Kirchenschändungen

  • Der Kirchenschänder wurde bloß der Kirche verwiesen.

    Die Kirchengemeinde erwägt eine Strafanzeige. Und da Sachbeschädigung in aller Regel kein Offizialdelikt ist, weiß ich nicht, was dir da noch in den Sinn gekommen ist.


    [...] Bitte keine themenfremden Diskussionen starten.

  • Die Kirchengemeinde erwägt eine Strafanzeige. Und da Sachbeschädigung in aller Regel kein Offizialdelikt ist, weiß ich nicht, was dir da noch in den Sinn gekommen ist.

    Lieber tegula, Du darfst leider nicht voraussetzen, dass jeder hier im Forum weiß, was ein Offizialdelikt ist. Nun denn: bei manchen Straftaten (Mord, Körperverletzung) wird die Staatsanwaltschaft von sich aus tätig (Offizialdelikt), bei anderen (Sachbeschädigung, Beleidigung) nur, wenn der Geschädigte das fordert (Antragsdelikt). Ich verstehe, dass landesfremde Mitdiskutanten, z.B. aus Wien, sich mit solchen Feinheiten des Deutschen Strafrechts weder auskennen noch beschäftigen wollen. Dann sollten sie aber vielleicht zu manchen Themen lieber schweigen...

  • Offizialdelikt

    Quote from Österreich.gv.at

    Von einem Offizialdelikt spricht man, wenn eine strafbare Handlung von der Staatsanwaltschaft von Amts wegen verfolgt wird.

    Scheint dasselbe zu sein?


    Aber leider darfst du nicht voraussetzen, lieber Tankwart, dass jeder hier im Forum weiß, wie man niveauvoll beleidigt, passende Lektüre gibt es hier:


    Österreichs schönste Schimpfwörter

    pretendo descobrir / no último momento / um tempo que refaz o que desfez

  • "Als Pfarrer Müller den Mann stoppte und zur Rede stellte, erklärte der Afghane: Er halte den christlichen Glauben für falsch. Jesus sei nicht der Sohn Gottes."


    Tja, mehr muss man über Religion und viele religiöse Menschen im Allgemeinen ja nicht wissen. :smile:


    Sachbeschädigung geht im Übrigen gar nicht und muss dementsprechend verfolgt und bestraft werden. Egal von wem und aus welchen Motiven heraus. Punkt.

  • Sachbeschädigung geht im Übrigen gar nicht und muss dementsprechend verfolgt und bestraft werden. Egal von wem und aus welchen Motiven heraus. Punkt.

    Lieber Grimminger , das darfst Du natürlich fordern. Das deutsche Strafgesetzbuch sieht das aber anders. Wenn Du möchtest, dass Sachbeschädigung in Zukunft grundsätzlich und ausnahmslos als Offizialdelikt behandelt wird, wende Dich bitte diesbezüglich an Deinen Bundestagsabgeordneten. Du solltest allerdings gute Gründe dafür vorbringen können, warum eine seit Jahrhunderten geübte Praxis geändert werden soll.

  • Lieber Grimminger , das darfst Du natürlich fordern. Das deutsche Strafgesetzbuch sieht das aber anders. Wenn Du möchtest, dass Sachbeschädigung in Zukunft grundsätzlich und ausnahmslos als Offizialdelikt behandelt wird, wende Dich bitte diesbezüglich an Deinen Bundestagsabgeordneten. Du solltest allerdings gute Gründe dafür vorbringen können, warum eine seit Jahrhunderten geübte Praxis geändert werden soll.

    Bin leider in juristischen Fragen nicht wirklich sicher, ich dachte allerdings, dass Sachbeschädigung eine Straftat sei?


    § 303 StGB


    (1) Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    (2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert.

    (3) Der Versuch ist strafbar.

  • Sachbeschädigung (§ 303 StGB) ist eine Straftat. Sie wird aber gem. § 303c StGB nur auf Antrag (in der Regel des Verletzten, vgl. § 77 I StGB) verfolgt, es sei denn, die Staatsanwaltschaft hält ein Eingreifen von Amts wegen für geboten.


    Sofern die Kirchengemeinde keinen Strafantrag stellt, käme es auf die Einschätzung der Staatsanwaltschaft an, ob sie die Sachbeschädigung anklagen möchte.

  • Ob etwas eine Straftat ist oder nicht, hat nichts mit der Frage zu tun, ob etwas ein Offizial- oder ein Antragsdelikt ist.

    Viele Straftaten sind Antragsdelikte, d.h. sie werden nur verfolgt, wenn der Geschädigte Anzeige erstattet. Beispiele:

    - Diebstahl

    - Vergewaltigung

    - Beleidigung

    - etc.


    Vergleiche hierzu auch Wikipedia: Antragsdelikt

  • Hier gilt nicht die allgemeine, sondern die gemeinschädliche Sachbeschädigung, §304, betreffend Gegenstände der Verehrung einer im Staat bestehenden Religionsgesellschaft oder Sachen, die dem Gottesdienst gewidmet sind...

    In der Neufassung erweitert mit Abs.2 -"Erscheinungsbild..."

    Die Tat wird von Amts wegen verfolgt (Offizialdelikt).

  • Es können hier beide Straftatbestände nebeneinander gelten, da sie verschiedene Schutzwirkungen haben (§ 304 ist nicht etwa der Speziellere, der § 303 mit einschließen oder ausschließen würde).


    Für die Strafverfolgung nach § 303 (Schutz des Eigentums) bedarf es jedoch, wie schon gesagt wurde, noch eines Strafantrages der Kirche. (nicht nur einer Strafanzeige)

    Dies macht Sinn, wenn sie die Verletzung ihres privaten, also hier kirchlichen Eigentums zusätzlich noch strafrechtlich gewürdigt wissen will und kann ggf. das Strafmaß erhöhen.

  • Er sollte nicht nur Hausverbot in der Kirche bekommen, sondern gleich für ganz Europa. Denn er macht nicht anderes, als zu sagen, Eure Kultur ist der letzte Mist. Ja, was machst du dann hier?

    Und auf der anderen Seite immer diese weichgespülten Gutmenschen, denen man alles wegnehmen, sie und ihre Famlie entehren und entwürdigen kann und die immer noch sagen, ach diese armen Menschen ...

  • Genau.

    Nun müssen wir uns nur noch überlegen, wie wir dauerhaft diejenigen loswerden, die Synagogen und Moscheen attackieren.

  • Wieder so ein relativierender Einzeiler. Sag uns doch lieber welchem Punkt von Goldstein du widersprichst, und warum. :augenrollen:



    "Heiligenfiguren werden bespuckt, Kreuze geschändet - die antichristlichen Straftaten nehmen zu. Doch während sich die EKD ungefragt zu den moralischen Herausforderungen der Welt äußert, bleibt sie diesmal unerhört stumm - weil die Täter nicht in ihre naive Weltsicht passen."


    Bei diesem Thema schweigt die Dauermoralbeschallung der Kirche

  • Die bisherigen Ausführungen zu Rechtslage hier sind etwas ungenau bzw. auch teilweise nicht richtig.


    Vorliegend ist das Beschädigen des Kreuzes und das der Vitrine eine Sachbeschädigung.


    Zumindest bei der Beschädigung des Kreuzes dürfte darüber hinaus auch eine Gemeinschädliche Sachbeschädigung vorliegen. Das wäre auch eie spezieller Norm.


    Das Heraustragen von Gegenständen dürfte kein Sachbeschädigung sein.


    Sachbeschädigung ist ein relatives Antragsdelikt. Es ist zu verfolgen wenn ein (formeller) Strafantrag (eine Strafanzeige ist etwas anderes) oder öffentliches Interesse an der Strafverfolgung vorliegt. Dies dürfte hier der Fall sein.


    Gemeinschädliche Sachbeschädigung ist kein Antragsdelikt.


    Diebstahl oder gar Vergewaltigung sind selbstverständlich keine Antrags- sondern Offizialdelikte.


    Absolute Antragsdelikte sind solche die nur auf Antrag vergolgt werden dürfen. Das sind im wesentlichen Bagatelldelikte aus dem innerfamilieren Bereich.


    Mit einer Ausweisung oder einer Abschiebung des Täters ist wahrscheinlich nicht zu rechnen. Das ist auch richtig so. Rechtsfrage einer Straftat ist nämlich die Geld - oder Freiheitsstrafe. Nur bei erheblichen Strafen kommt dies in Betracht. Ist der Täter hier anerkannter Flüchtling, dürften die Voraussetzungen für eine Aufhebung dieses Status kaum vorliegen.


    Das ist meine Einschätzung der Rechtslage anhand der mir vorliegenden Informationen.

  • Wieder so ein relativierender Einzeiler. Sag uns doch lieber welchem Punkt von Goldstein du widersprichst, und warum.

    Dass ich Goldstein widerspreche interpretierst du hinein, genauso wie eine "Relativierung".

    Einfach den Text wörtlich nehmen, das erspart auch unnötige Streitereien.


    Sag mir doch lieber, ob du dich über Attacken auf andere Gotteshäuser (Synagogen, Moscheen) ganz genauso empörst und genauso Gedanken machst wie man sie dauerhaft verhindert.

    Die Schändung einer Kirche ist für mich genauso schlimm wie die eines jeden anderen Gotteshauses.

  • Diebstahl oder gar Vergewaltigung sind selbstverständlich keine Antrags- sondern Offizialdelikte.

    Auch ein Diebstahl kann ein Antragsdelikt sein (siehe § 248 a StGB).

  • Die Empörung ist wahrscheinlich immer dann höher, wenn es sich um einen Gast unseren Landes handelt, der sich hier unangepasst verhält. Das kann auch für Synagogen gelten, wie in Ulm, wo der dringend Tatverdächtige sich in die Türkei abgesetzt hat nach seinem Brandanschlag.

    Wenn es sich um deutsche Staatsbürger handelt, kann man wenigstens nicht sagen, das haben wir uns importiert unnötigerweise. Oder diese sind unfähig sich zu integrieren. Dagegen ist das bei diesem Afghanen ja höchst fraglich, ob er sich jemals in unserer Gesellschaft zurechtfinden wird mit dieser Einstellung.

  • Er sollte nicht nur Hausverbot in der Kirche bekommen, sondern gleich für ganz Europa. Denn er macht nicht anderes, als zu sagen, Eure Kultur ist der letzte Mist. Ja, was machst du dann hier?

    Und auf der anderen Seite immer diese weichgespülten Gutmenschen, denen man alles wegnehmen, sie und ihre Famlie entehren und entwürdigen kann und die immer noch sagen, ach diese armen Menschen ...

    Fakt ist, die Tat ist verwerflich und entsprechend unseren Gesetzen zu bestrafen.:!:


    Darüber hinaus hat mich diese Bemerkung jedoch sehr zum Nachdenken angeregt. Konkret wurde das Inventar einer Kirche beschädigt, daher setze ich "Eure Kultur ist der letzte Mist" mit unseren christlichen Traditionen und Werten gleich. Habe ich das so richtig interpretiert?


    Falls ja folgt für mich persönlich: Unsere christlichen Werte widersprechen der vorgeschlagenen Konsequenz. Die Werte, das Wirken Jesu (ich möchte hier differenzieren zur calvinistisch evangelikalen Leistungsreligion) und eine Zuschreibung wie "weichgespülte Gutmenschen" passen fundamental nicht zusammen. War Jesus auch ein weichgespülter Gutmensch? Was also bleibt von unserer Kultur übrig, wenn wir nicht nach ihren Werten handeln? Nichts, wir höhlen sie aus und verteidigen am Ende eine leere Hülle, die zu verteidigen es nicht mehr Wert ist. Der Täter hat gewonnen.


    Was würde Jesus tun? Sich diese Frage zu stellen, dafür muss man nicht gläubig sein, aber jeder der unsere Kultur verteidigen will - und das ist gut - kann dies nur, wenn wir sie dabei nicht scheinheilig und mit gehöriger Doppelmoral mit den Füßen treten und ignorieren.