Berlin - Wiederaufbau der Synagoge am Fraenkelufer

  • Die Kurve sieht drastischer aus, als die Zahlen eigentlich sind. Dennoch sehr schade, dass die Zahlen, wie ich erwartet habe, seit vielen Jahren sinken.
    Vielleicht wirkt der Wiederaufbau solcher repräsentativer Großsynagogen allerdings auch anziehend und verankert den jüdischen Glauben wieder mehr im täglichen Leben und der Gesellschaft.

  • Die große Zuzugswelle aus Osteuropa, vor allem Rußland, ist eben vorbei. Die Gemeinden in Berlin und Potsdam - nur die kann ich beurteilen - haben einen Anteil von fast 80 russischsprachigen Mitglieder, die allesamt älter sind. Die jüngeren, liberalgesinnten Juden sind wirklich nur ein paar Dutzend und auch eine spezielle Klientel. Hier die "Liberalen" der Potsdamer Gemeinde um den Musiker Ud Joffe (3. von rechts):



  • Zum geplanten Wiederaufbau gibt es noch einen Artikel aus dem Blog Entwicklungsstadt. Darin sind auch einige Bilder, die wir hier noch nicht hatten.


    https://entwicklungsstadt.de/w…02/EWS-FRAENKELUFER-2.jpg


    https://entwicklungsstadt.de/w…02/EWS-FRAENKELUFER-3.jpg


    Hier ein Bild der Synagoge kurz vor dem Kriegsende. War da tatsächlich noch so viel erhalten? Eine Schande, daß sie dann trotzdem 1958/-59 abgerissen wurde. - Allerdings weiß ich nicht, ob nach diesem Photo, kriegsbedingt, noch mehr zerstört wurde


    https://entwicklungsstadt.de/w…02/EWS-FRAENKELUFER-7.jpg


    Hier geht es aber zum Bericht bei Entwicklungsstadt:


    https://entwicklungsstadt.de/k…ByFna_ch9s1ppvkvXdNOor2Xk

  • Wie kommst Du darauf? Bis jetzt hat man nichts derartiges vernommen.


    Aber es ist tatsächlich verwunderlich, daß sich nicht längst ein Grüppchen mit "Experten" gegen den Wiederaufbau zusammengetan hat.


    Zu den Befürwortern gehört aber auch der Bürgermeister Michael Müller. Außerdem sind die bisher eingegangenen Spenden doch auch mit der Rekonstruktion verbunden. Für einen modernen Neubau habe ich jedenfalls nicht gespendet.

  • Wie kommst Du darauf? Bis jetzt hat man nichts derartiges vernommen.


    Aber es ist tatsächlich verwunderlich, daß sich nicht längst ein Grüppchen mit "Experten" gegen den Wiederaufbau zusammengetan hat.


    Zu den Befürwortern gehört aber auch der Bürgermeister Michael Müller. Außerdem sind die bisher eingegangenen Spenden doch auch mit der Rekonstruktion verbunden. Für einen modernen Neubau habe ich jedenfalls nicht gespendet.

    Dito.cclap:)

  • Ende Januar 2022 wurde über die Schenkung eines Gemäldes an die Gemeinde der Synagoge am Fraenkelufer berichtet. In dem Bericht wurde auch der Neubau der Synagoge erwähnt. Die Finanzierung scheint bald zu stehen. Im November 2023 soll der Grundstein gelegt werden. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2026 geplant.


    (...) Im Sommer soll die Millionensumme beisammen sein, bestätigte Mario Marcus, Schatzmeister des Vereins zum Wiederaufbau. Dann würden Machbarkeitsstudien erstellt und ein Architekturwettbewerb gestartet. (...)

    :schockiert: Dieser Wettbewerb betrifft aber hoffentlich nur die Nutzung und die Aufteilung der Innenräume.


    (...) Der Neubau der Synagoge soll sich am Architekturstil des Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts errichteten Vorgängerbaus orientieren. (...)

    Auf den Siegerentwurf bin ich sehr gespannt. Wünschenswert wäre eine Gestaltung möglichst eng am Original.

  • Engelbert Lütke Daldrup wird Baubeauftragter

    Es gibt wieder ein mediales Lebenszeichen zum Wiederaufbau der Synagoge am Fraenkelufer. Jedoch klingt es immer mehr danach, daß wir wohl keine Rekonstruktion, sondern einen Erinnerungsbau bekommen.

