Quedlinburg (Galerie)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Quedlinburg (Galerie)

      Eigentlich hatte ich schon nach meinen Fotoserien zu Halberstadt, Hornburg, Osterwieck und Goslar vorgehabt, einige Ergänzungen zu Quedlinburg zu bringen, was ich aber doch nicht geschafft habe.

      Darum aus aktuellem Anlass hier nur einige Bilder des Münzenbergs, der seinen Namen vermutlich vom verballhornten Wort "Monasterium" (= Kloster) hat - denn bis zur Reformation befand sich hier ein Frauenkloster. 1539 wurde es aufgegeben, lag einige Jahrzehnte verlassen und wurde ab 1580 mit kleinen Handwerkerhäusern bebaut, die die Mauern der Ruinen mitbenutzten. Da die Häuser ständig abbrannten (Löschwasser auf den Berg zu schleppen war fast unmöglich), ist der Fachwerkbestand allerdings heute deutlich jünger (meist 18./19. Jh.), aber äußerst reizvoll, weil die Häuschen so klein sind - und überall noch originale oder zweitverwendete Mauerreste der Klosterbauten zu erkennen sind.

      Eigentlich wollte ich für den Anfang ein Gesamtpanorama des Bergs zeigen, nur hab ich anscheinend leider keines fotografiert. Darum hier erstmal das Bild, das einem Panorama am nächsten kommt:



      Dieses Haus wurde auf dem Chor der Kirche erbaut (wie man schon an der Form erkennen kann) und offenbar jüngst ... äh, restauriert. Leider nicht sehr einfühlsam:




      Zweitverwendetes Mauerwerk der Klosterbauten mit Spolien:




      In diesem Bau steckt glaube ich ein relativ großer Rest des Kirchturms:



      Ehemaliger Standort eines romanischen Kirchenportals, das glaube ich seit dem 19. Jahrhundert an der Stiftskirche zu finden ist:



      Weitere Mauerreste und - besonders kurios - der Schornstein der ehemaligen Klosterküche, der im Hintergrund aus einem Fachwerkhaus ragt:



      Die ehemalige Krypta der Klosterkirche wurde übrigens später mit Zwischenwänden versehen und als Keller für die darüberliegenden Häuser genutzt. Teilweise ist sie heute in einem Museum zugänglich, teils leider nur in Abbildungen zu sehen, da manche Hausbesitzer ihren Anteil weiter als Keller nutzen wollen:




      Das Gewölbe des Turmuntergeschosses:



      Bei Ausgrabungen geborgenes romanisches Kapitell:



      Rekonstruktion der Kirche:



      Blick vom Chor ins ehemalige Mittelschiff (oder war's ein Seitenschiff? Das wirkt doch verdächtig schmal). Es braucht schon viel Fantasie, um in diesem verbauten Zustand noch eine Kirche erkennen zu können:



      Zum Abschluss noch ein paar Impressionen der Bebauung des Münzenbergs:



    • Re: Quedlinburg

      Quedlinburg steht auf der Liste meiner unbedingt zu besuchenden Städte ganz weit oben...herrlich dieses Fachwerkschätzchen am Harz..Danke für die Bilder

      Gruß DV :)
      "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

      "Why not reinventing something from the past, something combining, nature and art." Lebanon Hanover - Fall Industrial Wall
    • Guten Abend,

      Beim Aufräumen meiner Wohnung sind Fotos aufgetaucht, die Quedlinburg während eines Urlaubs in 1977 (+/- ein Jahr) zeigen. Vielleicht ist das eine oder andere (verlorengegangene) Detail von historischem Interesse.
      Es ist möglich, daß nicht alle Fotos Quedlinburg zeigen. Ich erinnere mich schwach, auch in Wernigerode und Aschersleben fotografiert zu haben. Leider kenne ich mich in diesen Städten kaum aus, und die Verifikation jedes Bildes wäre mühselig. Falls jemand einen "Irrläufer" findet, bin ich über jeden Hinweis dankbar.












































      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Zirp ()

    • [Editiert am 1. August] Diese zwei Bilder wurden in Meisdorf (jetzt Ortsteil von Falkenstein/Harz) zu etwa derselben Zeit aufgenommen. Ich stelle sie hier ein, da Meisdorf nur geschätzte 15 km von Quedlinburg entfernt ist und es wohl kein passenderes Forum gibt. Weiß jemand, was nach 37 Jahren aus dem Haus geworden ist?




