Kirchenschändungen

  • Quote from obiger Link

    „Was mich erschüttert ist, dass die Hemmschwelle vor ,heilig‘ anscheinend vollkommen weg ist. Wir sind in einer Zeit, in der Menschen mit diesem ,heilig‘ nichts mehr anfangen können“, sagt Dekan Johannes Plank. Er weiß, dass viele Menschen ihre Sorgen bei der Madonna ablegen und fragt sich bei diesem Geschehen: „Wird da sinnlose Wut entladen? Ist es ein hirnloses, mutwilliges Zerstören? Oder hat jemand Erfahrungen gemacht, beispielsweise dass er keine Gebetserhörung erhalten hat und darüber wütend ist?“

    Völlig verfehlt, ja geradezu grotesk, bis zur Selbstwidersprüchlichkeit.

    Wer Marienstatuen köpft, hat sehr wohl Sinn fürs Heilige, was ja dem Begriff des Sakrilegs ja innewohnt. Ein bestimmter Verdacht ist sogar höchst naheliegend. Und Kulturfrevel um der reinen Zerstörung von bedeutenden Kulturdenkmäler willen scheint auch nicht vorgelegen zu sein, wenn diese leicht zynische Anmerkung erlaubt sein soll... Mit den Lourdes-Statuen hat man als gläubiger Katholik ja ähnliche Schwierigkeiten wie mit diesen unsäglichen Faustyna-Kowalska-Jesus-Bildern.

    Zum letztzitierten Frage des lieben, frommen Dekans kann man nur höhnisch ausrufen: Ganz sicher, Hochwürden, klar, ein typischer frustrierter Marienverehrer, wie es sie ja zuhauf gibt...

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ein weiterer Bericht. Es geht um die katholische St. Christophorus Kirche:

    Denen ist scheinbar nichts heilig

    Diebe plündern Kirche – 15.000 Euro Schaden

    https://www.rtl.de/cms/ruessel…euro-schaden-4649469.html


    Nun kenne ich Rüsselsheim und das dortige Stadtbild ein kleines bisschen, u.a. weil eine Freundin dort mal wohnte. Ich will aber nicht subjektiv meine Beobachtungen schildern, sondern einfach die diesbezüglich jedes Vorurteils unverdächtige "Wikipedia" heranziehen:

    "Rüsselsheim am Main hatte 2016 einen Ausländeranteil von 28,3 Prozent. Der Anteil deutscher Staatsbürger mit ausländischen Wurzeln (Migrationshintergrund) liegt bei rund 50 %. (...)Derzeit (Stand 31. Dezember 2018) sind von den 67.706 Einwohnern 11.379 (16,8 %) evangelisch, 11.276 (16,7 %) römisch-katholisch und 45.051 (66,6 %) sind Sonstige (Konfessionslose oder gehören einer anderen Religionsgemeinschaft an)."


    Das bedeutet unter 22 Prozent Biodeutsche, bzw. etwas über 33 Prozent Christen (Stand 2016 und 2018, Tendenz fallend). Selbstverständlich wird primär unter dieser eingrenzbaren Gruppe nach den respektlosen Tätern zu suchen sein. :zwinkern:

  • Das bedeutet unter 22 Prozent Biodeutsche, bzw. etwas über 33 Prozent Christen (Stand 2016 und 2018, Tendenz fallend). Selbstverständlich wird primär unter dieser eingrenzbaren Gruppe nach den respektlosen Tätern zu suchen sein

    Wer die Täter in Rüsselsheim waren, weiß ich nicht. Auch nicht, ob diese ein Rüsselsheim wohnen (wovon du ja offensichtlich ausgehst, denn sonst würde der Link auf den Wikipediaartikel ja keinen Sinn machen).


    Ich kann dir aber aus beruflicher Erfahrung sagen, das in punkto Respektlosigkeit sich Unterschiede zwischen Tätern nicht an deren oder deren Vorfahren Herkunftsländern nicht erkennen lassen.

