Fund in der Ostsee - Bernsteinzimmer?

  • Der MdR berichtet gestern, dass polnische Taucher in der Ostsee wohl das Wrack des Schiffs "Karlsruhe" entdeckt haben.

    Das Schiff verließ mit 1100 Flüchtlingen und 360 Tonnen Fracht die Stadt Königsberg, um in die Westgebiete zu fliehen. Trotz Eskorte wurde das Schiff in der Ostsee, versenkt.


    Die Taucher fanden bisher beispielsweise Porzellan von der Königlichen-Porzellan-Manufaktur (KPM) und viele Kisten mit bisher unbekanntem Inhalt.

    Sie mutmaßen, dass das ausgebaute Bernsteinzimmer noch in der Fracht stecken könnte.


    Man kann sehr gespannt sein, was sich hier ergeben wird:

    http://www.mdr.de/nachrichten/…zimmer-ostsee100~amp.html

  • Vielen Dank für die Info! ...nur ca 150 Menschen haben die Versenkung überlebt - einfach nur schrecklich.


    Da das Bernsteinzimmer bereits rekonstruiert wurde, wäre bei einem Fund des historischen Bernsteinzimmers doch eine Reko im noch zu rekonstruierendem Schloss von Königsberg ideal. Wem auch immer dieser Fund rein rechtlich gehört...vermutlich wird Polen aber den Fund nicht an Russland herausrücken...das wird noch lustig. Man könnte das Original auch im Berliner Stadtschloss einbauen :-) dann hätte ich auch einen Grund, dort auch einmal das Innere zu besuchen ;-)

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Natürlich wäre es eine Sensation. Die Täfelungen müssten in sehr langen Kisten verpackt sein. Aber es gibt noch einen anderen Grund, weshalb es nicht aufgefunden wird. Eine Hypothese lautet, dass es kurz vor Kriegende nach Westdeutschland gebracht und dort in einer kirchlichen Einrichtung eingelagert wurde. Nachdem nach hochkomplizierten Recherchen (Rückabwicklung der einstigen Übergabe) dort Eigentumsrechte festgestellt wurden und weder Russland noch Polen heute solche für sich beanspruchen kann.

  • "Elbegeist", könntest Du mal konkretisieren, wer diese Hypothese aufgestellt hat? Und von welcher "kirchlichen Einrichtung" ist da die Rede, wo das Zimmer eingelagert worden sein soll? Und wo ist es nun? Und wer hat "Eigentumsrechte festgestellt" nach "hochkomplizierten Recherchen"?


    Bitte konkret werden und Quellen nennen. Ansonsten ist aus Deinen kryptischen Äußerungen für den Leser nur "Bahnhof" zu verstehen.

  • Wie oft habe ich im Laufe der Jahrzehnte gelesen, dass das Bernsteinzimmer jetzt aber wirklich, ganz bestimmt, kurz vor der Auffindung steht... Hinterher hörte man dann nichts mehr groß davon - bis zum nächsten "Fundort" :zeitung:

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Tut mir leid, dass ich mich nicht mehr an alle Details erinnere. Wenn ich meine Aufzeichnung wieder finde, konkretisiere ich das Ganze. Die Recherchen betrafen ein Rückführungsrecht/pflicht für das Zimmer. Bedingung war wohl, dass eine gewisse Person vor einer anderen verstorben sein müsse. Diese Bedingung wäre erfüllt, so dass das Zimmer an Erben in Westdeutschland zurückzugeben sei. Ich werde mich bemühen, den Rest aufzufinden. Wobei mir damals allerdings Verschwiegenheit angetragen wurde.

  • Wie oft habe ich im Laufe der Jahrzehnte gelesen, dass das Bernsteinzimmer jetzt aber wirklich, ganz bestimmt, kurz vor der Auffindung steht... Hinterher hörte man dann nichts mehr groß davon - bis zum nächsten "Fundort" :zeitung:

    Man hat ja an unzähligen Orten gesucht. Auch die Stasi hat sich die größte Mühe gegeben, Deshalb kursieren ja auch die seltsamsten Hypothesen.