      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Zirp ()

    • Luftaufnahme von Meisdorf, Blickrichtung Ost:
      fotos-aus-der-luft.de/Luftbild…html?g2_imageViewsIndex=2

      Der auf dem ersten Bild im Hintergrund sichtbare Turm ist offenbar der Turm des Hofes Wendeburg, Im Winkel. Auf dem Bild sieht man eine Dachgaube. Der Turm scheint nur auf der Südseite so eine Dachgaube zu haben. Der Standort des Hauses müsste demnach südlich des Hofes Wendeburg sein, in einer schmalen Gasse, die mehr oder weniger in Nord-Süd-Richtung verläuft und im Bereich des Hauses einen Knick macht. Das trifft zu auf die Badegasse. Das Haus wäre dann dieses hier: maps.google.de/maps?q=Falkenst…,+Sachsen-Anhalt&t=h&z=19 (Bildmitte, östlich neben dem gekrümmten Wort "Badegasse").
      Allerdings passt es in bezug auf die südlichen Nachbarhäuser nicht so ganz. Gleichwohl halte ich es für die wahrscheinlichste Möglichkeit.

      Auf dem Luftbild erscheint es am rechten Rand, zu etwa der Hälfte noch abgebildet. Dieses Haus scheint kein Neubau zu sein. Wenn es das gesuchte Haus ist, ist es aber stark erneuert, insbesondere wurde aus dem Krüppelwalmdach ein Walmdach.

      Es kann aber auch sein, dass in meiner Herleitung ein Fehler ist; ich war da recht großzügig. Von der Richtung wäre auch der Mühlplatz denkbar. Da passt aber einiges nicht: schmale Gasse mit Knick Fehlanzeige!
    • Ich muß hier doch mal schreiben. Es sind keine Aufnahmen aus Meisdorf sondern aus Ballenstedt.
      Es ist die Lange Straße. Das Foto ist in höhe der Kirchenmauer am Alten Markt aufgenommen worden. Der Turm ist der Unterturm. Die Straße hat sich stark verändert. Das große Haus rechts ist abgerissen worden und durch Neubauten ersetzt. Auf der linken Seite befindet sich der Nicolaistift ein Neubau eines Altenheimes..Es ist hundert Prozentig Ballenstedt. Ich bin Ballenstedter und wohne jetzt in Meisdorf.
    • Also doch Ballenstedt! Ursprünglich hast Du, Zirp, ja diese beiden und zwei weitere Bilder gezeigt und erklärt, angeblich seien diese in Ballenstedt aufgenommen worden. Aber warum hast Du daran gezweifelt? Und warum sollten sie dann von Meisdorf sein, wo ja auch einiges nicht schlüssig war? Zeigst Du uns, und vor allem Aini!-69, auch nochmal die anderen vier Bilder?

      (Die ursprünglichen Beiträge wurden gelöscht, nachdem als geklärt gegolten hat, dass die Bilder von Meisdorf wären.)

      de.wikipedia.org/wiki/Datei:Ballenstedt_Detailansicht.jpg
    • Quedlinburg


      Vorweg ein paar Zahlen, dem Buch Hans-Hartmut Schauer „Quedlinburg Fachwerkstadt Weltkulturerbe“ entnommen (Stand der Zählung 1988, für Osterwieck 1992):


      Fachwerkhäuser aus der Zeit


      Bis 1530

      Quedlinburg 11

      Stolberg 18

      Osterwieck 13

      Wernigerode 4


      1531 - 1620

      Quedlinburg 70

      Stolberg 25

      Osterwieck 113

      Wernigerode 19


      1621 – 1720

      Quedlinburg 439

      Stolberg 53

      Osterwieck 62

      Wernigerode 62


      1721 - 1830

      Quedlinburg 552

      Stolberg 153

      Osterwieck 100

      Wernigerode 318


      1831 – 20. Jh.

      Quedlinburg 255

      Stolberg 105

      Osterwieck 88

      Wernigerode 221


      Fachwerkhäuser gesamt

      Quedlinburg 1327

      Stolberg 354

      Osterwieck 376

      Wernigerode 624
    • Aus dem Buch Hans-Hartmut Schauer „Quedlinburg Fachwerkstadt Weltkulturerbe“ entnommen (Stand der Zählung 1988, für Osterwieck 1992):

      Quedlinburg
      Anzahl der Häuser

      bis 1534
      Altstadt 9
      Neustadt 1
      Westendorf 1
      Vorstädte 0

      1535 – 1620
      Altstadt 52
      Neustadt 7
      Westendorf 11
      Vorstädte 0

      1621 – 1720
      Altstadt 165
      Neustadt 167
      Westendorf 74
      Vorstädte 33

      1721 – 1830
      Altstadt 197
      Neustadt 219
      Westendorf 115
      Vorstädte 21

      1831 – 1987
      Altstadt 49
      Neustadt 134
      Westendorf 56
      Vorstädte 16

      Fachwerkhäuser gesamt
      Altstadt 472
      Neustadt 528
      Westendorf 257
      Vorstädte 70
    • Quedlinburg Neustadt

      Zunächst einige eigene Aufnahmen aus der östlichen Neustadt von einem strahlenden Sonnentag im März 2000 (seinerzeit wie etliches andere im Osten Deutschlands ein Tagesausflug mit dem Zug von L eipzig aus).