    (...) „Das Gebäude wird ein bauliches Zeichen des Erinnerns“, sagt Lütke Daldrup, kein 1:1-Wiederaufbau. Es soll von außen aber wieder neoklassizistische Säulen haben, wie ein erster Entwurf sie zeigte. (...)

    Dieser erste Entwurf dürfte bekannt sein. Wenn es nach mir ginge, dürfte er gern 1:1 umgesetzt werden. Damit könnte man sich auch gleich einen Architekturwettbewerb sparen.

  • Das ganze wird möglichenfalls so enden, wie in Hamburg. Schade, aber es ist ihre Entscheidung und sie müssen damit und darin leben. Warten wir mal ab.

  • Also von mir aus muss der Tempel nicht 1:1 wiederkommen, wenn es so wird wie bei der Frauenkirche in Dresden wo auch nicht alle Steine wiederverwendet wurden 😉. Wozu das Rad denn neu erfinden. Zumindest außen sollte die Synagoge genauso aussehen wie vorher. Alles andere birgt die Gefahr, dass die heutigen Architekten die Proportionen einfach nimmermehr hinbekommen.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • (...) Zumindest außen sollte die Synagoge genauso aussehen wie vorher. (...)

    Auf jeden Fall. Diesen angekündigten Architekturwettbewerb kann man in verschiedene Richtungen interpretieren. Wenn er tatsächlich nur die Raumaufteilung und Innengestaltung betrifft, ist mir das auch egal. Die Fassaden sind wichtig.

    Das ganze wird möglichenfalls so enden, wie in Hamburg. (...)

    Ist denn in Hamburg schon eine Entscheidung gefallen? Dann hätte ich das verpasst. Derzeit läuft da doch noch die Machbarkeitsstudie, deren Ergebnisse eigentlich bis Mitte 2022 vorliegen sollen.

  • Ist denn in Hamburg schon eine Entscheidung gefallen?

    Ich denke, wohl noch nicht endgültig. Aber nach dem, was ich so hier im Forum gelesen habe, stehen die Chancen schlecht.


    Ich bezog mich vor allem auf folgenden Post.

  • Okay, diese Reportage war mir tatsächlich noch nicht bekannt.


    In Hamburg wird es also keine 1:1 Rekonstruktion geben. Aber die alte Synagoge soll erkennbar sein. Dann bleibt zu hoffen, daß da wenigstens nicht wieder ein Synagogen-Würfel entsteht, wie beispielsweise in Ulm.


    Was ist dann eigentlich mit den von Bund und Land zugesagten Millionen? Fließen die auch für einen x-beliebigen Neubau? Es wurde ja von einem Wiederaufbau ausgegangen.


    Die Hoffnung (auf eine Kuppel) stirbt zuletzt.


    Vielleicht macht es Berlin tatsächlich besser mit einer Außenrekonstruktion. Immerhin gibt es hier keine lautstarke Gegnerschaft.

  • Engelbert Lütke Daldrup wird Baubeauftragter

    Es gibt wieder ein mediales Lebenszeichen zum Wiederaufbau der Synagoge am Fraenkelufer. Jedoch klingt es immer mehr danach, daß wir wohl keine Rekonstruktion, sondern einen Erinnerungsbau bekommen.

    Dieser erste Entwurf dürfte bekannt sein. Wenn es nach mir ginge, dürfte er gern 1:1 umgesetzt werden. Damit könnte man sich auch gleich einen Architekturwettbewerb sparen.

    Ausgerechnet der!! Mir schwant Böses. Wenn von diesem Klötzchen-Fan und Reko-Hasser das kommt, was ich befürchte, werde ich meine Spende zurückverlangen.

  • (...) Was jetzt für den Baubeauftragten ansteht? Ein genaues Raum- und Funktionsprogramm erstellen, ein Betreiberkonzept überlegen, die Vorbereitung zu einem Architekturwettbewerb, Abstimmungen mit dem Bezirk. (...)

    Herr Lütke-Daldrup ist ja nur für die Organisation rund um das Bauprojekt zuständig. Die Gestaltung der Synagoge bestimmt noch immer die jüdische Gemeinde, die auch Bauherr/Baudame ist. Man kann nur hoffen, daß sie sich nicht zu einem modernen Neubau bequatschen lassen.


    Es ist immerhin von einem Wiederaufbau die Rede. Also sollte auch etwas kommen, was, so ähnlich, schon einmal da war.