  • Vor einigen Jahren sah ich mal eine Dokumentation im TV. Die sind zu dem Ergebnis gekommen, daß die russische Armee wohl selber für die Vernichtung des Zimmers gesorgt hat. Die eingelagerten Einzelteile sollen nach einem Bombenangriff verbrannt sein. Wenn ich mich recht erinnere, hat man im Keller des Königsberger Schlosses Rückstände von verbranntem Bernstein gefunden. Die russische Regierung hat das angeblich vertuscht, weil das Bekanntwerden des Missgeschicks ja auch ziemlich peinlich wäre.


    Diese Erklärung scheint mir einleuchtend. In den Kisten, die man jetzt in dem Wrack gefunden hat, ist wahrscheinlich nichts Besonderes.

  • "Elbegeist", könntest Du mal konkretisieren, wer diese Hypothese aufgestellt hat? Und von welcher "kirchlichen Einrichtung" ist da die Rede, wo das Zimmer eingelagert worden sein soll? Und wo ist es nun? Und wer hat "Eigentumsrechte festgestellt" nach "hochkomplizierten Recherchen"?


    Bitte konkret werden und Quellen nennen. Ansonsten ist aus Deinen kryptischen Äußerungen für den Leser nur "Bahnhof" zu verstehen.

    Habe meine Aufzeichnungen gefunden, aber ich glaube, hier ist nicht der Ort für nähere Interna. Die Hypothese stammt von einem Verantwortlichen für das Projekt "Kriegs- und nachkriegsbedingte Verluste an Kulturgut in Thüringen". Nach BGB hätte das Zimmer dem Haus Hessen zugestanden. Aber die Betreffenden saßen zu dieser Zeit in Flossenbürg bzw . Buchenwald ein. Deshalb wurde es weitertransportiert. Der ev. Bischof von Danzig-Ermland , K. , hatte mit Prälat D. die Verlagerung von Beständen abgesprochen. Die führenden Katholiken um Adenauer waren wohl eingeweiht. Es handelt sich also wohl eher um eine Schweigeverpflichtung, als um eine Verschwörung in Kirchenkreisen. Als letzter Verbringungsort wird Bayern oder weiter Österreich, Kloster Heiligenk. vermutet.

  • Man hat ja an unzähligen Orten gesucht. Auch die Stasi hat sich die größte Mühe gegeben,

    Wenn nicht mal die Stasi es fertig gebracht hat, es aufzuspüren, dann werden die Flachzangen von heute erst recht nichts finden.

  • Habe meine Aufzeichnungen gefunden, aber ich glaube, hier ist nicht der Ort für nähere Interna. Die Hypothese stammt von einem Verantwortlichen für das Projekt "Kriegs- und nachkriegsbedingte Verluste an Kulturgut in Thüringen". Nach BGB hätte das Zimmer dem Haus Hessen zugestanden. Aber die Betreffenden saßen zu dieser Zeit in Flossenbürg bzw . Buchenwald ein. Deshalb wurde es weitertransportiert. Der ev. Bischof von Danzig-Ermland , K. , hatte mit Prälat D. die Verlagerung von Beständen abgesprochen. Die führenden Katholiken um Adenauer waren wohl eingeweiht. Es handelt sich also wohl eher um eine Schweigeverpflichtung, als um eine Verschwörung in Kirchenkreisen. Als letzter Verbringungsort wird Bayern oder weiter Österreich, Kloster Heiligenk. vermutet.

    Also im Kloster Heiligenkreuz ist es mit 99% Sicherheit nicht, denn das kenne ich mehr oder weniger in- und auswendig ;-) ! Dass das Bernsteinzimmer rein rechtlich dem Hause Hessen (vermutlich Hessen-Dramstadt?) zustünde, diesen Aspekt finde ich eigentlich interessant! Da der heutige russische Zar glaublich in direkter Abstammung den Nachnamen Hohenzollern tragen müsste, wäre ein Einbau im Berliner Stadtschloss womöglich nicht gänzlich unmöglich :-) . Naja, man wird ja noch träumen dürfen.


    Da das BerSteiZi nicht in Heiligenkreuz ist, liegt es vielleicht in der "Karlsruhe", wobei ich dafür wäre, diese Massengrab lieber ungestört zu belassen! Bei "Karlsruhe" denke ich auch an die vielen unschuldigen, kleinen Karls, denen man die Totenruhe vergönnen tät!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Also im Kloster Heiligenkreuz ist es mit 99% Sicherheit nicht, denn das kenne ich mehr oder weniger in- und auswendig ;-) ! Dass das Bernsteinzimmer rein rechtlich dem Hause Hessen (vermutlich Hessen-Dramstadt?) zustünde, diesen Aspekt finde ich eigentlich interessant! Da der heutige russische Zar glaublich in direkter Abstammung den Nachnamen Hohenzollern tragen müsste, wäre ein Einbau im Berliner Stadtschloss womöglich nicht gänzlich unmöglich :-) . Naja, man wird ja noch träumen dürfen.


