namen nicht nur wegen der anfänglich fehlenden Schalldämpfer. Die Motoren waren so miserabel ausgewuchtet, dass ihre geräuschvollen Schwingungen das Gleisbett und benachbarte Architektur nachhaltig schädigten.

  • Ähm... Eiserner Pirat , die Angabe auf der Skizze oben kann nicht stimmen.


    Da steht Bahnsteig B und C bis 1966 - aber ich kann mich noch daran erinnern, daß die Züge dort bis in die 70iger Jahre gehalten haben.

  • OberstMadig


    das stimmt aber ich habe diese Darstellung nicht angefertigt, am Bahnsteig A hielten die S- Bahnzüge aus Richtung Schönefeld bis zum geplanten Neubau des Ostkreuz, der letzte S- Bahnzug hielt hier am 28.8.2009. Danach erfolgte der Abruch der Bahnsteige A- C.


    das Gleisplanum für den neuen S- Bahnhof Ostkreuz sieht wie folgt aus, wobei die Strassenbahnanbindung der Linie 21 über die Sonntagsstraße wegen Bürgerprotesten noch nicht realisiert ist, es geht eben in Berlin alles ein wenig langsam !

    Zum Glück ist die geplante Verlängerung der Autobahn A100 von Treptow bis Frankfurter Allee durch einen Tunnel in der Neuen Bahnhofstraße in Doppelstockausführung ! unter dem Bahnhof gleich mit realisiert worden.


  • . Danach erfolgte der Abruch der Bahnsteige A- C.

    Der Bahnsteig A war noch bis zum Neubau der Südkurve vorhanden, B und C nicht mehr - wie schon erwähnt müssten die so irgendwann in den 70iger Jahren abgerissen worden sein.


    Die Züge hielten stadteinwärts am Bahnsteig A, stadtauswärts Richtung Süden gab es keinen Halt mehr in Ostkreuz.


    Der Bahnsteig A wäre auch dringend sanierungsbedürftig gewesen, man zog es leider vor ihn völlig abzureißen.


    Dabei war der Bahnsteig A mal einer der hübschesten Bahnhöfe der Gründerzeit.

  • Seit der Eröffnung der Stadtbahn 1882 konnte man am Bahnsteig A von einem Abteilwagenzug des Südrings direkt in einen solchen des Nordrings umsteigen. Das Umsteigen in der Gegenrichtung ging über die Bahnsteige B und C. Im Bereich der heutigen Bahnhöfe Ostkreuz (damals Stralau-Rummelsburg), Westkreuz und Schöneberg wurden die durchgehenden Ringbahngleise bis zur Jahrhundertwende nur von Güterzügen befahren.


    Die Bahnsteige A, B und C hatten also eine große Bedeutung und erhielten bei der Benennung somit auch die ersten Buchstaben aus dem Alphabet.

    Die Bahnsteige D, E und F wurden erst später erreichtet (1902 - 1903).


    Ja und dadurch entstand die sogenannte Rennbahn. Die direkte Verbindung der alten Bahnsteige A+B+C mit den neuen Bahnsteigen D, E und F.

  • Ich vermute mal der Bahnsteig A-C war der Zubringer der Ringbahn zum Schlesischen Bahnhof.


    Von der Architektur her, müßt der Ringbahnhof F zum späteren Zeitpunkt entstanden sein.