      Kaiserstraße
      Die vorkragenden älteren Fachwerkhäuser hinter dem Baum die Nr. 3-5 aus der Zeit um 1680 standen 1994 vor dem Abriss, wurden dann aber doch 1995/96 instandgesetzt. Daneben ein Neubau von 1996.



      Pölkenstraße und St. Nikolai

      Pölkenstr. 18ff
      Die Nr. 18 von 1658, die Nr. 1693 vom Zimmermeister Gabriel Rühle

      Pölkenstr. 18-20

      Pölkenstr. 21 und 22
      Die Nr. 21 aus der Zeit um 1680, die Nr. 22 von 1637 sieht jetzt so aus:
      Pölkenstraße 22
      (mit einer älteren Aufnahme von 1951)



      Kaplanei 6 ff
      Die Nr. 6 von 1670 (Zimmermeister Hans Reule)


      Das älteste Haus der Neustadt, 1422/23 datiert:
      Neustädter Kirchhof 7

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von Markus ()

    • Weiter geht es am Steinweg:




      Das Hotel zur Goldenen Sonne (Steinweg 11, bis 1960er Jahre Hotel und wieder ab 1992) errichtete Hans Reule im Jahr 1671. 1971-75 instand gesetzt, in dieser Zeit war es Ledigenwohnheim.

      Steinweg 9-11 um 1900:






      Charakteristisch für die zahlreich erhaltenen Fachwerkbauten aus barocker Zeit in Quedlinburg sind die Pyramiden-Balkenköpfe (von etwa 1630-1730 gebräuchlich), auch Quedlinburger Pyramide genannt.
      de.wikipedia.org/wiki/Pyramidenbalkenkopf

    • Steinweg 31 und 32


      Steinweg 31
      Eines der wenigen Gebäude in der Neustadt mit (leider inzwischen geschwärzten) Fächerrosetten. Diese waren in der 2. Hälfte des 16. Jh. üblich (Bauinschrift von 1594). 1860 wurde das Haus aufgestockt.


      Steinweg 31 bis 33
      Die Nr. 32 stammt von 1700 und wurde wie auch z.B. die Börse vom fleißigen Quedlinburger Zimmermeister Andreas Besen erbaut.




      Steinweg 33, eines der wenigen Gebäude in Quedlinburg mit thüringischem Leiterfachwerk, von 1716, über dem Portal der Spruch: „Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut, im Himmel und auf Erden“ und „Wo der Herr nicht das Haus erbaut so arbeiten umsonst, die daran bauen“

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Markus ()


    • Steinweg 68
      1673 von Peter Dünnehaupt errichtet. 1967 Beschädigung des Daches bei einem Unwetter, die Reparatur erfolgte erst 1969. Dadurch Befall mit Echtem Hausschwamm, 1970 Sperrung des Hauses. Die Instandsetzung erfolgte dann 1977/78 durch die Staatlichen Werkstätten für Denkmalpflege Polens.


      Steinweg 65-68
      Die Nr. 65 stammt von 1661, die Nr. 66 von 1670 (wie die Nr. 68 von Peter Dünnehaupt)


      Im Hintergrund die Nikolaikirche


      Steinweg 3 (um 1560) und 4


      Steinweg 4 (1674)


      Steinweg 2 ff

      Soweit erst mal zur Neustadt.
    • Östliche Altstadt

      Weiter geht es in der Altstadt mit dem Hagenschen Freihaus, auch Quedlinburger Stadtschloss genannt, ein prächtiger Renaissancebau von 1564-66:


      Aufnahme von 1893


      Pölle 27, 28
      1632 von Wulf Götze, mit charakteristischer Beschlagwerkschnitzerei u.a. an den Eckständern.


      Stieg 16 von 1620, seinerzeit frisch saniert.


      Stieg 16-18
      Die Nr. 18 geht noch in die 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück, typisch für den niederdeutschen Fachwerkbau die bunten „Schiffskehlen“, wie die Füllhölzer zwischen EG und 1. OG sowie unter der Dachtraufe ihrer Form wegen genannt werden.
    • Markus schrieb:

      Steinweg 33, eines der wenigen Gebäude in Quedlinburg mit thüringischem Leiterfachwerk
      Wirklich sehr erstaunlich, dass bis Quedlinburg sich dieses eigentlich fränkische Element erhalten hat! Denn Quedlinburg gehört eindeutig zum niederdeutschen, also sächsischen Fachwerkgebiet!
      Um zur Facebookseite des Ortsverbandes Saarbrücken zu gelangen klickt mich !