    Da das BerSteiZi nicht in Heiligenkreuz ist, liegt es vielleicht in der "Karlsruhe", wobei ich dafür wäre, diese Massengrab lieber ungestört zu belassen! Bei "Karlsruhe" denke ich auch an die vielen unschuldigen, kleinen Karls, denen man die Totenruhe vergönnen tät!

    Natürlich darf man träumen. Die Sache ist sehr undurchsichtig. Es war bekannt, dass das BZ nach Schneebach/Odenwald und von dort nach Schloss Amorbach transportiert werden sollte. Dort kam es aber nie an. Dort befanden sich Fürstin Fürstin Leiningen, geb. Romanova und Schwester Tyra, älteste Tochter von Thronfolger Kyrill, und vermutlich Prinz Adalbert v. Preußen, aber die hessischen Zielpersonen waren in Haft. Der Werdersche Vertrag legte klar fest, dass das Katharinenpalais der Zarin als Witwenerbanteil zustand. Nun musste eine Vermutung her, nämlich, dass der Zar wenige Augenblicke eher ermordet wurde.

    Die weiteren Vorgänge nach der Besetzung Hessens und bis zur Wende sind recht ominös. Aber es muss einen Grund gegeben haben, dass die Suche auf sowjetischem Gebiet plötzlich eingestellt wurde.

  • Das ist doch alles Effekthascherei , das ist nichts , dort und woanders wird nie etwas sein , weil das Zimmer längst zerstört wurde , nämlich im Krieg.

  • Das ist doch alles Effekthascherei , das ist nichts , dort und woanders wird nie etwas sein , weil das Zimmer längst zerstört wurde , nämlich im Krieg.

    Wenn die Hypothese von einem ausgesprochenen Spezialisten mit jahrelanger Erfahrung aufgestellt wird, sollte man aufhorchen.

  • Naja wenn es ein " ausgesprochener Spezialist mit jahrelanger Erfahrung " ist , ist vielleicht doch was dran …. wir werden sehen , bevor ich es Negativ - rede und dann holen sie es Hoch " das Bernsteinzimmer " :koenig:

  • Ich möchte gern dran glauben, aber was wurde aus dem "Nazi"-Zug in Schlesien im Bergstollen? Nie wieder was gehört.

  • Ja, stimmt! Da wurde auch recht viel Wirbel um den versteckten "Nazizug" bei Waldenburg gemacht und dann war doa nichts dahinter. Wahrscheinlich ist die Anwort ganz banal, nämlich, dass das Bernsteinzimmer durch die Bomben der Roten Armee zerstört und verbrannt wurde.


    Interessant auch die Geschichte des letzten Ostpreussischen Gauleiters Erich Koch dazu, der glaublich Ende der 1980er Jahre in Polen starb und vorgab, zu wissen, was mit dem Bernsteinzimmer geschah bzw war dies mitunter mehr oder weniger dort so etwas wie seine Lebensversicherung. Ob er tatsächlich mehr wusste oder dies nur vorgab...wir werden es nimmermehr erfahren. Im Grunde genommen ist es mir persönlich auch egal, da es heute eine wunderbare Rekonstruktion dazu gibt, die einfach grandios ist!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Auf die "Haus Hessen-Hypothese" braucht man heute nicht mehr zu hoffen. Das war wenn, dann nur eine juristische Rechtfertigungsstrategie um es nicht den Kommunisten auszuhändigen. In der heutigen Zeit ist es unstrittig, dass es dem russischen Staat zusteht. Das Zimmer würde von der BRD mit Sicherheit (wie die beiden anderen in Deutschland gefundenen kleinen Teilstücke des Zimmers) zurückgegeben werden. Das einzige, worauf man im Falle eines Fundes in Deutschland vielleicht hoffen könnte ist, dass Russland im Gegenzug Raubgüter aus deutschen Landen zurückgibt.

    98% of everything that is built and designed today is pure shit. There's no sense of design, no respect for humanity or for anything else. Frank Gehry