  • Dass die Täter nicht in Rüsselsheim wohnen müssen, ist richtig. Da hast Du völlig Recht. Sie dürften aber über bestimmte Ortskenntnisse darüber verfügen, wo etwas zu holen ist.


    Ein kleiner Hinweis in Richtung der Tätergruppen zu Metalldiebstählen.

    "Hinweise führten zu dem Tatfahrzeug - einem VW Transporter - und dessen rumänischem Halter (23). Zusammen mit ihm wohnten Landsleute...." (Quelle)

    "eine überregional agierende rumänische Tätergruppe" (Quelle)

    "Bei den Tätern handelt es sich zu-meist um Ost- und Südosteuropäer, in einigen Fällen waren organisierte Banden am Werk. Bereits Ende 2005 flog in der Steiermark eine achtköpfige Bande auf, bestehend aus Tschechen und Österreichern. (...) In Niederösterreich hob die Polizeieine serbische Tätergruppe aus (...)" (Quelle)


    Die letzte Quelle ist von 2007. 2019 ist man hingegen viel klüger geworden: "Im Gegensatz zu Wohnungseinbrüchen, die oft auf das Konto osteuropäischer Banden gehen, kann die Polizei bei Metalldiebstählen keine spezielle Tätergruppe ausmachen." (Quelle)


    Genau so wird es sein, vermutlich war meine obige Vermutung, dass es biodeutsche Täter waren, wirklich rassistisch. Es waren, wenn, dann menschenfeindliche, rechtsradikale, Corona und das Klima leugnende Biodeutsche. Und wenn die es nicht waren, dann waren es höchstens irgendwelche Menschen wie wir alle, wie Du und ich. Nichts genaues weiß man über solche Täter. Und das ist gut so.

  • Genau so wird es sein, vermutlich war meine obige Vermutung, dass es biodeutsche Täter waren, wirklich rassistisch. Es waren, wenn, dann menschenfeindliche, rechtsradikale, Corona und das Klima leugnende Biodeutsche.

    Dafür gibt es aber auch keine Anhaltspunkte. Warum aber überhaupt diese Spekulationen? Warum warten wir nicht einfach ab, bis die Täter ermittelt sind?

  • Warum warten wir nicht einfach ab, bis die Täter ermittelt sind?

    Im Prinzip völlig richtig. Wenn auch Erfahrungswerte einfach mal weggeblendet werden.


    Das setzt allerdings dreierlei voraus:


    1. Die Täter werden ermittelt.

    2. Es wird überhaupt in der Presse mitgeteilt, welcher Tätergruppe die Täter angehörig sind.

    3. Es erfährt einer der Forumsdiskutanten davon und postet das mit fünf Jahren Verspätung in dem Forum.

    (Worauf dann mit Sicherheit ein anderer Forist fragen wird, was es denn soll, nun eine Meldung zur Verurteilung hinsichtlich einer so lange zurückliegenden Tat in diesem Architekturforum zu posten. Denn schließlich liegt das Jahre zurück, das spielt doch gar keine Rolle mehr, und die Tätergruppe ist doch auch völlig irrelevant.)


    Ergo, schenken wir uns solche Meldungen doch einfach generell, wenn ohnehin nichts dazu zu sagen ist.

  • Ergo, schenken wir uns solche Meldungen doch einfach generell, wenn ohnehin nichts dazu zu sagen ist.

    ...oder sagen nichts dazu solange nichts zu sagen ist.


    (so, wir sollten das Thema jetzt aber auch beenden)

  • (Der Dank galt der Information, nicht der Tat)


    Steht schon fest wer der Täter war und was die Hintergründe? Der Artikel ist ja leider nicht vollständig lesbar.

  • Ja der Pfarrer weiß es sogar und kennt den psychisch kranken Täter offenbar:

    Quote

    Die Pfarrkirche St. Katharina in Wallerfangen ist am Dienstagmorgen Opfer von schwerem Vandalismus geworden. Trotz Schäden in voraussichtlich fünfstelligem Bereich zeigte Pastor Herbert Gräff ein „gewisses Verständnis“. Denn „das ist die Tat eines kranken Menschen“. Dessen Vater sei bereits bei ihm gewesen und habe sich entschuldigt. Die psychischen Probleme waren bekannt, berichtete Gräff, „doch so einen Schub wie diesmal hat es wohl noch nie vorher gegeben“.

  • Danke für die weiteren Informationen. Das ist dann ja doppelt tragisch. So was wird leider nie ganz zu verhindern sein. Es sollte aber auch kein Grund sein Kirchen außerhalb der Gottesdienstzeiten zu schließen. Das ist aber eine Entscheidung der Kirchengemeinde.

  • Jede Kirchengemeinde sollte in Anbetracht ihrer Schätze überlegen, ob nicht auch dort die ein oder andere dicke Plexiglasscheibe eine sinnvolle Investition wäre! So schnell, wie diese Teile vor kurzem an Ladenkassen Einzug hielten ...

  • Kirche St. Lukas (Leipzig)


    Die kürzlich restaurierte Kirche St. Lukas im Leipziger Stadtteil Volkmarsdorf wurde nach Polizeiangaben in der Nacht zwischen dem 5. und 6.Januar 2021 Opfer eines Farbanschlags, bei dem auch ein Fenster zerstört wurde. Die "Soko Linx" ermittelt. Die Kirche war einst ein Zentrum der DDR-Bürgerrechtsbewegung. Daher ist das Entsetzen über den Angriff auf den Sakralbau mit Farbe und Wurfgeschossen umso größer. Das Bekennerschreiben wirft Fragen auf.




    Rätselraten um Anschlag auf Leipziger St. Lukas-Kirche

    (Stand: 11.01.2021)

    Quote

    Ein ähnlicher Fall stellte sich jüngst allerdings anders als gedacht dar: Silvester 2020 wurden die Leipziger Thomaskirche und das benachbarte Thomashaus ebenfalls mit Steinen attackiert, Fenster wurden zerstört. Auch in diesem Fall gab es ein Bekennerschreiben auf Indymedia, wie der ARD-„Faktenfinder“ recherchiert hat.

    Quelle: https://www.welt.de/politik/ar…-Soko-Linx-ermittelt.html




    Die Lukaskirche wurde mit Farbe und Steinen beworfen. Linksgerichtete werfen den Christen eine Mitschuld am Flüchtlingsdrama in Moria vor. (SZ+)

    (Stand: 12.01. 2021)

    Quelle: https://www.saechsische.de/lei…ZGeCirferBZX_LzY3YsnMqqfE




    Anschlag auf Leipziger Kirche St. Lukas: Hintergründe unklar

    Gemeinde spricht von bis zu 10.000 Euro Schaden und Verlust wertvoller Fliesen

    (Stand: 14.01. 2021)

    Quelle: https://www.mdr.de/sachsen/lei…lungen-soko-linx-100.html




    Von der Farbattacke betroffen ist das Nordportal mit Christusdarstellung und dem Heilandsruf im Tympanon:

    https://de.wikipedia.org/wiki/…rf_Lukaskirche_Portal.jpg

  • Das könnte tatsächlich ein Grund sein, warum mittlerweile in Bayern so viele Kirchen am Sonntag Nachmittag geschlossen sind. Ich wollte deswegen fast ein Strang aufmachen, weil es wirklich augenfällig ist. Früher bin ich immer nach einer Wanderung zur inneren Einkehr in eine Kirche gegangen. Das ist defacto nicht mehr möglich. Ich dachte erst, dass wegen Corona alles geschlossen ist, bis mir ein Pfarrer sagte, dass oft hinter einer geschlossenen Kirche solch ein traurige Geschichte steckt.