Hässliche, grelle und alberne Fassadengestaltungen

  • Günter Netzer nach einem verlorenen Boxkampf. - Etwas angeschwollen. :tongue:


    Ist diese Fassadenbemalung neu?

    Seit letztem Jahr existiert sie. Hat sich nebenbei einiges in der Altstadt getan, was teilweise sehr erfreulich ist.

  • Ja, schrecklich. Mein Beileid den Leuten, die in so etwas leben müssen. Aber womöglich finden sie es noch gut oder es ist ihnen halbwegs egal.

  • Vielleicht stehen sie nach nem Erdbeben ja gerade :wink:

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • In Königswinter wurden die Fassaden von drei Häusern in der Altstadt, nördlicher Teil der Hauptstraße, die seit Jahren leer stehen, komplett von Künstlern übermalt.


    Artikel im GA vom 30. April 2022 (Bezahlschranke)

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    Mit dem groß angelegten Kulturprojekt „Hotspot KW“ soll Leben in einige leer stehende Gebäude des Kölner Unternehmens Verianos Real Estate in der Königswinterer Altstadt einziehen. Bei der Vorstellung des auf drei Jahre angelegten Vorhabens sah sich der Investor allerdings dem offenen Misstrauen der Kommunalpolitik gegenüber seinem Engagement in Königswinter gegenüber.

    Letztlich stimmte der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz den für das Kunstprojekt notwendigen Abweichungen von der Gestaltungssatzung Königswinter-Altstadt wohl nur zu, weil Helmut Reinelt ein flammendes Plädoyer für die geplante Aktion hielt. Der Künstler und langjährige Vorsitzende des inzwischen aufgelösten Kunstvereins Antiform hat das Projekt gemeinsam mit der Verianos und seiner Mitstreiterin Franca Perschen vom „Kulturbüro Nr. 5“ angestoßen. Reinelt lobte die Verianos für die Bereitstellung der Gebäude und die komplette Finanzierung des Projekts. „Dass sich ein Unternehmen so stark engagiert, haben wir in Königswinter noch nicht gesehen.“ Damit konnte er die Skepsis in den Reihen der Politik etwas abmildern.


    Artikel im GA vom 19. Mai 2022 (Bezahlschranke)

    Zu sehen ist dort das erste gestaltete Haus. Es ist auch dasjenige mit der schönsten alten Fassade - und die "Gestaltung" ist natürlich eine Verunstaltung...

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    Das Kulturprojekt „Hotspot KW“ in Königswinter nimmt immer konkretere Formen an: Bereits vor zwei Wochen hatte der Künstler Gris, der für seine großflächigen Graffiti bekannt ist, die Fassade der ehemaligen Wäscherei Schuchert an der Hauptstraße 373 neu gestaltet.

    [...]

    Der Künstler Gris, der seine Arbeit bereits beendet hat, freute sich über die Anfrage aus Königswinter. „Das Kulturbüro hat mich gefragt, ob ich für die Aktion Hotspot KW ein ganzes Haus bemalen möchte. Ohne Entwurf, ohne wissen zu wollen, was es wird ... wie cool sind die denn?“, schrieb er auf seiner Facebook-Seite. „Wir machen nun seit zehn Jahren oft gemeinsame Projekte und so waren sie sich sicher genug, mir das Haus zu überlassen. Leider ist die Bausubstanz dermaßen angegriffen worden, dass der Abriss bevor steht. Zwar erst in drei Jahren, aber bis dahin habe ich es noch mal fein gemacht, das Haus in Königswinter“, so der Künstler.

    Sehr schade, dass dieses Gebäude offenbar in drei Jahren abgerissen werden soll! Man kann nur hoffen, dass sich da noch was tut und das Haus zu sanieren ist, zumal es für den Bereich eine Gestaltungssatzung gibt, wie im ersten Artikel zu lesen.


    Artikel im GA vom 27. Mai 2022

    Zu sehen dort das in Gelb gestaltete zweite Gebäude.


    Artikel im GA vom 13. Juni 2022

    Auch das letzte Gebäude ist fertig "gestaltet".


    Ich war nun am Wochenende vor Ort, und hier kommen die Bilder.


    Gebäude Nr. 1:


    Es wäre wirklich super schade, wenn man dieses Gebäude einfach in drei Jahren "platt" machen würde. Ein Kernsanierung wäre wünschenswert...


    Gebäude Nr. 2, gestaltet vom sogenannten "Bananensprayer":




    Ich muss sagen, dass mir das am besten gefallen hat - als vorübergehendes Kunstprojekt natürlich. Das Gebäude war sowieso hässlich, also kein Verlust. Und das Gelb "knallt" irgendwie ganz schön, wenn man davor steht. Man fühlt sich fast geblendet - auf jeden Fall hat es was.


    Gebäude Nr. 3:



    Joah... Also das EG war sowieso entstellt, das OG hatte aber durchaus eine schöne Fassade. Auch hier wäre eine Kernsanierung nach dem Kunstprojekt wünschenswert.


    Das "Ensemble":




    Ob das "Kunstprojekt" letztlich funktioniert, wird man sehen. Letzten Sonntag, als ich vor Ort war, blieben zumindest so gut wie alle Passanten verwundert stehen und schauten sich das Ganze eindrücklich an.


    Alle Bilder von mir.

  • In Königswinter scheint ja keine Wohnraumknappheit zu bestehen.

    Schön wär's... In Bonn und Umland sind die Preise in den letzten Jahren genauso explodiert wie in anderen beliebten Ballungsräumen. Königswinter hat trotzdem mit Leerstand in der Innenstadt zu kämpfen. Scheint paradox, aber teilweise sind die Gebäude wohl nicht attraktiv genug mit ihrer alten Bausubstanz, keinen Balkonen, keinem Garten. Zudem kommt man bei manchen Gebäuden nur ins Obergeschoss, wenn man durchs Ladenlokal durchgeht. Früher sicher praktisch, wenn man oben wohnte und unten arbeitete. Aber heutzutage ist das dann kaum zu nutzen. Mal sehen, was da in den nächsten Jahren draus wird. Wenn es Neubauten gibt, dann hoffentlich welche mit ordentlicher Gestaltung, die sich gut ins Stadtbild einfügen. Da kann die Königswinterer Gestaltungssatzung dann mal zeigen, was sie wert ist. :trommeln: